Natur pur

heute entführen wir Euch ins Riserva naturale di Torre Salsa, WWF, westlich von Siculiana. Wir haben bereits mehrere Anläufe unternommen, dieses traumhaft ruhige und saubere Gebiet zu erkunden.

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Beim dritten Mal haben wir endlich das Glück, den richtigen Einstieg zu finden. Es handelt sich um einen wunderschönen Küstenstreifen mit einsamen Naturstränden, gestrandeten Schiffen, herrlicher Vegetation und Ruhe.

Das Pfeifen der Vögel begleitet uns beim Abstieg zu den Kalkklippen. Es sind nicht nur die Seevögel, die gerne hier verweilen sondern gerade jetzt Ende Februar machen hier die Zugvögel auf ihrem Weg in den Norden Rast. Hier oben sind sie ungestört und dank der fruchtbaren Gegend finden sie hier genügend Insekten um sich zu stärken. Der Wanderer tut gut daran, Verpflegung mitzubringen, denn um die Landschaft zu schützen, gibt es hier keine Versorgungsmöglichkeiten. Ausgerüstet mit ausreichend Wasser und Keksen machen wir später unser einsames Picknick auf den Klippen.

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Zahlreiche Orchideen, 11 unterschiedliche Arten, säumen unseren Weg und Wolfsmilchgewächse und Macchia  tauchen die Landschaft in blühendes Grün. Auch die Meeresschildkröten wissen den Strandabschnitt zu schätzen und kommen zum laichen hier her. Wir gewähren ihnen die notwendige Ruhe und sehen uns das Ganze lediglich von oben an.

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Unsere weitere Fahrt bringt uns nach Siculiana. Am Ortseingang stellen wir fest, dass es sich um die Partnerstadt von Marpingen im Saarland handelt, ein Grund mehr, das Städtchen zu besichtigen. Gegründet im 14. Jh. wird es als das Tor Siziliens bezeichnet. Oben am höchsten Punkt des Ortes thront ein arabisches Kastell und diverse Kirchen. Uns begeistert die Segmentkuppel der Chiesa Madre und mit Blick auf Küste, Kastell und Kirche genießen wir einen Cappuccino.

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Meine Yogagruppe  hat im Laufe des  Winters immer mehr Zuwachs aus Licata und Umgebung erhalten. Zum einen Mariela, die Anwältin, mit der und bei ihr ich mehrfach kochen und backen durfte und Ruth, die Schweizerin, die mit ihrem Mann Urli in den Bergen bei Campobello di Licata lebt. Sie haben vor 22 Jahren ein wunderschönes Anwesen hoch gelegen und abseits jeglicher Zivilisation erworben und kultiviert. Hier oben gedeihen Weinreben, Oliven, Zitronen, Granatäpfel, Mandeln und Kaktusfeigen neben Salbeibüschen und Rosmarin. 8 Hunde laufen frei herum und sichern das einsame Anwesen, denn die nächsten Nachbarn leben weit entfernt. Oben bei ihnen gibt es Strom und zusätzlich Solarpaneele, aber kein Wasser. Daher wird Regenwasser gesammelt und mit einem Wasserbereiter gefiltert. Sie führen hier ein einsames Leben, verzichten auf Komfort, dafür NATUR PUR!

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Wir verbringen einen herrlichen Nachmittag mit ihnen und kehren beladen mit Zitronen, Rosmarin und Salbei zurück zur Marina.

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Klar ist, dass es am nächsten Tag Saltimbocca alla Romana gibt, denn der Salbei duftet köstlich und mit den Zitronen lässt sich eine leckere Soße bereiten. Außerdem bin ich mittlerweile großer Fan der Cedri geworden. Dabei handelt es sich um eine riesige Zitrone, die komplett gegessen wird, inklusive Schale. Als Vorspeise bereite ich daraus ein Carpaccio auf Ruccola mit Buttara, einem besonderen Mozzarella. Beim Schreiben des Artikels läuft mir gerade das Wasser im Munde zusammen.

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Apropo Yoga: die Marina hatte im Februar einen externen Yogalehrer für uns organisiert. Natürlich kam Moreale, wie es sich für einen richtigen Italiener gehört, eine halbe Stunde zu spät. Begrüßte uns kurz, startete einen Speaker mit indischer Musik und verschwand wieder. Kurze Zeit später erschien er diesmal ohne Shirt, so dass wir all seine Muskeln begutachten konnten. Uns blieb wahrlich der Mund offen stehen, aber keine Zeit, dieses Muskelpaket mit all seinen Tätowierungen zu bewundern, er startete sogleich sein extrem schwieriges Yogaprogramm ohne Pause, ohne Ansage, lediglich, wenn es zu einem Wechsel kam, sagte er Change the Position. Aber seht selbst:

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Unsere Arbeiten an Bord gehen weiter: Frank hat eine Luke in die Sprayhood eingebaut. Wir mussten feststellen, dass wir zu wenig Frischluft im Cockpit haben. Nachdem wir uns diverse Schiffe angesehen haben, wurde beschlossen, es mit dieser Luke zu probieren. Bestellt in Deutschland bei SVB kam sie mit einer großen Lieferung in Sizilien an. Bedingt durch einen Denkfehler, ließ sie sich nicht vollständig schließen, schlecht, falls wir mal Wasser überbekommen, also musste eine Nut gefräst werden, jetzt ist sie voll funktionsfähig und wir freuen uns auf eine weitere Verbesserung.

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Der Bootsbastler hat immer eine Lösung parat. Das Fachwissen und Talent ist nicht nur auf unserer Eira gefragt, nein, er arbeitet auch an anderen Booten. Unser finnischer Nachbar Samy ist froh, dass er auf Frank zurückgreifen kann und mein Mann ist nun häufig auf Samys Boot anzutreffen.  Bin gespannt, ob unser Boot rechtzeitig zur Segelsaison fertig ist.

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