There is too much Christmas oder was in der Zwischenzeit passiert ist

Franks Geburtstagsfest fiel dieses Jahr zusammen mit Thanks Giving und unsere amerikanischen Freunde hatten uns dieses Jahr eingeladen, mit ihnen gemeinsam den Feiertag zu zelebrieren. So kam Frank zu einer ungewöhnlichen Geburtstagsfeier.

 

 

Das Wetter ist nach wir vor genial.Klare Tage nutze ich, um weiterhin die Gegend zu erkunden. Manchmal gelingen dann phantastische Fotos.

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Die Tage sind mit vielen Aktivitäten gefüllt. Nach wie vor, mache ich sehr viel Sport, denn das Leben auf einem Boot erfordert einfach Fitness. Daneben koche ich Marmelade ein. 3 Sorten stehen für das Frühjahr bereit. Neben Ananas – Khaki

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habe ich gemeinsam mit Pascale auf deren Katamaran von Bio Orangen, die wir von Marillia, einer Sizilianerin erhalten haben, mit viel Aufwand, da man die Orangen anpieksen muss und dann mehrere Tage wässert, gekocht haben. Einige Orangen wurden mit Peperoni verfeinert, ihr glaubt gar nicht, wie lecker diese Marmelade geworden ist. Gegessen wird sie natürlich nicht zum Frühstück, sondern zum Käse gereicht, eine wahre Leckerei.

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An drei Samstagen haben wir die Küche der Sizilianerin Marilla gekapert und in ein wahres Schlachtfeld verwandelt. Am ersten Samstag wurde Hefegebäck hergestellt, genannt San Martino Cookies,  die man in Sizilien zum neuen roten Wein genießt. Uns Deutschen Frauen war das Ganze dann doch zu trocken.

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Von diesem ersten Fehlversuch haben wir uns jedoch nicht abschrecken lassen und am 1. Dezember wurden dann Taralli gebacken. Mit viel Anis hat diese Köstlichkeit uns schon eher zugesagt, wobei wir mit dem Zuckerguss sehr sparsam waren und Marilla unsere Plätzchen in vor Zucker triefende Kalorienbomben verwandelt hat. Zu unserem Erstaunen, sogen sich die Plätzchen voll mit Zucker und haben nach Tagen erstaunlich gut geschmeckt. Da unser Backdrang zu groß war, haben wir sonntags zum BBQ eine riesige Platte unserer Kalorienbomben mitgenommen.

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Am 6. Dezember haben wir uns mit 33 Personen auf den Weg ins Landesinnere gemacht um Monte D`Oro zu besichtigen. Autofahrten sind wegen den Straßenverhältnissen an sich schon sehr interessant, wenn man dann noch in einem Bus sitzt und entsprechend besseren Überblick hat, ist es schon genial. Die Sizilianer lieben Brücken. Wo in Deutschland normale Straßen gebaut werden würden, gibt es hier Brücken. Manche sind 3 KM lang und ich will gar nicht wissen, was die Instandhaltung kostet. Vor Ort haben wir zuerst das Schwefelmuseum besucht. Sizilien ist bekannt für sein enormes Schwefelaufkommen und in früheren Jahrhunderten wurde damit viel Geld verdient. Leider wurden die Arbeiter ausgebeutet und verdient haben nur die Besitzer. Das gemeine Arbeitsvolk bestand überwiegend aus Kindern, da diese klein waren und daher die Stollen nur in deren Körpergröße ausgegraben werden mussten. Die meisten Familien haben ihre Kinder an die Minenbesitzer verkauft, welch grausames Tun, doch die Armut hat die Menschen dazu getrieben. In den Minen war es extrem heiß, so dass die Arbeiter nackt oder lediglich mit einem Lendenschurz bekleidet, arbeiteten. Die kleinen Körper waren ausgemerkelt, oft genug hatten sie nicht genügend Flüssigkeit zu trinken und die Tragelasten wogen zwischen 20 und 80 KG.

 

Der Anblick der Bilder im Museum hat uns zutiefst erschüttert. Die Erzählungen des sehr gut englisch sprechenden Guides ließen uns den Atem stocken. Mit Helmen ausgestattet haben wir schließlich auch eine Grube besichtigt und wir alle waren froh, als wir das enge Loch wieder verlassen konnten. Die Minen wurden bis in die 50ziger Jahre des letzten Jahrhunderts betrieben. In strahlendem Sonnenschein spazierten wir zurück ins Dorf, wo wir ein typisch sizilianisches 3 Gang Menü verspeisten, natürlich durfte es an Wein nicht fehlen. So gestärkt schlenderten wir durch den blitzblanken sauberen Ort, der eine herrliche Piazza vorzuweisen hat, die mit europäischer Unterstützung errichtet wurde. Zum Ende des langen Tages besichtigten wir noch das Dorfmuseum, das uns das Leben der Einheimischen in früheren Zeiten offenbarte. Als Bauern führten sie ein karges arbeitsreiches Leben, der Rhythmus der Natur und Jahreszeiten bestimmte ihr Leben. Die Frauen waren alle in schwarze Gewänder gehüllt, die Ende des 18. Jahrhunderts oft nur die Augen unverhüllt ließen. Der arabische Einfluss ist klar und deutlich sichtbar.

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Am Abend hatten wir unsere Schwedisch – niederländischen Stegnachbarn zum Essen zu Gast. Da sie im nächsten Jahr nach Griechenland wollen, gab es ein griechisch – sizilianisches Abendessen. Das Nudelrezept mit Rigatoni und sizilianischer Salcicce ist einfach der Hammer.

