Das war nix!

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Die Tage plätschern so dahin, speziell wenn Eva nicht an Bord ist und es regnet wie Sau. Heute aber strahlender Sonnenschein und da ich unserem Nachbarn eine Tauchflasche geliehen hatte (sein Pubsi war in Windeseile finished) setze ich unseren Tauchkompressor in Bewegung.

Soweit funktioniert alles bestens, die Abgase sind aber a bisserl heiß. Habe mich schon gewundert, dass ich Handschuhe anziehen musste um das Aluflexrohr in Position zu halten (das Seilchen zum fixieren hatte sich flüssig verabschiedet). Ich räuchere so in der Vorkabine vor mich hin, die Luft in Stuttgart, Frankfurt oder Hamburg ist ja auch nicht der Hit, da stelle ich nach dem Füllvorgang fest, dass sich der Abluftventilator verabschiedet hat. Konnte ich in dem Lärm nicht hören und gewundert hatte mich da eher nichts, der Gestank hielt sich in Grenzen. Alter Mopedfahrer wird da eher an die Jugend erinnert.

Fazit, den Plan der Abluftabführung muss ich wohl etwas überarbeiten oder ganz sein lassen, lediglich eine Prallplatte vor der Holzverkleidung ist aber ein must have. Wenn ich Vollgas gegeben hätte, wäre wohl die dahinterliegende Isolierung weggeschmolzen. Werde ich überschlafen und neuplanen, der Ursprungsgedanke jedenfalls war ein ultimativer Flop.

Sonst alles bestens, wenn man von einer leichten Inkontinenz EIRA’s bei Starkregen absieht (neue Baustelle). Ich genieße meinen Urlaub, verbessere meinen Englischwortschatz bei der Happy Hour und dem BBQ, schmiede Pläne wg. all der ganzen Baustellen und trödele so in dem Tag rum, brennt ja nichts an.

Ciao Frank

Pan Pan und die italienische Kontrollwut

Kurz vor Eintritt in die italienischen Hoheitsgewässer  taucht aus dem Nichts ein Schnellboot der Guardia Costiera auf. Turbinenantrieb, wir haben es nicht gehört bis sie im Abstand von ca. 10 m 2 Monsterscheinwerfer aktivieren und uns fast einen Herzinfarkt bescheren. Ups!

Gestern dann auf dem Weg nach Marzamemi fängt uns die Guardia di Finanza ab und quetscht uns über Funk aus. Woher, wohin, wie viele an Bord, Nationalität, Registrierung und wer weiß was noch alles. Höflich und sogar auf deutsch, so weit noch ganz witzig.

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Der kleine, aber proppenvolle Hafen von Marzamemi

Gegen Abend schleichen ein paar Gestalten auf unserem Steg herum und wir treffen 3 von ihnen beim Abendessen (die haben sich eine Buddel Frizzante gegönnt!). Als wir zahlen müssen sich die Jungs ihre Pizza einpacken lassen weil sie uns zur Marina folgen. Am Eingang springen 2 andere auf, zücken ihren Ausweis und los geht der Spaß.  Guardia di Finanza, allerdings die Einheit auf dem Land. Papiere, Bootsdurchsuchung und ab auf die Wache ins nächste Dorf zwecks Protokoll.

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Zwischenzeitlich können Sie dann auch ihre Pizza essen, da das Ausfüllen des Protokolles (2 Seiten) bis kurz vor Mitternacht dauert. Aber die schnellsten waren ihre Kollegen im Frühjahr in Ragusa auch nicht, damals allerdings 4 Seiten Protokoll mit dem Hinweis, dies bei der nächsten Kontrolle einfach zu zeigen und tutto ist bene, Pfeifendeckel, da will jeder mal Protokoll schreiben, eine Frage der Daseinsberechtigung oder so. Immerhin haben sie uns wieder zurückgefahren und kollektiv Feierabend gemacht, war ja auch schon spät.

Am Vortag zwischen Catania und Siracusa, direkt vor dem Industriehafen von Augusto, höre ich so ein flapp, flapp, flapp aus dem Maschinenraum. Keilriemen verreckt. In meinem Jugendlichen Leichtsinn denke ich noch was soll’s, halt eine Lima weniger im Einsatz, die zweite läuft ja über einen separaten Riemen. Soweit so gut, bis ich am Geruch aus der Motorraumentlüftung kochendes Kühlwasser bemerke. Shit, besser gesagt Bullshit, da die interne Kühlwasserpumpe von eben eben jenem abtrünnigen Riemen angetrieben wird. Also Eva instruiert, Werkzeug zusammengepackt und ab in den kochendheißen Motorraum.

