Jubiläum: 1500 Tage an Bord

Nun leben wir bereits 1500 Tage an Bord von SY Eira! 7092 SM haben wir im Kielwasser gelassen. Die Länder: Frankreich, Spanien, Italien, Malta und Griechenland bereist. Unzählige Inseln im Mittelmeer erkundet, mit Boot, Zug, Bus, Fahrrad oder Auto, oftmals einfach zu Fuß. Wir haben viele geschichtsträchtige Orte kennengelernt, die wir zuvor nur aus dem Geschichtsunterricht, aus Büchern oder dem Fernsehen kannten. Wir haben kullinarische Schätze unserem Magen einverleibt, köstliche Weine getrunken.

Wir haben atemberaubende Sonnenauf- und untergänge erlebt, die schönsten bei längeren Überfahrten auf dem offenen Meer.

Neue Menschen sind zahlreich in unser Leben getreten, wurden zu Freunden und Wegbegleitern. Trotz allem haben wir den Kontakt zur alten Heimat und unseren dortigen Freunden nie verloren, denn sie sind ein wichtiger Bestandteil auch unseres neuen Lebens geblieben, sei es per Whatˋs App, Telefon, E- Mail oder bei den seltenen Deutschland Besuchen.

Wir werden auch versuchen, in Zukunft wieder öfter einen Beitrag zu schreiben, allerdings vergeht die Zeit im Fluge und wir erleben sehr vieles, das kann ich euch versichern.

So hatten wir letzte Woche Mittwoch unsere Schweizer Freunde Lupita und Martin von Futuro Dos verabschiedet, die mit ihren Gästen nach Lipari segelten, was wir schon kennen und keine Lust in der Hitze des Augustes zwischen den alten Steinen herum zu rennen, denn ehrlich gesagt, macht mir im Moment die Hitze sehr zu schaffen. So haben wir uns am Donnerstag Morgen, nach einem zeitigen Frühstück, mit dem Dinghi auf den Weg nach Ponente gemacht, um Wäsche zu waschen und uns zu verpflegen. Welches Glück, dass wir dermaßen früh unterwegs waren, denn gerade hatten wir die einzige Maschine im Ort mit unserer Schmutzwäsche gefüllt, gab es einen Run. Vier Familien mussten sich hinten an stellen und eine Stunde warten, bis unsere Bettwäsche endlich durch war. In der Zwischenzeit erledigte ich die Einkäufe, da erreichte uns ein Hilferuf von Martin von Lipari. Frank der Techniker war wieder einmal gefragt. Bilder wurden hin und her geschickt, sie verhießen nichts Gutes. Es wurde telefoniert, wir erbaten etwas Zeit und machten uns schließlich mit der Wäsche zum Trocknen auf der Leine, auf nach Lipari. Unterwegs lief die Osmose, denn der Wasserbedarf, gleich ob zum Trinken oder Duschen etc ist enorm in dieser Hitze. Vor Ort geankert und Frank setzt mit dem Dinghi über zur Futuro Dos, ich nutze die Zeit die Betten neu zu beziehen und die Wäsche weg zu verstauen, zu schwimmen und mir die Kulisse zu betrachten, liegen wir doch vor einem netten Dörfchen. Die Zeit vergeht, ein riesiger Lastkrahn, gefüllt mit dicken Klötzen, läuft zwischen den Booten in die Bucht und lädt Steine zur Sicherung des Küstenstreifens ab. Kino direkt vor meinem Cockpit.

Während dessen repariert Frank gemeinsam mit Martin den Schaden mit Bordmitteln: die flexible Wellenverbindung hatte sich gelöst, zwei Bolzen hatten sich bereits verabschiedet und wurden durch 2 Schrauben notdürftig repariert, so dass Lupita, Martin und die Gäste mit geringem Tempo nach Termini Immarese fahren konnten. Die ersten Meilen haben wir sie noch begleitet, war uns die Bucht auf Lipari zu schwellig und wir zurück nach Vulcano wollten. Während wir in die ruhige Cala di Mastro Minico einliefen, setzten die Schweizer ihren Weg nach Sizilien fort. 3 mal Horn zum Abschied und Küsschen über das Wasser, denn wir müssen uns konzentrieren, liegt in dieser ruhigen Bucht ein überspülter Stein, den wir nicht treffen wollen. Und obwohl wir sehr vorsichtig navigieren, fangen wir uns eine Angelleine in den Propeller. Nun geht die Arbeit für Frank weiter, muss die Angelleine umgehend entfernt werden. Es gelingt nicht komplett am Abend. Also stärken wir uns mit gegrilltem Fisch und Salat.

Am nächsten Morgen gelingt es Frank, die Angelleine komplett zu entfernen, während dessen genieße ich schnorchelnd und schwimmend das glasklare Wasser der Cala. Von Martin hören wir unterdessen, dass sie ohne Probleme auf Sizilien im Hafen angekommen sind. Gut zu wissen, dass der Plan aufgegangen ist. Wir verlegen uns in die Bucht von Ponente, da für die nächsten Tagen mehr Wind aus West angesagt ist. Wir legen uns neben einen Holzcatamaran, der den polinesischen Booten nachemfunden ist, ein wahres Schätzchen und James, den Besitzer aus Kanada lernen wir am nächsten Morgen kennen. Doch zuerst läuft die Guardia Costiera in die Bucht und räumt unter den Ankerliegern etwas auf. Ist doch bei weitem der Sicherheitsabstand zur Badezone nicht eingehalten, der in Italien 200m beträgt. Die Eigner, die nicht an Bord sind, werden mit 350 € bestraft, zahlbar sofort! Wir liegen gut und bilden nun zum Strand die erste Reihe, James verlegt sich neben uns und kommt zu einem Plausch rüber. Natürlich haben wir gemeinsame Bekannte: Philippa und ihre Familie, sowie Suella und Familie. In der Zwischenzeit geht es mir richtig schlecht, mein Blutdruck kommt nicht mehr in die Puschen, er gammelt so zwischen 80/50 und 85/55 vor sich hin. Den Sonntag verbringe ich liegend, kippe Kaffee in mich rein, nichts tut sich. So versäumen wir es auch, uns einen besseren Liegeplatz zu suchen. Am Abend frischt der Wind extrem auf, die neu angekommenen Charterer gehen fast alle Anker auf, da sie keinen Halt finden. Wir verbringen eine sehr unruhige Nacht, rollen hin und her und auf und ab. Am frühen Morgen gehen auch wir ankerauf, rollen die Genua aus und segeln mit Halbwind nach Capo d’Orlando. Der Skipper hängt die Angel raus und was soll ich euch sagen, natürlich haben wir wieder einen Biss, Thunfisch ca 20-25 Kg. Nun haben wir 13 Portionen Fisch in der Gefriertruhe. Das Deck ist fischig ohne Ende, es wird gepützt, bis wir kurz vor der Hafeneinfahrt sind.

