Verändert dich Reisen?

wir Frauen wurden aufgefordert dazu Stellung zu nehmen und ich schließe mich gerne an, zu diesem Thema etwas zu schreiben.

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Reisen hat mich schon immer fasziniert. Bevor wir auf Langfahrt gingen, war ich bereits eine Reisetante. Kein Ziel zu entlegen, keine Anstrengung zu groß. So habe ich Langstrecken gewandert, z.B. auf dem Jakobsweg oder zu Fuß durch Mustang, habe viele Länder bereist, bis ich 2005 zum Segeln gefunden habe.

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Wenn du dich aufmachst, musst du deine Komfortzone verlassen. Das habe ich auf einigen Törns erlebt, aber auch beim Zelttrekking im Himalaya.

Als wir uns dazu entschlossen haben, auf Langfahrt zu gehen, haben wir unser Haus verkauft. Seltsamerweise, hat mir das nichts ausgemacht. Der komplette Hausstand wurde aufgelöst, teilweise verkauft, verschenkt, auf´s Boot gebracht oder behalten und in die Wohnung gebracht, die uns mein Bruder in Eppelborn zur Verfügung stellt. Mein Anteil am Steuerbüro musste verkauft werden, auch dies gelang vorzüglich, da mein Bruder Markus 45% meiner Anteile übernommen hat. Dann war es soweit; Abschiedsparty, Lebewohl sagen, all den lieben Menschen, die uns ans Herz gewachsen waren, Familie, Freunde, Nachbarn, Mitarbeiter, Geschäftskollegen und und und. Tatsächlich dann im Auto zu sitzen und nach Südfrankreich zu fahren, war schon etwas unwirklich, aber all die Ereignisse konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht bewerten, zu sehr hatte sich mein Leben von einem Tag auf den anderen geändert. Plötzlich allein mit meinem Mann, in Frankreich, auf einem Boot ohne Büro, feste Strukturen war sehr ungewöhnlich. Doch die ersten Wochen in Port Napoleon waren ausgefüllt mit Arbeiten am Boot, der Mast musste gestellt werden, die Segel angeschlagen, die Schapps gefüllt werden, es war einfach keine Zeit darüber nachzudenken, wie sehr sich das Leben verändert hatte. Zum Duschen bin ich abends in die Duschräume gegangen, zum Wäsche waschen musste eine Möglichkeit gefunden werden und Hunger stellte sich bei all der körperlichen Arbeit auch ein. Also machte ich mit dem Zweiflammengasherd vertraut und lernte auch mit wenig Kochfläche etwas vernünftiges auf den Tisch zu bringen. Die ersten Wochen waren somit spannend und aufregend. Schließlich war das Boot nach 3 Wochen komplett und es ging los, die französische Küste entlang Richtung Spanien. In Port Gruisan haben wir nochmals Freunde aus der Heimat getroffen, wieder am Boot gearbeitet, endlich kam die Sprayhood und die Persenninge für unsere Segel und dann hieß es schon wieder Abschied nehmen.

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Abschied nehmen ist ein großes Thema für mich. Natürlich lernen wir auf unserer Reise, die nun schon über 650 Tage währt, viele Menschen kennen. Aus den unterschiedlichsten Ländern, an immer anderen Orten und aus den unterschiedlichsten Umständen. Einige trifft man eine Zeitlang wieder, weil sie die gleiche Route segeln, oder man trifft sich wieder, wenn man den Winter am gleichen Ort verbringt. All die unterschiedlichen Menschen bereichern mein Leben ungemein. Ich erhalte Einblicke in Kulturen, die mir bisher verschlossen waren, das Santa Luzia Fest haben wir 2018 mit 12 unterschiedlichen Nationen gefeiert.  Bereits 2017 habe ich  hier in Licata, wo unsere Eira bereits den 2. Winter liegt, eine Sizilianerin namens Marilia Peritone kennengelernt. Wir haben nun schon 4 mal gemeinsam gekocht und gebacken, einige Wanderungen gemacht und so wurde mir ein Einblick in die sizilianische Kochkultur eröffnet und durch sie habe ich natürlich auch ihre Familie und Bekannte kennengelernt. Die Tatsache, bei ihr zu Hause gemeinsam mit anderen zu Kochen, hat mich total fasziniert, oftmals sind die Rezepte sehr aufwendig und wir stehen stundenlang gemeinsam in der Küche. Wenn das Essen zubereitet ist, sitzen wir gemeinsam mit der ganzen Familie am Tisch und lassen es uns gut gehen. Marilia wohnt nicht eben um´s Eck, so muss jedes mal ein Fahrdienst organisiert werden, um zu ihr zu gelangen. Nun steht unsere Abreise aus Licata bevor und es heißt erneut Abschied nehmen, nicht nur von Marilia und ihrer Familie, sondern auch von Ruth und ihrem Mann Uerli, Schweizern, die in der Nähe von Licata leben, Birgit, Syd und all die anderen Boaters, allen voran auch Pascale und Gerrit von Mojito, mit denen wir den letzten Winter viel Zeit verbracht haben. Dieses Abschiednehmen tut weh, allein die Gewissheit, auf unserer Weiterfahrt neue Menschen kennen zu lernen, macht das Adieu sagen etwas leichter. Die Freude über das gemeinsam erlebte bleibt als schöne Erinnerung.

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Die zu Hause am meisten gestellte Frage lautet, wie hältst du es 24 Stunden täglich mit deinem Mann aus. Ich gestehe, es ist eine Herausforderung. Dadurch, dass jeder von uns die unterschiedlichsten Bereiche abdeckt, verbringen wir tatsächlich nicht immer 24 Stunden am Stück gemeinsam- In der Segelsaison schon. Nur, dann arbeiten wir Hand in Hand. So ist der Bootsalltag geprägt mit kochen, reparieren, ersetzen, lesen, planen, organisieren, putzen. Vieles von dem, was auch zu Hause anfallen würde, nur auf engerem Raum und manchmal unter nicht einfachen Umständen. Unser Zusammenleben ist geprägt von der Ruhe und Gelassenheit meines Mannes und meiner unerschöpflichen Energie, meinem Bewegungsdrang und meiner Freude über alles Neue. Frank, der ruhigere von uns Beiden, kann sich stundenlang mit der Technik an Bord beschäftigen, um nicht zu sagen, Tage. Er ist bemüht, Eira permanent zu verbessern, sei es Energie, Segel, Arbeitsabläufe. Ich weiß zudem, dass ich mich 100 % auf ihn verlassen kann und er nichts tut, um uns in Gefahr zu bringen. So haben Gewitterstürme auf See unbeschadet überstanden, weil er nicht kopflos reagiert hat, wo ich von Panik ergriffen war. Und wenn ich mich dann mal selbst nicht leiden kann, brauche ich Aktivität. Eine Stunde Yoga, auch unterwegs beim Segeln, eine Runde durch die Stadt, wenn wir im Hafen sind, oder einfach einen Kuchen backen oder kochen.

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Alles ist möglich, auf alles muss man sich einstellen. Reisen verändert den Blickwinkel. Du bist auf einmal ohne Job, aber nicht arbeitslos, weil an bord immer etwas zu machen ist. Da wir keine Waschmaschine an Bord haben, ist die wöchentliche Wäsche irgendwie zu organisieren, Alles braucht seine Zeit. Wo ich früher lediglich in  den Keller zu gehen brauchte, suche ich mir jetzt eine Wäscherei. Dazu muss das richtige Wetter kommen, da die Wäsche auf der Leine an Bord getrocknet wird. Kein Geschirrspüler an Bord, keine Putzfrau. Kein Auto, das heißt, ich bin entweder zu Fuß unterwegs, oder mit dem Fahrrad, Bus, manchmal auch mit einem  Leihwagen. Es heißt immer wieder, die Komfortzone zu verlassen.

