Ätna, oder ich will hoch

Nach den hektischen Tagen auf Malta, angefangen mit dem Sturz von Frank und dem Verlust des Tabletts und dem Abrauchen des Inverters, musste etwas Ruhe einkehren. Daher lagen wir 3 Tage in Mellieha mit viel Wind vor Anker. Danach ging es für einen weiteren hektischen Tag zurück nach Msida Creek. Inverter abholen, Wäsche waschen, Einkaufen. Frank hatte den schlechteren Part. Alter Inverter raus, was sich als sehr schwierig erwiesen hat, denn der Vorbesitzer hatte den Mastervolt mit 10er Schrauben (Schlüsselweite 17!)  befestigt. Kaum zu lösen. Das Gestöhne im Motorraum hat mich mehr als irritiert, Kraftausdrücke in der Vielzahl bin ich von Frank normalerweise nicht gewohnt. Endlich, nach Stunden, war das alte Teil raus.

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Nun musste eine Vorrichtung für den neuen Victron gebastelt werden. Mit einem gefundenen Stück verleimtem Sperrholz, das nur noch in die rechte Form gebracht werden musste, ging der Einbau etwas schneller von statten. Dann das ganze Gerödel wieder eingebaut, was zuvor ausgebaut worden war, geduscht, gegessen und nach einer kurzen Nacht, morgens um 6.30 h raus aus der Marina. Kein Mensch konnte ahnen, was uns auf der Überfahrt nach Sizilien erwartete. Sehr hohe Welle, leider von der Seite, halber Wind, mehr als genug, machte das Ansteuern von Sizilien sehr sportlich. Mit ganz viel Wind in die Marina von Marzamemi reingerauscht und erst mal Wunden geleckt. Nach mehr als 13 Stunden waren wir echt fertig, zumal das letzte Wegstück rund um das Kap uns alles abverlangt hat.

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Von dem Starkregen in der Nacht und dem heftigen Gewitter haben wir nichts mitbekommen. Um kurz vor halb 10 am Morgen habe ich zum ersten Mal versucht ein Auge zu öffnen und es gleich wieder geschlossen. Die Strapaze des letzten Tages haben wir uns versüßt mit einem Tag Auszeit in Marzamemi. Alle Hardware upgedatet und die Crew gestärkt an Leib und Seele, waren wir nach der nächtlichen Ruhe bereit, einen Spaziergang in die alte Thunfischstadt zu unternehmen. Dabei sahen wir, was der Regen der Nacht angerichtet hatte: alle Straßen überflutet, ein Weg musste erkundet und gefunden werden.

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Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Siracusa, wir wußten, dass uns dort viele liebe Freunde aus Licata erwarteten.

Mit Segeln wurde es nichts, da wir nach ca 3 SM eine kleine Segelyacht in Seenot retteten: ohne Wind und mit nicht zu reparierenden Motor trieben sie im Meer.

So nahmen wir ihre Leine und schleppten sie nach Siracusa. Als Belohnung sollten wir später am Tag 2 Flaschen sehr guten sizilianischen Weines erhalten. Der Skipper war leicht angeschlagen, irgend etwas, womöglich ein Stück Käse hat ihm den Magen verdorben. Nach ein paar Stunden Ruhe war er soweit hergestellt, dass er den Abend gemeinsam mit mir, Jil und Rein von Hoppetossa verbringen konnte.

Am Morgen machte ich einen Einkaufsbummel über den Markt von Siracusa, verpflegte die Crew aufˋs Beste

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und dann kam das Geschaukel: ohne Wind stand Welle in die Bucht und wir haben ganz heftig Bewegung im Schiff und Magen verspürt. Gott sei Dank musste ich abends nicht kochen. Wir waren Gäste der Zena und wurden mit portugiesisch zubereitetem Fisch verwöhnt. Da am Sonntag etwas Wind einsetzte, war der Schwell plötzlich weg und die Crew verbrachte den Sonntag Vormittag in der Altstadt. Mittags wurde ein Mandelkuchen gebacken, am Abend der Thunfisch, der morgens fangfrisch auf dem Markt gekauft worden war, zubereitet.