Wir werden uns mindestens 2 Tage Ruhe gönnen, relaxen, aber auch das Boot ordentlich säubern und uns mal eine Pizza gönnen, haben wir doch seit wir Licata verlassen haben, keine Pizza mehr gegessen und das in Italien. Am nächsten Tag fühle ich mich nicht gut, ob das wohl an der Pizza lag? Also bleiben wir eine weitere Nacht in der Marina. Am frühen Nachmittag beginnt der Ascheregen, diesmal ist die Ursache nicht der Ätna, sondern Brandstiftung. Die Sonne steht zudem glutrot am Himmel. Heute ist definitiv der heißeste Tag, selbst am Abend kühlt es nicht ab, im Gegenteil, es wird immer heißer. Die Nacht verbringen wir größtenteils an Deck. Das ehemals sehr sauber geputzte Boot ist mit schwarzer und weißer Asche bedeckt und innen, sieht es auch nicht besser aus. Wir beschließen zu gehen. Erst Tank auffüllen, kanpp 300 l für schlappe 550€, dazu die Hafengebühr mit 298€, Proviant und Essen, gleich mal 1000€ ärmer.

Ursprünglich wollten wir uns in die Bucht vor der Marina legen, doch der Marinero meint, es soll viel Wind aus Nordwest geben, keine gute Idee, hier zu bleiben. Also Genua raus und mit viel Welle rüber nach Vulcano. Ich verbiete dem Skipper zu Angeln, ich schiebe Platzprobleme vor, doch eigentlich habe ich Angst vor einem neuen Blutbad an Bord. Gegen Nachmittag laufen wir in die südöstliche Bucht von Vulcano ein, Spiaggia del Cannitello. Dachten wir zuerst, wir finden keinen Platz, sehen wir, dass neben der Avventura, unserem silzilianischen Freund, genug Ankerraum zur Verfügung steht. Also Anker runter, schwimmen, abkühlen und von dem Geschaukel wegen der Welle erholen. Wir essen den vorbereiteten Nudelsalat und beschließen, am nächsten Abend oben auf dem Weingut zu essen. Gesagt, getan, Frank schwimmt an Land und reserviert einen Tisch. Stehen doch demnächst 1500 Tage Bootsleben an, hier ist genau der richtige Ort, um dieses Fest zu begehen. So lassen wir uns am Freitag, den Pulpo, die Spagetti con Cozze und die Casarecci Eoleana munden, verbringen über der Bucht, in der Eira schwimmt, mit Blick auf Sizilien und den Ätna einen traumhaften Abend.

Am Morgen 1499 unserer Reise schwimme ich noch einmal im klaren Wasser der Bucht und um 9 Uhr rasselt die Ankerkette in den Ankerkasten hinab. Bevor die neue Charterwoche beginnt, wollen wir nach Ponente, einen Platz sichern, bunkerm und neue Pläne schmieden. Es gibt ein spätes Frühstück. Während wir Essen, sehen wir unseren Nachbarn, einem kleinen Motorboot zu, wie das klitzekleine Dinghi nebst Motor ins Wasser gelassen wird. Das Dinghi ist so klein, dass der Eigner nur eine weitere Person an Land fahren kann. So beginnt ein Pendeln zwischen Boot und Strand. Wir beobachten weiter, der Motor versagt öfter seinen Dienst und das kleine Böötchen tanzt auf dem Wasser. Es kommt, wie es kommen muss. Das Dinghi kippt um, der Motor wird unter Wasser gedrückt, das Dinghi liegt auf dem Kopf, der Eigner treibt am Boot klammernd durch ˋs Wasser. Frank springt in unser Dinghi und paddelt auf das gekenterte Dinghi zu und schleppt sowohl Mann als auch Dinghi zu dessen Motorboot. Mit viel Dank kehrt der Skipper an Bord zurück, wieder einmal was für die Deutsch – Italienische Freundschaft getan.

So ihr Lieben, es sollte ein kurzer Beitrag werden, wieder einmal nicht geschafft. Sorry! In der Zwischenzeit hat Sizilien wegen der Brände den Notstand ausgerufen, er wird ein halbes Jahr dauern. Während Deutschland im Regen versinkt, brennt hier die Erde. Alles so schlimm! Daher kein Grund, ein großes Fest zu feiern. Bescheiden werden wir heute Abend etwas Thunfisch essen, das senkt zumindest mein LDL enorm.

Bleibt gesund, wo immer ihr uns folgt. Forsetzung wird es geben, liebe Grüße von SY Eira nebst Crew

Wieder zwischen den Inseln

juhu, wir segeln wieder! Mein kurzer Trip nach Deutschland, zum 80. Geburtstag meiner Mama, Arztterminen und natürlich Treffen mit Familie, Freundinnen

und Freunden, endete am 11.7.21 mit dem krönenden Abschluss der Fußball EM und dem Sieg der italienischen Nationalmannschaft. Sforza Italia. Beim Flug von Rom nach Catania, sah ich die liparischen Inseln unter mir und die Freude wuchs, bald wieder auf unserer Eira zu sein.

Am 12.7. Standen wir früh auf, ich ging zum Markt,versorgte uns mit Frischwaren, verabschiedeten uns von Giuseppe, dem Eigentümer der Marina, und unseren Bootsnachbarn, der SY Columbia und der SY Unisax, die wir am Abend in der Bucht von Taormina wieder treffen wollten. Froh, die Hitze der Stadt verlassen zu können, nahmen wir Kurs nach Norden. Mit einer fiesen kurzen Welle und Wind von vorn, wurde es ein übler Rodeoritt, wir mussten jedoch wegen Wind und Welle den Tag zum Fortkommen nutzen. Es sollte eine Einstimmung auf den nächsten Tag werden, denn da stand die Durchfahrt der Straße von Messina an. Doch zuerst gönnen wir uns eine Boje vor Taormina zum Schnäppchenpreis von 70€, Diskount 10€, mit, das muss man sagen,sehr gutem Service. Der Wind schwächte sich ab und ich konnte Möhrensalat für den nächsten Tag zubereiten, denn wir wußten, es würde spät werden, egal wo wir landen würden. In der Straße von Messina herrscht eine extreme Strömung, sodaß die Durchfahrt gut geplant werden muss, insbesondere auf der Fahrt nach Norden. Nach ruhiger Nacht ging es kurz nach 9 Uhr los.

Die Strömung schob uns nach Norden, wir liefen 7 kn, die Stimmung entsprechend gut. Zu Beginn des Verkehrstrennungsgebietes fingen die Strudel an und Gegenströmung erschwerte das Vorwärtskommen. Per Funk gaben wir die Information an die nachfolgenden Segler SY Columbia und SY Unisax weiter, damit sie sich schon drauf einstellen konnten und am Ruder stehen konnten, wenn der Versatz durch die Strudel einsetzte. Wie wohl Odysseus einst die Durchfahrt erlebte, ohne moderne Navigationsmittel und bei Nebel? Wir jeden Fall mußten uns konzentrieren, denn überall fuhren Schnellfähren, Fähren und Containerschiffe, die alle Vorfahrtsberechtigt sind. Immer wieder wechselte die Strömung, was man am sprudeldem Wasser erkennen kann. Hinter der Hafeneinfahrt kreuzten auch noch Schwertfischfänger unseren Kurs, also Obacht!

Martin, von der Futuro Dos meldete sich permanent auf WhatsApp, um unseren Weg zu verfolgen und unsere Ankunftszeit auf Vulcano zu erfragen. Dabei wußten wir noch nicht, ob wir die Inseln überhaupt heute erreichen würden. Unsere potentielle Ankunftszeit verschob sich immer mehr nach hinten. So machten wir eine Anfrage in der Marina von Palmi, die die beiden hinter uns kommenden Segler auf ihrem Weg nach Rom ansteuerten. Leider hatte diese kleine Marina au dem Festland keinen Platz für uns. So hieß es an der Nordostspitze von Sizilien per Funk Abschied nehmen von Rosita, Bernd, Eva und Andres, schön war die Zeit mit Euch seit Februar. Fair winds and following seas to you!