Zwei Tage später fand unsere letzte und aufwendigste Backorgie statt und auf dem Lehrplan stand diesmal die Königin der sizilianischen Dolci: die Canolli. Die Teile sind zwar der Hammer, für uns Boaties war jedoch klar: das werden wir niemals an Bord wiederholen. Die Teilchen kann man hier überall kaufen und die Süßwarenhersteller müssen schließlich auch von etwas leben.

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Am Donnerstag haben wir in der Marina mit 12 unterschiedlichen Nationen das Santa Luzia Fest gefeiert. Die Heilige Luzia wurde hier in Syracusa geboren und die nordischen Länder kennen das Lichterfest der heiligen Lucia ebenfalls. So wurden Plätzchen gebacken, Punsch und Glühwein gekocht und jeder hat mit unterschiedlichen Speisen und Getränken zum Gelingen des Festes beigetragen. Selbst eine Luzia konnten wir vorzeigen. Sarah hatte sich bereiterklärt, diese Rolle zu übernehmen. Jil und Rein haben uns die Geschichte um die Heilige erläutert. Mit netten Gesprächen klang ein weiterer schöner internationaler Abend aus.

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Und klar ist, natürlich weihnachtet es hier, nicht nur ein bisschen, nein, die Sizilianer lieben es glitzernd und schrill. Die ganze Stadt erstrahlt in weihnachtlichem Glanz, in der Marina blinkt und leuchtet es, selbst die Boote sind hell erleuchtet. So bot es sich an, an einem vorweihnachtlichen Abendspaziergang durch Licata teilzunehmen. Die Organisation Qanad führte uns durch die laue Nacht, mit Gesang und Weihnachtsgeschichten erkundeten wir die Straßen der Stadt. Natürlich wurden wir auch kulinarisch verwöhnt, an 3 Stationen wurden uns Speisen und Getränke gereicht.

 

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Die Laienschauspieler unterhielten uns dabei mit dem Stück: There is too much Christmas, dabei ging es um zwei Außerirdische Affe und Ochs, die in die Weihnachtszeit reisen um das Kind zu finden, wegen dem noch 2000 Jahre später ein großes Fest gefeiert wird.

 

Obwohl der ganze Abend in italienisch gehalten war, muss ich feststellen, dass ich immer mehr verstehe, leider traue ich mich nicht italienisch zu sprechen, dafür müsste ich noch einige Winter hier verbringen. Unsere Reisepläne sehen jedoch anders aus. Dazu später mehr.

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Frank arbeitet emsig an unserem Boot und an vielen anderen Booten in der Marina. Hilfsbereit wie er ist, unterstützt er jeden, der hilflos oder ungeschickt ist. So kam der Schreck zur Mittagsstunde heute unverhofft. Leider war es diesmal unser eigenes Boot, das im Motorraum Öl aufwies, sodass der Motor angeworfen wurde. Gott sei Dank handelte es sich bei dem vorgefundenen Öl wohl um Reste des Ölwechsels, den mein LI vor 14 Tagen durchführte. Tief durchatmen und entspannen. Gerade rechtzeitig, da es heute Nachmittag heftig bläst. Die Gischt spritzt über die Hafeneinfahrt. Der Westwind beschert uns ein schwankendes Boot.

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Die Tasche ist gepackt, morgen geht es in Richtung Deutschland und Heimat. Zuerst mit dem Bus nach Catania und am Mittwoch mit dem Flieger nach Frankfurt. Schade, dass wir das Wetter von hier nicht in die Reisetasche packen können. Wenn die Sonne scheint, erreichen die Temperaturen tagsüber oft noch 20°.

Wir wünschen Euch, die ihr unserem Blog folgt ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest und das Allerbeste für das neue Jahr. Mögen all eure Wünsche in Erfüllung gehen.

Hurra, wir leben noch

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Entschuldigt, dass wir solange nichts haben von uns hören lassen. Nachdem wir hier in Licata angekommen sind, bin ich gleich nach Deutschland geflogen. Unser Büro wurde 20 Jahre alt, die Party konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Zum ersten Mal musste ich mich um nichts kümmern und konnte das Zusammentreffen mit Mandanten und Mitarbeitern in vollen Zügen genießen. Markus hatte alles bestens organisiert. Familie und Freunde wollten ebenfalls besucht sein und natürlich stand auch ein Termin bei der Friseurin meines Vertrauens an. Ein neuer Haarschnitt und gleich sieht die Welt schon wieder anders aus.

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Zurück in Licata erwartete mich wirklich böses Wetter. Es goß in Strömen, alle Straßen waren überflutet und wir hatten einiges zu tun, das Boot trocken zu legen und danach trocken zu halten. Es ist toll, wenn Eira auf dem Wasser segelt, es ist weniger schön, wenn die Regenmassen sich einen Weg ins Boot suchen. Die ersten Versuche, die Fenster abzudichten, sind leider nicht vollumfänglich geglückt. Dies bedeutet, dass wir wieder von vorne beginnen können.

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Der Oktober hat uns dieses Jahr alles abverlangt. So schön das Wetter im letzten Jahr war, als wir bis Ende November immer wieder einen Tag auf dem Wasser außerhalb des Hafens verbracht haben, so arg gebeutelt wurden wir in diesem Oktober. Die heftigen Regenfälle waren eher regelrechte Sintfluten, dazu gesellten sich Gewitter und Stürme. Wir haben das beste daraus gemacht, uns neu in Licata eingelebt, neue Freunde gewonnen, wieder mit regelmäßigem Sport begonnen und eine Wiederaufnahme unserer italienisch Stunden stand auch auf dem Programm. Langeweile sieht anders aus. Kurz vor Halloween lud uns Syd in sein Appartment ein, damit wir eine Probe seiner Bloody Mary testen konnten, huih, die war very strong. Direkt im Anschluss stürzten wir uns ins Gewimmel eines kleinen Straßenfestes mit tutto di Fauzza, alles rund um die Pizza, mit Musik, Wein und kulinarischen Köstlichkeiten.