Nach dem Wettercheck am Morgen steuerten wir mit Groß und Genua Richtung Catania. Es bleibt zu sagen, dass das neue Segel echt Spitze ist, wobei die Fock bisher noch nicht zum Einsatz kam. Unterwegs las ich, dass unsere Freunde Lupita und Martin Hofman von der Futuro Dos ebenfalls auf Sizilien sind. Nach einigem hin- und hergeschreibe verabredeten wir uns für den Abend zum Essen in Catania. Welch eine Freude, die Beiden nach fast einem Jahr wieder zu treffen. Auch sie wollten zum Ätna und boten uns an, uns im Auto mitzunehmen. Welch ein Luxus! Anstatt früh am Morgen den Bus zu nehmen, wurden wir von ihnen in der Marina abgeholt.

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Nach einem gemeinsamen Frühstück an Bord von EIRA ging es los. Martin schraubte uns mit dem nagelneuen Leihwagen den Berg hinauf. An der Talstation, auf 1900 m wurden die Tickets gelöst und die Gondel brachte uns ein gutes Stück höher. Dort standen Allradfahrzeuge bereit, die uns durch die Lava- und Schneemassen fuhren.

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Mit einem Guide haben wir dann die letzten Höhenmeter überwunden um auf 2920 m den besten Blick auf die beiden Vulkankegel zu haben, den südöstlichen und den südwestlichen, die beide im Dezember 2018 zum letzten Mal zum Ausbruch kamen.

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Tagtäglich raucht der Vulkan still vor sich hin, beeindruckend auf dem höchsten aktiven Vulkan Italiens zu stehen, und das bei bestem Wetter.

Endlich ging dieser große Traum von mir in Erfüllung und ich konnte mich gar nicht satt sehen an den Schloten, die rings um uns herum zu sehen waren. Warm eingepackt, war die Kälte zu ertragen, denn bei der Bergstation waren es lediglich 2°.  Die Bergstiefel fühlten sich im Schnee sicher an, die Füße steckten zudem in Merinosocken. Zwei Lagen Jacken wärmten den Körper. Gefühlt und in Realität sicher besser als die Shorts und Schühchen, die wir an einigen anderen Ätnabesuchern sahen.

 

 

Nun sitzen wir in der Marina in Catania, voll neuer Eindrücke und Erlebnisse und werden morgen ein neues Ziel ansteuern.

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Vielleicht fragt ihr euch, was aus unserem Wunsch Linosa, Lampedusa und Pantelleria anzusteuern wurde: nichts, kann ich euch sagen. Die starken nordwestlichen Winde haben uns davon abgehalten, diese Ziele anzusteuern, da ohne sicheren Hafen die Überfahrt keinen Sinn machte. So sind wir gerne zurück auf Sizilien, genießen die Tage hier, fröhnen dem guten sizilianischen Essen und Wein und zumindest ich bin glücklich und dankbar noch einige Tage auf meiner Lieblingsinsel zu verbringen.

Genießt auch ihr die Tage, der Sommer wird kommen und damit hoffentlich auch angenehmere Temperaturen, denn diese lassen zumindest hier im Süden, noch immer auf sich warten.