Wir steuerten entlang der Nordküste Siziliens, wir hatten das Verkehrstrennungsgebiet verlassen und somit hieß es für Frank, Angel raus. Was soll ich euch sagen, wir hatten innerhalb 1 Stunde 2 Bisse, die Fische waren jedoch so klein, dass wir ihnen die Freiheit schenkten. Die Genua bauschte sich im Wind und zog uns vorwärts, Richtung Vulcano. In der Dämmerung endlich, ein kapitaler Thunfisch an der Angel. Das an Bord nehmen gestaltete sich schwierig, weil der Bengel von einem Hai verfolgt wurde. Für ihn hieß das ein verzweifelter Kampf, den er so oder so verlieren würde. Zum Schluß waren wir die Gewinner, aber es dauerte eine Stunde, bis der Kerl an Bord und filitiert war. Verpackt und in die Kühlbox, unsere Ankunftszeit hatte sich auf 24 Uhr verschoben, die Nacht würde auch für Martin und Lupita lange werden, denn sie wollten uns den Weg zum Ankerplatz leuchten.

Wir köderten sie mit der Aussicht, am nächsten Abend frischen Thunfisch für sie zu grillen. Zuerst mussten wir jedoch ankommen, der Kurs sehr hoch am Wind verlangte nochmals volle Konzentration. Fast tuschierte uns ein Catamaran, der uns so nah kam, dass ich die Augenfarbe des Skippers sehen konnte, na ja, fast sehen konnte. Schließlich sahen wir das Ankerfeld an der Südküste von Vulcano vor uns, Spiaggia del Cannitello und die Leuchtzeichen von Martin und Lupita. Der Anker fällt auf ca 10 m, 66 SM liegen in unserem Kielwasser, erschöpft trinkt die Crew ein Bier, versucht, das noch vorhandene Adrenalin aus dem Blut zu bekommen. Nach durchschaukelter Nacht erwartet uns bella vista, ein schöner Lavastrand, eine Strandbar und ein Weingut mit Restaurant warten auf uns als Besucher. Doch zuerst ankern wir um, zwei mal gleich, doch dann liegen wir perfekt. Der Anker greift, der Skipper ist zufrieden, die Eignerin auch. Der LI führt notwendige Arbeiten am Dinghi Motor aus, habe ich doch die richtigen Ersatzteile aus Deutschland mitgebracht. Am Abend pullen wir zu Futuro Dos, mit Thunfisch und Weisswein CDC , marrokkanischen Salzzitronen und dem restlichen Möhrensalat erleben wir einen harmonischen Abend mit Freunden, die wir 2 Monate nicht mehr gesehen haben.

Am nächsten Tag füllt sich die Bucht und Frank und ich machen eine Wanderung entlang der Weinstöcke und Feigenbäume zu den nächsten beiden Buchten. Wir reservieren auf dem Weingut einen Tisch für den Abend und beobachten, wieder an Bord, das Chaos in der Bucht. Da Hauptferienzeit ist, liegen nun außer den Eignerbooten auch zahlreiche Charterer hier, die am nächsten Tag die Boote auf Sizilien abgeben müssen. Das Restaurant erweist sich als erstklassig und der Service ist perfekt, sind wir doch hier oben die einzigen Gäste.

Da sich Gewitter und Regen angekündigt haben, verlegen wir am nächsten Mittag nach Salina. Dort haben wir im einzigen Sportboothafen für 2 Nächte einen Platz gebucht. Futuro Dos kann Wasser tanken und wir genießen dann wegen der weiteren Gewitterwarnung 3 Tage den Liebreiz des Dörfchens. Hier ist das Proviantieren mit Frischwaren einfach, wir grillen wieder Thunfisch und ich erhalte die Möglichkeit, an Bord von Lupita und Martin Handtücher zu waschen, da kann ich natürlich nicht wiederstehen.

Mit einer schönen Brise Wind zieht es uns am Montag mit der Genua nach Panarea, einer weiteren Insel im Archipel der äolischen Inseln. Wir segeln um die Südspitze, sehen mehrere gute Ankerplätze, umfahren ein Bojenfeld Richtung Panarea Hafen um festzustellen, dass es im Südosten schöner ist. Also zurück zum Spiaggo Zimmari. Hier gibt es über der Bucht ein prähistorisches Dorfaus der Bronzezeit zu sehen. Frank repariert an diesem liebreizenden Ort nun final unseren Außenborder, eine Halterung muss ersetzt werden und dann kann der Motor endlich wieder zum Einsatz kommen. Tipptopp, ab heute wird nicht mehr gepullt, sondern wieder unter Einsatz der Ölindustrie sich vorwärts bewegt. Ich bin mental beruhigt, hatte ich doch die letzten Tage eine Gemütsschwankung nach der anderen, ausgelöst von Ereignissen in der früheren Heimat. Nun ist fast alles an Bord vollfunktionsfähig und meine Stimmung steigt rasant nach oben.

Während Frank auf Futuro Dos den Generator repariert, gönnen Lupita und ich uns einen Landtag in der Hitze des Sommers. Zuerst steigen wir die Anhöhe zu den Ruinen eines Dorfes aus der Bronzezeit hoch

und uns zeigt sich die Insel mit ihren hübschen weißen Häuschen, Bergen und traumhaften Buchten und Stränden. Nach dem Abstieg gönnen wir uns eine Erfrischung im Schatten der Strandbar um so gekühlt den Weg zum Hafen von Panarea fortzusetzen. Anstatt die Golfcaddies, die hier als Taxi im Einsatz sind, zu nehmen wandern wir auf Schusters Rappen. Der Ort bietet Boutiquen, Lebensmittel, Restaurants und: Menschen in Hülle und Fülle. Seit Catania habe ich nicht mehr solche Menschenmassen gesehen. Sie schrecken mich ab, am liebsten würde ich mich, wie einst Scotty, zum Boot beamen. Wir nehmen reißaus, bimmeln Frank an und vereinbaren einen Abholservice am Steg des Bojenfeldes. Abends gibt es ein lecker gegrilltes Stück Fisch.

Dann setzt der starke Wind in der Nacht ein und lässt uns hin und her schwanken, manchmal weiß ich nicht, wie wir rollen, aber die Bewegung im Schiff ist heftig. Der stärkere Wind hält den ganzen Tag an, wir wollten ursprünglich nach Lipari, bei der Windrichtung und Stärke keine Option. So verbringe ich den Tag mit Lesen und Dösen, während Frank sich dem Antriebsmotor unserer Osmose widmet. Er muss ausgetauscht werden, waren die Geräusche vor einiger Zeit immer lauter geworden. So bestellte Frank den Austauschmotor bei Joachim Matz in Deutschland, der ihn postwendend zu Guiseppe in den Hafen von Catania verschickte. Die Reparatur war erfolgreich, surrt die Anlage nun wieder wie ein Kätzchen.

Das wurde auf der Überfahrt zurück nach Vulcano getestet. Nun liegen wir bereits seit Freitag unterhalb des Schwefelkraters von Vulcano. Mit Lupita und Martin verbringen wieder einmal einen schönen Abend bei uns an Bord. Sie dienen als Veruchskaninchen für ein neues Rezept, das ich im Zeitjournal entdeckt habe: Zucchinipesto mit Linguine, zuvor Thunfischdip und ein mallorquinisches Dip. Als Dessert musste eine eisgekühlte Melone herhalten. Zufrieden und satt schauten wir dem fast vollen Mond beim aufgehen zu.