La dolce vita inbegriffen. Wir tanzten zu sizilianischen Klängen durch die warme Nacht. Selbst Halloween feierten wir in diesem Jahr. Mehr als 50 italienische Kinder kamen in die Marina um bei Süßem zu feiern, wir Erwachsenen tanzten in die Nacht. Da es unser Hochzeitstag war, machte mir Frank die Freude, obwohl er sonst den amerikanischen Sitten nichts abgewinnen kann.

 

Vor 14 Tagen kamen unsere neuen Segel aus Deutschland an. Wir haben uns, nachdem der Regen endlich aufhörte wie die Kinder gefreut. Riesenpäckchen erinnern uns an Weihnachten und tatsächlich kamen ähnliche Gefühle auf, als wir montags endlich daran gingen, die Neuanschaffung zu begutachten.

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Als erstes haben wir uns mit dem Vorsegel beschäftigt, dieses war am einfachsten zu bergen, das Alte, und das neue hochzuziehen. Das neue Groß hat Frank mehr abverlangt, da eine Schiene an dem Mast angebracht werden musste. 2 Tage schuftete Frank mit tatkräftiger Unterstützung von Axel von der Vega und Gerrit von Mojito. Zahlreiche Mastklettereien standen zu absolvieren.

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Mir bleibt dabei immer wieder die Luft weg, wenn ich sehe, wie unerschrocken Frank die Maststufen erklimmt. Gut gesichert ist selbstverständlich.

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Nach all den Mühen gönnten wir uns sonntags einen Spazierung durch das altertümliche Licata, genial organisiert von Angelo, den wir bereits seit letztem Jahr kennen. Als erstes besuchten wir die Kirche Santa Maria La Vetere. Erbaut um 1500, war sie die bedeutendste Kirche. Gebaut wurde sie im Süden der alten griechischen Stadt. Später übernahmen die Benediktiner diese Kirche. Schöne Fresken, alte Holzarbeiten, selbst eine gut erhaltene Krypta konnten wir sehen. In dieser Krypta wurden die Verstorbenen auf hohle Sitze gesetzt, die Körpersäfte konnten durch die Rinnen abfließen.

Die nächste Station war die alte griechische Stadt, die 282 vor Chr. hier errichtet wurde. Finziada, der Name der Stadt, war Austragungsort des ersten punischen Krieges auf dem Meer vor Licata. Bei Ausgrabungen wurden 7 Häuser gefunden. Die Gegend um diese Hügel ist durchsetzt mit Höhlen und Grotten. Hier lebten in früherer Zeit die Menschen, geschützt vor Sonne und Stürmen. Später wurden die Grotten genutzt um Vieh unterzustellen. In den Weltkriegen hat man die Höhlen dann als Rückzugsorte für die Bevölkerung genutzt, die Gegend war insbesondere im 2. Weltkrieg heiß umkämpft.

Über eine alte römische Straße, mehr Gasse, vorbei an der alten Stadtmauer gelangten wir zur Burg San Angelo, die Licata überragt und 1615 erbaut wurde, auf den Ruinen von Finziade.  In der Nähe der Burg besichtigten wir eine heilige Kirche, die in den Fels hinein gebaut wurde. Natürlich darf bei einer Stadttour die Kulinarik nicht zu kurz kommen. Einheimische haben für uns lecker gekocht, dazu gab es selbstgepresstes Olivenöl von Angelos Frau und Wein von Quignones. Der Beerensaft mundete bestens und so äußerten wir den Wunsch, das Weingut zu besichtigen. In der Marina trafen wir einige Freunde und gönnten uns zurück in der Stadt ein letztes Eis, da hier in Südsizilien die Eisdielen üblicherweise Anfang November schließen. So wurden wir Zeuge einer verspäteten Marienprozession. Da es am 31. Oktober heftig geregnet hatte, wurde Maria einfach Tage später durch die Stadt getragen.

Einen Sonntag später wurden wir am Büro der Marina abgeholt, zum Weingut gefahren und mit einem zweiten Frühstück begrüßt. Dann ging es über Stock und Stein, nur gut, dass wir unsere Bergstiefel dabei hatten, denn der Regen hatte alle Wege aufgeweicht.

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Die Schuhe wurden immer schwerer, der Lehm klebte an den Sohlen. Bei schönstem Wetter genossen wir die Wanderung entlang uralter Olivenbäume, teilweise mehrere hunderte Jahre alt. Die einzelnen Grundstücke wurden durch Agaven getrennt. Wir wanderten entlang von Johannisbrotbäumen, deren Fruchtstände gegessen werden können.

Natürlich probierten wir diese. Aber wir wollten auch die Reben sehen, die Trauben abgeerntet und bereits zu neuem Wein verarbeitet, standen die nackten Weinstöcke auf den Feldern, die Hügel hinauf. Wunderschöne Ausblicke auf das südliche Sizilien waren inbegriffen.

Wir schraubten uns immer höher und 4 Pärchen erklommen den höchsten Bergrücken. Unterwegs sahen wir wilde Orchideen, wilden Fenchel, Mangold und wahrscheinlich noch viel mehr. Oben auf dem Plateau waren wir von wilden Krokussen umgeben.

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Welch eine Fernsicht, welch ein Ausblick. Der Abstieg gestaltete sich etwas schwieriger und so kamen wir hungrig zurück auf das Weingut. Die Bewegung an der frischen Luft wurde gekrönt von einem leckeren italienischen Mittagessen mit all den Köstlichkeiten, die die Gegend bietet: Pizza, geröstetes Brot, diverse Dips, Oliven, frisch gepresstes Olivenöl und vieles mehr. Dazu köstlicher Weißwein, neuer Vino Nero D`Avola, gereifter Nero d´Avola, Sauvignon und vieles mehr.