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Natürlich gibt es auch vieles, was mein Leben reicher macht. Ich bin ganz nahe an der Natur, dadurch, dass ich zu Fuß, per Rad oder mit dem Segelboot unterwegs bin. Ich sehe die Umweltverschmutzung und bin traurig, dass das Umweltbewusstsein vieler Menschen, sehr zu wünschen übrig lässt. Ich sehe Müllstraßen im Meer. Ich sehe Müllberge hier in Sizilien und anderen Plätzen. Aber ich sehe natürlich auch wunderschöne Landschaften, teilweise unberührt, Vulkane, erloschen und aktiv. Delphine im Wasser, die mich immer wieder erfreuen und begeistern, wenn sie in Schulen sich um unser Boot tummeln und mit dem Schiff spielen.

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Eine andere Veränderung ist die Esskultur. Wir passen uns der jeweiligen Gegend an und bereichern unseren Speiseplan mit den vielen neuen Gemüsen, Obstsorten und all den unterschiedlichen neuen Lebensmitteln. Wir genießen, probieren, lassen uns verführen und staunen immer wieder über all das Neue, das sich uns erschließt. Wir mussten feststellen, dass Pizza nicht gleich Pizza ist, nein, hier wird die Kunst an der Pizza zelebriert. Wir gehen wandern und finden wilden Spargel und wilden Fenchel. Wir lernen Cedri kennen, eine hier wachsende Zitronenart, die komplett verspeist werden kann, mit Schale, weißem Fruchtfleisch und Innenleben. Wir genießen den sizilianischen Wein, den frisch gefangenen Fisch, wenn wir leider zu selten erfolgreich sind  beim Fischen. Wir genießen das sonntägliche BBQ in der Marina di Cala del Sole. Da ich endlich über genügend Zeit verfüge, koche ich Marmelade ein, bereite mindestens einmal die Woche einen Kuchen zu, wenn kein Bäcker zur Verfügung steht, backe ich mein Brot selbst und koche und koche und koche.

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So vergehen die Tage im Nu und ich frage mich oft, wo die Zeit bleibt. Mehr als 650 Tage unterwegs, kaum zu glauben. All die Veränderungen, die wir erfahren haben. Dank der Mühe von ‚Frank, haben nicht nur wir uns verändert, sondern auch das Aussehen unserer Eira. Dieses Jahr werden wir dank neuer Segel wohl ein neues Segelerlebnis erfahren. Mit neuen Lithium Batterien und der Solaranlage von letztem Jahr, sind wir nun Landstrom oder Generator unabhängig, was eine riesige Erleichterung ist. Unser Großsegel hat nun einen Layzbag, mal sehen, ob das Segelbergen nun schneller von statten geht.

Habe ich manchmal Angst? Es wäre gelogen, dies zu verneinen. Natürlich habe ich Angst. Vor der ersten Übernachtfahrt alleine mit Frank, und wie stolz war ich, als wir auf den Balearen ankamen und der erste Sonnenaufgang mitten auf dem weiten Meer erlebt war. Beim ersten Gewitter vor Anker. Hält der Anker oder driften wir wie einige andere Boote. Vor hohen Wellen und Stürmen, vor Containerschiffen in der Nacht. Vor neuen Herausforderungen und neuen Ländern. Ja, einiges macht Angst, doch nach der Angst, kommt die Freude und der Stolz, gemeinsam mit Frank die Situation durchlebt zu haben.

Viele Veränderungen um uns und in uns. Wir nehmen Euch mit auf unserer weiteren Reise, wo auch immer diese uns hinführen wird. D77E0D26-9057-4A8D-A4C4-EFA981479F16

Nach dem Kino

Mein erster italienischer Film hat mich total begeistert! Nicht, dass ich alles verstanden hätte, aber mitlachen konnte ich an den richtigen Stellen. Der Film handelt von der Mafia in Licata und ist mehr eine Gangsterkomödie und mit Laiendarstellern gedreht. Mai arrendersi oder kapituliere nie, zeigt traumhafte Bilder von Licata, all die Orte, die wir hier lieben gelernt haben. Im Kino saß eine der Hauptdarstellerinnen neben mir und der gute Cop und das frühere Mafialiebchen hinter mir.

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Als wir mit 6 Personen aus der Marina das Kino verließen, haben uns die Darsteller draußen erwartet und wollten wissen, wo wir herkommen und ob uns der Film gefallen hat. Erstaunt waren sie, dass unsere kleine Gruppe aus 4 Nationen kam: Deutschland, Schweiz, Norwegen und USA. Und natürlich waren wir begeistert vom Film. Enzo, ein weiterer Darsteller, war nicht dabei, er arbeitet in Mailand, also wurde er kurzerhand angerufen, damit er uns kennenlernen konnte. Unglaublich, aber so ist Licata und die Licatesen und genau deshalb fühle ich mich hier so wohl.

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Ansonsten feiern wir hier andauernd jemandes Geburtstag, letzte Woche war Anne – Inger an der Reihe. Der Geburtstagskuchen von mir, darf dabei nicht fehlen.

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Gestern und heute, haben wir heftigen Ostwind mit 46 Knoten fegt er gerade durch die Marina. Da kommt Abwechselung mit Sport gerade recht. Gestern morgen hatten wir HIIT und gerade eben Yoga. Beim Yoga mußte ich feststellen, dass ich bedingt durch das heftige Schaukeln im Boot doch sehr unruhig stehe, quasi die Bootsbewegungen bereits voll und ganz adaptiert habe. In der Nacht soll es ruhiger werden, hoffentlich. Denn mal wieder eine Nacht durchschlafen wäre echt toll.

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Genießt eure Zeit und bleibt uns treu.

Arbeitspause

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Musste heute kurz vor einem Koller das Boot verlassen. Einfach zuviel Wind, konstante 9 Bft machen selbst im Hafen nicht wirklich Spaß, das Photo gibt die Situation nur unzulänglich wieder.

Normalerweise wären weitere Vorbereitungen zum Einbau der neuen Batterien im Plan, habe mich aber für eine kurze Auszeit entschieden. Auch der Muskelkater vom Austausch der Förderpumpe in den Tagestank hält noch an.

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Das Popelpümpchen hat mich echt gefordert. Musste 4 Löcher bohren und Gewinde in Edelstahlhalter schneiden, ein richtiger Kraftakt. Diesmal ein für das zu fördernde Gut ausgelegte Pumpe (Zahnrad). Die alte Pumpe hat gesäpelt wie Bill, da haben nicht mal mehr Pampers geholfen.

Das Markieren der Kette war dagegen vergleichsweise simpel.

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100 m und inklusive Anker knapp 300 kg auf dem Steg.

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Nun können wir auch mal die Länge der gesteckten Kette vor Anker zuverlässig bestimmen.

Die Montage unserer neuen Abdeckung der Scheiben im Salon war reine Fleißarbeit, 24 Löcher mit Gewinde in den Rahmen unserer Fenster, aber Aluminium ist ein wirklich dankbares Metall für derlei spangebende Formänderungen.

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Bin gespannt, ob die Temperaturen im Sommer wieder 45°C erreichen werden.


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Den Wasseranschluss aus der Backskiste nach außen zu verlegen war dem Komfort geschuldet, das Leben darf auch mal simpler werden.

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Die kleineren Umbauten fallen nicht so ins Gewicht, alles Kleinkram. Echte Erleichterung brachte noch der Einbau eines Aktivkohlefilters in den Kaltwasserzulauf unserer Küchenarmatur, damit hat die Schlepperei der Wasserflaschen im Winter ein ultimatives Ende, nebenbei natürlich auch die Müllentsorgung.