Ciao, Eva und Frank

Beleidigte Leberwurst

Vor ein paar Wochen schrieb ich anlässlich der Vorstellung unserer neuen Batterien, dass ich nicht wirklich glücklich bin mit dem Inverter. Er kann nur trapezförmig (angenäherte Sinus-Welle) abgeben und unsere Förderpumpe für die Osmose bringt ihren Unwillen mit einem deulichen Brummen zum Ausdruck. Der Rest funktionierte klaglos, also never change a running system. Gestern Abend, nach dem Verfassen des letzten blogs kommen wir nach Hause und die ganze Karre müffelt nach verbrannter Elektronik. Alles abschalten, Abendessen kochen und Rotwein in de Kopp, sozusagen ignorieren. Heute Morgen sehe ich nach Inbetriebnahme des Systems ein rotes Licht hinter der Abdeckung. Häh?
Werkzeug raus und nachgeschaut. Dieses rote Licht war eine glühende Schraube auf der Platine. Ist so nicht vorgesehen und ich muss konstatieren, dieser Papagei ist tot (in Anlehnung an Monty Python). Glühende Schrauben müffeln, bergen ein gewisses Risiko (das Ding hängt im Motorraum) und rauben mir den Schlaf, kann mich ja nicht jeden Abend wegbeamen.
Nun haben wir Ersatz bestellt, den Plan wiederum angepasst und erwarten am Montag einen neuen (weniger beleidigten). Mit reinem Sinusausgang selbstverständlich! Die Anpassung des Umfeldes (Einbauort) wird mich noch eine Weile beschäftigen, sollte aber funktionieren. Ich bin nach wie vor in der Hoffnung mal einen Monat im Normalbetrieb ohne irgendwelche Reparaturen zu erleben, hat noch nicht geklappt, aber der Wille ist auf jeden Fall da.
Mit der Zunge im Zaum die nächsten Wochen (habe schon genug um die Ohren und werde nix mehr beleidigen),
immer noch zuversichtlich
Frank

Heureka!

Würde der alte Grieche sagen, auf maltesisch weiß ich es nicht und könnte es auch gar nicht aussprechen. Die Sprache hier ist ein Mix aus allem, arabisch, italienisch und was auch immer, jedenfalls nicht für unsere Ohren und Zungen geeignet.

Zurück zum Griechen, dieser Tage kommen wir aufs Boot zurück und nutzen die Toilette bei geschlossenem Seeventil. Sollte gar nicht möglich sein, da ein kleiner Schalter alle Pumpen stromlos macht (WC, Grauwassertank und Fäkalientank). Dieser sitzt direkt am Ventil und hält die Relais im Zaun wenn, ja wenn ein anderer Kippschalter, der zur Überbrückung dieser Funktion montiert ist, auf EIN steht. Habe mich all die Jahre gefragt, wozu dieser Schlingel gut ist, jetzt weiß ich es.

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Oben rechts, der isses. Da aber nichts abgeschaltet war, fliegt der Schlauch zum Seeventil weg und die Brühe wird fröhlich in die Bilge gepumpt, gefolgt von einem ordentlichen Schluck Seewasser nach Öffnen des leider nicht mehr verbundenen Ventiles. Das ganze natürlich Sonntags, war noch nie mein Spezialtag für den Umgang mit der Toilette, shit happens. Mittlerweile ist alles wieder trocken, 4 Spülschüsseln voll Wasser gelenzt und ich kenne endlich die Funktion des Kippschalters. Zu allem Überfluss haut es mich gestern Nachmittag hin, ein Flip-Flop fädelt in einem Wasserschlauch auf der Pier ein und ich mache mich lang. Das war das Ende unseres Tablets und wir mussten umgehend Ersatz besorgen, da unsere Navigationssoftware darüber läuft. Open CPN ist zwar mittlerweile mit weltweiten Seekarten auf einem Laptop installiert, es fehlt aber noch eine GPS-Maus, damit das Programm auch Kenntnis erhält wo wir gerade rumdödeln. Wir arbeiten daran.

Und natürlich sehen wir uns die Insel an. Der Blick aus meinem Fenster zeigt ein Fort,

der Blick aus dem Bus zeigt ein Fort, man könnte meinen, ganz Malta ist ein Fort. Die Lage mitten im Mittelmeer hat schon immer Begehrlichkeiten geweckt, so waren hier Phönizier, Carthager, Römer, Spanier, Franzosen, Türken, Engländer und natürlich auch die Deutschen, die die Insel im 2. Weltkrieg heftig bomardierten und selbst das Fort San Angelo in Vittoriosa unter Beschuss nahmen.