Als Zwischengang durften wir Rigatoni con Salsicce und Rigatoni con peperoni genießen, den Abschluss bildeten gegrillte Würste und schließlich zur Krönung noch einige Dolci.

Bepackt mit unseren Einkäufen kamen wir zufrieden zurück in die Marina und ließen den Abend an Bord unserer Nachbarn Claire und Andy auf Ula ausklingen.

Nun könnt ihr nachvollziehen, warum wir so lange nichts von uns hören ließen, ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Ich verspreche jedoch, wieder regelmäßig kurze Berichte zu verfassen.

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Buon fine settimana, heißt: schönes Wochenende, wo immer ihr gerade seid.

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Das war nix!

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Die Tage plätschern so dahin, speziell wenn Eva nicht an Bord ist und es regnet wie Sau. Heute aber strahlender Sonnenschein und da ich unserem Nachbarn eine Tauchflasche geliehen hatte (sein Pubsi war in Windeseile finished) setze ich unseren Tauchkompressor in Bewegung.

Soweit funktioniert alles bestens, die Abgase sind aber a bisserl heiß. Habe mich schon gewundert, dass ich Handschuhe anziehen musste um das Aluflexrohr in Position zu halten (das Seilchen zum fixieren hatte sich flüssig verabschiedet). Ich räuchere so in der Vorkabine vor mich hin, die Luft in Stuttgart, Frankfurt oder Hamburg ist ja auch nicht der Hit, da stelle ich nach dem Füllvorgang fest, dass sich der Abluftventilator verabschiedet hat. Konnte ich in dem Lärm nicht hören und gewundert hatte mich da eher nichts, der Gestank hielt sich in Grenzen. Alter Mopedfahrer wird da eher an die Jugend erinnert.

Fazit, den Plan der Abluftabführung muss ich wohl etwas überarbeiten oder ganz sein lassen, lediglich eine Prallplatte vor der Holzverkleidung ist aber ein must have. Wenn ich Vollgas gegeben hätte, wäre wohl die dahinterliegende Isolierung weggeschmolzen. Werde ich überschlafen und neuplanen, der Ursprungsgedanke jedenfalls war ein ultimativer Flop.

Sonst alles bestens, wenn man von einer leichten Inkontinenz EIRA’s bei Starkregen absieht (neue Baustelle). Ich genieße meinen Urlaub, verbessere meinen Englischwortschatz bei der Happy Hour und dem BBQ, schmiede Pläne wg. all der ganzen Baustellen und trödele so in dem Tag rum, brennt ja nichts an.

Ciao Frank

Pan Pan und die italienische Kontrollwut

Kurz vor Eintritt in die italienischen Hoheitsgewässer  taucht aus dem Nichts ein Schnellboot der Guardia Costiera auf. Turbinenantrieb, wir haben es nicht gehört bis sie im Abstand von ca. 10 m 2 Monsterscheinwerfer aktivieren und uns fast einen Herzinfarkt bescheren. Ups!

Gestern dann auf dem Weg nach Marzamemi fängt uns die Guardia di Finanza ab und quetscht uns über Funk aus. Woher, wohin, wie viele an Bord, Nationalität, Registrierung und wer weiß was noch alles. Höflich und sogar auf deutsch, so weit noch ganz witzig.

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Der kleine, aber proppenvolle Hafen von Marzamemi

Gegen Abend schleichen ein paar Gestalten auf unserem Steg herum und wir treffen 3 von ihnen beim Abendessen (die haben sich eine Buddel Frizzante gegönnt!). Als wir zahlen müssen sich die Jungs ihre Pizza einpacken lassen weil sie uns zur Marina folgen. Am Eingang springen 2 andere auf, zücken ihren Ausweis und los geht der Spaß.  Guardia di Finanza, allerdings die Einheit auf dem Land. Papiere, Bootsdurchsuchung und ab auf die Wache ins nächste Dorf zwecks Protokoll.

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Zwischenzeitlich können Sie dann auch ihre Pizza essen, da das Ausfüllen des Protokolles (2 Seiten) bis kurz vor Mitternacht dauert. Aber die schnellsten waren ihre Kollegen im Frühjahr in Ragusa auch nicht, damals allerdings 4 Seiten Protokoll mit dem Hinweis, dies bei der nächsten Kontrolle einfach zu zeigen und tutto ist bene, Pfeifendeckel, da will jeder mal Protokoll schreiben, eine Frage der Daseinsberechtigung oder so. Immerhin haben sie uns wieder zurückgefahren und kollektiv Feierabend gemacht, war ja auch schon spät.

Am Vortag zwischen Catania und Siracusa, direkt vor dem Industriehafen von Augusto, höre ich so ein flapp, flapp, flapp aus dem Maschinenraum. Keilriemen verreckt. In meinem Jugendlichen Leichtsinn denke ich noch was soll’s, halt eine Lima weniger im Einsatz, die zweite läuft ja über einen separaten Riemen. Soweit so gut, bis ich am Geruch aus der Motorraumentlüftung kochendes Kühlwasser bemerke. Shit, besser gesagt Bullshit, da die interne Kühlwasserpumpe von eben eben jenem abtrünnigen Riemen angetrieben wird. Also Eva instruiert, Werkzeug zusammengepackt und ab in den kochendheißen Motorraum.

 

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Rechts die Bilgenpumpe (essentiell), links daneben ein alter Kühlkompressor (außer Funktion, dient lediglich als Weiterleitung des Antriebsriemens, links der kochendheiße Wärmetauscher zwischen internem und externem Kühlkreislauf und unter dem Kühlkompressor die 2 Lichtmaschinen.

