Der Müll und das Meer

Gestern, an einem schönen Segeltag, reisst uns das Reffauge am Vorliek des Trekker (kleines Vorsegel) aus. Unschön, da wir das Segel an der Kreuz (selbstwendend) und bei mehr Wind gerne nutzen. Also ab nach Poros zu einer Charterbasis, die uns nach Athen verweisen. Ähnlich wie in Frankreich (Paris), Italien (Rom) führen in Griechenland offensichtlich alle Wege nach Athen. Also auf in die alte Hauptstadt. So während meiner üblichen Spielereien im Motorraum, Seewasserfilter reinigen, Kühlwasser checken, Trinkwasser bereiten, wird mir ganz warm ums Herz. Eine Kontrolle des Auspuffschlauches (Gummi) zum Schalldämpfer (Kunststoff!) per Handauflegen lässt mich ins Cocksprit sprinten und siehe da, die alte Möhre möhrt schon um die 100°C rum. Am Heck plätschert auch kein Wasser mehr aus dem Auspuff, da naht der Hitztod. Hätte ich mich auch gleich daneben legen können, war selbst schon leicht überhitzt. Erst mal Lage peilen, von der recht nahen Insel weg kreuzen mit Groß und Genua (pro Wende jedes mal 80 qm einrollen und wieder ausrollen) und Hirn einschalten (brauch ich normalerweise nicht, habe ja Eva). Mit Wasserschlauch den Kühlwassereinlauf spülen (eingeschweißtes Rohr mit Kugelhahn on Top, nach dem Abgang für die Kühlwasserpumpe), Tauchgang zur Kontrolle unter das Boot und mit dem alten Wurstfinger rumprokeln. Ein erneuter Probelauf der Maschine offenbart wieder plätschern ausm Auspuff und moderate 80 °C Öltemperatur. Den bereits vorbereiteten Austausch des Impellers habe ich angesichts der im Motorraum herrschenden Temperaturen erstmal verschoben. Erleichterung in unseren Mienen, 2 Stunden Arbeit mal eben zwischendurch, Muckibude gespart durch mehrere Wenden, Win-win an allen Fronten. Vor einem Jahr undenkbar, dass ich, es Evele, eine Wende mit Genua ganz alleine hinbekomme! Jetzt Standard, wie so vieles mehr. Wir wachsen mit den Hersusforderungen! Nun liegen wir in Athen und harren der Dinge morgen.
Ursache in dem Fall war wohl der im Angesicht der Hauptstadt vermehrt herumtreibende Plastikmüll im Wasser. Nothing else, aber mit großer Wirkung, kann leicht mal den Motor kosten, oder den LI, dem gefühlte 100 Alternativen durch den Schädel brausen wie er diese blöde Kuh wieder vom Eis holt, wobei von Eis hier weit und breit keine Rede sein kann. Nur die Dusche im Hafen war eiskalt und das haben wir heute genossen. Wobei, das was wir heute an Plastikseen sahen, echt krass war. Unglaublich, was alles im Meer schwimmt. Das größte Teil, das ich sah, war ein Sixpack Wasser!

Neulich bin auch der Fehlfunktion des Solarreglers auf die Spur gekommen, Überhitzung wenn der Motor brummt. Eine direkte Luftkühlung mit einem 100er Aluflexrohr (so was haben wir auch dabei) vom Zuluftventilator für den Motorraum auf den Regler schaffte Abhilfe. Alltag bei knapp 40 °C, alles irgendwie ein büschen heiß.

Kalinichta für heute

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