 

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Rechts die Bilgenpumpe (essentiell), links daneben ein alter Kühlkompressor (außer Funktion, dient lediglich als Weiterleitung des Antriebsriemens, links der kochendheiße Wärmetauscher zwischen internem und externem Kühlkreislauf und unter dem Kühlkompressor die 2 Lichtmaschinen.

 


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So sieht das dann von hinten aus, wobei alle Riemen runtermüssen um an den defekten zu kommen (der Schlingel ganz links hinten, der mit der weißen Aufschrift). Was für ein Spaß. Ich im eigenen Saft, Wellengang und Eva am Ruder, die verzweifelt versucht mit dem bisschen Wind den ein- und auslaufenden Frachtern aus dem Weg zu gehen. Habe glatt einen neuen Rekord zum Vorjahr aufgestellt, da hatte ich jenen besagten Riemen prophylaktisch wegen der Quietscherei gewechselt. Diesmal hat er sich ohne einen Mucks verabschiedet, scheint irgendeine Störkante im Weg zu sein, so schnell verreckt normalerweise kein Keilriemen. Meine Winterarbeitsliste wird nun um einen weiteren Punkt ergänzt, 5 Monate ist ja auch eine lange Zeit, soll ja nicht langweilig werden.

Nun liegen wir vorzüglich kontrolliert im Hafen und warten auf unsere letzte Etappe nach Licata, wahrscheinlich morgen und am Stück, also früh raus und im Dunkeln ankommen, immerhin kenne ich ja den Hafen und wegen der Frachter und Fischer ist die Einfahrt definitiv nicht versandet, was bei den kleineren Häfen entlang der Küste oft vorkommt, so dass Bojen, Funkberatung oder sogar ein Marinero mit Dhingy den schmalen Einfahrtkanal weisen müssen.

Bella Italia

Auf Lakka haben wir den Nachmittag und Abend mit Christine und Axel von der Vega verbracht. Schön, Euch hier wieder getroffen zu haben! Am nächsten Morgen geht es früh Ankerauf, rüber nach Korfu, entlang der Ostküste und dann sehen wir sie: die A. Größtes Segelboot der Welt, das teuerste sowieso. 143 m lang, Glasboden zum Fische gucken, 25m breit, 8 Stockwerke hoch, 3700 qm Segelfläche, sprich, du siehst das Geschoss schon von weitem.

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Wie auch wir, steuert ein weiteres deutsches Segelboot,  La Vita e Bella, die A an. Beim fotografieren mache ich auch Bilder der Deutschen. Wir Segeln weiter, da uns für den erwarteten Starkwind  die Ankerplätze nicht taugen und landen in der Gouvia Marina. Teuer, sicher, arrogant. Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Bus nach Korfu Stadt. Heute liegen nur 2 Kreuzfahrer  auf Rede, doch Frank bekommt einen Schock, ob all der Menschen, die hier unterwegs sind. Wir laufen zur alten Festung, dort liegt noch immer die A,

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durch den Park der Menschen weiter zum Stadthafen und wer liegt da, die Vita e Bella. Wir gehen zum Boot und werden gleich an Bord eingeladen. Sie sind begeistert von den 5 Bildern, die ich von ihnen und der A geschossen haben. Wir plaudern ein wenig und machen uns erneut auf ins Getümmel. Die Altstadtgassen sind eng und  wir laufen zielstrebig auf einen Olivenholzladen zu. Kaufen dort ein paar Gegenstände aus Olivenholz, trinken einen Espresso Freddo und machen uns auf den Rückweg, bevor der Skipper die Krise bekommt. In Gouvia verproviantieren wir uns mit allem, denn perspektivisch geht es über 1-2 Buchten rüber nach Italien. Am Donnerstagmorgen mache ich mich per pedes auf zu Natali’s Papa, der Bäcker ist und in Gouvia eine Bäckerei führt. Natali wohnt in Eppelborn und hat in Korfu Familie. Das Brot ist dunkel und hält ein paar Tage. Mit guten Wünschen und einigem Proviant: natürlich auch ein Pain Chocolat für den Skipper im Rucksack, gehe ich den weiten, heißen Weg zurück in die Marina. Dort angekommen legen wir ab und suchen uns  eine nette Bucht zum übernachten. Abends gibt es Spagetti Bolognese und wir genießen die letzte Nacht in Griechenland.

Die Wetterprognose hat sich geändert, so gehen wir Ankerauf und wissen, es steht uns ein langer Törn bevor. Der gestaltet sich sehr abwechslungsreich: Genua raus, Genua rein. Genua auf der anderen Seite wieder raus. Angel ins Wasser und um 9 Uhr der erste Biss und gleich eine Golddorade.

