Überraschung

Nachdem alle notwendigen Dinge für unseren künftigen Aufenthalt im Appartment von Ute und Joachim während EIRA’s Werftaufenthalt umgeräumt waren, habe ich alles für die morgige Kranaktion vorbereitet. Markierungen für die Krangurte, Leinen, Tagestank auffüllen etc. und, damit unser Loggeber nicht beschädigt wird, diesen durch einen Stopfen ersetzt. Erfahrung ist die Summe aller Fehler und diesen Fehler hatte ich vor Jahren mit ANKIE auf Mallorca schon hinter mir.

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Das reinste Biotop und ich wundere mich schon lange, warum das Log nicht mehr funktioniert. Gleich mal Zitronensäure angesetzt und das Getier gebadet.

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Nun dreht er wieder und sollte nach! dem erneuten Kranen wieder funktionieren.

Alles ready soweit und die Nervosität steigt.

In der Zwischenzeit hat die Skipperin mal wieder Land und Leute Programm absolviert. Es gibt einfach unglaublich viele alte Steine zu sehen und die Menschen laden dazu ein, das Land besser kennenzulernen. Da unsere Freunde Ute und Jo hier sind, unternehmen wir mit dem Auto einige Ausflüge. Wir sind zur türkischen Treppe nach Realmonte gefahren, bzw. nur bis Porto Empedocle und dann zu Fuß am Strand entlang. Die nette Barfrau hatte uns den Tipp gegeben, das Auto stehen zu lassen und den Fußweg zu nehmen. Bei schönstem Wetter sind wir gegen Nordwesten gewandert. Der Sand war warm, wenn auch der Wind frisch wehte. Die Scala dei Turche ist eine Felsformation kurz vor unserer Partnerstadt. Der weiße Kalk leuchtet in der Sonne. Wir setzen uns auf die Felsstufen und genießen die Sonne. Auf dem Rückweg lud ein Strandrestaurant zu Spagetti di Vongole ein. Der Tag war perfekt.

Einen Tag zuvor erklommen wir das Castello d`Angelo direkt über unserem Hafen gelegen. Ein steiler Aufstieg wurde durch einen sensationellen Weitblick belohnt. Ein 360° Panorama ließ im Süden das Meer leuchten, im Norden die Berge, im Westen und Osten die Küste. Unter uns lag der Friedhof, an dem ich schon mehrfach vorbeigegangen war und nun endlich haben wir uns die Kleinstadt der Toten angesehen. Die italienischen Friedhöfe unterscheiden sich komplett von den deutschen. Teilweise richtige Villen beherbergen ganze Familien, die Gräber sind mit Bildern der Verstorbenen geschmückt, Briefe, Herzchen und Kuscheltiere werden abgelegt. Ganze Putzkolonnen sind notwendig, um die aufwendigen Gräber zu säubern. Den Strandspaziergang mussten wir wegen Westwind abbrechen, außerdem hatte ich die falsche Kleiderwahl getroffen, für die Shorts wehte der Wind an diesem Tag definitiv zu stark.

Unser Hafen Marina di Cala del Sole

Mehr von Land und Leuten gibt es beim nächsten Blogeintrag. Der Skipper hat Hunger und die Spagetti Bolognese warten auf ihn. Arrivederci!

Wir leben noch

Ist schon eine Weile her seit dem letzten Beitrag, aber alles bestens hier, immer noch in Licata.

Der Geräteträger ist in der Entstehung (der gemeine Italiener ist eher etwas zäh in der Ausführung, dagegen kommen die Versprechungen wie aus der Pistole geschossen), die Verkabelung für die Solarpaneele ist soweit abgeschlossen und, Dank Jo’s Hilfe, das Horn hornt wieder!  Mittlerweile habe ich verstanden wie das ganze System funktioniert und den Verdrahtungsfehler von Port St. Louis behoben. Am Montag kommt EIRA aus dem Wasser, schätzungsweise 1 Woche, möglicherweise aber nach Ostern erst wieder ins Wasser, mal sehen.

Die Bändsel hängen da rum, weil meine Nase nach direktem Kontakt mit dem noch ungewohnten Gestänge seit einer Woche bös aua macht.

 

Da wie gesagt der gemeine I… und so weiter, habe ich das Gestänge für das sehnlichst (Eignerin!) gewünschte Bimini kurzerhand selbst gebastelt. Die Näharbeiten sind beauftragt, aber s.o., kann noch etwas dauern. Alternativ Segeln wir eben oben ohne nach Malta und nehmen den Sonnenschutz auf dem Weg nach Montenegro in Empfang. Alles im Fluß, alles dynamisch und ein Plan, den man nicht ändern kann, ist ein Sch…plan.

Reparaturtechnisch bin ich also ziemlich im Soll, leicht italienisch angelehnt, kulturtechnisch wird euch Eva sicher noch berichten, die derweil mit unserem Besuch (Ute und Joachim) die Insel abklappert, weswegen ich in der Sonne sitzend, selbstverständlich mit einem birra bionda, schon mal blogge.

Mehr ist nicht passiert? Irgendwie nicht wirklich, aber die Tage sind ausgefüllt und alles andere als langweilig, braucht halt alles seine Zeit hier in Bella Italia, assimiliert sozusagen.

Ciao for now, arrivederci!