 


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So sieht das dann von hinten aus, wobei alle Riemen runtermüssen um an den defekten zu kommen (der Schlingel ganz links hinten, der mit der weißen Aufschrift). Was für ein Spaß. Ich im eigenen Saft, Wellengang und Eva am Ruder, die verzweifelt versucht mit dem bisschen Wind den ein- und auslaufenden Frachtern aus dem Weg zu gehen. Habe glatt einen neuen Rekord zum Vorjahr aufgestellt, da hatte ich jenen besagten Riemen prophylaktisch wegen der Quietscherei gewechselt. Diesmal hat er sich ohne einen Mucks verabschiedet, scheint irgendeine Störkante im Weg zu sein, so schnell verreckt normalerweise kein Keilriemen. Meine Winterarbeitsliste wird nun um einen weiteren Punkt ergänzt, 5 Monate ist ja auch eine lange Zeit, soll ja nicht langweilig werden.

Nun liegen wir vorzüglich kontrolliert im Hafen und warten auf unsere letzte Etappe nach Licata, wahrscheinlich morgen und am Stück, also früh raus und im Dunkeln ankommen, immerhin kenne ich ja den Hafen und wegen der Frachter und Fischer ist die Einfahrt definitiv nicht versandet, was bei den kleineren Häfen entlang der Küste oft vorkommt, so dass Bojen, Funkberatung oder sogar ein Marinero mit Dhingy den schmalen Einfahrtkanal weisen müssen.

Bella Italia

Auf Lakka haben wir den Nachmittag und Abend mit Christine und Axel von der Vega verbracht. Schön, Euch hier wieder getroffen zu haben! Am nächsten Morgen geht es früh Ankerauf, rüber nach Korfu, entlang der Ostküste und dann sehen wir sie: die A. Größtes Segelboot der Welt, das teuerste sowieso. 143 m lang, Glasboden zum Fische gucken, 25m breit, 8 Stockwerke hoch, 3700 qm Segelfläche, sprich, du siehst das Geschoss schon von weitem.

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Wie auch wir, steuert ein weiteres deutsches Segelboot,  La Vita e Bella, die A an. Beim fotografieren mache ich auch Bilder der Deutschen. Wir Segeln weiter, da uns für den erwarteten Starkwind  die Ankerplätze nicht taugen und landen in der Gouvia Marina. Teuer, sicher, arrogant. Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Bus nach Korfu Stadt. Heute liegen nur 2 Kreuzfahrer  auf Rede, doch Frank bekommt einen Schock, ob all der Menschen, die hier unterwegs sind. Wir laufen zur alten Festung, dort liegt noch immer die A,

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durch den Park der Menschen weiter zum Stadthafen und wer liegt da, die Vita e Bella. Wir gehen zum Boot und werden gleich an Bord eingeladen. Sie sind begeistert von den 5 Bildern, die ich von ihnen und der A geschossen haben. Wir plaudern ein wenig und machen uns erneut auf ins Getümmel. Die Altstadtgassen sind eng und  wir laufen zielstrebig auf einen Olivenholzladen zu. Kaufen dort ein paar Gegenstände aus Olivenholz, trinken einen Espresso Freddo und machen uns auf den Rückweg, bevor der Skipper die Krise bekommt. In Gouvia verproviantieren wir uns mit allem, denn perspektivisch geht es über 1-2 Buchten rüber nach Italien. Am Donnerstagmorgen mache ich mich per pedes auf zu Natali’s Papa, der Bäcker ist und in Gouvia eine Bäckerei führt. Natali wohnt in Eppelborn und hat in Korfu Familie. Das Brot ist dunkel und hält ein paar Tage. Mit guten Wünschen und einigem Proviant: natürlich auch ein Pain Chocolat für den Skipper im Rucksack, gehe ich den weiten, heißen Weg zurück in die Marina. Dort angekommen legen wir ab und suchen uns  eine nette Bucht zum übernachten. Abends gibt es Spagetti Bolognese und wir genießen die letzte Nacht in Griechenland.

Die Wetterprognose hat sich geändert, so gehen wir Ankerauf und wissen, es steht uns ein langer Törn bevor. Der gestaltet sich sehr abwechslungsreich: Genua raus, Genua rein. Genua auf der anderen Seite wieder raus. Angel ins Wasser und um 9 Uhr der erste Biss und gleich eine Golddorade.

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Welch eine Abwechselung für den Speiseplan und vor allem: der erste Biss im Jahr 2018. Nachdem Frank die Angel um den ganzen Peloponnes und das ionische Meer gezerrt hat, nach 1899 SM der erste Fisch am Haken. Ich bin noch nicht fertig mit dem Verstauen der Filets in der Kühlung, gleich der nächste Biss!

 

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Unglaublich! Da wir den Fisch nicht kennen, darf er zurück ins Meer. Wir Segeln vorbei an Erikousa und Otonoi, wo wir ursprünglich eine Nacht bleiben wollten und machen Strecke und Wasser. Um uns herum wird es bedrohlich dunkel, wir ändern etwas die Route und bleiben verschont.

Am Abend wird die Golddorade auf der Haut gebraten und mit Nudeln und Ruccola – Tomatensalat serviert. Oh wie köstlich.

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In der Adria gibt es in der Nacht unglaublich viele Gewitter, wir sehen die Blitze, hören aber keinen Donner. Die Blitzapp bestätigt, dass die Gewitter über 70 Km entfernt sind. Die Blitze erhellen uns die Nacht. Um kurz nach 23 Uhr legen wir im Hafen Santa Maria di Leuca an. Der Adrenalinspiegel ist hoch, denn im Dunkeln in eine unbekannte Marina einzulaufen erhöht etwas den Blutdruck. Zufrieden setzen wir uns ins Cockpit und Trinken ein Bier.