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Welch eine Abwechselung für den Speiseplan und vor allem: der erste Biss im Jahr 2018. Nachdem Frank die Angel um den ganzen Peloponnes und das ionische Meer gezerrt hat, nach 1899 SM der erste Fisch am Haken. Ich bin noch nicht fertig mit dem Verstauen der Filets in der Kühlung, gleich der nächste Biss!

 

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Unglaublich! Da wir den Fisch nicht kennen, darf er zurück ins Meer. Wir Segeln vorbei an Erikousa und Otonoi, wo wir ursprünglich eine Nacht bleiben wollten und machen Strecke und Wasser. Um uns herum wird es bedrohlich dunkel, wir ändern etwas die Route und bleiben verschont.

Am Abend wird die Golddorade auf der Haut gebraten und mit Nudeln und Ruccola – Tomatensalat serviert. Oh wie köstlich.

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In der Adria gibt es in der Nacht unglaublich viele Gewitter, wir sehen die Blitze, hören aber keinen Donner. Die Blitzapp bestätigt, dass die Gewitter über 70 Km entfernt sind. Die Blitze erhellen uns die Nacht. Um kurz nach 23 Uhr legen wir im Hafen Santa Maria di Leuca an. Der Adrenalinspiegel ist hoch, denn im Dunkeln in eine unbekannte Marina einzulaufen erhöht etwas den Blutdruck. Zufrieden setzen wir uns ins Cockpit und Trinken ein Bier.

Die Marina verlangt stolze Preise, doch durch ein Willkommensgeschenk mit Wein, italienischem Gebäck, einem Basecap und einem Schlüsselband, wird die Stimmung aufgehellt. Auf zum Stadtspaziergang, vorbei an Stegen, die direkt in den Hang gebaut sind zur 270 Stufen Treppe,

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die uns hoch zum Leuchtturm, einem Kloster mit Kirche und dem Mussolinidenkmal bringt. An den Stufen gab es früher mal einen Waserfall, der 1939 entstand, damals bekam der Ort fließendes Wasser.

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Der Blick ist umwerfend, die Gewitterfront bedrohlich. Zurück führt uns der Weg an wunderschönen Villen vorbei, die den Ort bekannt gemacht haben. 50 Villen in unterschiedlichen Baustilen zieren das Städtchen. Wir kaufen etwas Prosecco, Frizzante, Aperol und frische Tortellini gefüllt mit Ricotta und Spinat und bereiten uns mit einem Salat Caprese und den anderen Leckereien ein typisch italienisches Abendessen zu. Da der nächste Tag wieder viele Seemeilen bringen wird, schmiere ich Brote, mache den Abwasch und dann ab in die Koje.

Der Wecker wirft uns um 5 Uhr aus dem Bett. Die Leinen werden wir um 5:45h. Dann geht sie los unsere Rauschefahrt,

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der Wind weht heftig und stärker als erwartet. So haben wir nach 7 Stunden bereits 49 SM im Heckwasser, die Crew managt die 5, in Böen 6 Beaufort, das Boot bekommt  viel Wasser über und wir laufen und laufen unserem Ziel Crotone entgegen.

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Gott sei Dank gibt es Brote und Möhrensalat. Später kann ich sogar Wasser kochen und einen Cappucino zubereiten. Um 17:30 sind die Segel geborgen und wir machen im Hafen fest. Der Marinero hat Woolings in seinen Moorings und so kann ich einen Rabatt von 15 € aushandeln. Kochen, Essen, Brote schmieren. Um 5:45 aufstehen, Kaffee und Tee kochen, ablegen. Mit heftiger Welle, zuerst von der Seite, später von hinten, motoren wir den ganzen Tag, mal mit Genua Unterstützung, später mit Trecker. Der Tag zieht sich wie Gummi, der Himmel ist bedeckt und als die ersten Regentropfen fallen, haben wir schon wieder einen Biss! Diesmal zieht Frank eine Gelbmakrele aus dem ionischen Meer. Da sie recht klein ist und wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, was es für ein Fisch ist, darf auch dieses Tier lebend zurück ins Meer.

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Nach langen 13,5 Std legen wir in Roccella Ionica an. Hier schließt sich der Kreis unseres Sommertörns nach Griechenland, denn von diesem Ort sind wir Anfang Mai gestartet. Im Kielwasser liegen 2166 SM, viele Eindrücke, Erlebnisse und prägende Begegnungen mit vielen neuen Freunden.

Den Abend versüßen wir uns mit einer Flasche Nero D‘ avola und einem halben Meter Pizza. Oh mein Gott, so schmeckt Italien.

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Die Küche ist definitiv abwechslungsreicher als die griechische. Ich kann die Menschen um mich herum etwas besser verstehen als die letzten Monate, denn weder Frank noch ich haben einen Zugang zur griechischen Sprache gefunden.