Ausflug Catania und Fasching

Unser dritter Ausflug führte uns nach Catania. Der erste Besuch im strömenden Regen hat dem Grab meines Opas gegolten. Er wurde im 2. Weltkrieg hier in Sizilien getötet und in der Nähe von Catania beigesetzt. Der deutsche Kriegsgräberfriedhof ist letzte Ruhestätte von über 4500 gefallenen Soldaten geworden. Das Auffinden des Friedhofs war etwas schwierig, aber dank Google Maps haben wir ihn dann doch gefunden. In einem ausgeleten Buch kann man anhand des Namens die Grabstätte suchen und wir haben dank des Planes auch meinen Opa gefunden.

Leo Bach wurde gerade einmal 26 Jahre alt und hat seine 2. Tochter Hildegard nie kennengelernt.

Große Traurigkeit erfasste mich, war ich doch erst die Zweite aus unserer Familie, die das Grab aufsuchte. Meine Mutter hat vor vielen Jahren hier am Grab des ihr unbekannten Vaters gestanden und so stand ich nun da um einen Opa zu betrauern, den ich nie kennenlernen durfte. Ein netter Mitarbeiter der Gedenkstätte berichtete uns nachher über die Gefallenen, über seine Arbeit und später habe ich ein Bild der Grabstätte an meinen Bruder Markus und meine Cousine Iris gesandt.

In heftigem  Regen sind wir anschließend nach Catania gefahren. Dank der Einbahnregelung  haben wir sehr schnell einen Parkplatz gefunden in unmittelbarer Nähe zum Dom und der Haupteinkaufsstraße. Gerade war drei Tage lang das Fest der heiligen Agatha gefeiert worden. Die Straßen waren voll des Kerzenwachses, das nun mühsam wieder entfernt wurde. Wir haben uns durch die Stadt treiben lassen und einige Altertümer gesehen. Das Amphitheater war von der Straße aus gut einsehbar, da die Hauptverkehrsachse rund um das Theatro Maximus führt.

Der starke Regen verhinderte mehr  und führte uns in ein Restaurant, in dem wir uns mit einer Vorspeise und einem Glas Wein gestärkt haben. Da wir am nächsten Tag den Leihwagen zurückgeben mussten, haben wir in der Nähe des Flughafens übernachtet und bei den Simpsons eine Pizza gegessen.  Zurück zum Hafen ging es bei schönstem Wetter mit dem Bus.

Die Faschingswoche war angebrochen und am Sonntag haben wir uns mit einigen Leuten in die Stadt zur Piazza Elena begeben, wo eine kleine Feier stattfand. Natürlich waren wir Touris wieder zu früh dran, denn das deutsche 9 Uhr ist mit dem italienischen 9 Uhr nicht vergleichbar. Lach…

Es wurde gerade erst alles aufgebaut und so nutzten wir die Zwischenzeit, um an einem sonnigen Platz einen Kaffee zu trinken. Die Kinder bekamen Luftschlangen und Konfetti, dazu gab es gratis Gesichtsfarbe und die Kinder wurden entsprechend angemalt. Der australische Batman Max sah danach wirklich aus, als sei er gerade der Hölle entkommen. Ein Pirat und ein Schmetterling hat unsere Runde ergänzt, selbst ich hatte mich als Nightmare verkleidet, da meine Kleiderkiste nicht mehr hergegeben hat.

Die Roben der Kinder waren teilweise sehr aufwendig gestaltet, wahre Prinzessinen flanierten über die Straßen. Auf der Bühne fand ein abwechslungsreiches Programm statt, von Minons bis klassischem Ballet war alles vertreten.

Da das Wetter einfach nur genial war, haben wir uns alle zum sonntäglichen BBQ getroffen.

Ansonsten hielt sich der Karneval in Licata in Grenzen. Das Cafe am Hafen versprach uns zum Dienstag Abend einen Tanzabend . Die einzigen, die tanzten waren Alea, die zweijährige Bootsnachbarstochter und ich, ich gebe zu, wir beiden hatten sehr viel Spaß!

Und zwei Tage später fand dann schon mein erster Geburtstag an Bord statt. Meine Nachbarin Claudia und ich begaben uns an diesem Donnerstag morgens auf den Markt  und wir haben, wie immer, uns mit vielem Obst, Gemüse, Salat und Blumen eingedeckt. Nachmittags tranken wir gemeinsam Kaffee. Abends hat mich Frank zum Essen ausgeführt. Ganz schön aufgebrezelt machten wir uns auf in die Stadt. Im ersten Restaurant war der Koch krank, im zweiten wäre er besser krank gewesen, denn dann hätten wir uns das definitv  schlechteste Essen unserer Reise schenken können. Für mich war das Essen echt ungenießbar, so mussten wir in einer Bar unseren Frust mit Alkohol ertränken.  Na ja, diese Erfahrung kann man immer und überall machen, aber gerade am Geburtstag ist man dann doch sehr enttäuscht. Das nächste Essen kann nur besser werden….

Wer war’s?!

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Da kann ich noch so streng schauen, meldet sich natürlich keine freiwillig.

Werde ich also autoritär, wende die Kollektivstrafe an und ersetze alle vier.

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Artet natürlich immer etwas aus und stört die Gemütlichkeit. Letztendlich aber erfolgreich, der alte Diesel springt wieder zuverlässig an.

Nächste Baustelle, das Ausdehnungsgefäß unseres Druckwassersystemes. Da war handeln zwingend, da das alte Gefäß aus Stahlblech war und bei defekter Membran in Windeseile zu rosten begann. Unschön, weil Trinkwasser.

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Das neue ist, wie unschwer zu erkennen, aus Edelstahl und rostet auch bei gerissener Membrane nicht mehr, muss demzufolge nicht direkt ersetzt werden.