Die Vorbereitungen für 3 neue LifeYPo4-Batterien sind natürlich doch im Gange, wenigstens mental. Und der Batteriemonitor ist bereits eingebaut, trollt ja auch schon 2 Jahre in der Vorratskiste, war bislang jedoch nicht essentiell. Den Ladezustand der alten Batteriebank kann man ganz gut mit Hilfe der vorhandenen  Spannung bestimmen (12,75V ist voll, 12,5V am morgen heißt 75% noch da), das wird künftig nicht mehr gehen. Die neuen Lithium Eisen Yttrium Phosphat Kraftwerke müssen bilanziert werden, da die Spannung über den nahezu gesamten Verlauf konstant bleibt. Also messen und zählen was rein- und rausgeht. Die Dinger sind bestellt und unterwegs, die Erläuterungen dazu sind ein gesonderten Artikel wert. Nur soviel, damit ist das Schiff endgültig autark, kein Landstrom mehr notwendig.

Erwähnenswert ist noch der Flop mit der Phasenanschnittssteuerung unseres 230V Netzes. Hat erst mal 2 Tage gedauert bis der Heizstab im Boiler demontiert, entkalkt, neu abgedichtet und wieder montiert war. Dann das Wundergerät hinter den Inverter geklemmt und 3 Tage lang Warmwasser über die Solarpaneele produziert, dann ist das Dingens abgeraucht. Der Plan war, nur so ca. 200W aus den Batterien zu ziehen, da der kleine Heizstab schon 1000W will und das sind 80A, dat geit net. Soviel schieben unsere Paneele selbst im Optimalfall nicht nach (ca. 40A, mehr ist nicht). Deshalb Leistungsbegrenzung, jedoch scheint der nachgebaute Sinus unseres Wechselrichters nicht zu harmonieren. Egal, zukünftig wird das gehen, auch bei Vollast.

Genug der Technik für heute, nächste Woche kann ich vielleicht mehr berichten.

Auch Bootsbastler müssen mal raus

Nun haben wir das Auto schon über 3 Wochen und langsam wird es Zeit, dasselbe wieder nach Catania zurück zu bringen. Natürlich nutzen wir die Fahrt um uns einiges anzusehen.

Als erstes geht es zu Opas Grab nach Motta San Anastasia. Wie schon berichtet, gibt es hier einen Kriegsgräberfriedhof, auf dem 4500 Kriegsopfer beigesetzt wurden.  Zum Glück scheint dieses Mal die Sonne, ich verabschiede mich von Opa, denn wir werden im April Sizilien verlassen und ich weiß nicht, ob ich zuvor noch einmal Gelegenheit habe, das Grab zu besuchen. Tief bewegt verlassen wir die Anlage, schon seltsam, so weit weg von zu Hause ein Familienmitglied zu haben.

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Das Grab meines Opas Leo Bach in Motta San Anastasia

Es ist Faschingssonntag und Himmel und Menschen sind unterwegs. In Montebianco treffen wir auf den ersten Faschingsumzug. Verkehrschaos herrscht nicht nur hier, sondern in der kompletten Stadt Catania. Frank bewahrt Ruhe und so gelangen wir schließlich zum Museo dello Sbarco. Ein Museum, das der Befreiung im 2. Weltkrieg gewidmet ist. Ein Dorf wurde autentisch nachgebaut, vor der Bombadierung und danach. Wir sehen einen Bunker, die Türen werden geschlossen und die Bombardierung beginnt. Erst Fliegeralarm, dann Bombardierung, die Bomben schlagen in der Nähe an, das Gemäuer wackelt, Staub ist zu riechen. Originalgetreu, wir sind etwas überrascht. Wir sehen die Landung der Allierten, Engländer, vertreten durch Australier und Amerikaner. Mit dem Besuch des Museums folgen wir einer Empfehlung eines Sizilianers, der wir beim 3.Anlauf nun endlich nachkommen. Bisher standen wir immer vor verschlossener Tür.

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Das Innere des Zuges

Als weitere Attraktion haben wir uns eine Fahrt mit der Schmalspurbahn rund um den Ätna vorgenommen. Nun suchen wir zuerst mal die Stelle, an der der Zug abfährt. Mitten in der Stadt, etwas entfernt von unserem wundervollen B&B Aquadellaerte. Hier beziehen wir in einem uralten Palazzo aus dem 17. Jd. ein gemütliches Zimmer.

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Die Stuckdecke im B&B Aquadellarte in Catania, geniales Frühstück inbegriffen

Die Lage ist genial, direkt am Fischmarkt und in unmittelbarer Nähe zu allen Attraktionen der Stadt.

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Jeder Raum hat andere Fliesen

Die Lady des B&B ist sehr hilfsbereit und erklärt uns, wie wir von hier zum Bahnhof Borgo gelangen, wo die Schmalspurbahn startet. Tatsächlich hat Catania seit einiger Zeit eine Metro mit wenigen Stationen, und eine davon hält tatsächlich in Borgo. Früh am Morgen machen wir uns an Rosenmontag auf den Weg. Während zu Hause die Freunde sich dem Karnevalsumzug widmen, steigen wir in den Zug Richtung Ätna.

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Der Circumetnea mit seinen traditionellen Zügen

Die alte Bahn ist in die Tage gekommen, schnauft und wackelt und muss mit jedem KM, den sie zurücklegt 36 Höhenmeter überwinden. Die Circumetnea kostet pro Person 7,90 € und bringt uns dem Ätna schnaufend näher.

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Ausblicke auf den Ätna

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Wir überfahren den Passo Zingaro, passieren die Pistazienstadt Bronte und erreichen mit Maletto den höchsten Punkt der Fahrt. Immer wieder sehen wir aus einer anderen Perspektive den Ätna, kommen näher und näher. In der Stadt Randazzo verlassen wir den Zug, um uns die Stadt am Fuße des Ätnas anzusehen, die bisher immer von der Lava verschont wurde. Randazzo wird als schwarze Stadt bezeichnet, einige Kirchen sind tatsächlich aus Lavasteinen gebaut.

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Wir sehen uns Kirche nach Kirche an und genießen einen weiteren sonnigen Tag, diesmal hoch oben in den Bergen.

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Zurück geht es mit dem Vulcano  einem herrlich neuen und komfortablen Zug nach Catania.

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Dem Ätna ganz nah

Wir schlendern durch die Stadt, genießen einen Prosecco in der Sonne und planen unser Essen am Abend am Fischmarkt. Mit einer leckeren Scheibe Thunfisch auf sizilianische Art beschließen wir den traumhaften Tag.

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Thunfisch auf sizilianische Art

Am nächsten Morgen besuche ich den Fischmarkt und bin etwas betrübt, dass ich keinen Fisch hier kaufen kann. Nehme die Eindrücke in mich auf, bin faziniert von all dem Getier, das um mich herum ansprechend angeboten wird, gleich ob Fisch, Meeresfrüchte oder Schwein und Huhn.

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Fischmarkt Catania

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Eine letzte Autofahrt bringt uns zu Decathlon, wo wir unsere Bekleidung aufstocken, dann zurück zum Flughafen, Auto abgeben und mit dem Bus zurück nach Licata.

Nun hat das dolce vita ein Ende. Bevor die Segelsaison beginnt, gibt es noch einiges am Boot zu tun.

Zum einen, wollen wir außen an der Backskiste einen permanenten Wasseranschluss anbringen, damit wir im Sommer komfortabler außen duschen können. Ich darf nur Hilfestellung geben und bin vom Ergebnis begeistert.