Das Fort haben wir uns heute mit unseren deutschen Freunden Pascale und Gerrit angesehen, gleichzeitig war es vorerst unser letztes Treffen, da sie morgen nach Sizilien zurückgehen und wir uns hoffentlich im Herbst irgendwo in Spanien wiedersehen.

Fair winds Euch Beiden. Gemeinsam besichtigten wir heute die 3 größten Sehenswürdigkeiten der Stadt Vittoriosa: Den Inquisationspalast, das Marinemuseum und das Fort San Angelo. Welch ein Zufall, dass dieses Fort den gleichen Namen trägt, wie die Burg in Licata, wo wir gemeinsam den Winter verbrachten.

Gestern bin ich stolze 22,3 Km und mehr als 33000 Schritte gelaufen, es gab viel zu erledigen, fast alles zu Fuß, nur den Rückweg vom Tablett Kauf haben wir im Bus zurückgelegt. Geschlafen habe ich diese Nacht wie ein Baby, den KM sei Dank.

 

Und in Deutschland heiratete gestern Frankˋs Nichte Anika. Herzlichen Glückwunsch von hier aus an Euch Beide!

 

Am Sonntag nahmen wir den Bus nach Marsaxlokk um uns das Städtchen anzusehen. Ein Schock waren die Menschenmassen schon, die sich an den Marktständen vorbeidrängten, so dass wir viel früher als geplant den Rückweg antraten. So what, es kann nicht immer jede Empfehlung tatsächlich ein MUST SEE sein.

Morgen wollen wir nach Mdina und Rabat, nein, nicht dort wo ihr meint, hier auf Malta gibt es die beiden Orte, die es zu besichtigen gilt. Werde sicherlich auch davon berichten.

Schönen Abend Euch, wo auch immer Ihr gerade seid.

 

 

Südwärts

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Am letzten Sonntag haben wir um 5:30 h die Mooring in Licata geworfen und Gozo angesteuert. Der Abschied fiel schwer, viele Freunde wurden verabschiedet und dann segelten wir mit der Genua südostwärts. Hohe Wellen, viel Wind machte das Reffen der Genua notwendig, während dieses Manövers, Frank trug keine Handschuhe, ging mein geliebter Skipper fast über Bord. Schrecksekunden, Hautabschürfungen und ein riesiger blauer Fleck bleiben als Erinnerung. Noch Mals gut gegangen. Handschuhe gesucht, gerefft und die 73 SM abgespult.

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Gegen 18 Uhr erreichten wir Mgarr, vier Boote aus Licata lagen bereits vorm Hafen vor Anker, ein Schiff im Hafen.

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Mit viel Wind und wenig Kette geankert und dank den vielen Fähren, viel Schwell. Schlechte Nachtruhe für den Skipper, ankerauf und weg nach Mellieha. Dank etwas Genua sind die 6 SM schnell gesegelt. Bei viel Wind von vorn werfen wir den Anker und 50 m Kette hinterher.

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Eira pendelt aus und wir liegen ruhig in der großen Bucht.

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Wir schlafen 12 Stunden und am Dienstag Morgen sieht die Welt gleich viel schöner aus. Frank macht das Dinghi startklar und wir steuern mit dem Beiboot die Stadt Mellieha an. Das kleine Dörfchen befindet sich oben auf einem Bergrücken. Eine alte Kirche, sie soll aus dem 12. Jh stammen, ist die Älteste von Malta. Natürlich besichtigen wir sie gerne und sind erstaunt über das uralte Altarbild, das Maria mit dem Jesuskind zeigt. Der Legende nach, soll dieses Bild von Lukas selbst gemalt worden sein.

 

Die Sakristei beherbergt eine Menge an Weihgaben, gestiftet von Menschen, die ein Marienwunder aus tiefer Not gerettet hat. Oberhalb der Felsenkirche befindet sich die 1948 erbaute Pfarrkirche.