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Unglücklicher Einbauort, wie immer Arme zu kurz, Beine zu lang, Bauch zu dick.

Dauert rund vier Stunden und  dann auch noch italienisch für Anfänger, war gestern leicht überfordert und habe mich bannig auf das Feierabendbier nach Unterrichtsschluß gefreut.

Mittlerweile sind auch die Solarpanele eingetroffen, der Vollzug der Montage wird zu gegebener Zeit mitgeteilt.

Non, je ne regrette rien

Nein, ich oder besser wir, bedauern nichts. Wir werden oft gefragt, ob das neue Leben besser ist. Anders würde ich sagen, interessanter, vielfältiger, aber besser?
Wir wollten es so und es macht Freude. Wir entdecken viele neue Aspekte von Europa, lernen mehr von diesem Kontinent und erfreuen uns an unserem Status: Schengen-Raum. Was für ein Geschenk!
Das kann man vielleicht nur würdigen, wenn man die Schwierigkeiten der „Ausländer“ kennenlernt. Spätestens nach 180 Tagen für 90 Tage außerhalb sein, das Problem haben wir nicht.
Erfreuen wir uns also an unserer Kultur, Hammer würde ich sagen, das haut sogar den ignorantesten Ingenieur von den Stiefeln. Italien ist so reich an Altertümern, bolleralte Klamotten, da fliegt mehr als nur ein Blech weg. Unfassbar, was hier noch so alles rumsteht. Die alten Griechen haben hier so einiges hinterlassen, die Römer geändert, die Karthager und Normannen ebenso und die Italiener kriegen so langsam alles klein (Scherz), sie bemühen sich nur.
So ein wenig fehlt mir Deutschem das Bewusstsein für die Natur. Kunststoffmüll überall, Mülltrennung gewollt aber nirgends vollzogen, Scheiß auf die Umwelt. Alltag in Italien. Wie im Straßenverkehr, alles kleine Kinder. Linien auf der Straße, Schilder am Rand die da so rumstehen, Ampeln die irgendwelche Farben zeigen, alles Vorschläge, kann man, muss man aber nicht. Macht auch keiner, allenfalls Deutsche, merkt man sofort. Blanke Anarchie und funktioniert trotzdem, so what!
Irgendwie witzig und doch Alltag, also gewöhnen wir uns daran und überholen trotz durchgezogener Linie. Kann ich auch.
Und bei all den Unterschieden zu unserem geordneten (deutschen) Leben, geht und macht Spaß, diese Anarchie. Da kann ich die Italiener verstehen.
Noch ein Nachsatz für die Techniker:
Die Bude schwimmt noch und ist trocken, die Abdichtung der Fenster war erfolgreich, der Motor läuft. Alles auf grün! Der Geräteträger ist beauftragt, die Paneele darauf geordert, lange nix mehr repariert.
Der Plan für 2018 ist überarbeitet, Frühjahr im ionischen Meer, ein Paar Freund treffen, später durch den Kanal von Korinth und wahrscheinlich dann Dodekanes, also Rhodos, Kreta und so. Falls wir früh genug dran sind, gibt’s noch Albanien vorneweg, könnte aber knapp werden. Ein australisches Schiff hier sagt alles: No plans just options.

Eintauchen in die sizilianische Geschichte

Nun sind wir seit 10 Tagen zurück auf Sizilien. Die ersten Tage waren wir geblendet von der Sonne und dem für deutsche Verhältnisse sehr gutem Wetter. Während wir das Boot auf Vordermann gebracht haben, mussten wir auf Sommerbekleidung umrüsten. Wie schön, endlich mal kurze Hosen zu tragen. Am Donnerstag durfte Frank das Markttreiben kennenlernen. Wir haben es sehr genossen, uns mit frischen Lebensmitteln zu versorgen. Der Preis spricht Bände. Für ein Auto  voll Gemüse, Obst, Salami, OIiven und vielem mehr, haben wir lediglich 15 € bezahlt, einschließlich dem portablen Espresso, den wir von einem fahrbaren Stand gekauft haben. Als die Grundversorgung gesichert war, haben wir uns auf den wohlverdienten Heimweg gemacht. An Bord angekommen, habe ich den ersten grünen Smoothie für das Jahr 2018 zubereitet,  Dank der Ananas hat er lecker geschmeckt und der ganz frisch geerntete Spinat hat mir den richtigen Kick gegeben. Am Samstag sind wir rund um Licata gefahren. Zuerst wollten wir einen Metzger in Ravenusa aufsuchen, dies ist aber an diversen gesperrten Straßen gescheitert. Der Flair des sizilianischen Straßennetzes hat sich uns nicht erschlossen. Sobald man von den breiteren Landstraßen abbiegt, kommt man in eine Art offline Modus. Straßen sind unterspült, weggebrochen, gesperrt. Wir haben den Metzger aufgegeben und sind nach Palma di Montechiario gefahren. Dort stammt die Familie meiner Friseurin Lilly her. Als es zu regnen begann, haben wir uns auf den Heimweg gemacht, ohne den Strand gesehen zu haben.

Das erste BBQ am Sonntag haben wir in strahlendem Sonnenschein genießen dürfen. Die Stimmung war ausgelassen, da während der letzten Tage immer mehr auf ihre Boote zurückgekehrt sind. Das finnische Moekispiel hat Frank zweimal gewonnen. Der Sieger hat den Rest des nachmittags verschlafen, während ich zum Strand spaziert bin und einen fantastischen Sonnenuntergang erleben durfte. Die Tage werden länger und es ist deutlich wärmer als zu Beginn des Dezembers. Da wir noch einige Arbeiten an Bord zu bewältigen haben, mussten diverse Termine mit Handwerkern abgearbeitet werden, denn wenn wir den Sommer über in Griechenland zubringen wollen, benötigen wir Solarpanele. Mit diesen sind wir unabhängig vom Stromnetz.