In den nächsten Tagen bleiben wir hier. Ruhen etwas aus, denn wir sind innerhalb von 4 Tagen, davon 3 auf dem Wasser ca 229 SM gesegelt. Das Boot muss aufgeklärt werden, gepützt ist es schon und natürlich darf ich an diesem schönen Ort auch wieder Wäsche waschen.

A dopo grace Mille per Tutti.

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Segel messen, der Trecker wird auch erneuert.

Zwischen meinen Inseln

Am 25.8. haben wir uns in Palairos aufgemacht. Ursprünglich wollten wir nur nach Lýgia auf Lefkas. Dort war soviel Schwell, dass wir erst gar keinen Anker warfen, sondern gemütlich durch den Kanal von Lefkas gegangen sind, gemütlich deshalb, weil die Brücke zu jeder vollen Stunde aufschwingt und wir just in time dort ankamen. Direkt hinter der Brücke, als wir wieder auf dem offenen Meer waren, Genua raus und weiter Richtung Preveza. Dort muss man durch einen markierten Bereich einfahren, da es an Steuerbord und Backbord Nierigwasser hat. Dank Josef wussten wir, wo unser Anker fallen sollte, beim Fischerhafen. Gut eingefahren, mussten wir feststellen,  dass es rundum sehr dunkel wird und es eine gute Entscheidung war, Lefkas zu verlassen. Doch auch wir blieben nicht verschont, der Wind drehte und plötzlich waren wir mittendrin. Anker hielt, Crew glücklich und bereit für eine große Portion Nudeln.

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Am nächsten Morgen haben wir in die neue Ionian Marina verlegt. Welch ein Luxus: ganz neue Bäder, mit Rainshower Duschköpfen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was es ein Genuß war, diesen Luxus ein paar Tage zu genießen. Zudem waren wir zur rechten Zeit am rechten Ort.

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Ein kleines Gourmetfestival an diesem Wochenende und sonntags am Abend das Sardinenfest. Da waren wir gerne mittendrin, haben unsere Vorräte an Olivenöl aufgefüllt, Honig gekauft und natürlich die Folklore genossen.

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Montags war dann Wäsche waschen angesagt. Bei Eva, welch ein Zufall, alles abgegeben und 3 Stunden später wohlduftend abgeholt. In der Zwischenzeit wurde eingekauft, ok, die Wege etwas weit, aber wie Frank so schön sagt, etwas Bewegung tut ganz gut. Wir gönnen uns auch den Luxus jeden Abend essen zu gehen, denn im Boot ist es noch immer sehr heiß.

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Dienstags wollten wir ursprünglich weiter, haben uns dann umentschieden, so hatte ich Zeit und Muße, die Haare schneiden zu lassen, was dringend notwendig war.

Am Mittwoch ging es um 6:50 aus dem Hafen raus , in Begleitung zahlreicher Boote machten wir uns auf nach Paxos. Ein wunderbarer Sonnenaufgang hat uns für das frühe Aufstehen belohnt.

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Nach 34 SM fiel früh der  Anker in der Bucht von Mongonisi. Sofort ins klare Wasser und abkühlen. Lesen, rumdümpeln und die schöne Umgebung genießen.

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Nachdem es donnerstags sehr voll in der Bucht war, sind wir am nächsten Morgen auf in die Bucht von Lakka. Hier hatten wir bereits im Mai eine Nacht verbracht

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Wir liegen hier schon ein paar Tage, beobachten das Kommen und Gehen der Boote und sind froh, die letzte Woche Griechenland mit Schwimmen und Schnorcheln zu verbringen.

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Eine heiße Inselwanderung haben wir schon hinter uns gebracht, eine hektische Rückkehr vom Essen am Samstag erlebt. Ein Boot ging auf Drift, die Amis hatten im gleichen Restaurant wie wir gegessen. Deren Boot machte sich Richtung eines anderen deutschen Bootes auf, so sind wir hin zur SY Berenice und haben Hilfe angeboten: zurück mit Dingi zum Hafen, Amis ausfindig gemacht, mitgenommen. Sie haben umgeankert und Schiff mit Landleinen gesichert. Am nächsten Morgen haben uns Charlotte und Volker von SY Berenice besucht und sich bedankt für die Hilfsaktion. Nett geplaudert. Gute Seemannschaft und Frank ist immer wieder erstaunt, was ich so alles mitbekomme!

 

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Ursprünglich wollten wir heute nach Korfu: Planänderung. Ich sitze am Hafen und schreibe Blog, während fast neben uns die Vega anlegt, wir haben den Winter gemeinsam in Licata verbracht. Solche Zufälle liebe ich.

Das Leben kann schön sein. Lasst es Euch gut gehen, wo auch immer Ihr seid. Der Spruch ist von Markus, meinem Bruder. Danke, dass es Dich gibt.