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Über 24 Treppenstufen erreichen wir das World War II Raid Shelter Museum, das wir besichtigen. Wieder einmal sind wir zutiefst beschämt über das, was die Deutschen den europäischen Nachbarn antaten. Hier auf Malta versteckten sich die meisten Menschen während der zahlreichen Luftangriffe, auf Mellieha gab es zwischen 1941 und 1943 3300 Attacken, in ins Gestein gehauene Luftschutzbunker.

 

Wir gehen durch 500 m tiefe Höhlengänge, gerade einmal 2 m hoch und breit. 5000 Menschen suchten hier Schutz. Über die Zustände, die im Erdinneren geherrscht haben, mag man sich keine Gedanken machen, ein Wunder, dass die Menschen überlebten, wobei viele an Krankheiten wie Typhus starben und Flöhe, Läuse und Wanzen das Leben zur Qual machten.

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Zurück auf Eira sehen wir, dass Mojito in die Bucht einläuft. Wir verabreden uns zum Aperitif auf ihrer Privileg und verbringen einen schönen Abend.

Am nächsten Tag steht  Wasser machen  auf dem Programm. Frank ist damit mehr oder weniger den ganzen Tag beschäftigt, so lese ich und bereite ein paar Häppchen für einen weiteren Aperitif mit der Mojito Crew auf unserem Boot vor. Außerdem stelle ich ein Limonen Tiramisu her, das uns mittlerweile besser schmeckt, als das traditionelle Tiramisu.

Da Frank mit der Ausbeute des Wassermachens nicht zufrieden war, wird der Wassermacher am Donnerstag gereinigt. Ein langwieriges Verfahren, also habe ich Zeit zu schmökern. Nachmittags fahren wir mit dem Dinghi an den Strand und erkunden das Naturschutzgebiet.

 

Es erwartet uns eine landwirtschaftlich genutzte Fläche, die noch immer traditionell bewirtschaftet wird. Natursteinmauern umgeben die einzelnen Flächen, auf denen Kartoffeln und Zwiebel angebaut werden. Dazwischen wächst Wein. Die Ursprünglichkeit zeigt sich an großen Mohnblumenfeldern,

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deren sattes rot ins Auge sticht. Auf dem Rückweg machen wir ein schönes Foto von unserer Eira in der Bucht.

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Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen von Mellieha. Starkwind ist angekündigt, den wir nicht hier oben ungeschützt abwettern möchten. Da die Besichtigung von Valetta und Malta eh auf dem Programm steht, buchen wir uns in der Msida Creek Marina einen Platz. Von hier aus können wir nun die Insel erkunden. Busse fahren im 15 Minuten Takt, rund um uns befinden sich die Botschaften der Welt.

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Euch ein schönes Wochenende! Es grüßt die Crew aus Valetta.

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Abschied nehmen tut weh

Ostern wollten wir längst auf Malta sein, doch der Sturm, der gerade draußen wütet, hat die Abfahrt verhindert, wie auch die Tatsache, dass unsere reparierte Genua erst am Donnerstag Abend zurück an Bord kam. Im Moment hängen wir auf Sizilien fest. In Deutschland ist das schönste Wetter von Welt und wir schaukeln seit Tagen im Hafen.

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Zeit, den letzten Winter Revue passieren zu lassen und Abschied zu nehmen. Abschied, von der Stadt Licata, die sich einem erst auf den zweiten Blick erschließt, nicht gerade eine Schönheit, doch mit einem gewissen Liebreiz und unglaublich netten Menschen.

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Fast jeder hier hat eine Beziehung zu Deutschland, ist dort geboren und oder aufgewachsen oder hat dort gearbeitet, so wundert es nicht, dass neben sizilianisch, deutsch die am zweithäufigsten gesprochene Sprache ist. Als ich gestern Morgen durch Licata spazierte kam häufig der Gruß; auguri, buona pasqua Eva. Das geht nicht spurlos an mir vorbei, es macht mich wehmütig, dieses liebliche Städtchen, dass mich nun 2 Winter aufgenommen hat, zu verlassen. Ich wollte einmal noch die älteste Kirche Licatas, Pompeji,  besuchen. Messe ist um 11 sonntags, ich bin zu spät und stelle mich hinten in die Kirche. Das letzte Lied ist verklungen und die Menschen wünschen sich mit auguri und buona pasqua, frohe Ostern, umarmen und küssen sich. Mich, die Fremde, schließen sie ein, so stehe ich in dieser kleinen Kirche, hoch oben über Licata und kann kaum die Tränen zurück halten, ob dieser Warmherzigkeit, selbst der Priester kommt zu mir und drückt mich.