Morgens ging es zum proviantieren und orientieren in den Ort, es hatte sich wenig geändert, seit dem wir vor 2 Jahren das letzte Mal hier waren.Da wir zum Abendessen bei den Schweizern eingladen waren, hatte ich einen kochfreien Tag. Mit 4 Ablegern meiner Aloe Vera, die ich vor 27 Monaten von Pascale geschenkt bekommen hatten, machten wir uns auf zu einem vorübergehenden Abschied der Crew der Futuro Dos, die morgen nach Capo d’Orlando geht. Wir wurden lukullisch mit Schweinefilet im Speckmantel, dazu köstlichem Kokosgemüsereis verwöhnt. Den heißen Abend verbringen wir unterhaltsam, während die rote Sonne im Westen untergeht und der Vollmond den Schwefelkrater anstrahlt. Adieu ihr Lieben, wir werden uns wiedersehen.

Nach dem Fare well am Morgen bringt mich Frank an Land. Hier gibt es einen Waschselfservice, den ich nutze, nicht daß Frank die Hemden und Badeshorts ausgehen.

Die Routine des Bordalltags hat mich wieder. Ich bin glücklich zurück auf den liparischen Inseln zu sein. Wir werdn ein paar Wochen rumdümpeln und uns von Ankerbucht zu Ankerbucht schleichen.

Aus Deutschland hören wir keine guten Nachrichten. Starkregen hat dort Dörfer zerstört und Menschen getötet. Unser Mitgefühl gehört den betroffenen Menschen und Angehörigen. Verliert nicht den Mut und die Zuversicht auf bessere Zeiten. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß es immer ein Weiter gibt und eine helfende Hand!

Für heute sage ich Danke, für euer Interesse und A DOPO ( BIS BALD ), Eure Eva, unterwegs zwischen den Inseln.

Nachtrag von Frank: Als ich neulich von einem Wunder schrieb, weil es Eva gelungen war einen digitalen Impfausweis nachträglich zu generieren habe ich das Problem, dass diese Azubis in der Entwicklung der App CovPass versagt haben. Obwohl die QR-Codes generiert sind und ich sie auch einscannen kann, akzeptiert die App nicht die Zeitspanne zwischen Infektion, Impfung und scannen. Angeblich ist die Infektion nur bis 18.06. gültig obwohl! ich einen Monat vor Ablauf geimpft wurde. Offensichtlich sind die zu blöd die Zeitabstände abzugleichen. Digitales Deutschland eben, also alles wie gehabt, sie können es einfach nicht

Wunder

gibt es immer wieder, selbst in Deutschland.

Eva erzählt mir heute Nachmittag, dass es ihr gelungen ist meinen positiven PCR-Test und die italienische Impfung in einen mit deutscher App lesbaren QR-Code zu verwandeln. Das ich das noch erleben darf!

Der Reihe nach.

Abfahrt vorbereitet, Unterteil der Toilette gewechselt, hat einfach immer mal gesäpelt, Bunkern, verabschieden, Tränchen verdrücken, das übliche halt wenn man/Frau so lange die Zeit im Winterlager verbringt.

Unsere Abfahrt von Licata währte nicht lange. Nach ca. 1,5 Stunden fallen alle Kontrollinstrumente für den Motor aus, unschön. Der Einfachheit halber schleichen wir, leider gegen den Wind, wieder zurück. War nur ein Kabel lose (- der Stromversorgung aller Instrumente), muss Bube aber erst mal finden. Tags darauf 2. Versuch und diesmal kommen wir zur Südostecke von Sizilien (Porto Palo) und einen Tag später nach Syracusa, genauer Ortigia. Bischen schlammig die Brühe in dem Naturhafen, dafür hält aber der Anker wie Bolle.

Die anschließend notwendige Inbetriebnahme unseres Beibootes, liebevoll ANKIE genannt, gestaltet sich schwierig, der alte Mercury zickt herum. Der kleine 2-Wegehahn zum Umschalten von internem auf externen Tank lässt sich nicht bewegen. Also kurzerhand diese Verbindung gekappt, mit 6-er Schraube relativ fachmännisch verschlossen, kommt halt der große Tank zum Einsatz. Einige Abende mit befreundeten Seglern später, unter anderm auch mit einer privaten Führung durch Ortigia organisiert von Andreas, verholen wir nach Brucoli. An sich eine nette Bucht, leider aber offen nach Nord. Das nötigt uns später mal einen Alarmstart bei bösartig einsetzendem Schwell aus eben dieser nördlichen Richtung ab. Dummerweise in der Abenddämmerung, aber recht souverän gehen wir Ankerauf und verholen nach Augusta, rund 7 Meilen nach Süden, nur nach dieser Richtung offen und wesentlich größer.

Zwischendurch waren wir noch in Catania, danach Taormina, Zwischenstop in Riposto, wieder Brucoli, im Vorbeisegeln noch eben schnell einen kapitalen Thunfisch mitgenommen, immer auf und ab der Ostküste Siziliens.

Ziemlich fangfrisch

Eva fliegt nach D, Mutter besuchen und Geburtstag feiern, Ärzte konsultieren und natürlich auch Freunde besuchen bei der Gelegenheit. Bube bleibt zurück und vertieft Freundschaften zu Segelcrews mit der Einladung zum Thunfischessen und schlägt die Zeit tot bis zur Rückkehr der Eignerin.

Ich liege seit gut anderthalb Wochen in Augusta, der Anker ist wahrscheinlich im Grund festgewachsen und hatte dieser Tage den Flash am Morgen, weil der alte Ätna in der Nacht Blähungen hatte und das ganze! Schiff kohlrabenschwarz war, langweile mich ein wenig und mache mich übermorgen wieder auf die Socken nach Catania, Eva abholen.

Soweit also alles Paletti

In der Kürze liegt Frank’s Würze

Glück ist…

…endlich wieder an Bord zu sein! Vor 11 Monaten hätte ich es nicht geglaubt, dass ich jemals wieder das Schiff betreten würde. Nun sind wir schon mehr als 3 Monate hier in Licata, Sizilien. Am 10. Februar habe ich es ohne fremde Hilfe an Bord geschafft und das, obwohl wir über die Bugspitze an Deck klettern. Schnell war mir klar, dass ich so schnell nicht zurück nach Deutschland möchte. Die Flugverbindungen sind rar, mehrfach Zwischenlanden wäre notwendig geworden. So habe ich mich um einen Physiotherapeuten bemüht und dank der Hilfe des Marina Office, Carmelo gefunden.

…den Mann mit den magischen Händen.

Er hat einen anderen Ansatz und mir gleich einmal Lymphdrainage für Arm und Bein empfohlen. Die ersten Wochen hat er mich jeweils 2 mal in der Marina abgeholt, behandelt und dann wieder zurück gebracht. Mittlerweile genügt eine Behandlung pro Woche und ich gehe die 2 km zu Fuß. Die Spastiken, die mich gequält haben, sind sogut wie verschwunden, ab und zu zuckt mein linker Fuß etwas, aber kein Vergleich zu Deutschland. Auch konnte ich das Medikament Tolperison um die Hälfte reduzieren.