Sarah hat ihren Aufenthalt in England genutzt und weitere Pilates DVDs mitgebracht. So war das Erstaunen am Montag groß, als es in der Übungsstunde doch sehr anstrengend wurde. Zum Glück hat Fabiana am Dienstag eine sehr entspannende Yin Yoga Stunde angeboten, das hat die vernachlässigte Muskulatur entspannt.  Den freien Mittwoch haben wir genutzt um weiter in die sizilianische Geschichte einzusteigen. Wir sind ins Valle dei Templi gefahren um die griechische Anlage zu besichtigen.

Mit Audioguide ausgestattet haben wir den Rundweg beim Tempel der Hera begonnen. Dieser Tempel steht am östlichsten Punkt der Anlage, so dass die Besucher von Sonnenaufgang zu Sonnenuntergang geleitet werden, da der letzte Tempel ganz im Westen des Areals steht. Der Tempel di Juno Lacinia entstand zwischen 460 und 440 vor Chr. Hier wurden Opfer dargebracht. Bei Tieropfern verbrannte man die für die Gottheiten bestimmten Teile auf dem Altar, während die Gläubigen das Fleisch bei einem gemeinsamen Mahl verspeisten. Die Anlage befindet sich über einem lieblichen Tal mit Meerblick, so dass der Blick immer in die Weite schweifen kann. Der nächste Tempel ist Concordia gewidmet, wurde ca 425 v Chr. erbaut und ist einer der vollständigsten der gesamten griechischen Welt. Ein ausgeklügeltes System aufeinander abgestimmter Maßverhältnisse ließ den Tempel auch aus größerer Entfernung als optische Einheit erscheinen. Im 7. Jh. wurde er in eine christliche Basilika umgewandelt, daher ist er bis heute sehr gut erhalten. Weiter geht es durch einen lieblichen Garten mit weißblühenden Mandelbäumen, deren Duft einfach betörend ist. Allein der Geruch war es wert, hier her zu kommen. Zwischen den Mandelbäumen stehen Olivenbäume, der Stämme darauf hinweisen, dass es sich um uralte Bäume handelt. In der Villa Aurea sehen wir uns eine Ausstellung an, die auf das Flüchtlingsproblem hinweist. Der Künstler hat Fotografien mit Blechteilen versehen, die mir teilweise den Atem raubten. Ein Mädchen hält eine Puppe im Arm. Rucksäcke, Taschen schwimmen im Meer. Hier auf Sizilien kommen viele Flüchtlinge an und einige Tage später werde ich lesen, dass dieses Jahr im Januar viel mehr Vertriebene hier anlanden, als noch ein Jahr zuvor.

Unser Weg im Valle dei Templi führt an einer frühchristlichen Grabanlage vorbei und wir gelangen zum Tempio di Ercole ( Herkules), der bereits ca 500 v. Chr. erbaut wurde. Der Tempel ist verfallen, lediglich die Säulen wurden zun Beginn des 20. Jh. wieder aufgerichtet. Ich will nicht verschweigen, dass die Anlage von einer Stadtmauer umgeben ist, die bis auf Reste zerstört wurde, jedoch immer wieder Ausblicke auf das ruhige Mittelmeer gewährt. Die beiden letzten Tempel, der des Zeus und der der chtonischen Gottheiten sind komplett zerstört. Den Giardino della Kolymbetra müssen wir uns später ansehen. Er wird erst im Feburar eröffnet und wir waren am 31. Januar hier.  Im März findet das Mandelblütenfest statt, sodass wir einen weiteren Grund haben, nochmals hierher zurück zu kommen.

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Da uns die Sonne verwöhnt fahren wir weiter entlang der Küste und besuchen unsere Partnerstadt Realmonte. Hier gab es früher Schwefelgruben, heute ist dieser Küstenabschnitt dank seiner tollen Strände bekannt. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, welch ein Betrieb im Sommer hier herrscht. Maria von der Marina erzählt mir einige Tage später, dass viele aus Licata im Sommer mit ihren Booten nach Realmonte fahren, um die schönen Strände zu genießen.

Am Donnerstag machen wir uns ins Landesinnere auf. Vorgewarnt durch Birgit, weiß ich, was uns an Straßen erwartet, doch das Erlebnis ist dann doch sehr beeindruckend, denn teilweise haben wir das Gefühl, wir fahren über Feldwege. Überall stehen Hinweise, dass diese Straßen bei Regen nicht befahren werden dürfen und das können wir uns gut vorstellen, denn teilweise fahren wir durch zentimeterdicken Sand, der von den steilen Hängten gespült wird. Die Ortsdurchfahrt von Barrafranca fordert uns erheblich, doch dank Navigation mittels Handy kommen wir wohlbehalten durch den spektakulären Ort. Nur wer dort war weiß, wovon ich schreibe. Das Ziel unseres Ausfluges entschädigt für alle Unannehmlichkeiten während der Fahrt. Wir besichtigen ein weiteres Weltkulturerbe: die Villa Romana del Casale. Die Villa entstand zwischen dem 3. und 4. Jh nach Christus und liegt in einem wald- und wasserreichen Tal. Bis heute weiß man nicht, wem diese luxuriöse Villa gehörte, eventuell Kaiser Maximilian oder einem aus Nordafrika stammenden Gouverneur von Sizilien. Die sehr gut erhaltenen Mosaike zeigen ein luxuriöses Leben, indem der genussfreudige Mensch, Jagden und Spiele im Vordergrund standen. Eine hauseigene Therme zeigt auf, wie der Mensch in der Spätanike kurz vor Untergang des römischen Reiches gelebt hat. Die imposante Villa mit 3500 qm gliedert sich um einen zentralen Säulenhof. Daran schließt sich im Westen die Thermenlandschaft an, im Norden der Gästeflügel und im Osten die privaten Gemächer mit dem Empfangssaal, im Süden die Speiseräume. Die von nordafrikanischen Künstlern geschaffenen Bodenmosaiken sind in leuchtenden Farben gestaltet und mit großer Liebe zum Detail erzählen sie aus der griechischen und römischen Sagenwelt. Ein Erdrutsch im 12. Jh  hat die Anlage verschüttet, daher sind die Mosaiken so gut erhalten.