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Ihr merkt, es fällt mir schwer dieses Völkchen los zu lassen. Wie auch, wenn du immer wieder hörst, aber ihr kommt doch nächsten Winter zurück, so als gehörten wir bereits zur Gemeinschaft. Sei es Marilia Peritone, die nicht nur samstags in die Marina zur Yoga Stunde kam, sondern uns auch öfter ihre Küche und ihr Haus zum Kochen und genießen sizilianischer Köstlichkeiten geöffnet hat, auch ihr Mann Angelo, der als Reporter hier arbeitet, Fahrdienste für unsere Küchenschlachten erledigte oder letzten Winter ein Interview mit uns Frauen aus dem Hafen machte, als reihenweise Hunde vergiftet wurden. Oft treffe ich ihn in der Stadt und sein ciao Eva, wird mir fehlen. Als ich an Karfreitag zur Prozession ging bat er mich erneut, nicht weg zu segeln, ohne dass er mir Lebewohl sagen kann.

 

Frater Agostino, der uns in die Geheimnisse der italienischen Sprache einführte und uns so viel von Licata und Sizilien erzählte.

Ruth, die Schweizerin, die seit 22 Jahren mit ihrem Mann Urli in den Bergen nahe Licata lebt und ebenfalls samstags zur Yogarunde kam. Ich vermisse jetzt schon ihre Zitronen, nur ein Liter selbst gemachter Limoncello, der aus ihren Zitronen entstand, geht mit auf die Reise.

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All die Boaters, die wir kennen und schätzen lernen durften, mit denen zahlreiche BBQ und Happy Hours verbracht und die Vielfalt unterschiedlicher Salate, Kuchen und anderer Köstlichkeiten geteilt wurden,

 

Birgit und Syd, mit denen wir viel erlebten, dank deren Kenntnissen in und über Licata, war vieles so einfach und leicht. Anne – Inger, Morten und ihr Hund Löwe, über zwei Winter unsere Lernfreunde bei Frater Agostino. Jil und Rein von unserem Steg, die unser Boot in Abwesenheit hüteten, Pascale und Gerrit, mit denen wir viel Zeit gemeinsam verbrachten. Während die beiden Männer sich über technische Probleme und Verbesserungen an Bord unterhielten, hat mir Pascale den Winter verkürzt mit vielen gemeinsamen Aktivitäten, mal ein Cappuccino in der Stadt, gemeinsames einkochen diverser Marmeladen und und und.

 

Die Beschäftigten der Marina, allen voran die hilfsbereiten Frauen vom Office: Maria, Mara und Emy und natürlich die allgegenwärtigen guten Hände der Marineros, die neue Segel mit dem Dinghi an den Steg lieferten, die neuen Batterien herankarrten und immer wieder die Stege überprüften.

All euch lieben Menschen da draußen rufe ich ein herzliches arrividerci zu, wissend, dass ich sicherlich irgendwann wieder  einmal hier vorbei schauen werde. Ihr seid nicht vergessen, zu viele gemeinsam verlebte Stunden, zu viele schöne Gespräche,  zu viele Wege, die wir gemeinsam gingen. Es stimmt, was Antoine de Saint – Exupery schrieb, man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

 

Mit diesen Worten wünsche ich Euch frohe Ostern, wo auch immer ihr gerade seid.

Fleißkärtchen

Dieser Tage habe ich mir ein Fleißkärtchen verdient.