Von Bauwerken und Bootsbastlern

Am 16.8. verlassen wir die schöne Insel Trizonia und Segeln bis Nafpaktos. Wir fahren zwar ins Hafenbecken rein, da es da drinnen aber echt kuschelig klein ist auch sofort wieder raus.

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Leider fangen wir uns in der Schraube einen Plastiksack. So ein Pech. Direkt nach dem Ankern taucht Frank ab und entwirrt das Plastik von der Schraube. Dann wird es um uns herum immer dunkler, Gewitter kündigen sich an. Wir haben Glück und ernten nur den Regen, der die Temperaturen gleich auf eine erträgliche Art reduziert. Frank sieht mit einem Auge einen blauen Katamaran vorbeifahren. Sollten das etwa unsere Freunde von All Together sein. Tatsächlich entdeckt er sie auf dem AIS. Kurzes Anfunken und wir verlegen uns direkt neben sie, nur eine Bucht weiter Nähe der Rio Brücke. So verbringen wir einen gemütlichen Abend zusammen auf deren Boot, nachdem auch der letzte Regenschauer vorbeigezogen war.

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Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen, die Australier wollten nach Mesolongi und wir zurück nach Nafpaktos, um uns die Festung und das Städtchen anzusehen und uns mit Lebensmitteln zu versorgen. Mit dem Dingi ging es in den Hafen rein und wir, mit Wasserflaschen bestückt, den Berg hinauf. Dass diese Burgen immer so weit obenauf dem Berg sein müssen! Von den Venezianern wurde dieser Ort Lepanto genannt und war Schauplatz der nach ihr benannten Seeschlacht. Zweimal gehörte die Gegend zum Herrschaftsgebiet der Türken, von hier aus konnte man genial die Einfahrt in den Golf von Korinth kontrollieren. 1571 kam es hier zum ersten Sieg vereinigter europäischer Mächte, vielleicht der Ursprung des europäischen Gedankens, sich zusammen zu tun, weil man gemeinsam stärker ist. In der Schlacht von Lepanto, die etwas weiter östlich stattfand, wurde die türkische Flotte durch Don Juan d‘ Austria, der damals gerade 23 Jahre alt war, vernichtend geschlagen. Ein Mitkämpfer war der Dichter Cervantes, Don Quijote kennt Ihr wohl, der in dieser Schlacht einen Arm verlor. Ihm zu Ehren gibt es ein Standbild im Hafen. Rundum gesichert durch eine venezianische Mauer.

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Vom Hafen aus zieht sich die starke Befestigung in mehreren Gürteln bis zum Kastell hinauf. Wir schaffen die 200 Höhenmeter gut und werden mit einem fantastischen Rundumblick belohnt.

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Den Rückweg versüßen wir uns mit einem eiskalten Cafe Freddo.

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Ab in die Stadt und einkaufen. Gerade rechtzeitig kommen wir zum Boot zurück. Das Boot tanzt Tango auf den Wellen, wieder hat der Wind aufgefrischt. Nach ein paar kabbeligen Stunden verlegen wir fast im Dunkeln in die Bucht, in der wir schon die Nacht zuvor verbracht hatten. Am nächsten Morgen verlassen wir um 7 Uhr unseren Ankerplatz und rufen sofort die Brückenkontrolle per VHF. Wir bekommen direkt die Erlaubnis, zwischen Pfeiler 1 und 2 mit Steuerbord zu passieren. Was für ein tolles Erlebnis, dieses Meisterwerk der Brückenbaukunst zu durchfahren, obwohl uns auch etwas mulmig zu Mute ist, war doch gerade einige Tage zuvor die Brücke in Genua eingestürzt. Ich fotografiere die Brücke aus allen Richtungen. Sie verbindet den Peloponnes mit dem Festland und wurde 2004 als 2250 m lange Schrägseilbrücke ihrer Bestimmung übergeben. Trotz dieser Brücke findet ein erheblicher Fährverkehr statt.

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Mittags kommen wir im heißen Mesolongi an, einer fruchtbaren Ebene in die einige Flüsse einfließen. Die Einfahrt führt an Pfahlbauten vorbei, Häusern, die auf Stelzen stehen., direkt über dem Meerwasser. Hier wohnen noch immer Fischer, und fristen ein hartes Leben.