Von diesem einzigartigen Kulturgut machen wir uns auf den Heimweg, der uns über Piazza Armenia über Gela nach Licata zurückführt.

Ereignisreiche Tage haben wir erlebt, nun ist bereits unsere zweite Woche angebrochen, das Wetter schlechter geworden, so dass ich den Samstag zum Schreiben nutzen kann. In der Hoffnung, dass das Wetter schöner wird, wünsche ich Euch ein geruhsames Wochenende, wo auch immer Ihr gerade seid.

 

Rückblick# Ausblick

Ziemlich blauäugig bin ich am 2.7.17 zu unserer Reise mit der SY EIRA gestartet. Kaum einen Plan, was mich da erwartet. Umso härter war das lange Ausrüsten des Bootes in Port Napoleon. Heute klar: auch Frank mußte sich mit dem Schiff anfreunden. Und dann ging es endlich los. Nur weg vom Rhone  Delta und hin zur spanischen Grenze. Geprägt von viel Wind, mehr, als man als BEGINNER haben möchte ging es über Port Camarque, einfach riesig, nach Port Gruissan. Freunde aus der Heimat erwarten uns hier. Wie schön, hier Saarländer zu treffen. Wir ELFERRÄTE HALTEN ZUSAMMEN, genießen Wind und Welle und vor allem das Grillgut aus der Heimat. Schön, Euch hier zu treffen: Tanja, Elias, Hans – Gerd, Dorothe, Lena und Georg. Das Boot wird ausgerüstet mit Sprayhood und Dinghi, getestet auf Herz und Nieren und los geht es Richtung spanischem Festland. Endlich den Nordostwind loswerden. Ein stabiles Hoch wird genützt Mallorca zu erreichen. Unruhe, Angst und dann das: spiegelblankes Meer, ein grandioser Sternenhimmel und die Venus. Wow. Unvorbereitet trifft mich die Weite der Nacht. Dafür lohnt sich alles, selbst durchwachte Nächte. Kreuzfahrer und Frachtschiffe passieren unseren Kurs, die Nacht geht, der Tag kommt. Die Felsen des Cap Formentor zeigte sich im Morgengrauen. Am Nachmittag ankern wir vor Pollenca. Den ganzen August verbringen wir hier, treffen wieder auf Freunde aus der Heimat, lernen neue Freunde kennen. Es ist heiß und wir stellen fest, dass heiß einfach heiß ist und viele Reparaturen auf uns warten. Endlich geht es weiter: Menorca und Sardinien eröffnen neue Perspektiven. Menorca kennen wir aus 2011, Erinnerungen werden wach an Ray Black, einen Australier aus Brisbane, den wir in Adaia kennenlernen durften. Frank ist mit ihm über den Atlantik nach Martinique gesegelt. Leider hat ihn der Krebs viel zu früh genommen.  Erinnerungen an eine schöne Zeit und tolle Menschen. Wieder Menorca. Für eine Nacht, eine traumhafte Ankerbucht bei Mahon, wenn es uns auch fast den Kiel gekostet hätte. Am nächsten Morgen geht es auf in ein neues Revier: Kurs Sardinien liegt an, doch zuerst haben wir einen fremden Passagier an Bord, ein Vögelein will mit uns nach Italien. Nach kurzen Preisverhandlungen wird klar, dieser Vogel wird nicht von Spanien nach Italien emmigrieren. Aber wir sind bereit für ein neues Land. Italien will erkundet werden, wir starten in der Bucht von Alghero, viel Geschichte und viel Wind erwartet uns. Nette Begegnungen, tolle Küche, gutes Olivenöl erwarten uns. Wir lassen uns ein auf Jahrtausende alte Geschichte. Die Zeit verfliegt, wir verlegen wieder in einsame Buchten und schaffen den Absprung in den Norden. Viel Geschaukel und dann die Naturschutzinsel mit den Eseln und Schildkröten. Einsam ist es geworden. Wir genießen es und landen in einem toten Hafen, Konkurs, kein ENTGELT, KEIN Strom und Wasser. Weiter. Castelsardo, die Familie will uns besuchen. Es kommen Facebookfreunde. Die Schwester muss in Deutschland bleiben. Schmerz, Angst, Hoffnung, wir bleiben alleine an Bord und erforschen neue Gegenden. Schade, wir haben uns soooo auf die Familie gefreut. Angst ist unser neuer Kurs. Jede Kirche ist willkommen, jede Kerze ein Signal nach Deutschland: wir denken an Dich!