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Süßwasseranschluss für die Außendusche

Der neue Sonnenschutz für die Fenster wird geliefert, nun müssen Löcher gebohrt werden, damit die Bahnen angebracht werden können. Die ersten Arbeiten sind erledigt, allerdings bremst uns heute der heftige Wind ein, so dass die Befestigung erst morgen erfolgen kann. Bilder werden auf jeden Fall nachgereicht.

Unterdessen beschäftigt sich Frank mit dem Austauschen unserer Batterien. Nicht dass wir ein Problem hätten, denn unsere Batterien stammen aus August 2017. Lithium Batterien haben eine wesentlich längere Laufzeit, können tiefer entladen werden und kosten daher ein Vermögen. Rund 7000,- € sind zu investieren. Kein Wunder, dass wir uns mit der Entscheidung etwas schwertun. Ich denke, die Würfel sind gefallen, Gerrit benötigt neue Batterien, da seine den Geist aufgegeben haben und wir könnten eine gemeinsame Lieferung erhalten.  Wenn nun unsere gebrauchten Batterien in der Marina eine neue Heimat finden, dann werden wir wohl die kostenintensive Investition durchführen. Dazu wird es einen technischen Blogbeitrag von Frank geben. Ich fühle mich damit etwas überfordert.

Meine Tätigkeiten an Bord beschränken sich auf Beschaffung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln und Reinigungsarbeiten und als Diskuissionspartner für Investitionen. So bringe ich den Sonnenschutz des Cockpits auf Fordermann und reingie die diversen Organizer im Boot, nach fast 2 Jahren kein Luxus.

Ciao ihr Lieben, bis bald

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind

Nicht immer ist es so ruhig, wie auf dem Foto oben. Während wir die letzte Woche traumhaftes Wetter mit fast sommerlichen, deutschen Temperaturen um 20-23 ° hatten, bläst es seit Sonntag immer wieder heftig. Diese Nacht hatte unser Boot auf einmal richtige Schräglage, das war der Moment, als der Sturm begann. Seitdem haben wir immer wieder Schräglage, wenn die Böen über die Marina hereinbrechen. Wir haben Wind aus Nordwest und der Spaziergang durch die Stadt ist nicht wirklich schön. In die engen Gassen bläst der Wind, wirbelt den ganzen Unrat auf und auch Sand ist in der Luft. Komme gerade vom Einkaufen zurück und ich mußte mich teilweise gegen den Wind stemmen. Die nette Bäckerin hat mir Wegzehrung mitgegeben und mich gefragt, wie es mit dem Schlafen bei so viel Wind ist. Na ja, es gibt Nächte, das schläft man schon besser. Arbeiten an Bord ist wegen des Windes nicht möglich, da wir uns immer wieder zur Seite neigen und der Wind verweht alles. Heute wollten wir den neuen Sonnenschutz an den Scheiben anbringen, vertagt auf morgen, in der  Hoffnung, dass der Wind über Nacht nachlässt. Also habe ich meine Sachen zusammengepackt und sitzen nun im Cafe Letterio und schreibe Blog. Habe auch einiges Nachzuholen, da wir die letzten Wochen, als wir das Auto hatten, viel unterwegs waren.

Ein Ausflug hat uns nach Enna geführt. Bei Enna handelt es sich um die höchstgelegene Provinzhauptstadt ganz Italiens.

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Die Gegend soll einer der Lieblingsorte der Korngöttin Demeter gewesen sein und schon die Hinfahrt in die Mitte der Insel lässt ahnen, warum sie von diesem Landstrich so begeistert war.  Alles grün, Mandelbäume, Wein, Oliven und Gerste wechseln sich ab. Dazwischen immer wieder Gemüse. Es geht bergauf, die Straße ist erträglich gut ausgebaut, sodass die knapp 100 km angenehm zu fahren sind. Das kann man hier nicht immer erwarten. Teilweise sind die Brücken in einem katastrophalen Zustand und man ist froh, wenn sie nicht unter einem zusammenbricht. Gerrirt und Frank fachsimpeln über die Qualität und Fertigung der Bauwerke.

Von Enna bassa schrauben wir uns quasi dem Himmel entgegen, denn Enna alto liegtn 1000 m hoch auf einer Bergkuppe. Das Auto wird vor dem Castello di Lombardia abgestellt. Die Burg wurde vom Normannen Roger I. im 11. Jh. gegründet und steigt man auf den höchsten Turm Torre Pisana, so erreicht man 1100 Höhenmeter und wird mit einem genialen Rundumblick belohnt.

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Während man im Osten den Ätna rauchen sieht,

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kann man im Westen das Bergstädtchen Erice erblicken. Dazwischen das Grün der Landwirtschaft und schneebedeckte Berge. Wir sind begeistert von unserem kostenlosen Guide, der uns in einem unglaublich schnellen Deutsch, das wir kaum verstehen, die Geschichte dieser Anlage nahebringt. Die Burg ist gepflegt, die 3 Höfe pikobello sauber. Am Eingang können wir uns eine Ausstellung über die Osterprozessionen ansehen, die von den diversen Bruderschaften organisiert werden.

Als nächstes sehen wir uns den Dom aus dem 14.Jh. an, Maria SS della Visitazione. Die Kirche wurde nach einem Brand im 15. Jh. im gotischen Stil wieder aufgebaut. Die Schiffe sind durch dicke Säulen aus schwarzem Basalt getrennt. Über uns schwebt eine kunstvoll geschnitzte Kassettendecke aus Kastanienholz, gefertigt im 16. Jh.

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Nach einem Spaziergang durch den Ort, mit einem kurzen Kaufstop in einem Resycling Laden, in dem ich ein paar blaue Ohrringe erstehe, gönnen wir uns einen Cappuccino und machen uns auf nach Caltagirone.

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Es handelt sich um die Citta della Ceramica, die Straßen sind gesäumt von Ateliers in denen wunderschöne Keramiken hergestellt werden: Fliesen, Tische, Waschbecken, alles individuell gefertigt. Wir lassen uns treiben und steigen natürlich die 142 Stufen der Freitrepppe Scala di S. Maria del Monte hoch. Hunderte von Majokikafliesen zieren die Treppe. Auch hier befinden sich rechts und links der Treppe Ateliers, die zum Verweilen einladen um den Künstlern über die Schulter zu sehen.

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Wir sehen uns den Dom aus dem 18. Jh. an und erhalten eine weitere kostenlose Führung durch den ehemaligen Kerker, der heute eine Ausstellung beherbergt.

In einem traumhaften Innenhof entdecken wir einen Laden, der antike Fliesen verkauft und Lieferant für alle Dolce & Gabana Verkaufsstores der Welt sein soll. Hier finden wir auch die arabisch anmutenden Blumentöpfe in Form von Köpfen. Der Sage nach, soll ein arabischer Fürst in den Gassen eine wunderschöne Frau gesehen haben und sich unsterblich in sie verliebt haben. Er wollte sie heiraten. Sie findet jedoch heraus, dass er bereits verheiratet ist und bei einem Date, schlägt sie ihm den Kopf ab. Zur Abschreckung an weitere Liebhaber stellt sie den Kopf auf den Balkon und pflanzt Blumen ein. Ein Töpfer sieht das „Kunstwerk“ und ahmt es nach. So gibt es heute auf Sizilien tausende dieser Blumentöpfe auf Terassen und Balkonen.

 

 

Natur pur

heute entführen wir Euch ins Riserva naturale di Torre Salsa, WWF, westlich von Siculiana. Wir haben bereits mehrere Anläufe unternommen, dieses traumhaft ruhige und saubere Gebiet zu erkunden.