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Und welche Überraschung, hier treffen wir wieder auf die Crew von All Together. KAREN hat heute Geburtstag, auf den wir nun zusammen anstoßen können. Am Nachmittag schlagen wir das Treckersegel ab um es auszumessen. Dann laufe ich ins Städtchen. Es ist mega heiß und der Weg voll in der Sonne. Finde einen Supermarkt und einen Bäcker. Sehe dann auch die Fußgängerzone. Leider haben die Geschäfte noch geschlossen, also marschiere ich mit meinen Lebensmitteln zurück an Bord.
Am Sonntagmorgen verlassen wir den Hafen über die Wasserstraße: immer schön navigieren, denn rechts und links kann man im Wasser stehen. Im Golf von Patras packen wir die Genua aus und Segeln in Begleitung von Delfinen zur Insel Oxeia. Auch hier gibt es zahlreiche Untiefen, also Achtung. Wir Segeln zwischen Oxeia und der Ormos Oxeia an zahlreichen Fischfarmen entlang. Da es hier ebenfalls Untiefen gibt, nehme ich das Steuerrad in die Hand. Wir kreuzen nun unseren Kurs vom 4. Juni. Unsere Peloponnes Umrundung ist somit beendet. Die Nacht verbringen wir vor Anker gut geschützt vor der Insel Petalas in der Bucht Petala. An diesem ruhigen Ort wären wir besser noch ein paar Tage geblieben. Wir vertrauen darauf, dass die Ferien der Griechen und Italiener beendet sind und machen uns entlang der Echinaden auf in Richtung Kastos. Wir werden auch jetzt wieder von Delfinen beobachtet, setzen Groß und Genua und erleben einen schönen Segeltag, da wenig Wind weht, etwas langsam, aber wir kommen vorwärts. Im Hafen von Kastos vermasselte ich das Ankermanöver, wir ziehen den Anker leider nur hinter uns her, sodass ich ins Wasser springen muss, um die Landleine loszubinden. Nur weg nach diesem von mir produziertem Hafenkino! Wir Segeln vorbei an den Inseln Kastos und Kalamos und sind schockiert ob all der Boote um uns herum. Eine Armada ist unterwegs und um 15 Uhr alle Buchten und Häfen voll. Mytika voll, die nördlichen Buchten von Meganisi voll, also weiter zur Ormos Desimou, in der Campingplatz Bucht finden wir einen Platz. Auch hier viel los! Was war es im Mai so ruhig. Naja, wir haben an diesem Ort vor Monaten unser Dingibrett verloren und hoffen es zu finden. Doch trotz mehrmaligem Schnorcheln kann Frank nichts entdecken. Es sind unglaublich viele Wespen und Hornissen unterwegs, eine Wespe sticht mich gleich am ersten Abend und löst eine allergische Reaktion aus. So nehmen wir reiß aus und treffen uns mit Richard und Evelin Trögele vor dem Hafen Palairos. Frank zieht hier nochmals das Vorsegel hoch, wir vermessen neu, da wir vom Segelmacher genaue Anweisung erhalten haben, was zu tun ist. Evelin fotografiert das Ganze von ihrer Rush aus.

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Nachmittags haben wir Besuch von Josef, der ebenfalls mit einer Reinke 13m vor Anker liegt. Sein Boot haben wir bereits in Rocella Ionica gesehen. Ein Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten ist immer sehr interessant. Ganz schnell vergehen die Stunden und es wird Zeit, zu Duschen und mit Evelin und Richard essen zu gehen. Sie feiern heute den 32. Hochzeitstag. Wir gehen zum Inder und haben eine wahre Geschmacksexplosion.

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Am 24.8. wasche ich Wäsche von Hand, während Frank im Motorraum zu Gange ist. Es leckt ein Schlauch am Eingang der Getriebekühlung, schlimmer noch die Wellendichtung der Kühlwasserpumpe. Kurzerhand das Ding ausgebaut, der Impeller war schon im Begriff zu schwächeln, und der Einfachheit halber unsere nagelneue Ersatzpumpe montiert. Reparatur der alten Pumpe folgt, sobald der Jung wieder auf Normalmaß abgekühlt ist. Zwischenzeitlich bläst auch die Nachmittagsbrise mit 4 bft und wir liegen auf Legerwall ohne Maschine.
Irgend etwas ist immer zu erneuern, reparieren oder kontrollieren. Bin ich froh, dass ich mit Frank den allerbesten LI an Bord habe. Spart viel Geld, das wir in sinnvolle Dinge, wie Essen und Trinken, investieren können.
Ich wünsche Euch eine gute Zeit, wo auch immer Ihr seid! Unsere Tage in Griechenland sind gezählt, wir machen uns in 2 Wochen auf in Richtung Italien. Liebe Grüße von SY EIRA.

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Trizonia, Land und Leute

Nun sind wir schon den dritten Tag auf diesem kleinen Inselchen  im Golf von Korinth, kurz vor der Brücke zwischen Rion und Antirion. Die Insel kann zu Fuß umrundet werden, was wir ob der Hitze in Etappen machen.