Wir erforschen das Maddalena Archipel, dann Korsika. Wow, wir machen Strecke, wenn auch mit sehr viel Wind, keine Ruhe, immer weiter. Endlich: Korsika, Porto Vecchio. Tanken, Sturm, warten. Weiter: Ostia, Sturm, weiter, nach Süden, ankommen in der Nacht, Pontinische INSELN, WOW, stille Strände, viel Seegang, keine Ruhe. Ischia, traumhaft, alte Stadt, viel Geschichte, kranke Haut. In die Bucht von Napoli. Wieder Geschichte pur. Die Skipperin verliebt sich in die Gegend und die Menschen. Das Leben an Bord wir aufregend: viel zu sehen: Ercolano, Pompeji, Vesuv, Castelammare di Stabbio. Weiter, Almafi Küste, Züge, High Speed, Kultur pur. Ein Gefühl von: hier ist es gut, hier mag ich sein.  Zu Hause. Weit weg davon und doch irgendwie nah. Weiter. Die Küste ist lieblich, die Menschen auch, Bucht von Salerno. Toller Sonntag, will bleiben, wir müssen weiter. Agropoli, teuer   PAESTUM, GESCHICHTE, Weltkulturerbe, grandios, weiter, Repartur, Aufenthalt, die Tage werden kürzer, die Etmale, Tagesstrecken länger. Lange Wege. Mitte OKTOBER erreichen wir den unteren Stiefel mit Vibo Valentia. Reparieren und leeren den Fäkalientank, ein Fehler, der zu Reparaturen bis in die Nacht führt.

Wir wollen auf die liparischen INSELN. Oh, mein Gott, wir reparieren bis nach 21 Uhr. Aufräumen, kochen, ablegen früh am Morgen. Die Liparischen Inseln rufen. Kein Wind. Nur Motor. Stromboli erreichen wir am frühen Nachmittag. Wow. Im Dunkeln sehen wir die Abstiege der Vulkanbesteigung. Am nächsten Morgen besichtigen wir die Insel. Dann geht es hoch auf den 1000m hohen Stromboli. Die Ausrüstung passt. Das Erlebnis im Dunkeln ist GREAT. Der Vulkan spuckt und speit. Der Abstieg in der Nacht ist  anstrengend. Weiter nach Lipari, Besichtigung der Altstadt mit Museum. Ganz tief tauchen wir ein in die Geschichte. Die Abreise der liparischen INSELN gestaltet sich aufregend. Rechts Lipari, links Vulcano, Traditionssegler dazwischen, Salina,,,,,,,. Wir wollen bleiben und müssen leider weiter. Am Abend Cefalou kein Platz, viel Schwell, ablegen mitten in der Nacht nach Palermo. . Dort Zwangsaufenthalt, viel Weltkulturerbe, Diebstahl der Angel, schlechte Stimmung an Bord. Tagelang. Großstadtfeeling und dann doch weiter gegen Westen. Aufstehen ganz früh am Morgen, 6 Uhr. Schöne Westküste mit viel Welle. Trapani in der Nacht. Um 7 Uhr weiter Richtung Marzalla del Velo. Dort den Satyr im Museum besichtigt. Museum für einen griechischen TÄNZER. WOW. Nun geht es nach Sciacchia. Hier müssen wir 3 Tage bleiben, dem Wind geschuldet. Die Stadt bietet viel, sehe mir alles an. Dann geht es weiter nach Licata. Ganz früh am Morgen um 6 legen wir ab um abends um 17 Uhr in Licata anzulegen. Was für eine tolle Gegend in Sizilien, es ist warm, die Marina bietet viel Sport und Abwechselung. Wir sind angekommen.

Der Ort mit seinen 40000 Einwohnern will erkundet werden. Wochenmarkt. Nette Menschen. Barbeque am Sonntag. Pilates am Montag. Italian Lessons at Monday and Friday, Yoga 3 times a week. HIIT 2 times a week. Circle Training Mittwoch. Es geht uns gut. Die Gegend ist geprägt von Landwirtschaft. Neue Freundschaften werden geknüpft. Happy Hour sollte dazu genutzt werden. Unsere Mitüberwinterer kommen von Alaska bis Australien. USA, Schweiz, Österreich, Gibraltar, Finnland, Schweden, Norwegen, Deutschland, GB, Kanada, Frankreich, Italien. International, Probleme mit dem Schengenraum. Eine Welt, muss das sein.

Wir freuen uns auf neue Abenteuer im Jahr 2018 und hoffen, es treibt uns Richtung Griechenland.

Wir wünschen uns Zeit nach den Sternen  zu greifen, und Zeit, um zu Wachsen-das heißt nun zu reifen. Wir wünschen Euch neu zu hoffen, zu Lieben. Es hat keinen Sinn, dies zu verschieben.

Wir wünschen Euch zu Euch selbst zu finden, jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.

Wir wünschen Euch Zeit, auch um Schuld zu vergeben. Wir wünschen Euch, Zeit zu haben zum LEBEN.

Mögen alle Eure Wünsche in Erfüllung gehen, damit wir uns Ende 2018 wiedersehen und Zeit haben das Erlebte mit Staunen zu betrachten und als wertvoll zu erachten. Bleibt bitte gesund und uns treu als Leser.

FOLLOW US AS GOOD OLD FRIENDS!

Frohe Weihnachten, wo auch immer Ihr seid

Ihr Lieben, wir feiern nun mit unserer Familie Weihnachten in Deutschland. Wir sind gerührt wegen all der Weihnachtsgrüße, die ihr uns über diverse Medien habt zukommen lassen. Wir werden uns in diesem Jahr noch einmal hier melden, versprochen.