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Die Winschen sahen von außen gut aus, drehten auch recht leicht,  im Inneren jedoch nicht mehr der Hit. Eine zeitlang bin ich noch darum herum geschlichen, aber dann habe ich mir ein Herz gefasst und die Dinger, sieben an der Zahl, zerlegt.

 

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Alle schön gebadet in Petroleum, penibel getrocknet und wieder geölt und gefettet. Tatsächlich nichts übrig nach Zusammenbau, nichts im Hafen versenkt, ein voller Erfolg. Knappe 3 Tage lang!

Vorgestern war der Propeller dran, unter Wasser natürlich. Erst mal das gute Stück finden in dieser Hafenbrühe, dann von einem Rest Fischernetz befreien und alle Mupfeln abkratzen. Bis das notwendige Geraffel wieder sauber, trocken und verstaut ist, neigt sich der Tag dem Ende zu.

Gestern dann Ventile an einem Nanni Diesel (auf DAKINI, ein Deutscher, der ehrenamtlich für Sea-Eye Flüchtlinge vor Lybien aufsammelt) eingestellt, absolutes Neuland für mich, aber Dank diverser Motorräder in der Vergangenheit kein echtes Problem. Das Prinzip ist immer das gleiche.

Mittlerweile ist auch die reparierte Genua zurück und tata….das Paddleboard eingetroffen (Vorstellung desselben auf Malta, Eva will das gute Stück nicht im Hafenwasser beschmutzen, tauchen darf ich aber). Jetzt gibt es noch ein Stürmchen über Ostern und wenn sich alles beruhigt hat können wir so langsam die Segelsaison einläuten, wird auch Zeit. Hier in Licata jagt zur Zeit eine Prozession die andere und das öffentliche Leben steht still. Mehr dazu sicher von Eva später.

Schöne bunte, dicke Eier wünscht Euch Frank

Reisen verändert? Natürlich

Reisen macht dankbar, für die Lebenszeit inmitten der Natur, Wind und Welle ausgesetzt, nicht immer schön und angenehm, doch das Losfahren oder Weitersegeln ist notwendig, um weiter zu kommen. In die nächste Bucht, den nächsten Hafen und letztendlich zu neuen Menschen und Orten.

 

Die Angst überwinden, aufmerksam sein, für alles, was um dich geschieht. So beobachte ich ständig den Wind und die Welle, gibt es Veränderungen? Muss der Kurs angepasst werden, was geschieht um uns herum. Die Zeit vergeht im Fluge, Langeweile, Monotonie, ein Fremdwort.

 

Dankbar sein, für den Bruder zu Hause, der mir das Fortgehen ermöglicht hat zu einer Zeit, als unsere Mutter krank wurde und er mich immer wieder darin bestärkt hat, genau das richtige zu tun. Dankbar für die Freunde überall, die uns nicht vergessen. Natürlich ist manchmal das Herz schwer, Freunde und Familie nicht um einen zu haben. Doch eins ist gewiss, wenn du dich nicht auf den Weg machst, wirst du vieles von dem, was wir die letzten 650 Tage erleben durften, nicht erleben. Muss man das haben? Nein, sicherlich nicht, nur, wenn du dich aufgemacht hast, gibt es so schnell kein zurück. Die Sehnsucht nach neuen Orten, Kulturen und anderen Menschen lässt mich immer wieder aufbrechen. Oft mit weinendem Auge, wegen all dem, was ich hinter mir lassen muss, aber auch mit der Gewissheit, dass anderswo Neues zu entdecken sein wird.