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Erstaunlich grün ist dieses Fleckchen Land, neben den obligatorischen Olivenbäumen gibt es hier auch Weinstöcke und Mandelbäume. Der Liebreiz der Insel spiegelt sich nicht unbedingt im Hafenbecken. Gebaut, aber wie so viele Häfen hier in Griechenland, nie fertiggestellt, nutzen die Einheimischen mit ihren Motorbooten diese Plätze, aber leider auch andere Sportbootfahrer diese Häfen, um ihre nicht mehr genutzten Boote endzulagern. Hier liegen aktuell diverse Wracks, eins davon fast komplett gesunken, die anderen verlassen. Wie traurig.

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Das Ganze hat natürlich auch einen Grund: wenn niemand sich für die Häfen verantwortlich fühlt, kassiert niemand. Den Gemeinden geht somit eine Einnahmequelle verloren, oftmals gibt es auch noch kostenlos Strom oder Wasser, oder sogar beides. Auf Triziona wird nun kassiert, ehrlich gesagt zahlen wir ja gerne, denn obwohl wir gerne Ankern, schätzen wir auch die Häfen, da wir uns gelegentlich verpflegen müssen und dies ist in einem Hafen meist weniger kompliziert, als Dingi ins Wasser, Motor runterlassen und an Land fahren.

Einen weiteren Service, Wäsche waschen, nutze ich natürlich gerne. Hier kann man in einem Hotel seine Wäsche abgeben und bekommt diese 4 Stunden später sauber und an der Luft getrocknet zurück. Genial, zumal ich damit nicht gerechnet hatte. Sofort werden die Betten abgezogen und mit den Handtüchern zusammen abgegeben. Ihr denkt wahrscheinlich, wieso widmet Eva diesem Thema soviel Raum: wenn man wie ihr zu Hause eine Waschmaschine hat, ist es halt einfach diese zu befüllen. Ich muss mir in Griechenland immer eine suchen, weil in den Marinas keine stehen.

Der großen Hitze geschuldet gehen wir meistens abends Essen, vor allem das Seafood ist hier genial.

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Manchmal koche ich auch, am Montag gab es Zucchinipuffer. Spätestens, wenn wir ins warme Boot zum Spülen müssen, bereuen wir es beide.

Heute ist die Insel etwas übervölkert, da wegen Maria Himmelfahrt, dem höchsten Feiertag Griechenlands, ganze Heerscharen vom Festland kommen um hier den Tag zu verbringen.

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Törn 27.09.-11.10.2018

Ich werde an besagten Tagen alleine an Bord sein. An/ab Catania, Sizilien (möglich Ryanair ab FFM).
Eva fliegt nach Hause und ich denke über Malta nach. Rund 200-300 sm hin und zurück, also kein großes Ding. Kann und werde ich alleine machen, bin ja ein großer Bub, ist in Gesellschaft jedoch unterhaltsamer. Wer Lust und Laune hat bitte melden, Kosten fallen keine an, Hand gegen Koje sozusagen. Das Schiff ist nach wie vor in schwimmfähigem Zustand, technisch i.o.
Das könnte sich auf den nächsten 1000 sm zwar noch ändern, glaube ich aber nicht. Wir schaffen uns langsam Richtung Westen und werden so um Mitte September wieder in Italien aufschlagen (Rotwein wird langsam alle).
Wer also Lust und Laune hat, bitte melden. Details können wir dann klären.

Gruß Frank

Delfi

mit dem ersten Hahnenschrei um 5.30 h aufgestanden,  um mit dem Bus in die Berge zu fahren. immer wieder ein Erlebnis und zudem echt preiswert, für 8,- € hin und zurück für 2 Personen. Wir wussten zwar, dass Delfi nicht auf Meereshöhe liegt, aber gleich 1500 m hoch?

Wow, die Luft hier oben ist angenehm kühl und die Sonne hinter den hohen Bergen ringsum versteckt. Es ist schon erstaunlich, wieviele Weltkulturerbestätte es in Griechenland gibt. so betreten wir nun die Kultstätte, die dem Gott Apollon gewidmet ist.

Über die heilige Strasse führt der Weg den Berg hinauf, vorbei an den Schatzhäusern, die von den einzelnen Städten und Inseln bestückt wurden. Jedes Gebiet hat dem Gott Schätze geschickt, diese wurden in den sogenannten Schatzhäusern aufbewahrt. der erste Tempel ist recht gut erhalten, direkt dahinter der Stein der Sibylle, den Zeus vom Himmel warf um die Stelle zu markieren, an der Delfi entstehen sollte.

Weiter den Hang hinauf der riesige Apollon Tempel mit einer wuchtigen Rampe, leider darf man hier die Ausgrabungen nicht betreten, doch unser Weg sollte auch so noch ein weiter sein. Nächstes Highlight das Theater, zwar nicht so beeindruckend gross wie dasjenige von Epidauros, aber mit genialem Blick in die Berge.