Wir wünschen Euch das wichtigste, was man im Leben haben kann: Gesundheit und Zeit, denn ohne beides ist alles nichts. Wir durften in diesem Jahr erfahren, wir toll es ist, Zeit zu haben, dabei Orte und Menschen zu entdecken, die wir ohne Zeit nie entdeckt hätten. Wir haben neue Freunde gewonnen, die Seglergemeinde ist weltoffen und kommunikativ. Wir wurden überall mit offenen Armen begrüßt. Daher geht heute ein ganz herzlicher Weihnachtsgruß an die Marina del  Sol in Licata und an alle Segler und Seglerinnen, die dort das Weihnachtsfest begehen. Buon Natale euch allen.

Genießt die Stunden mit Menschen, die Euch wichtig sind.

Besinnliche Stunden wünschen euch Eva und Frank. Wir sind jetzt mal weg, diesmal ganz nah.

Im kalten, grauen Deutschland

Am 12.12. Haben wir nachmittags bei strahlendem Sonnenschein die Marina via Catania mit dem Bus verlassen. Zum Flughafen kostet das Busticket 8,50€ bei einer Fahrzeit von ca. 2 Std 15 min ein Schnäppchen. Ein Mal hält der Bus in Gela und wir haben Zeit, die Landschaft zu genießen. Zu Beginn können wir immer wieder einen Blick auf das Meer erhaschen, und ja, wir sind es noch nicht überdrüssig, das Meer zu sehen. Im Gegenteil, wir nehmen für 6 Wochen Abschied von einem Ort, der vorübergehend unser Zuhause geworden ist. Die Busfahrt gewährt uns immer wieder einen Blick auf den Ätna, der Schnee der vergangenen kalten Tage schmilzt bei frühlingshaften Temperaturen. Wir steigen unmittelbar vor dem Airport aus und machen uns auf den Weg zu unserem B&B, Fontanarossa. Dort werden wir von der Besitzerin herzlich begrüßt und sie richtet uns Grüße der Crew aus Alaska aus. Nettes Willkommen. Zum Abendessen vertilgen wir die bisher größte Pizza Italiens und genießen das italienische Flair. Früh morgens machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Mit 45 min Verspätung geht es dann endlich Richtung Deutschland. Das Chaos beim Boarden erinnert an das Treiben in einem Kindergarten, letztlich hat dann aber jeder Italiener/in einen Platz und wir steigen in die Luft. Man könnte den Flug als unspektakulär bezeichnen, wenn da nicht der grandiose Blick auf die Alpen gewesen wäre. Bei ganz klarem Himmel und strahlendem Sonnenschein ist jeder Gipfel und jedes Tal klar und deutlich zu sehen. Leider können wir das schöne Wetter nicht konservieren, in Frankfurt werden wir mit Regen begrüßt. Während der Zugfahrt über Mainz , Bad Kreuznach, Idar- Oberstein, St. Wendel setzt dann stürmischer Schneefall ein, der das ganze Land mit Puderzucker bedeckt.

In Saarbrücken warten unsere Freunde Ute und Joachim auf uns. Die Wiedersehensfreude ist groß und wird abends bei Dibbelappes und Wein entsprechend gefeiert. Ein halbes Jahr haben wir uns nicht gesehen, oft aneinander gedacht, manches mal telefoniert und Whatsapp Nachrichten versendet. Der Abend endet spät in der Nacht. Der nächste Tag gehört der Familie und dem Ankommen in Eppelborn.

Freitag ist Arzt- und Friseurtag. Wenn man wie ich über ein halbes Jahr sich die Haare selbst geschnitten hat, dann ist der Besuch bei Haartiste Coppola ein absolutes Highlight, das es zu genießen gilt. Frisch gestylt kann es samstags auf den Weihnachtsmarkt gehen. Viele bekannte Gesichter werden erblickt, herzliche Umarmungen gibt es gratis dazu.

Dann steht ein weiteres Familientreffen an: in Dillingen gilt es, sich von Frank’s Familie verwöhnen zu lassen. Wie schön, alle an einem Tisch zu haben, selbst die Nichte aus Berlin und der Neffe aus Brüssel sind angereist.

Da Familien im Saarland groß sind, treffen wir Sonntags beim 80. Geburtstag meines Patenonkels Hermann die Cousine und Cousins meiner väterlichen Linie. Die Küche im Gasthaus Rech verwöhnt uns mit saarländischen Spezialitäten und die selbstgebackenen Kuchen munden sehr.

Am Montag kann ich dann feststeĺlen, wie einfach das Landleben ist. Wenn man Wäsche waschen will, geht man einfach eine Etage tiefer an die Waschmaschine des Brüderleins und muss nicht den Rucksack mit der Schmutzwäsche packen, Fahrrad besteigen, Helm anziehen und quer durch die Stadt radeln. Auch das Geschirrspülen ist schnell erledigt: Maschine auf, Geschirr rein, das war’s.

Auch unser Domizil in der Waldfriedstraße ist hervorzüglich groß und komfortabel. Da bleibt kein Wunsch offen, na ja, vielleicht doch einer: das Wetter könnte besser sein! Das liegt jedoch nicht in unserer Macht. Und das ist gut so, denn ich würde die Temperatur um 10 Grad erhöhen, mindestens. Die Grippe hat sowohl Frank, als auch mich erwischt, wir sind das Wetter eindeutig nicht mehr gewöhnt, schniefen und husten uns durch den Tag.