… meine täglichen Übungen in der Sonne durchführen. Das motiviert natürlich ungemein, mittlerweile in T Shirt und kurzer Hose und am Vormittag, weil es warm geworden ist. Nur heute nicht, da gerade eine Kaltfront durchzieht, in Verbindung mit viel Wind, ungemütlich.

… das gute Essen, die frischen Früchte und Gemüse, vieles direkt vom Erzeuger und meiner Freundin Ruth, die in der Nähe in den Bergen wohnt und immer wieder mit Überraschungen aufwartet, wie Mandeln, Zitronen, Feigen und und und. So habe ich kürzlich marokkanische Salzzitronen eingelegt, Limoncello angesetzt und Erdbeermarmelade eingekocht. So vergehen die Wochen im Fluge.

…wenn man einen Mann hat, der an Bord alles selbst machen kann. Er hat unserem Boot eine Aufhübschung verpasst, das Unterwasserschiff gereinigt, gestrichen, eine Warmwasser Außendusche installiert, Holz gestrichen, die Elektronik verbessert und vieles mehr. Während unseres einwöchigen Aufenthaltes in der Werft hat er uns ein schönes Appartement in der Altstadt besorgt, so dass ich das Leben der Nachbarn hautnah erleben durfte. Hautnah im wahrsten Sinne, da die Häuser in der Altstadt dicht an dicht stehen und man dem Nachbarn gegenüber die Hand reichen kann. Da das Appartement eine Waschmaschine hatte, wurde täglich gewaschen und meine Wäsche flatterte mit der der Nachbarn um die Wette.

…einen Cappuccino in der Sonne zu trinken.

Wenn auch die Auswirkungen der Pandemie deutlich zu spüren sind. Während der zona rossa haben wir nachts Ausgangssperre, Restaurants sind geschlossen, es gibt lediglich Essen und Trinken to go. Nun ist die Ampel auf orange gesprungen und wir warten auf weitere Lockerungen. Wir vermissen die sonntäglichen BBQs, den Austausch mit der Segelgemeinschaft. Treffen sind möglich, werden aber bewusst klein gehalten. Schwätzchen am Steg, gemeinsame Wanderungen, ab und zu ein Drink bei Gaspare in der Blue Sky Bar, mit dem nötigen Abstand kein Problem, weil immer draußen. Das macht das Leben in Corona Zeiten hier im Süden mehr als erträglich.

… geimpft zu sein! Wenn auch nur ich das Glück hatte und am 30. April beim freien BioNTech Impfen dabei zu sein. Wie in Deutschland gibt es hier eine Priorisierung und Dank meiner 60 Jahre und meiner Erkrankung war ich Nutznießer. Aber es bedurfte dreier Anläufe. Mit Astra Zeneca wollten sie mich nicht impfen, aber man hatte mir mitgeteilt, dass ich mich registrieren müsste, was ich mit Hilfe der Marina erledigen konnte. Eine Woche später war freies Impfen, aber man hat mich abgewiesen. Freitags kam meine Freundin Ruth und sagte, heute ist erneut freies Impfen. Sie fuhr mich zum Krankenhaus und wir ergatterten 2 Nummern für das Impfen am Nachmittag. Ueli, Ruth’s Mann und ich wurden am Abend tatsächlich geimpft, im nach hinein muss ich gestehen, dass ich unendliches Glück hatte, gemeinsam mit Ueli dort gewesen zu sein, mit seinen phantastischen italienisch Kenntnissen und seinem Charme hat er alle um den Finger gewickelt. Außer mir hat das in der Marina niemand erreicht. Mein Neurologe in Deutschland konnte es nicht fassen, dass ich ohne italienischen Pass dieses Glück hatte. Da ich Covid 19 Genesene bin,habe ich nun umfänglichen Schutz, nun brauche ich nur noch die Greencard!

…Sizilien, mir kommt es mittlerweile wie meine Heimat vor. Die Menschen sind unglaublich freundlich und hilfsbereit. Halten ein Schwätzchen, wenn sie merken, du bist Deutsche, viele haben zu mindest ein paar Jahre in Deutschland gearbeitet und gelebt. Als ich das erste Mal im Labor zur Blutuntersuchung war, hat eine Frau gleich übersetzt und mich unterstützt. Natürlich ist hier nicht alles perfekt, manches total chaotisch, aber ich fühle mich wohl.

…wenn wir los segeln können, natürlich werden wir unruhig, warten aber die Reisefreiheit ab, damit wir die Provinzgrenzen überschreiten dürfen. So hoffen wir, spätestens im Juni die Segel setzen zu können. Für mich wird dies ein weiterer Meilenstein sein und ein Test, wie weit sich mein Gleichgewichtssinn gebessert hat. Gestern habe ich einen schönen Spruch gelesen: der die Tragödie überlebt hat, kann nicht ihr Held sein! Bin ich so glücklich, nicht Held zu sein !

…Dankbarkeit für all die lieben Menschen um mich herum, die mir Mut gemacht haben und in den letzten 11 Monaten bedingungslos zu mir standen

🥰🥰🥰

Bella Sicilia

Wo fange ich an?
Hurra, wir sind wieder zu Hause, welche Wohltat.
Aber erst mal zurück nach Deutschland. Dort plätschern die Tage (für mich!) so dahin, Eva gibt alles und trainiert wie der wilde Bill, der Wille mit meiner Performance, das wäre der Hammer!
Scherz beiseite, ich bekomme eine Bitte um Hilfe zur Arbeit an einem Boot, wow. Endlich raus hier und basteln. Letztendlich ist das Ruderlager gerichtet und Loma im Wasser, in Schweich nahe Trier. 2 Wochen später steht die Überführung von Trier nach Saarbrücken über Mosel und Saar an und ich wieder dabei. Kann ich nicht beschreiben, mit welcher Freude ich aus der Wohnung auszog (übers Wochenende, aber immerhin) und in die Ferne ging.
Zwei Tage motoren auf Flüssen ist nicht der Brüller, aber endlich raus und da ich Stefan als einen meiner wenigen Freunde zähle, eine schöne Zeit auf dem Wasser.

Kurz vor der Saarschleife



Schon während des Trips, intensiver und intensiver danach stellt sich bei mir ein Gefühl ein, da ist irgendetwas nicht wie es sein sollte. Montag Nachmittag isoliere ich mich mal langsam, Dienstag war klar, da ist was gehörig falsch. Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Kopfweh, Durchfall. Mittwoch spreche ich mit Stefan, der mittels Schnelltest positiv getestet ist. Shit! Ein PCR am Donnerstag ergibt die Zwangsimpfung für Eva und mich, super gelaufen!
Kaum geht der Bub in all der Zeit mal vor die Tür, direkt ein Doppelbingo.
Wir haben beide aufgepasst was das Zeug hält, aber irgendwie kam der Schlingel angeflogen und fand ob der geschlossenen Räumlichkeiten, es war saukalt auf dem Schiff und wir haben natürlich die Türen geschlossen und geheizt, zwei willkommene Wirte.
Alles in allem, nur milde Symptome im Nachhinein, Glück gehabt.
Positiv war nicht nur das Ergebnis, nein am selben Tag kontaktiert uns das Gesundheitsamt und kümmert sich um die Nachverfolgung und wenig später kommt die Aufforderung der Ortspolizeibehörde zur Quarantäne. Chapeau, das hätte ich angesichts meiner Erfahrungen nicht gedacht. Soweit wir das verfolgen konnten haben wir niemanden angesteckt, wir haben uns nur auf die harte Tour geimpft.
Das passierte kurz vor Weihnachten und damit war dieses Fest für uns überschaubar. Anfang Februar fiel der Entschluss wieder nach Sizilien zu fliegen. Über Rom, Direktflüge sind rar zur Zeit, ein tagesfüllender Trip, aber was solls. Unglaublich viele Formulare im Vorfeld gefüllt, keines wurde benötigt. Dafür ein einziges in Frankfurt beschriftet, welches ohne Kontrolle direkt abgeheftet wurde und wir betreten sizilianischen Boden. Da endlich wurde unser negatives Testergebnis abgefragt und ein vorab bestelltes Taxi bringt uns in die Marina.
Back home oder wie der Saarländer sagt widda dahemm.
Kinners, wie geil ist das denn!

Eva’s Geburtstag


Der Kahn schwimmt noch, Syd hat alles überwacht und die Aloe Vera am Leben gehalten, 20°C wärmer und wir sind glücklich. Die zwei Wochen Quarantäne mit Rücksicht auf alle Boaties hier in der Marina sind vorbei und wir haben wieder unser Leben zurück. Eva trainiert weiterhin, Yoga mit der comunity, der Bub bastelt fröhlich vor sich hin, die Systeme laufen (die 2. Lima ist noch nicht wieder zum Leben erweckt), alles gut.
Heute am Sonntag ist Ruhetag, meine Liebe hat Ausgang mit den Mädels zum Aperitivo und männerfrei quatschen, ich genieße den Tag. Sizilien versucht langsam in die Normalität zurückzufinden, nicht einfach in der heutigen Zeit.

Konzentriert Euch noch ein paar Monate, bleibt gesund!
Covid-19 ist kein Spaß, das konnten wir am eigenen Leib erfahren.



Eva und Frank

Operative Hektik ersetzt geistige Windstille

oder das Versagen von Politik und Behörden in Europa.
Zuerst mal zurück nach Licata, Motoröl und Filter wechseln, Seewasserkreis mit Süßwasser spülen (der Ölkühler lässt grüssen), Umkehrosmose mit Biocid spülen, das wars schon. Einzig die Lichtmaschine macht Kummer. Ausgebaut bringt mein Akkuschrauber nicht genügend Drehzahl um das Ding zum Leben zu erwecken, war ja klar, also ab auf die Drehbank. Dort erzeugt sie 14,4 V und funktioniert also. Sonntag Morgen gegen 0600 noch schnell eingebaut, kurze Verschnaufpause und ich mache mich auf den Weg zum Busbahnhof.
Das Ticket habe ich in weiser Vorausicht schon am Vortag gekauft, der Bus darf nur zu 50% ausgelastet werden. In Gela steigt der Rest zu, auf einen Schlag voll, Glück gehabt. Witzigerweise findet hier der Wochenmarkt statt. In Licata ist er coronabedingt geschlossen, ist lediglich 25 km entfernt und so verschieden scheinen mir als Laien die Umstände nicht.
Die unbedingt notwendige schriftliche Erklärung, warum ich die Stadtgrenze von Licata überschreite, will keiner sehen. Schade, habe mir so viel Mühe bei der Übersetzung gemacht, weil Formulare nur in italienisch heruntergeladen werden können.
Am Flughafen angekommen zücke ich das nächste Formblatt in zweifacher Ausfertigung und werde belehrt, dass ich das Gebäude erst 3 Stunden vor Abflug betreten darf. Nun gut, finde ein geöffnetes Café und setze mich in die Sonne. Alle anderen Cafés, Bars, Restaurants in Italien sind geschlossen. Irgendwie inkonsequent. Dieses besagte doppelte Formblatt wird später von der Polizei abgestempelt und ein Exemplar wandert in deren Ablage, meins Tags darauf in den Papierkorb. Bis auf die Tatsache, dass der Zubringerbus zum Flieger vollgestopft wird, geht alles seinen geregelten Gang und nach Ausfüllen eines weiteren Formulares (woher, wohin, mit wem und wo habe ich gesessen) wird nach der Landung bei Betreten des Flughafengebäudes mein Ausweis von der Bundespolizei geprüft. Das wars auch schon, kein Abgleich mit dem letzten Formular, selbstverständlich auch keine Temperaturmessung und selbstredend auch kein Schnelltest, sind wir doch keine Urlaubsrückkehrer zwischen erster und zweiter Welle sondern pendeln lediglich von einem Risikogebiet in ein anderes mitten in der zweiten Welle, muss man verstehen.
Eva und Georg kommen mich abholen und der Bub geht in Quarantäne, aus der ich mich nach 5 Tagen nach einem negativen Schnelltest selbst entlasse. Die zwingend vorgeschriebene Anmeldung, immerhin online (das ich das in Deutschland noch erleben darf) bei einreiseanmeldung.de verpufft derweil im Nirwana. Wer zur Hölle soll das auch kontrollieren, Gesundheitsamt? Das hat andere Sorgen. Ortspolizeibehörde? Die wissen wahrscheinlich nichts davon. War aber ein ausgesprochen übersichtliches Formular, deutlich schlanker als die italienischen, dafür aber ohne QR-Code, den gab es bei der Einreise nach Spanien und der kann so schön gescannt werden.
Wohin all die Daten fließen wär ja mal interessant, vermutlich gammeln die auf irgendeinem Server und langweilen sich zu Tode.
Mittlerweile habe ich wieder die App gewechselt. Von Immuni (bella italia) zu Corona Warn-App (klassisch deutsch), da beide gleichzeitig nicht funktionieren, warum auch.

Irgendein Fazit? Ich würde sagen der Schutz der Bevölkerung ist definitiv ausbaufähig, siehe simples Messen der Temperatur. Geht fix und sortiert die fiebrigen aus, die ganzen Selbstauskünfte über den Gesundheitszustand produzieren nur Altpapier.

Und noch ein Wort zu dem Lockdown light, typisch deutsches Wort, in den umliegenden Ländern sind das echte Ausgangssperren. Teilweise grundsätzlich, außer natürlich notwendige Besorgungen, schriftlich angezeigt, meistens jedoch nur nachts von 22:00-5:00. Maskentragen überall in der Öffentlichkeit, unabhängig von irgendwelchen Abständen. Das sind echte Einschränkungen, nicht so ein Pillepalle wie hier.

Kopfschüttelnde Grüße aus dem grauen Saarland

Frank

Angekommen

In Licata und was für ein Empfang.

Nach der Cala Teulada fuhren wir für einen Tag nach Mahon, einkaufen, Fleisch! essen, bunkern. Am nächsten Morgen brachen wir in Richtung Sardinien auf, leider hoch am Wind und mit einer ganz fiesen Welle genau auf die 12, nicht so schön. Das dauerte den ganzen Tag, der Anker wurde mehrmals gebadet, EIRA tauchte öfter mal die Nase in die See, kein Vergnügen, 110° waren angesagt, 080° waren mit ach und Krach möglich.

Im Laufe der Nacht dann konnten wir den Motor abschalten, Kurs ändern Richtung Carloforte und schlicht segeln, welch eine Entspannung.

Kommt irgendwann ein Thunfisch angeschwommen und beißt in unseren Köder, dumm gelaufen für ihn, Schlachtfest für uns.

Mein bisher dickster Brocken, Yellow fin Tuna

Ist leider immer eine Riesensauerei mit diesen Fischen, aber die Kühlbox war auf einen Schlag voll.

Als wir am übernächsten Morgen kurz vor Carloforte wieder Empfang hatten, entschlossen wir uns kurzfristig einfach weiterzusegeln, das Wetter war zu verlockend. Achterliche Winde, einfach nur mit der Genua, die Routine an Bord beibehalten und laufen lassen.

Wiederum 2 Tage später ist Sizilien voraus, zuerst die ägadischen Inseln und im Hintergrund schon Sicilia.

Das war der letzte für die Saison

Schnell noch ein Fischchen rausgeholt und dann muss ich auch schon von downwind zu upwind umrüsten. Genua rein, Grosssegel und Trekker raus. Da der Wind immer stärker aus Südost bläst machen wir noch ein paar Kreuzschläge, müssen aber einsehen, das wird nichts mit Licata und fahren notgedrungen in den Hafen von Mazara del Vallo. Obwohl ich mit der Hafenverwaltung vorab telefoniert hatte, schicken sie uns wieder weg, weil wir einen Tag vorher eine Gesundheitserklärung hätten mailen sollen, was in Unkenntnis der Wetterbedingungen und mangels Internetzugang auf hoher See nicht möglich war. Da wiehert der italienische Amtsschimmel fast noch lauter als der deutsche. Der uns zugewiesene Ankerplatz vor der Hafenmole war mir wegen aufziehender Gewitter und Sturmwarnung nicht geheuer und so schickte ich an Hafenverwaltung und Gesundheitsbehörde diese ominöse Erklärung und sollte bei letzterer nachfragen, ob wir eine Ausnahmegenehmigung bekommen können. Leider hatte die Behörde nachmittags geschlossen und der Skipper bekommt langsam einen ziemlich dicken Hals. Daraufhin habe ich den Harbourmaster zusammengefaltet und wollte von ihm wissen, ob das die neue Art italienischer Seemannschaft ist. Letztendlich durften wir dann doch in den Hafen, mussten aber an Bord bleiben.

Was für eine Ausgeburt an Schwachsinn! Niemand kontrolliert unsere freiwillige Selbstauskunft, aber ohne die paar Seiten Papier geht nichts. Idiotischer kann man mit dieser Pandemie kaum noch umgehen.

Nach 2 Tagen legt sich der Wind und wir nehmen die letzte Etappe nach Licata in Angriff, wiederum über Nacht, da ich nicht ständig mit den Behörden konferieren möchte, nicht das mir doch mal der Kragen platzt.

Anderntags am frühen Morgen ist dann endlich Schluss mit lustig, der Hafen ist erreicht und kaum haben wir angelegt kommen auch schon Angela, Klaus und Syd zur Begrüßung und offerieren trotz früher Stunde ein Anlegerbier.

Die Crew von EIRA

Jetzt werden noch ein paar Partys gefeiert, das Schiff in den Winterschlaf versetzt und am 15.11. geht es zurück in die Kälte.

Aber wir werden zurückkommen, da bin ich mir ganz sicher!

Frank aus dem unverschämt sonnigen Sizilien

Back on track

Am 02.10. war es soweit, zurück auf EIRA und vorbereiten auf die Überfahrt nach Sizilien.
Erste Überraschung, es wird kein Seewasser angesaugt, demzufolge die WC-Spülung nicht funktioniert. Die Ursache waren eine Menge Haare nicht im Filter, nein im Ansaugstutzen. Wir saugen unser Seewasser aus dem gleichen Rohr an, durch welches ein Teil unseres Cockpits entwässert wird, natürlich auch wenn wir dort duschen. Heureka! Wie dahemm. Das hat allerdings eine zeitlang gedauert diese überhaupt erst einmal zu finden.

Schmodder, Haare und sonst so einiges.
Da drin, kann nicht gehen.

Zweite Überraschung, der Motor fördert kein Kühlwasser. Das wiederum ist ein schwerwiegendes Problem.
Impellerpumpe ist ok, Seewasserfilter frei. Der Getriebeölkühler schwächelt auch schon seit geraumer Zeit, ideal diesen nun zu ersetzen.

Reichlich angegammelt.

Allein er war es auch nicht. Der Ölkühler war komplett dicht. Ablagerungen aus dem vorgeschalteten Getriebekühler und weiß der Teufel noch was so alles. Also ein klassischer Fall für ein ausgiebiges Bad in Zitronensäure, hat einen ganzen Tag geblubbert und nun ist er wieder willens das Seewasser durchzulassen.

Hackedicht, kein Durchkommen mehr.


Mit der Säure habe ich auch unsere Trinkwassertanks gereinigt. Das Wasser ist nun nicht mehr bräunlich und weil ich alles über das Waschbecken im Bad abgepumpt habe, pumpt auch das WC wieder wie Bolle. Habe offensichtlich den Schlauch zum Seeventil im Bad gleich mitgereinigt.
Mittlerweile ist auch Morten, ein Nachfahre der alten Wikinger eingetrudelt. Wir wollen die Überfahrt gemeinsam absolvieren, kaufen noch ein und legen am 12.10. ab, direkt nach Ibiza. Gleich am Nachmittag beißt der erste Fisch, ein kleiner Bonito und am nächsten Tag eine Dorade. Beide leider noch etwas jung, aber schmackhaft. Da ist es überaus praktisch, dass wir die Vorräte mittlerweile einfrieren können, Kühlbox sei Dank.

Nr. 1
Nr. 2

An der Ostküste von Ibiza legen wir mitten in der Nacht im Hafen von Santa Eulalia an und hauen uns erst mal einen ordentlichen Schluck Rotwein in de Kopp, wohlverdient.
Am 16.10. legen wir morgens ab und segeln durch die Nacht nach Mallorca, Porto Colom an der Ostküste. Morgens an der Tanke eine echte Überraschung. Nur 1,16€/ltr. Da werden gleich mal 500 € im Tank versenkt, sollte bis zum Frühjahr reichen.

Den nächsten Tag in die Baja de Arta und am 18.10. morgens um 0600 auf nach Menorca, Cala Teulada in der Bucht von Mahon. Leider geht mir unterwegs ein Schwertfisch vom Haken, aber der nächste wartet sicher schon.
Wo im Sommer die Hölle los ist, liegen wir allein mit einem weiteren Boot.
Heute ist Putz- und Ruhetag, morgen gehen wir für einen Tag in den Hafen zum Einkaufen und Donnerstag wollen wir die 200 sm direkt nach Carloforte, Sardinien, in Angriff nehmen.

Im Gegensatz zu den vergangenen Sommern können wir fast alles segeln, freundlicher Nebeneffekt zum verspäteten Saisonbeginn.

Bis die Tage, Morten und Frank

How deep is the ocean, how high is the sky…

Dieser Song von Ella Fitzgerald wird besprochen in Carmen Korn`s Trilogie „Töchter einer neuen Zeit“, die ich in der Reha verschlungen habe und beschreibt recht treffend das derzeitige Wechselbad meiner Gefühle.

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Ja, wie ihr schon von Frank`s Artikel wisst, hatte ich am 6.6. einen Schlaganfall. Die ersten Tage waren geprägt von Angst, Verzweiflung und Tränen. Die Zeit auf der Stroke Unit im DRK Krankenhaus war sehr intensiv und hat mich zurück ins Leben gebracht. Die Ergotherapie begann bereits am 7.6., wobei ich die komplette linke Seite nicht bewegen konnte.