Wir schrauben uns weiter die heilige Strasse hinauf, denn ganz oben befindet sich das Stadion mit einer Laufbahn mit 178,35 m Länge.

Hier fanden ebenfalls Wettkämpfe statt für Laufen, Langstrecke, Doppelstrecke und diverse Wurfdiziplinen. Die Wettkampfrichter sassen in der Mitte des Stadions und ihre Sitze hatten als einzige Rückenlehnen. Mir tun heute noch die Handwerker leid, die all die Steine aus den Stein- und Marmorbrüchen hier herauf schleppen mussten. Mittlerweile steht auch die Sonne höher und wir sind dankbar für den Schatten, den die zahlreichen Bäume spenden. Nachdem wir den Ausblick genossen haben, machen wir uns an Abstieg, es geht nun 200 Höhenmeter bergab und wir schätzen uns glücklich, dass wir den ersten Bus genommen haben und den Aufstieg grösstenteils noch im Schatten bewältigen konnten. Unten angekommen, geht es zum nächsten Tempel, dem der Athene, umgeben von diversen anderen Heiligtümern. Zuerst jedoch an einem Brunnen vorbei, der ebenfalls noch zum Apollongelände gehört. Auf der anderen Strassenseite können wir einen Blick auf das Gymnasium werfen, das leider nicht mehr zu betreten ist, wie Frank meinte: die haben jetzt Ferien, lach.

Zum Tempel der Athene steigen wir bergab, hier gibt es leider keine heilige Strasse, so dass es eine staubige Angelegenheit wird.

Natürlich wollen wir auch noch ins Museum, das ganz zu Beginn der Ausgrabungsstätte liegt. Also wieder zurück. Wir heben uns diese Besuche immer bis zum Schluss auf, denn die Räumlichkeiten sind temperiert und wir schlendern an den tollen Exponaten vorbei und geniessen die Kühle um uns herum. Beeindruckend, wie gut erhalten einige Funde sind.

Nun sind wir zurück, sitzen am Ufer, trinken einen Espresso Freddo und schreiben Blog. Lasst es Euch gut gehen, wo auch immer Ihr gerade seid. Wir werden morgen auf jeden Fall ausschlafen und das nette Hafenstädtchen hier geniessen. Wir haben gestern eine tolle Pizzeria entdeckt und werden dort heute Abend oder morgen nochmals auflaufen, die erste Pizza seit 4 Monaten hat extrem lecker geschmeckt.

Der Kanal von Korinth und Hochmut kommt vor dem(r) Fall(böe)

Von wegen zack, bumm, fertig. Aber der Reihe nach:
Unser Plan war von Epidaurus zum östlichen Ende vom Kanal zu segeln, nördlich davon zu ankern und morgens gemütlich durchzuschuffeln. Dieser Plan hielt bis ungefähr zur Hälfte der Strecke, dann blieb erst mal der Wind weg (Motor an, Wasser produzieren) und kam ca. 5 sm vor der Kanaleinfahrt volles Rohr zurück, leider jedoch fast auf die 12. Und wir reden da von 6-7 bft, da war Ankern keine Option mehr und wir haben den Transit vorgezogen. Kurz vor Abfahrt, längsseits liegend am Wartekai prescht dann auch noch so eine kackbraune Kackbratze an uns vorbei, die uns schon zweimal ihr komplettes motorisiertes Spielzeug vor Anker liegend vorgeführt hatte, und beschert uns gefühlt einen kleinen Tsunami. Rohr eins war schon wieder bewässert, aber ein Fehlschuss hätte unsere Kanalfahrt abrupt beendet. Es ist und bleibt ein arroganter Menschenschlag diese Motorbootfahrer! Vorurteile hin oder her, das sind stinkreiche Idioten, denen ihr Umfeld egal ist, es sei denn, sie können zeigen was sie haben.
Nun denn, also hinterher und die freundliche Dame von der Kanalverwaltung gab mir so Mitte der Strecke die Anweisung full speed und ich deutscher Dämlack hielt mich nur an die Geschwindigkeitsbeschränkung von 6 kts.

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Ausgang des Kanals sah ich dann nur noch fliegendes Wasser, was für ein Scheiß! Da war die Ostseite noch echt moderat dagegen. Der nächsterreichbare Hafen war mir wegen der vorherrschenden Windrichtung unangenehm und außerdem hatte ich Schiss in der Bux bei diesen Bedingungen unsere 18 t ohne erhebliche Zerstörung unseres Umfeldes in einem Hafen anzulegen. Hebel aufs Pult und motoren mit Unterstützung eines badehandtuchgroßen Segels, was besseres fiel mir da gerade nicht ein. