Letzte Arbeiten an Bord

Montag, Dienstag und Mittwoch sind geprägt von den letzten Arbeiten an Bord. Da unsere Freunde Dorothe, Georg und Ihre Tochter Lena ganz in der Nähe ein Appartement gemietet haben, stehen natürlich auch Treffen mit den Dreien an. Georg ist zudem immer mal wieder mit Frank gesegelt und weiß, dass eine helfende Hand meistens sehr willkommen ist. Am Dienstag Morgen standen Mastarbeiten an. Mir ist es dabei eher mulmig, wenn Frank die Maststufen hochklettert. Gesichert steigt er hoch, um die defekte Deckslampe auszutauschen, die Hans Gerd aus Deutschland mitgebracht hat. Leider klappt das nicht wie gewünscht, leichtes Fluchen von oben und die Tasche mit den Arbeitsmaterialien ist auch nicht optimal. Also wieder runter mit dem Kerl und die neue Lampen löten und die Anschlussdrähte verlängern. Kurz vor dem zweiten Mastgang kommen unsere Freunde und Georg ist die neue Hilfe für Frank. Diesmal wird das Arbeitsmaterial mit einem Eimer hochgezogen, darin findet sich das Werkzeug schneller, als in einer Tasche. Ich weiß Frank nun in guten Händen, daher machen Lena, Dorothe und ich uns auf den Weg, die Vorräte aufzustocken (die neue Funzel funzt, Anm. der Red.). Getränke sind ohne Auto nun einmal sehr schwer, daher nütze ich die Gelegenheit, mit Dorothe im Wagen einzukaufen.  So schleppen wir dann einige Zeit später alles wieder an Bord. Dabei passiert ein kleines Mißgeschick, in dem mir Georg ein Sixpack Wasser abnimmt, der Plastikhenkel abreißt und die ganze Chose ins Hafenwasser fällt. So schnell gebe ich das Wasser nicht verloren, entledige mich meines Handies und der Geldbörse und versuche das Wasser aus dem Wasser zu retten. Der Wind treibt es auf mich zu und ich kann alle 6 Flaschen an Land retten. Uff!  Der Schreck ist gleich vorüber und wir grinsen, ob des Mißgeschicks. Weiter geht es mit dem Dingi. Das Teil liegt noch immer auf dem Vordeck, seit wir es in Port Napoleon dort festgezurrt haben. Also wird das gute Stück ausgepackt, an Land gehievt und aufgeblasen. Nun erlebe ich das RIP 275 aus St. Petersburg in seiner ganzen Schönheit. Erstwässerung gelingt ohne Schaden, Motor dran, es ist ein Mercury 5, den wir durch Vermittlung von Georg erworben haben. Zweimal kräftig ziehen und er startet und schnurrt. Auf geht es zur Jungfernfahrt, die ich gerne an Georg abtrete. Somit tuckern Frank und Georg mit dem Dingi Richtung Tankstelle, denn ein Motor braucht Brennstoff, damit er auf Dauer seinen Dienst tut. Lena ist begeistert, als die beiden von der Tankstelle zurückkommen und nutzt die Chance, mit Ihrem Papa durch das Hafenbecken zu fahren. Später rudert sie auch noch, wird dann aber von Regen eingebremst. Wir nutzen die Unterbrechnung, um uns zu stärken. Anschließend kommt das Boot aus dem Wasser, wird mit Süßwasser abgespritzt und nachdem der Motor abgehängt ist, an Bord gezogen. Das gute Stück muss nun trocknen und wir machen uns ausgebereit, da wir gemeinsam in die Stadt zum Essen gehen.

Wir finden ein gemütliches Lokal und lassen uns unser Abendessen schmecken. Später verabschieden wir uns von unseren Freunden, denn wir wollen am Donnerstag hier weg und deren Urlaub ist leider auch zu Ende.

Am Mittwoch wird die Membran der Umkehrosmose eingebaut, der Keilriehmen der Lichtmaschine angezogen, er hat lautstark gequietscht. Das Dingi wird von der Luft befreit, wieder verpackt und auf dem Vorschiff an gewohnter Stelle festgezurrt.

Zuvor habe ich mich mal wieder im Waschsalon und auf dem Markt vergnügt, alles verstaut und eine Dreitagesration grünen Smoothie gemixt. Noch immer habe ich davon nicht die Nase voll und wer weiß, was die nächsten Tage bringen.

Am Donnerstag wollen wir recht früh Port Gruissan verlassen. Wir waren jetzt 9 Tage hier, haben etwas gesegelt, etwas am Boot gearbeitet und etwas Urlaub gemacht. Nach den arbeitsreichen Wochen und Monaten, die hinter uns liegen, hat es gutgetan, mal wieder Zeit für Freunde zu haben. Danke Ihr Lieben, dass wir uns hier getroffen haben, es hat Spaß gemacht Euch zu sehen, wenn auch der Abschied  schwergefallen ist. So ist halt das Vagabundenleben, einen Preis muss man für das Weiterziehen bezahlen, liebe Menschen bleiben immer wieder zurück.

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