 

Dankbarkeit, gesund und munter zu sein. Dazu trägt bestimmt bei, dass wir meistens den ganzen Tag an der frischen Luft sind und uns jahreszeitbezogen ernähren. Alles frisch, weil nur eine kleine Kühlmöglichkeit zur Verfügung steht und nur haltbare Lebensmittel im größeren Umfang bevorratet werden können. Doch was heißt schon groß? Das Schiff hat nur begrenzten Stauraum und selbst dieser muss gut genutzt sein. Also lieber auf Kleidung verzichten und dafür Ersatzteile oder Nudeln mitnehmen. Aufgrund meiner früheren Trekkingreisen bin ich gewohnt, mit kleinem Gepäck unterwegs zu sein. Ein riesiger Kleiderschrank, 100 paar Schuhe, Taschen, all der Schnick Schnack, wird total überbewertet. Ich sage nur, Feng Shui gegen  das Gerümpel im Alltag und Ordnung ist das halbe Leben. Gewusst wie und wo verstaut ist das Wichtigste. ein schwieriger Punkt beim Zusammenleben auf engstem Raum. Jeden Tag eine neue Herausforderung für Frank und eine Geduldsprobe für mich. Listen helfen sich zu orientieren, Aufzeichnungen in den meisten Schapps geben Hilfestellung. Letztendlich ist es mir wichtiger, eine Yogamatte an Bord zu haben, als ein Zuviel an Kleidung. dann muss halt öfter gewaschen werden. Das Reisen mit kleinem Gepäck hat auch den Vorteil, dass schnell ein paar Sachen zusammen gesucht sind und ich mich nicht abmühen muss mit dem Gewicht. Reisen nur mit Handgepäck macht Spaß.

Dankbar sein, auch mal genießen zu können, das gute Wetter, ein Essen mit Freunden, ein Spaziergang oder Ausflug in die Umgebung. Was durfte ich neue Gerichte kennen lernen. Mein erstes Thanks Giving letztes Jahr am 22. November bei Syd und Birgit, zufälligerweise Franks 56. Geburtstag. Baccalao bei Anne – Inger und Morten und die unvergesslichen Kocherlebnisse bei Marilia. Neue Weine, Limoncello, nun von mir selbst zubereitet, wartet er im dunklen Schapp darauf, probiert zu werden. Pisatazien Pesto, hergestellt hier in Sizilien aus Pistazien von Bronte, ein Ort nahe am Ätna.

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Reisen macht demütig. Froh, für gutes Segelwetter, Wetter Apps und die Beobachtungsgabe helfen uns. Wir sehen leider auch viel Leid und Armut, was mich dann wieder dankbar macht für das freie und unabhängige Leben, das wir führen dürfen. Dies bedeutet auch, dass wir in unserem früheren Leben viel gearbeitet haben um vor dem Renteneintritt auf unsere Eira zu ziehen. Das Leben jenseits des Komforts eines Hauses ist schon manches mal mit Entbehrungen und Verzicht verbunden, in einer Art und Weise, mit der wir jetzt gut klar kommen. Solange wir gesund und beweglich bleiben, kein Problem. sollte sich das einmal ändern, muss die Lebensweise neu überdacht werden. Das Know How von Frank ist für unser Leben unabdingbar, zu mal ich die untechnischste Frau schlechthin bin. So ergänzen wir uns bestens und mein Nichtwissen wird von meinem Organisationstalent und meiner Beobachtungsgabe ausgeglichen.

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Reisen verändert das Aussehen. Das Leben auf einem Segelschiff erfordert, dass alles praktisch sein sollte. so stellte ich nach kurzer Zeit fest, dass im ganzen Boot meine Haare zu finden waren. Es hat einfach nur genervt. Also wurden die Haare bei einem Besuch zu Hause von der Friseurin meines Vertrauens abgeschnitten.

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Kleidung ist zweckmäßig und multifunktional und sollte einfach zu pflegen, sprich waschen sein. Für besondere Gelegenheiten ist das kleine Schwarze an Bord. Make up nur noch selten, meistens genügt Wimperntusche. Welch eine Veränderung zu früher.

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Nicht nur wir verändern uns. Auch Eira hat sich gewandelt. Neue Segel, ein Geräteträger für Solarpaneele, Sprayhood und Bimini. Nein, schön wird sie nie werden, es ist wie im wahren Leben, es kommt auf die inneren Werte an.

So hoffe ich, dass sie uns weiterhin sicher zum nächsten Ziel bringt, wo auch immer dies sein mag. Zu neuen Menschen, Ländern und Kulturen.