Gelähmt, Schockstarre.

Aber Ines, Andrea und Manuel haben meinen Kampfeswillen geweckt und mich in Minimalschritten zu Höchstleistungen gepuscht. Doch dies wäre alles nicht möglich gewesen, wenn mich nicht meine Schwägerin Birgit am Morgen des 6.6. im Bad gefunden hätte und sofort den Ernst der Lage erkannt hatte. Rettung und Notarzt alamiert und ab ins DRK, wo sie wusste, dass es eine Stroke Unit gibt. Sie hat mit den Ärzten gefightet bis ich eine Lyse-Therapie bekam. Wie eine Löwin um ihr Junges kämpft, hat sie für mich mein Leben in die Hand genommen. Sie ist meine Lebensretterin, mein Anker in der Not. Sie hat Frank informiert und es sogar auf die Intensivstation geschafft, obwohl diese wegen Corona nicht zugänglich war, Löwin eben.

Der zweite Lichtblick war, dass ich mit Frank, der noch in Spanien weilte, telefonieren konnte. Step bei Step! Gebettet von der Ergo, daß ich auch mal auf der linken Seite liegen konnte. Welch eine Wohltat, weil es zu Beginn 1 Stunde dauerte, bis ich mich von einer Seite auf die andere drehen konnte.

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Ich musste akzeptieren im Rollstuhl zu sitzen, duschen war nur mit Hilfestellung möglich wie so vieles andere auch. Schlucken ging nur mäßig, daher war meine Nahrung auf Schluckstufe 2a reduziert, kein wirklicher Genuß. So war es ein Highlight, als es zur Belohnung all meiner Trainings eine Lasagne gab.

Es geht aufwärts. Werde verlegt auf Station, bekomme Normalkost und  meine Schwägerin Birgit darf mich besuchen. Im Wechsel mit meiner Freundin Ute stimmt sie die Besuchszeiten ab und erfüllt mir all meine kleinen und großen Wünsche.

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Steil bergauf geht es, als Frank endlich aus Spanien eintrifft. Der Oberarzt ordnet gleich einen therapeutischen Besuch an, yeah, Frank darf zu mir, ohne Quarantäne einzuhalten, mit Abstand, aber egal. Jetzt wird alles gut! Ja, jetzt kehren Lebensmut und Power zurück. Gehe erste Schritte, dusche mich alleine, ziehe mich an und esse ohne Hilfe. Und ja, viele, viele liebe Menschen melden sich bei mir, rufen mich an, geben weiter Auftrieb. Deana, Anika, meine Tante Christel, Dorothe, Georg, Stephan und Stefan, Franz und vor allem auch meine Schwiegermama unterstützen mich täglich und sind allgegenwärtig.

Zudem habe ich das Glück, in Ulrich einen tollen Cousin und Patenkind zu haben, der bei den Schmieder Kliniken für mich einen Platz in der Reha in Heidelberg organisiert. Am Dienstag den 23.6. sage ich tschüß zu Dr. Lamberty und seinem fantastischem Team und werde liegend von den Maltesern nach Heidelberg transportiert.

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3 Tage Quarantäne, ein weiterer Covid 19 Test und dann beginnt eine neue Zeitrechnung ohne Rollstuhl und Rollator, gehend, zögerlich und unbeholfen, aber welch ein Fortschritt. Viele Therapien, das Beste vom Besten, viel eingesetzter Schweiß, Muskelkater und Spasmen und ich gehe Frank beim ersten Besuch draußen bereits entgegen.

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Ich wechsele von Terraingruppe B zu A, darf erstmals in den Wald, in der Gruppe natürlich, und direkt zu den Mammutbäumen, die Ende des 19. Jhr. hier gepflanzt wurden. Orte der Kraft und der Ruhe, Energiebringer und ja, zurück zu meiner geliebten Bewegung.

Überraschungsanrufe aus der ganzen Welt. Danke Karen, Claudia, Birgit Petersen, Bendi, Anne – Inger, Lisa, Philippa, alle von Cartagena und Licata. Die Welt zu Gast in Heidelberg. Buchgeschenke, Blumengeschenke, What´s App  Nachrichten, aus Neckarrems, der Schweiz, Frankfurt, Darmstadt, Schönwald, Eppelborn, Dillingen, Saarlouis, Bubach, Stockweiher, Frankreich, Australien, USA, Norwegen, Schweden, und natürlich aus Heusweiler. Ihr tragt alle zu meiner Genesung bei. DANKE, DANKE, DANKE. Bitte nicht böse sein, wenn ich jemanden nicht namentlich erwähnt habe.

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Auch in der Klinik gibt es ganz liebe Menschen mit viel Tiefgang, z.B. Thomas Weiß, evangelischer Pfarrer und Autor, er erholt sich hier seit Monaten von seiner schweren Covid-19 Erkrankung. Von ihm ist folgendes Gedicht für mich:

trocken liege ich

im watt meiner

wünsche es braucht

eine flut

 

von vogelrufen aus der tiefe

von verklingen im saum damit

ich treibe

 

Inspiriert von unserer Visitenkarte, unglaublich, und wie passend gerade jetzt.

 

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Demnächst mehr, meine linke Hand ist müde!

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Palstek geht schon wieder.

Bleibt gesund, bis bald, ein Rekonvaleszent, der wieder lachen kann

 

 

 

Das 4. Jahr

hat gestern begonnen.

Ursprünglich wollten wir um diese Zeit bereits auf den Balearen sein und leere Buchten und Strände genießen, da das Virus uns im Frühjahr schon den Jahresplan hatte ändern lassen und ob der weltweiten Situation Europa angenehmer als erratische Präsidenten jenseits des großen Teiches erschien.
Zwischenzeitlich hat es aber leider Eva böse erwischt, ischämischer Pons- und Mittelhirninsult, auf deutsch Schlaganfall.
Aus nicht wirklich heiterem Himmel, ohne Vorzeichen, Vorerkrankungen oder auf Grund ihres Lebenswandels gefährdet, keine Ahnung wo das herkam.
Das wirft nun unsere kurz-, mittel- und möglicherweise langfristigen Planungen komplett über den Haufen.
Kurzfristig ist Eva nun nach der stroke unit in Saarlouis nach Heidelberg verlegt worden und mischt dort die Therapeuten auf.
Die linksseitigen Lähmungen bilden sich zurück oder besser der gesunde Teil des Gehirnes übernimmt die Steuerung der Funktionen, schneller als allgemein üblich, aber dieser Weg wird lang sein.
Mittelfristig bleiben wir natürlich in Deutschland, Eva kämpft und ich versuche sie bestmöglich zu unterstützen. EIRA bleibt vorerst in Cartagena und nach stationärer und anschließender ambulanter Reha wollen wir entscheiden, ob langfristig unser Plan noch zu halten sein wird.
Hat ja keine Eile.
Ist zwar ein wie immer schlechter Sommer hier, wenig Wasser in Eppelborn, kein Raubfisch für die Schleppangel und sonst nur Corona, Corona, Corona.
Egal, Eva schaut positiv in die Zukunft, gibt wie immer alles und wir warten mal ab. Vielleicht können wir im Herbst absehen, was möglich sein wird, vielleicht auch erst später, on verra.

Gruß diesmal aus Eppelborn

Frank