Wenn der Wind weht

Die Bucht von Pollenca ist angenehm, da man hier bei nordöstlichen Winden relativ geschützt liegt. Leider kam zwischendurch der Wind von Südwest, was dazu geführt hat, dass in der Nacht von Montag auf Dienstag eine Welle anstand, trotzdem habe ich noch relativ gut geschlafen. Gestern wollten wir endlich mit dem Sonnenschutz beginnen. Dafür haben wir in Deutschland Folie besorgt, die nun zuzuschneiden und anzubringen ist. Bei 35° im Boot kein leichtes Unterfangen.  Frank bestimmt Winkel, sowie Länge und Höhe des ersten Fensters. Zwei Stunden später ist uns klar, dass das heute und jetzt nichts wird. Der Schweiß fließt in Strömen und noch immer haben wir nicht ein Muster richtig geschnitten. Die Folie wird von außen aufgebracht werden müssen, von innen ist es nicht zu realisieren. Wir sehen uns die mitgebrachte Folie an und stellen fest, dass von außen angebracht, alles mit Stoß geklebt werden muss. Wir beschließen, dies auf später zu verschieben, wenn es mal nicht so heiß ist und der Schweiß nicht in Strömen fließt. Zur Abkühlung ein Sprung ins kalte Naß, aber ach, das Wasser ist ja nicht kalt, sondern, weil die Bucht so flach ist, warm wie unter der Dusche. Einzig, wenn mal eine Böe über das Wasser weht, wird es angenehm, sofern man oder frau gerade aus dem großen Pool gekommen ist. Mich fesselt gleich wieder meine Lektüre: Ein Buch von Jussi Adler Ohlsen, das mir Georg freundlicherweise überlassen hat. Im Gegensatz zu ihm, finde ich das Buch äußerst spannend und kann es kaum aus der Hand legen. Die Leistung der Batterien lässt zu wünschen übrig und Frank testet zudem immer wieder den Kühlschrank, dieser kühlt noch immer nicht so, wie mein Göttergatte es wünscht. Doch er ist bestens vertraut mit der Technik und tüfftelt so lange, bis Bier und Weißwein die gewünschte Temperatur haben. Schnell wird an diesem Nachmittag klar, der kleine Generator wird uns seine Dienste heute leisten müssen. Zusätzlichen Strom weiß ich direkt zu nutzen. Zuerst wird ein Kuchen mit Handrührgerät angerührt. Da es nicht schon wieder Marmorkuchen sein soll, entschließe ich mich mangels Butter einen Kokoskuchen mit Kokosöl und Kokosflocken zu backen. Selbst die Unterhitze im Backofen ist mir hold und so steht 45 min später ein wohlduftender Kuchen in der Pantry.  Den wird es abends zum Dessert geben, zumindest ein Stück davon.  So und was machen wir nun noch mit dem Strom: ach ja, es sollte gesaugt werden. Nachdem auch das erledigt ist, wieder ein Sprung ins Meer und da wir im Cockpit eine Sußwasserdusche haben, kann jedesmal das Salzwasser abgespült werden, gut für Haut und Haare. Zum Abendessen gibt es Couscous mit mediteranem Gemüse und Eisbergsalat. Lecker und schnell zubereitet.

Ja und dann weht der Wind, aus Richtung Nordost. Der Windgenerator surrt ohne Ende.  Dieses Windrad ist direkt über unserer Achterkabine, die Schlafkabine von Frank und mir angebracht. Das Surren oder Sausen, bei viel Wind, nervt schon ein bisschen. Daher beschließe ich, die Nacht in einer anderen Kabine zu verbringen.  Über der Hundekoje ist ein Winsack angebracht, sodass hier ein weiterer angenehmer Platz zum Schlafen wäre. Leider ist alles, was nicht gerade genutzt wird, auf dieser Koje plaziert. So steht etwas Mühe an, die Kammer leerzuräumen, die Qualität meines Schlafes entschädigt für die Arbeit, denn ich schlafe zufriedenstellend an diesem Platz. Morgens verbessere ich die Liegefläche noch etwas und dies wird mein bevorzugter Schlafplatz bei viel Wind in der Nacht.

Nach dem Frühstück machen wir das Dingi klar und fahren zum Wäschewaschen nach Pollenca. Leider haben wir noch immer keinen Waschsalon entdeckt und müssen daher für viel Geld die Klamotten waschen und trocknen lassen. 3 Lavendarias finde ich, keine Selbstwaschanlage. Schade. Wir nutzen die Gelegenheit und besuchen den Wochenmarkt und kaufen etwas frisches mallorquinisches Obst und Gemüse. In einem Supermarkt entdecke ich auch noch Mehrkornbrot mit Malz. Beschließe daher, den Brotbackversuch zu verschieben und erst mal dieses noch warme Brot zu kaufen. Ich könnte einfach so reinbeißen, so gut riecht diese frische Backware. Hmm da freue ich mich auf ein Stück Brot mit Sobrasada. Darunter versteht man eine Schweinemettwurst mit ganz viel Paprika. Nun genieße ich meinen ersten Cafe con leche während ich bei Can Ferra sitze und diesen Beitrag schreibe. Bon Dia ihr Lieben!

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