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Beim dritten Mal haben wir endlich das Glück, den richtigen Einstieg zu finden. Es handelt sich um einen wunderschönen Küstenstreifen mit einsamen Naturstränden, gestrandeten Schiffen, herrlicher Vegetation und Ruhe.

Das Pfeifen der Vögel begleitet uns beim Abstieg zu den Kalkklippen. Es sind nicht nur die Seevögel, die gerne hier verweilen sondern gerade jetzt Ende Februar machen hier die Zugvögel auf ihrem Weg in den Norden Rast. Hier oben sind sie ungestört und dank der fruchtbaren Gegend finden sie hier genügend Insekten um sich zu stärken. Der Wanderer tut gut daran, Verpflegung mitzubringen, denn um die Landschaft zu schützen, gibt es hier keine Versorgungsmöglichkeiten. Ausgerüstet mit ausreichend Wasser und Keksen machen wir später unser einsames Picknick auf den Klippen.

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Zahlreiche Orchideen, 11 unterschiedliche Arten, säumen unseren Weg und Wolfsmilchgewächse und Macchia  tauchen die Landschaft in blühendes Grün. Auch die Meeresschildkröten wissen den Strandabschnitt zu schätzen und kommen zum laichen hier her. Wir gewähren ihnen die notwendige Ruhe und sehen uns das Ganze lediglich von oben an.

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Unsere weitere Fahrt bringt uns nach Siculiana. Am Ortseingang stellen wir fest, dass es sich um die Partnerstadt von Marpingen im Saarland handelt, ein Grund mehr, das Städtchen zu besichtigen. Gegründet im 14. Jh. wird es als das Tor Siziliens bezeichnet. Oben am höchsten Punkt des Ortes thront ein arabisches Kastell und diverse Kirchen. Uns begeistert die Segmentkuppel der Chiesa Madre und mit Blick auf Küste, Kastell und Kirche genießen wir einen Cappuccino.

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Meine Yogagruppe  hat im Laufe des  Winters immer mehr Zuwachs aus Licata und Umgebung erhalten. Zum einen Mariela, die Anwältin, mit der und bei ihr ich mehrfach kochen und backen durfte und Ruth, die Schweizerin, die mit ihrem Mann Urli in den Bergen bei Campobello di Licata lebt. Sie haben vor 22 Jahren ein wunderschönes Anwesen hoch gelegen und abseits jeglicher Zivilisation erworben und kultiviert. Hier oben gedeihen Weinreben, Oliven, Zitronen, Granatäpfel, Mandeln und Kaktusfeigen neben Salbeibüschen und Rosmarin. 8 Hunde laufen frei herum und sichern das einsame Anwesen, denn die nächsten Nachbarn leben weit entfernt. Oben bei ihnen gibt es Strom und zusätzlich Solarpaneele, aber kein Wasser. Daher wird Regenwasser gesammelt und mit einem Wasserbereiter gefiltert. Sie führen hier ein einsames Leben, verzichten auf Komfort, dafür NATUR PUR!

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Wir verbringen einen herrlichen Nachmittag mit ihnen und kehren beladen mit Zitronen, Rosmarin und Salbei zurück zur Marina.

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Klar ist, dass es am nächsten Tag Saltimbocca alla Romana gibt, denn der Salbei duftet köstlich und mit den Zitronen lässt sich eine leckere Soße bereiten. Außerdem bin ich mittlerweile großer Fan der Cedri geworden. Dabei handelt es sich um eine riesige Zitrone, die komplett gegessen wird, inklusive Schale. Als Vorspeise bereite ich daraus ein Carpaccio auf Ruccola mit Buttara, einem besonderen Mozzarella. Beim Schreiben des Artikels läuft mir gerade das Wasser im Munde zusammen.

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Apropo Yoga: die Marina hatte im Februar einen externen Yogalehrer für uns organisiert. Natürlich kam Moreale, wie es sich für einen richtigen Italiener gehört, eine halbe Stunde zu spät. Begrüßte uns kurz, startete einen Speaker mit indischer Musik und verschwand wieder. Kurze Zeit später erschien er diesmal ohne Shirt, so dass wir all seine Muskeln begutachten konnten. Uns blieb wahrlich der Mund offen stehen, aber keine Zeit, dieses Muskelpaket mit all seinen Tätowierungen zu bewundern, er startete sogleich sein extrem schwieriges Yogaprogramm ohne Pause, ohne Ansage, lediglich, wenn es zu einem Wechsel kam, sagte er Change the Position. Aber seht selbst:

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Unsere Arbeiten an Bord gehen weiter: Frank hat eine Luke in die Sprayhood eingebaut. Wir mussten feststellen, dass wir zu wenig Frischluft im Cockpit haben. Nachdem wir uns diverse Schiffe angesehen haben, wurde beschlossen, es mit dieser Luke zu probieren. Bestellt in Deutschland bei SVB kam sie mit einer großen Lieferung in Sizilien an. Bedingt durch einen Denkfehler, ließ sie sich nicht vollständig schließen, schlecht, falls wir mal Wasser überbekommen, also musste eine Nut gefräst werden, jetzt ist sie voll funktionsfähig und wir freuen uns auf eine weitere Verbesserung.

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Der Bootsbastler hat immer eine Lösung parat. Das Fachwissen und Talent ist nicht nur auf unserer Eira gefragt, nein, er arbeitet auch an anderen Booten. Unser finnischer Nachbar Samy ist froh, dass er auf Frank zurückgreifen kann und mein Mann ist nun häufig auf Samys Boot anzutreffen.  Bin gespannt, ob unser Boot rechtzeitig zur Segelsaison fertig ist.

von griechischen und barocken Orten

Frühlingshafte Temperaturen und die Tatsache, ein Auto zu haben, macht uns mobil und so erkunden wir die nähere Umgebung mit gelegentlichen Ausflügen. Heute bringt uns die Fahrt nach Eraclea Minoa, eine griechische antike Siedlung, die auf einem Hochplateau am Capo Blanco liegt.

 

Einer der schönsten Badestrände liegt unter uns, während wir uns auf den Rundweg machen, die Anlage des kretischen Königs Minos zu besichtigen.

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Minos wurde von König Kokalos getötet, als er den Helden Theseus und dessen Sohn Ikarus verfolgte. Es entstand im 6. Jh. v. Chr. eine Tochterstadt von Selinunte mit Amphietheater, Stadtmauer, einigen Häusern, unter anderem einer Töpferwerkstadt, Fragmente der Ausgrabungen kann man in einem kleinen Museum besichtigen.

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Im 3. Jh. wurde der Ort von den Römern erobert und bis ins 1. Jh. nach Chr. bewohnt. Ein reicher Boden lässt rundum Landwirtschaft entstehen, Schafherden kommen uns auf unserer Wanderung entgegen und wir genießen die phantastische Fernsicht entlang der Küste.

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Dies macht Hunger auf mehr und so fahren wir zurück nach Realmonte, der Partnerstadt von Eppelborn um dort gemeinsam mit unseren Freunden Pascale und Gerrit von Mojito die Scala dei Turchi zu besteigen.

 

Der Legende nach stiegen die Sarazenen über diese Kalkstufen an Land und eroberten Sizilien. Im Sommer ein Rummelplatz wegen all der Touristen, haben wir hier den Strand fast für uns alleine. Leider haben die Strandbars noch nicht geöffnet, so dass es weder Pasta noch Pizza gibt, lediglich ein frisch gepresster Orangensaft wird uns gereicht. Unternehmungslustig, wie wir heute sind, machen wir uns auf in das Barockstädtchen Naro. Es handelt sich um eine der größten Universitäten Siziliens. Wir parken das Auto vor einem uralten Konvent, das leider nicht besichtigt werden kann. Der Weg durch die historische Altstadt gestaltet sich schwierig, da es keine Hinweisschilder zur Orientierung gibt.

