Kalabrien, du mein Traum!

Seit Tagen Motoren und Segeln wir entlang der traumhaften Küste Kalabriens. Nie hätte ich vermutet, dass mich ein Landstrich so faziniert. Direkt an der Küste kleine verschlafene Dörfchen, meist mit historischem Kern! Einer alten Kirche, netten Menschen, die nicht vor ihren Fernsehern sitzen, sondern sich auf Plätzen treffen, auf einer Bank sitzen und miteinander reden. Die Männer spielen  Karten, es werden übrigens andere Karten benutzt als in Deutschland. Zwischen den Ortschaften Sandstrände mit traumhaft klarem Wasser, kleine Buchten, einige, die man nur über das Wasser erreichen kann. Hinter den Dörfchen liebliche Hügel, die gerne erwandert werden, denn es finden sich überall kleine Hotels oder Bed and Breakfast Möglichkeiten. Die Infrastruktur ist ausgesprochen gut, es fahren Züge bis nach Rom oder Neapel, natürlich sind auch Busse und Fähren im Einsatz. Da wir kein Auto zur Verfügung haben, nutzen auch wir diese Nahverkehrsmöglichkeiten, wenn wir uns Altertümer ansehen.

Hinter den Hügeln ragen höhere Berge auf, sie Strecken ihre Gipfel oft auf über 1500 m in den Himmel, na und der ist dieser Tage oft genauso blau, wie das Wasser. Wir haben in der Regel jetzt Mitte Oktober 25- 30 °, abends wird es früh dunkel, dann fallen auch die Temperaturen recht schnell auf moderate 18 – 20 °.

Die Marinas, die wir zur Zeit mangels Buchten anlaufen, sind sauber, die Marineros extrem hilfsbereit. Gestern wollten wir zuerst die Marina Amantea anlaufen, ebenfalls ein Örtchen mit ganz viel Charme, der die Jahrhunderte überstanden hat. Schnell haben wir gemerkt, dass unser Boot zu groß für den kleinen Hafen  ist. Was tun, keine Ankermöglichkeit weit und breit, daher mache ich den Vorschlag nach Vibo Valentia zu gehen. Leider noch über 20 SM entfernt, es ist schon 16 Uhr. Als wir im Hafen anrufen, wird uns versichert, dass Platz ist und die Marineros auf uns warten, bis wir ankommen. Es wird vereinbart, dass wir uns melden, sobald die Hafeneinfahrt in Sicht ist. Uns ist etwas mulmig, weil es die erste Ankunft bei Nacht im Hafen ist. Wir melden uns im Hafen und werden an die Mooring geleitet mit Licht- und später auch Handzeichen. 3 Marineros stehen bereit. Einer auf dem Nachbarboot mit der Mooring, die er auch selbst am Heck unserer Eira befestigt, zwei vorne am Steg, die mir helfen, unsere Landleinen zu vertüdeln, ein nettes buon notte und verschwunden sind die 3. Bezahlen sollen wir heute, später. Schließlich ist fast 20 Uhr, die Männer machen jetzt Feierabend. Wir sind stolz und glücklich, dass das Anlegen so gut geklappt hat und machen uns an die Zubereitung des Abendessens. Da der Skipper am Freitag den riesigen Schwertfisch gefangen hat, gibt es natürlich noch einmal Fisch mit Minizucchinis und Bulgur. Ja und dann erwartet uns heute früh eine Überraschung, als wir bezahlen. Die Marina kostet für eine Nacht nur 27,-€! Da sagt Frank, dann bleiben wir 2 Nächte, weil er sich in der Zwischenzeit die Duschen und Toiletten angesehen hat. Für die beiden Übernachtungen zahlen wir letztendlich 50,-€, wo wir auch schon mal 90,-€ in einer anderen Marina für 1 Nacht zahlen sollten. Das Internet ist hervorragend, wir finden Läden, in denen wir heute am Sonntag frische Lebensmittel kaufen können und bleiben daher gerne einen Tag länger. Heute wollten wir eh nur 10 SM weiter nach Tropea, wer weiß, was uns dort erwartet hätte. Nach den 11 Stunden und 55 SM von gestern, tut ein Tag Ruhe auch mal gut.

Morgen legen wir ganz früh ab in Richtung Stromboli, da wir im Hellen ankommen möchten, es gibt keinen Hafen, nur Bojen. Die Insel gehört zu den äolischen  oder liparischen Inseln, die wir uns in den nächsten Tagen ansehen möchten. Sie sind bekannt, wegen dem aktiven Vulkan auf Stromboli und ihrer Abgeschiedenheit und Autentizität. Wir freuen uns darauf und hoffen, dass es uns möglich sein wird, den Stromboli bei Nacht zu besteigen, ansonsten werden wir uns auf jeden Fall die Feuerrutsche vom Wasser aus ansehen. So nennt man den Ort, wo die Lava ins Meer rutscht.

Zu Beginn des Beitrages habe ich erwähnt, dass wir viel Motoren. Das ausgewachsene Hoch, das uns Barometerwerte von über 1030 beschert, sorgt dafür, dass sich kein Lüftchen regt. Und selbst wenn, nur mit Lüftchen können wir nicht Segeln, zumal wenn wir abends in einem bestimmten Hafen ankommen wollen oder müssen. Daher also unter Motor unterwegs. Den Tank haben wir günstig, lach bei 1250,-€, in Korsika gefüllt. Aus diesem Grund haben wir auch die Muße, diese schöne Landschaft zu betrachten. Genießt den Sonntag. Das machen wir nun auch. Ciao ihr Lieben.

Ein Gedanke zu „Kalabrien, du mein Traum!“

  1. Zuerst einmal. Glückwunsch zum neuen Headerbild. Schön, dass ihr mich anlacht, wenn ich auf euren Blog komme 🙂
    Den Bericht fand ich wieder sehr fesselnd. Und hab wieder was neues gelernt. Klar, für mich ist es Alltag, aber dass ein Platz im Hafen 90 € kosten kann. Wow. Was zahlt man denn dann an Orten wie St. Tropez oder Monaco? Aber wie schön, dass es dort so nett war. Ihr bekommt doch sicher viele Orte zu sehen, an die der normale Tourist nicht hinkommt.

    Viele Grüße aus einem heute sehr sonnigen Eppelborn

    Andrea

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