Jetzt bleibt mir zum Ende des Jahres zu sagen: wir wünschen Euch allen ein paar ruhige und besinnliche Tage. Hört auf zu hetzen und zu rennen, setzt Euch zusammen mit Menschen die Euch wichtig sind und genießt das Weihnachtsfest. Das neue Jahr wird bald  beginnen, Zeit sich auf das Wesentliche zu besinnen: Gesundheit und Zufriedenheit wünscht Euch die Crew von Eira. Bleibt uns auch im neuen Jahr treu, es wird weitergehen Richtung Osten, das ist jetzt schon sicher.

Bleibt gesund, wo auch immer ihr  gerade seid.

 

 

 

 

 

 

Vorfreude und Abschied

Die Tage sind kurz geworden, jedoch bleibt uns die Sonne hold. Wenn auch ab und zu Regen über das Land zieht, so ist festzustellen, dass nach kurzer Zeit wieder die Sonne scheint. Im Augenblick herrscht Nordwind, daher sind die Nächte kalt geworden.  Solange ich tagsüber in der Sonne sitzen und / oder arbeiten kann, ist es mir gleich. Auch die morgendliche Yogasession ist noch auf Deck möglich. Wenn ich auch nun nicht mehr in Badeshorts praktiziere, trage ich die Trainingshose mit Gleichmut. Ich musste jedoch feststellen, dass ich beim Einpacken der Kleidung etwas gelost habe. Kein warmer Pulli an Bord, wenn man von den Fleece- und Merinopullovern absieht, keine Winterjacke an Bord und vor allem, keine festen Schuhe. Da an die Marina eine Shopping Mall angeschlossen ist, wurde letzte Woche etwas aufgerüstet, nun besitze ich 2 langärmlige Pullover, ein paar halbhohe Schuhe und auch Frank hat Winterschuhe  bekommen. Die Vorfreude habe ich nicht nur weil Weihnachten vor der Tür steht und somit die Adventszeit angebrochen ist, Vorfreude haben wir auch, weil wir nächste Woche nach Hause fliegen und demnächst Familie und Freunde in die Arme schließen können. Wie schön, Euch alle wiederzusehen. Weihnachtsstimmung kommt auch hier im Süden auf. Alle Straßen und Plätze sind hell erleuchtet. Wenn auch keine Tannenbäume geschmückt werden, so sind es doch Bäume und Sträucher oder Dekogestelle, die geschmückt sind. Da darf der Hafenbereich natürlich nicht hinterherhinken und auch die Boote sind teilweise doch ganz schön geschmückt. Lichterketten entlang der Salinge, kleine künstliche Bäumchen mit Kugeln ( bei FC Bayern Fans ) auch schon mal mit FC Kugeln geschmückt. Unser Platz im Boot ist doch sehr beschränkt, daher habe ich lediglich eine Flasche mit rotem Weihnachtspapier umwickelt und darin stehen winterliche Zweige, die aussehen, als sei gerade ein Schneesturm übers Land gezogen. Die Fenster sind mit Sternen dekoriert und ein Schüsselchen mit Walnüssen steht auf dem Tisch. Da beneide ich unsere Nachbarn, die mit einem großen Katamaran unterwegs sind. Sie  haben die komplette Rückseite des Schiffs mit Lichterketten geschmückt, beleuchtete Sternenketten, Weihnachtssterne, Adventgesteck und und und. Schön anzusehen und wenn ich aus unserer Pantry auf deren Boot schaue, habe auch ich etwas von der Deko. Mit unseren Nachbarn haben wir sowieso das große Los gezogen, denn die ganze Familie ist sehr nett und die beiden Kinder herzallerliebst. Diese Woche haben wir Frauen einen Mädelsabend in der Stadt verbracht, waren Essen und haben unsere männerfreie Zeit sehr genossen.

Mit Claudia habe ich letzten Donnerstag auch den Wochenmarkt besucht, man bekommt dort alles, vom deutschen Sauerkraut bis zur Weihnachtsdeko einschließlich winterlichen Stoppersocken, alles vorhanden. Zum Schluss waren wir extrem beladen. Der Kinderwagen wurde zum Transportgerät umqualifiziert, Alea, die zweieinhalb ist, wurde von Claudia zurück getragen, da wir den Bus verpasst hatten. Ihr ahnt schon, dass ich den Kinderwagen fahren durfte. Wir waren froh, als wir mit unseren mehr als sieben Sachen endlich an Bord waren. Die Leckereien wurden verstaut, denn natürlich haben wir Obst, Gemüse, Oliven und vieles mehr erstanden. Dieser Markt ist echt sehenswert, fahren doch diverse mobile Espressokarren durch die Straßen und ein kleiner Espresso geht doch immer. Die Maschinen werden mit Generatoren betrieben und ein Wasser gibt es natürlich auch zum Kaffee. Unglaublich, man muss es einfach erlebt haben.

Das Schiff ist so gut wie komplett auf unsere Abreise vorbereitet, die Bordkarten sind ausgedruckt, das Auto zur Bushaltestelle bestellt. Am Sonntag machen wir einen Ausflug in die nähere Umgebung und werden auch eine Schokoladenfabrik besuchen. Darauf freut sich Frank schon riesig, denn er liebt das Zeugs ohne Ende. Zu  Beginn der Langfahrt dachte ich schon, er sei entwöhnt, doch seitdem die Tage nicht mehr so heiß sind, finden sich auch Leckereien wieder an Bord. Bis Ende Oktober war es einfach unmöglich, Schokolade zu lagern, da die Schapps von der Sonne ganz schön aufgeheizt wurden.

Auf bald in Deutschland, wir freuen uns auf Euch!