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Nach einigem Suchen stehen wir schließlich vor der normannischen Burg, die kostenlos zu besichtigen ist. Wir fragen uns immer wieder, wie diese alten, baufälligen Gemäuer erhalten werden können, wenn die Touristen nichts zahlen müssen.

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Wir besteigen den Turm und haben von hier einen 360 ° Rundumblick über das liebliche Valle del Paradiso, fruchtbar und wasserreich mit einigen Stauseen.

 

winterblues

Weihnachten haben wir in Deutschland verbracht, da kannst du den Winterblues bekommen. Nicht nur das Wetter machte uns zu schaffen, auch die Tatsache, dass meine Mama ins Pflegeheim kam und somit ihr Appartement aufgelöst, ausgeräumt, geputzt und übergeben werden musste. Möbel verkaufen etc. Auch Arztbesuche waren zu absolvieren, schließlich musste Frank auch noch an der rechten Oberschenkelvenenklappe operiert werden. Also ganz schön viel zu tun. Genossen haben wir in dieser Zeit jedoch das Zusammensein mit unseren Familien und Freunden. Endlich mal wieder Freundinnen treffen, zusammen klönen und genießen. So vergingen die 7 Wochen in Deutschland rasend schnell und siehste nicht, biste nicht, bist du schon wieder auf Sizilien gelandet. Am Flughafen das zuvor gemietete Auto in Empfang genommen und auf`s Boot gefahren. Wie schön, endlich wieder zu Hause zu sein und zu sehen, dass die Abdichtungsarbeiten an den Fenstern und Luken erfolgreich waren. Kein Wasser im Boot und da die Toilette mit Süßwasser beim Wegfahren gespült worden war, auch kein Gerüchle an Bord. Nur etwas kalt war es. Also Heizung an und nach einer halben Stunde war es wohlig warm im Schiff.

Die ersten Tage haben wir alle Mitbringsel aus Deutschland verstaut, jeden Tag kam ein anderes Paket an, so dass neben der Grundreinigung des Bootes einiges zu tun war. Vor allem mussten Getränke an Bord, da wir das Auto haben, kein logistisches Problem.

Mit unseren Deutschen Freunden Pascale und Gerrit von Mojito haben wir an meinem Geburtstag einen Ausflug nach Ragusa Ibla und Modica gemacht. Beides alte Städtchen mit viel Charme. Während Ibla im Winterschlaf ruhte, waren wir lange auf der Suche nach einem Cafe, nach etlichem bergauf und bergab haben wir endlich am Dom eine schöne Bar gefunden und nach dem obligatorischen Cappuccino mit einem Glas Prosecco angestoßen. Winterruhe in diesen alten Städtchen ist auf einer Seite schön, dort wo sich üblicherweise Touristenscharen tummeln, hast Du jetzt Platz und Muse und Gelegenheit auf manch ein schönes Erlebnis.

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Frank hat uns als souveräner Fahrer weiter nach Modica gefahren, die Schokoladenstadt, die wir anlässlich des jährlichen Schokoladenfestivals 2017 schon besuchten. Jetzt lockte uns ein Eis, das uns Stärkung sein sollte für den Aufstieg in die Altstsdt. Verwinkelte Gässchen geben immer wieder schöne Ausblicke frei und wir genießenden Nachmittag in der Sonne. Natürlich besichtigen wir den Dom und bekommen die Gelegenheit, den Glockenturm zu besteigen.

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Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick über das ganze Tal.

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Am Abend genießen wir ein leckeres Essen im de Gustibus in Licata und fallen in der Nacht todmüde ins Bett.

Während ich am nächsten Morgen pflichtbewusst die Yogastunde abhalte, beginnt Frank mit den Arbeiten im Boot. Heute steht die Heizschlange für das Warmwasser an, was sich dann als Zweitagesbeschäftigung entpuppt, da sich die Heizschlange nicht vom Fleck rühren will und zudem eine Leckage entdeckt wird.

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Also sieht das  Boot wie eine Baustelle aus. Input von diversen Seiten führt dazu, dass am Montag die Heizspirale ihren Widerstand aufgibt und ausgebaut und gereinigt werden kann. Der Kalk von 20 Jahren muss entfernt werden und dank der Zitronensäure gelingt die vollständige Reinigung. Schließlich wird das Ganze wieder eingebaut und abgedichtet. Ergebnis mehr als zufriedenstellend: kein Tropfen verlässt die Leitung. Ursprünglich wollte Frank bei all dieser Tätigkeit nur einen geeigneten Platz für den Leistungssteller finden, eine Phasenanschnittsteuerung, um Wasser über die Solarpaneele zu erwärmen. In den ersten Tagen unserer Rückkehr wurde der neue Lazybag geliefert. Unser Groß liegt nun in einem neuen Bett und wir hoffen, dass das Setzen und Bergen des Großsegels nun einfacher zu handhaben ist. 3D4009FE-42B6-4089-B8F7-B27677A3987E

 

There is too much Christmas oder was in der Zwischenzeit passiert ist

Franks Geburtstagsfest fiel dieses Jahr zusammen mit Thanks Giving und unsere amerikanischen Freunde hatten uns dieses Jahr eingeladen, mit ihnen gemeinsam den Feiertag zu zelebrieren. So kam Frank zu einer ungewöhnlichen Geburtstagsfeier.

 

 

Das Wetter ist nach wir vor genial.Klare Tage nutze ich, um weiterhin die Gegend zu erkunden. Manchmal gelingen dann phantastische Fotos.

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Die Tage sind mit vielen Aktivitäten gefüllt. Nach wie vor, mache ich sehr viel Sport, denn das Leben auf einem Boot erfordert einfach Fitness. Daneben koche ich Marmelade ein. 3 Sorten stehen für das Frühjahr bereit. Neben Ananas – Khaki

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habe ich gemeinsam mit Pascale auf deren Katamaran von Bio Orangen, die wir von Marillia, einer Sizilianerin erhalten haben, mit viel Aufwand, da man die Orangen anpieksen muss und dann mehrere Tage wässert, gekocht haben. Einige Orangen wurden mit Peperoni verfeinert, ihr glaubt gar nicht, wie lecker diese Marmelade geworden ist. Gegessen wird sie natürlich nicht zum Frühstück, sondern zum Käse gereicht, eine wahre Leckerei.

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An drei Samstagen haben wir die Küche der Sizilianerin Marilla gekapert und in ein wahres Schlachtfeld verwandelt. Am ersten Samstag wurde Hefegebäck hergestellt, genannt San Martino Cookies,  die man in Sizilien zum neuen roten Wein genießt. Uns Deutschen Frauen war das Ganze dann doch zu trocken.

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Von diesem ersten Fehlversuch haben wir uns jedoch nicht abschrecken lassen und am 1. Dezember wurden dann Taralli gebacken. Mit viel Anis hat diese Köstlichkeit uns schon eher zugesagt, wobei wir mit dem Zuckerguss sehr sparsam waren und Marilla unsere Plätzchen in vor Zucker triefende Kalorienbomben verwandelt hat. Zu unserem Erstaunen, sogen sich die Plätzchen voll mit Zucker und haben nach Tagen erstaunlich gut geschmeckt. Da unser Backdrang zu groß war, haben wir sonntags zum BBQ eine riesige Platte unserer Kalorienbomben mitgenommen.

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Am 6. Dezember haben wir uns mit 33 Personen auf den Weg ins Landesinnere gemacht um Monte D`Oro zu besichtigen. Autofahrten sind wegen den Straßenverhältnissen an sich schon sehr interessant, wenn man dann noch in einem Bus sitzt und entsprechend besseren Überblick hat, ist es schon genial. Die Sizilianer lieben Brücken. Wo in Deutschland normale Straßen gebaut werden würden, gibt es hier Brücken. Manche sind 3 KM lang und ich will gar nicht wissen, was die Instandhaltung kostet. Vor Ort haben wir zuerst das Schwefelmuseum besucht. Sizilien ist bekannt für sein enormes Schwefelaufkommen und in früheren Jahrhunderten wurde damit viel Geld verdient. Leider wurden die Arbeiter ausgebeutet und verdient haben nur die Besitzer. Das gemeine Arbeitsvolk bestand überwiegend aus Kindern, da diese klein waren und daher die Stollen nur in deren Körpergröße ausgegraben werden mussten. Die meisten Familien haben ihre Kinder an die Minenbesitzer verkauft, welch grausames Tun, doch die Armut hat die Menschen dazu getrieben. In den Minen war es extrem heiß, so dass die Arbeiter nackt oder lediglich mit einem Lendenschurz bekleidet, arbeiteten. Die kleinen Körper waren ausgemerkelt, oft genug hatten sie nicht genügend Flüssigkeit zu trinken und die Tragelasten wogen zwischen 20 und 80 KG.

 

Der Anblick der Bilder im Museum hat uns zutiefst erschüttert. Die Erzählungen des sehr gut englisch sprechenden Guides ließen uns den Atem stocken. Mit Helmen ausgestattet haben wir schließlich auch eine Grube besichtigt und wir alle waren froh, als wir das enge Loch wieder verlassen konnten. Die Minen wurden bis in die 50ziger Jahre des letzten Jahrhunderts betrieben. In strahlendem Sonnenschein spazierten wir zurück ins Dorf, wo wir ein typisch sizilianisches 3 Gang Menü verspeisten, natürlich durfte es an Wein nicht fehlen. So gestärkt schlenderten wir durch den blitzblanken sauberen Ort, der eine herrliche Piazza vorzuweisen hat, die mit europäischer Unterstützung errichtet wurde. Zum Ende des langen Tages besichtigten wir noch das Dorfmuseum, das uns das Leben der Einheimischen in früheren Zeiten offenbarte. Als Bauern führten sie ein karges arbeitsreiches Leben, der Rhythmus der Natur und Jahreszeiten bestimmte ihr Leben. Die Frauen waren alle in schwarze Gewänder gehüllt, die Ende des 18. Jahrhunderts oft nur die Augen unverhüllt ließen. Der arabische Einfluss ist klar und deutlich sichtbar.

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Am Abend hatten wir unsere Schwedisch – niederländischen Stegnachbarn zum Essen zu Gast. Da sie im nächsten Jahr nach Griechenland wollen, gab es ein griechisch – sizilianisches Abendessen. Das Nudelrezept mit Rigatoni und sizilianischer Salcicce ist einfach der Hammer.

Zwei Tage später fand unsere letzte und aufwendigste Backorgie statt und auf dem Lehrplan stand diesmal die Königin der sizilianischen Dolci: die Canolli. Die Teile sind zwar der Hammer, für uns Boaties war jedoch klar: das werden wir niemals an Bord wiederholen. Die Teilchen kann man hier überall kaufen und die Süßwarenhersteller müssen schließlich auch von etwas leben.

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Am Donnerstag haben wir in der Marina mit 12 unterschiedlichen Nationen das Santa Luzia Fest gefeiert. Die Heilige Luzia wurde hier in Syracusa geboren und die nordischen Länder kennen das Lichterfest der heiligen Lucia ebenfalls. So wurden Plätzchen gebacken, Punsch und Glühwein gekocht und jeder hat mit unterschiedlichen Speisen und Getränken zum Gelingen des Festes beigetragen. Selbst eine Luzia konnten wir vorzeigen. Sarah hatte sich bereiterklärt, diese Rolle zu übernehmen. Jil und Rein haben uns die Geschichte um die Heilige erläutert. Mit netten Gesprächen klang ein weiterer schöner internationaler Abend aus.

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Und klar ist, natürlich weihnachtet es hier, nicht nur ein bisschen, nein, die Sizilianer lieben es glitzernd und schrill. Die ganze Stadt erstrahlt in weihnachtlichem Glanz, in der Marina blinkt und leuchtet es, selbst die Boote sind hell erleuchtet. So bot es sich an, an einem vorweihnachtlichen Abendspaziergang durch Licata teilzunehmen. Die Organisation Qanad führte uns durch die laue Nacht, mit Gesang und Weihnachtsgeschichten erkundeten wir die Straßen der Stadt. Natürlich wurden wir auch kulinarisch verwöhnt, an 3 Stationen wurden uns Speisen und Getränke gereicht.

 

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Die Laienschauspieler unterhielten uns dabei mit dem Stück: There is too much Christmas, dabei ging es um zwei Außerirdische Affe und Ochs, die in die Weihnachtszeit reisen um das Kind zu finden, wegen dem noch 2000 Jahre später ein großes Fest gefeiert wird.

 

Obwohl der ganze Abend in italienisch gehalten war, muss ich feststellen, dass ich immer mehr verstehe, leider traue ich mich nicht italienisch zu sprechen, dafür müsste ich noch einige Winter hier verbringen. Unsere Reisepläne sehen jedoch anders aus. Dazu später mehr.

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Frank arbeitet emsig an unserem Boot und an vielen anderen Booten in der Marina. Hilfsbereit wie er ist, unterstützt er jeden, der hilflos oder ungeschickt ist. So kam der Schreck zur Mittagsstunde heute unverhofft. Leider war es diesmal unser eigenes Boot, das im Motorraum Öl aufwies, sodass der Motor angeworfen wurde. Gott sei Dank handelte es sich bei dem vorgefundenen Öl wohl um Reste des Ölwechsels, den mein LI vor 14 Tagen durchführte. Tief durchatmen und entspannen. Gerade rechtzeitig, da es heute Nachmittag heftig bläst. Die Gischt spritzt über die Hafeneinfahrt. Der Westwind beschert uns ein schwankendes Boot.

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Die Tasche ist gepackt, morgen geht es in Richtung Deutschland und Heimat. Zuerst mit dem Bus nach Catania und am Mittwoch mit dem Flieger nach Frankfurt. Schade, dass wir das Wetter von hier nicht in die Reisetasche packen können. Wenn die Sonne scheint, erreichen die Temperaturen tagsüber oft noch 20°.

Wir wünschen Euch, die ihr unserem Blog folgt ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest und das Allerbeste für das neue Jahr. Mögen all eure Wünsche in Erfüllung gehen.

Hurra, wir leben noch

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Entschuldigt, dass wir solange nichts haben von uns hören lassen. Nachdem wir hier in Licata angekommen sind, bin ich gleich nach Deutschland geflogen. Unser Büro wurde 20 Jahre alt, die Party konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Zum ersten Mal musste ich mich um nichts kümmern und konnte das Zusammentreffen mit Mandanten und Mitarbeitern in vollen Zügen genießen. Markus hatte alles bestens organisiert. Familie und Freunde wollten ebenfalls besucht sein und natürlich stand auch ein Termin bei der Friseurin meines Vertrauens an. Ein neuer Haarschnitt und gleich sieht die Welt schon wieder anders aus.

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Zurück in Licata erwartete mich wirklich böses Wetter. Es goß in Strömen, alle Straßen waren überflutet und wir hatten einiges zu tun, das Boot trocken zu legen und danach trocken zu halten. Es ist toll, wenn Eira auf dem Wasser segelt, es ist weniger schön, wenn die Regenmassen sich einen Weg ins Boot suchen. Die ersten Versuche, die Fenster abzudichten, sind leider nicht vollumfänglich geglückt. Dies bedeutet, dass wir wieder von vorne beginnen können.