Die Marina verlangt stolze Preise, doch durch ein Willkommensgeschenk mit Wein, italienischem Gebäck, einem Basecap und einem Schlüsselband, wird die Stimmung aufgehellt. Auf zum Stadtspaziergang, vorbei an Stegen, die direkt in den Hang gebaut sind zur 270 Stufen Treppe,

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die uns hoch zum Leuchtturm, einem Kloster mit Kirche und dem Mussolinidenkmal bringt. An den Stufen gab es früher mal einen Waserfall, der 1939 entstand, damals bekam der Ort fließendes Wasser.

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Der Blick ist umwerfend, die Gewitterfront bedrohlich. Zurück führt uns der Weg an wunderschönen Villen vorbei, die den Ort bekannt gemacht haben. 50 Villen in unterschiedlichen Baustilen zieren das Städtchen. Wir kaufen etwas Prosecco, Frizzante, Aperol und frische Tortellini gefüllt mit Ricotta und Spinat und bereiten uns mit einem Salat Caprese und den anderen Leckereien ein typisch italienisches Abendessen zu. Da der nächste Tag wieder viele Seemeilen bringen wird, schmiere ich Brote, mache den Abwasch und dann ab in die Koje.

Der Wecker wirft uns um 5 Uhr aus dem Bett. Die Leinen werden wir um 5:45h. Dann geht sie los unsere Rauschefahrt,

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der Wind weht heftig und stärker als erwartet. So haben wir nach 7 Stunden bereits 49 SM im Heckwasser, die Crew managt die 5, in Böen 6 Beaufort, das Boot bekommt  viel Wasser über und wir laufen und laufen unserem Ziel Crotone entgegen.

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Gott sei Dank gibt es Brote und Möhrensalat. Später kann ich sogar Wasser kochen und einen Cappucino zubereiten. Um 17:30 sind die Segel geborgen und wir machen im Hafen fest. Der Marinero hat Woolings in seinen Moorings und so kann ich einen Rabatt von 15 € aushandeln. Kochen, Essen, Brote schmieren. Um 5:45 aufstehen, Kaffee und Tee kochen, ablegen. Mit heftiger Welle, zuerst von der Seite, später von hinten, motoren wir den ganzen Tag, mal mit Genua Unterstützung, später mit Trecker. Der Tag zieht sich wie Gummi, der Himmel ist bedeckt und als die ersten Regentropfen fallen, haben wir schon wieder einen Biss! Diesmal zieht Frank eine Gelbmakrele aus dem ionischen Meer. Da sie recht klein ist und wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, was es für ein Fisch ist, darf auch dieses Tier lebend zurück ins Meer.

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Nach langen 13,5 Std legen wir in Roccella Ionica an. Hier schließt sich der Kreis unseres Sommertörns nach Griechenland, denn von diesem Ort sind wir Anfang Mai gestartet. Im Kielwasser liegen 2166 SM, viele Eindrücke, Erlebnisse und prägende Begegnungen mit vielen neuen Freunden.

Den Abend versüßen wir uns mit einer Flasche Nero D‘ avola und einem halben Meter Pizza. Oh mein Gott, so schmeckt Italien.

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Die Küche ist definitiv abwechslungsreicher als die griechische. Ich kann die Menschen um mich herum etwas besser verstehen als die letzten Monate, denn weder Frank noch ich haben einen Zugang zur griechischen Sprache gefunden.

In den nächsten Tagen bleiben wir hier. Ruhen etwas aus, denn wir sind innerhalb von 4 Tagen, davon 3 auf dem Wasser ca 229 SM gesegelt. Das Boot muss aufgeklärt werden, gepützt ist es schon und natürlich darf ich an diesem schönen Ort auch wieder Wäsche waschen.

A dopo grace Mille per Tutti.

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Segel messen, der Trecker wird auch erneuert.

Zwischen meinen Inseln

Am 25.8. haben wir uns in Palairos aufgemacht. Ursprünglich wollten wir nur nach Lýgia auf Lefkas. Dort war soviel Schwell, dass wir erst gar keinen Anker warfen, sondern gemütlich durch den Kanal von Lefkas gegangen sind, gemütlich deshalb, weil die Brücke zu jeder vollen Stunde aufschwingt und wir just in time dort ankamen. Direkt hinter der Brücke, als wir wieder auf dem offenen Meer waren, Genua raus und weiter Richtung Preveza. Dort muss man durch einen markierten Bereich einfahren, da es an Steuerbord und Backbord Nierigwasser hat. Dank Josef wussten wir, wo unser Anker fallen sollte, beim Fischerhafen. Gut eingefahren, mussten wir feststellen,  dass es rundum sehr dunkel wird und es eine gute Entscheidung war, Lefkas zu verlassen. Doch auch wir blieben nicht verschont, der Wind drehte und plötzlich waren wir mittendrin. Anker hielt, Crew glücklich und bereit für eine große Portion Nudeln.

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Am nächsten Morgen haben wir in die neue Ionian Marina verlegt. Welch ein Luxus: ganz neue Bäder, mit Rainshower Duschköpfen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was es ein Genuß war, diesen Luxus ein paar Tage zu genießen. Zudem waren wir zur rechten Zeit am rechten Ort.

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Ein kleines Gourmetfestival an diesem Wochenende und sonntags am Abend das Sardinenfest. Da waren wir gerne mittendrin, haben unsere Vorräte an Olivenöl aufgefüllt, Honig gekauft und natürlich die Folklore genossen.

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Montags war dann Wäsche waschen angesagt. Bei Eva, welch ein Zufall, alles abgegeben und 3 Stunden später wohlduftend abgeholt. In der Zwischenzeit wurde eingekauft, ok, die Wege etwas weit, aber wie Frank so schön sagt, etwas Bewegung tut ganz gut. Wir gönnen uns auch den Luxus jeden Abend essen zu gehen, denn im Boot ist es noch immer sehr heiß.

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Dienstags wollten wir ursprünglich weiter, haben uns dann umentschieden, so hatte ich Zeit und Muße, die Haare schneiden zu lassen, was dringend notwendig war.

Am Mittwoch ging es um 6:50 aus dem Hafen raus , in Begleitung zahlreicher Boote machten wir uns auf nach Paxos. Ein wunderbarer Sonnenaufgang hat uns für das frühe Aufstehen belohnt.

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Nach 34 SM fiel früh der  Anker in der Bucht von Mongonisi. Sofort ins klare Wasser und abkühlen. Lesen, rumdümpeln und die schöne Umgebung genießen.

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Nachdem es donnerstags sehr voll in der Bucht war, sind wir am nächsten Morgen auf in die Bucht von Lakka. Hier hatten wir bereits im Mai eine Nacht verbracht

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Wir liegen hier schon ein paar Tage, beobachten das Kommen und Gehen der Boote und sind froh, die letzte Woche Griechenland mit Schwimmen und Schnorcheln zu verbringen.

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Eine heiße Inselwanderung haben wir schon hinter uns gebracht, eine hektische Rückkehr vom Essen am Samstag erlebt. Ein Boot ging auf Drift, die Amis hatten im gleichen Restaurant wie wir gegessen. Deren Boot machte sich Richtung eines anderen deutschen Bootes auf, so sind wir hin zur SY Berenice und haben Hilfe angeboten: zurück mit Dingi zum Hafen, Amis ausfindig gemacht, mitgenommen. Sie haben umgeankert und Schiff mit Landleinen gesichert. Am nächsten Morgen haben uns Charlotte und Volker von SY Berenice besucht und sich bedankt für die Hilfsaktion. Nett geplaudert. Gute Seemannschaft und Frank ist immer wieder erstaunt, was ich so alles mitbekomme!

 

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Ursprünglich wollten wir heute nach Korfu: Planänderung. Ich sitze am Hafen und schreibe Blog, während fast neben uns die Vega anlegt, wir haben den Winter gemeinsam in Licata verbracht. Solche Zufälle liebe ich.

Das Leben kann schön sein. Lasst es Euch gut gehen, wo auch immer Ihr seid. Der Spruch ist von Markus, meinem Bruder. Danke, dass es Dich gibt.

Von Bauwerken und Bootsbastlern

Am 16.8. verlassen wir die schöne Insel Trizonia und Segeln bis Nafpaktos. Wir fahren zwar ins Hafenbecken rein, da es da drinnen aber echt kuschelig klein ist auch sofort wieder raus.

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Leider fangen wir uns in der Schraube einen Plastiksack. So ein Pech. Direkt nach dem Ankern taucht Frank ab und entwirrt das Plastik von der Schraube. Dann wird es um uns herum immer dunkler, Gewitter kündigen sich an. Wir haben Glück und ernten nur den Regen, der die Temperaturen gleich auf eine erträgliche Art reduziert. Frank sieht mit einem Auge einen blauen Katamaran vorbeifahren. Sollten das etwa unsere Freunde von All Together sein. Tatsächlich entdeckt er sie auf dem AIS. Kurzes Anfunken und wir verlegen uns direkt neben sie, nur eine Bucht weiter Nähe der Rio Brücke. So verbringen wir einen gemütlichen Abend zusammen auf deren Boot, nachdem auch der letzte Regenschauer vorbeigezogen war.

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Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen, die Australier wollten nach Mesolongi und wir zurück nach Nafpaktos, um uns die Festung und das Städtchen anzusehen und uns mit Lebensmitteln zu versorgen. Mit dem Dingi ging es in den Hafen rein und wir, mit Wasserflaschen bestückt, den Berg hinauf. Dass diese Burgen immer so weit obenauf dem Berg sein müssen! Von den Venezianern wurde dieser Ort Lepanto genannt und war Schauplatz der nach ihr benannten Seeschlacht. Zweimal gehörte die Gegend zum Herrschaftsgebiet der Türken, von hier aus konnte man genial die Einfahrt in den Golf von Korinth kontrollieren. 1571 kam es hier zum ersten Sieg vereinigter europäischer Mächte, vielleicht der Ursprung des europäischen Gedankens, sich zusammen zu tun, weil man gemeinsam stärker ist. In der Schlacht von Lepanto, die etwas weiter östlich stattfand, wurde die türkische Flotte durch Don Juan d‘ Austria, der damals gerade 23 Jahre alt war, vernichtend geschlagen. Ein Mitkämpfer war der Dichter Cervantes, Don Quijote kennt Ihr wohl, der in dieser Schlacht einen Arm verlor. Ihm zu Ehren gibt es ein Standbild im Hafen. Rundum gesichert durch eine venezianische Mauer.

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Vom Hafen aus zieht sich die starke Befestigung in mehreren Gürteln bis zum Kastell hinauf. Wir schaffen die 200 Höhenmeter gut und werden mit einem fantastischen Rundumblick belohnt.

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Den Rückweg versüßen wir uns mit einem eiskalten Cafe Freddo.

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Ab in die Stadt und einkaufen. Gerade rechtzeitig kommen wir zum Boot zurück. Das Boot tanzt Tango auf den Wellen, wieder hat der Wind aufgefrischt. Nach ein paar kabbeligen Stunden verlegen wir fast im Dunkeln in die Bucht, in der wir schon die Nacht zuvor verbracht hatten. Am nächsten Morgen verlassen wir um 7 Uhr unseren Ankerplatz und rufen sofort die Brückenkontrolle per VHF. Wir bekommen direkt die Erlaubnis, zwischen Pfeiler 1 und 2 mit Steuerbord zu passieren. Was für ein tolles Erlebnis, dieses Meisterwerk der Brückenbaukunst zu durchfahren, obwohl uns auch etwas mulmig zu Mute ist, war doch gerade einige Tage zuvor die Brücke in Genua eingestürzt. Ich fotografiere die Brücke aus allen Richtungen. Sie verbindet den Peloponnes mit dem Festland und wurde 2004 als 2250 m lange Schrägseilbrücke ihrer Bestimmung übergeben. Trotz dieser Brücke findet ein erheblicher Fährverkehr statt.

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Mittags kommen wir im heißen Mesolongi an, einer fruchtbaren Ebene in die einige Flüsse einfließen. Die Einfahrt führt an Pfahlbauten vorbei, Häusern, die auf Stelzen stehen., direkt über dem Meerwasser. Hier wohnen noch immer Fischer, und fristen ein hartes Leben.

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Und welche Überraschung, hier treffen wir wieder auf die Crew von All Together. KAREN hat heute Geburtstag, auf den wir nun zusammen anstoßen können. Am Nachmittag schlagen wir das Treckersegel ab um es auszumessen. Dann laufe ich ins Städtchen. Es ist mega heiß und der Weg voll in der Sonne. Finde einen Supermarkt und einen Bäcker. Sehe dann auch die Fußgängerzone. Leider haben die Geschäfte noch geschlossen, also marschiere ich mit meinen Lebensmitteln zurück an Bord.
Am Sonntagmorgen verlassen wir den Hafen über die Wasserstraße: immer schön navigieren, denn rechts und links kann man im Wasser stehen. Im Golf von Patras packen wir die Genua aus und Segeln in Begleitung von Delfinen zur Insel Oxeia. Auch hier gibt es zahlreiche Untiefen, also Achtung. Wir Segeln zwischen Oxeia und der Ormos Oxeia an zahlreichen Fischfarmen entlang. Da es hier ebenfalls Untiefen gibt, nehme ich das Steuerrad in die Hand. Wir kreuzen nun unseren Kurs vom 4. Juni. Unsere Peloponnes Umrundung ist somit beendet. Die Nacht verbringen wir vor Anker gut geschützt vor der Insel Petalas in der Bucht Petala. An diesem ruhigen Ort wären wir besser noch ein paar Tage geblieben. Wir vertrauen darauf, dass die Ferien der Griechen und Italiener beendet sind und machen uns entlang der Echinaden auf in Richtung Kastos. Wir werden auch jetzt wieder von Delfinen beobachtet, setzen Groß und Genua und erleben einen schönen Segeltag, da wenig Wind weht, etwas langsam, aber wir kommen vorwärts. Im Hafen von Kastos vermasselte ich das Ankermanöver, wir ziehen den Anker leider nur hinter uns her, sodass ich ins Wasser springen muss, um die Landleine loszubinden. Nur weg nach diesem von mir produziertem Hafenkino! Wir Segeln vorbei an den Inseln Kastos und Kalamos und sind schockiert ob all der Boote um uns herum. Eine Armada ist unterwegs und um 15 Uhr alle Buchten und Häfen voll. Mytika voll, die nördlichen Buchten von Meganisi voll, also weiter zur Ormos Desimou, in der Campingplatz Bucht finden wir einen Platz. Auch hier viel los! Was war es im Mai so ruhig. Naja, wir haben an diesem Ort vor Monaten unser Dingibrett verloren und hoffen es zu finden. Doch trotz mehrmaligem Schnorcheln kann Frank nichts entdecken. Es sind unglaublich viele Wespen und Hornissen unterwegs, eine Wespe sticht mich gleich am ersten Abend und löst eine allergische Reaktion aus. So nehmen wir reiß aus und treffen uns mit Richard und Evelin Trögele vor dem Hafen Palairos. Frank zieht hier nochmals das Vorsegel hoch, wir vermessen neu, da wir vom Segelmacher genaue Anweisung erhalten haben, was zu tun ist. Evelin fotografiert das Ganze von ihrer Rush aus.

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Nachmittags haben wir Besuch von Josef, der ebenfalls mit einer Reinke 13m vor Anker liegt. Sein Boot haben wir bereits in Rocella Ionica gesehen. Ein Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten ist immer sehr interessant. Ganz schnell vergehen die Stunden und es wird Zeit, zu Duschen und mit Evelin und Richard essen zu gehen. Sie feiern heute den 32. Hochzeitstag. Wir gehen zum Inder und haben eine wahre Geschmacksexplosion.

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Am 24.8. wasche ich Wäsche von Hand, während Frank im Motorraum zu Gange ist. Es leckt ein Schlauch am Eingang der Getriebekühlung, schlimmer noch die Wellendichtung der Kühlwasserpumpe. Kurzerhand das Ding ausgebaut, der Impeller war schon im Begriff zu schwächeln, und der Einfachheit halber unsere nagelneue Ersatzpumpe montiert. Reparatur der alten Pumpe folgt, sobald der Jung wieder auf Normalmaß abgekühlt ist. Zwischenzeitlich bläst auch die Nachmittagsbrise mit 4 bft und wir liegen auf Legerwall ohne Maschine.
Irgend etwas ist immer zu erneuern, reparieren oder kontrollieren. Bin ich froh, dass ich mit Frank den allerbesten LI an Bord habe. Spart viel Geld, das wir in sinnvolle Dinge, wie Essen und Trinken, investieren können.
Ich wünsche Euch eine gute Zeit, wo auch immer Ihr seid! Unsere Tage in Griechenland sind gezählt, wir machen uns in 2 Wochen auf in Richtung Italien. Liebe Grüße von SY EIRA.

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