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Der Oktober hat uns dieses Jahr alles abverlangt. So schön das Wetter im letzten Jahr war, als wir bis Ende November immer wieder einen Tag auf dem Wasser außerhalb des Hafens verbracht haben, so arg gebeutelt wurden wir in diesem Oktober. Die heftigen Regenfälle waren eher regelrechte Sintfluten, dazu gesellten sich Gewitter und Stürme. Wir haben das beste daraus gemacht, uns neu in Licata eingelebt, neue Freunde gewonnen, wieder mit regelmäßigem Sport begonnen und eine Wiederaufnahme unserer italienisch Stunden stand auch auf dem Programm. Langeweile sieht anders aus. Kurz vor Halloween lud uns Syd in sein Appartment ein, damit wir eine Probe seiner Bloody Mary testen konnten, huih, die war very strong. Direkt im Anschluss stürzten wir uns ins Gewimmel eines kleinen Straßenfestes mit tutto di Fauzza, alles rund um die Pizza, mit Musik, Wein und kulinarischen Köstlichkeiten.

La dolce vita inbegriffen. Wir tanzten zu sizilianischen Klängen durch die warme Nacht. Selbst Halloween feierten wir in diesem Jahr. Mehr als 50 italienische Kinder kamen in die Marina um bei Süßem zu feiern, wir Erwachsenen tanzten in die Nacht. Da es unser Hochzeitstag war, machte mir Frank die Freude, obwohl er sonst den amerikanischen Sitten nichts abgewinnen kann.

 

Vor 14 Tagen kamen unsere neuen Segel aus Deutschland an. Wir haben uns, nachdem der Regen endlich aufhörte wie die Kinder gefreut. Riesenpäckchen erinnern uns an Weihnachten und tatsächlich kamen ähnliche Gefühle auf, als wir montags endlich daran gingen, die Neuanschaffung zu begutachten.

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Als erstes haben wir uns mit dem Vorsegel beschäftigt, dieses war am einfachsten zu bergen, das Alte, und das neue hochzuziehen. Das neue Groß hat Frank mehr abverlangt, da eine Schiene an dem Mast angebracht werden musste. 2 Tage schuftete Frank mit tatkräftiger Unterstützung von Axel von der Vega und Gerrit von Mojito. Zahlreiche Mastklettereien standen zu absolvieren.

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Mir bleibt dabei immer wieder die Luft weg, wenn ich sehe, wie unerschrocken Frank die Maststufen erklimmt. Gut gesichert ist selbstverständlich.

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Nach all den Mühen gönnten wir uns sonntags einen Spazierung durch das altertümliche Licata, genial organisiert von Angelo, den wir bereits seit letztem Jahr kennen. Als erstes besuchten wir die Kirche Santa Maria La Vetere. Erbaut um 1500, war sie die bedeutendste Kirche. Gebaut wurde sie im Süden der alten griechischen Stadt. Später übernahmen die Benediktiner diese Kirche. Schöne Fresken, alte Holzarbeiten, selbst eine gut erhaltene Krypta konnten wir sehen. In dieser Krypta wurden die Verstorbenen auf hohle Sitze gesetzt, die Körpersäfte konnten durch die Rinnen abfließen.

Die nächste Station war die alte griechische Stadt, die 282 vor Chr. hier errichtet wurde. Finziada, der Name der Stadt, war Austragungsort des ersten punischen Krieges auf dem Meer vor Licata. Bei Ausgrabungen wurden 7 Häuser gefunden. Die Gegend um diese Hügel ist durchsetzt mit Höhlen und Grotten. Hier lebten in früherer Zeit die Menschen, geschützt vor Sonne und Stürmen. Später wurden die Grotten genutzt um Vieh unterzustellen. In den Weltkriegen hat man die Höhlen dann als Rückzugsorte für die Bevölkerung genutzt, die Gegend war insbesondere im 2. Weltkrieg heiß umkämpft.

Über eine alte römische Straße, mehr Gasse, vorbei an der alten Stadtmauer gelangten wir zur Burg San Angelo, die Licata überragt und 1615 erbaut wurde, auf den Ruinen von Finziade.  In der Nähe der Burg besichtigten wir eine heilige Kirche, die in den Fels hinein gebaut wurde. Natürlich darf bei einer Stadttour die Kulinarik nicht zu kurz kommen. Einheimische haben für uns lecker gekocht, dazu gab es selbstgepresstes Olivenöl von Angelos Frau und Wein von Quignones. Der Beerensaft mundete bestens und so äußerten wir den Wunsch, das Weingut zu besichtigen. In der Marina trafen wir einige Freunde und gönnten uns zurück in der Stadt ein letztes Eis, da hier in Südsizilien die Eisdielen üblicherweise Anfang November schließen. So wurden wir Zeuge einer verspäteten Marienprozession. Da es am 31. Oktober heftig geregnet hatte, wurde Maria einfach Tage später durch die Stadt getragen.

Einen Sonntag später wurden wir am Büro der Marina abgeholt, zum Weingut gefahren und mit einem zweiten Frühstück begrüßt. Dann ging es über Stock und Stein, nur gut, dass wir unsere Bergstiefel dabei hatten, denn der Regen hatte alle Wege aufgeweicht.

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Die Schuhe wurden immer schwerer, der Lehm klebte an den Sohlen. Bei schönstem Wetter genossen wir die Wanderung entlang uralter Olivenbäume, teilweise mehrere hunderte Jahre alt. Die einzelnen Grundstücke wurden durch Agaven getrennt. Wir wanderten entlang von Johannisbrotbäumen, deren Fruchtstände gegessen werden können.

Natürlich probierten wir diese. Aber wir wollten auch die Reben sehen, die Trauben abgeerntet und bereits zu neuem Wein verarbeitet, standen die nackten Weinstöcke auf den Feldern, die Hügel hinauf. Wunderschöne Ausblicke auf das südliche Sizilien waren inbegriffen.

Wir schraubten uns immer höher und 4 Pärchen erklommen den höchsten Bergrücken. Unterwegs sahen wir wilde Orchideen, wilden Fenchel, Mangold und wahrscheinlich noch viel mehr. Oben auf dem Plateau waren wir von wilden Krokussen umgeben.

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Welch eine Fernsicht, welch ein Ausblick. Der Abstieg gestaltete sich etwas schwieriger und so kamen wir hungrig zurück auf das Weingut. Die Bewegung an der frischen Luft wurde gekrönt von einem leckeren italienischen Mittagessen mit all den Köstlichkeiten, die die Gegend bietet: Pizza, geröstetes Brot, diverse Dips, Oliven, frisch gepresstes Olivenöl und vieles mehr. Dazu köstlicher Weißwein, neuer Vino Nero D`Avola, gereifter Nero d´Avola, Sauvignon und vieles mehr.

Als Zwischengang durften wir Rigatoni con Salsicce und Rigatoni con peperoni genießen, den Abschluss bildeten gegrillte Würste und schließlich zur Krönung noch einige Dolci.

Bepackt mit unseren Einkäufen kamen wir zufrieden zurück in die Marina und ließen den Abend an Bord unserer Nachbarn Claire und Andy auf Ula ausklingen.

Nun könnt ihr nachvollziehen, warum wir so lange nichts von uns hören ließen, ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Ich verspreche jedoch, wieder regelmäßig kurze Berichte zu verfassen.

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Buon fine settimana, heißt: schönes Wochenende, wo immer ihr gerade seid.

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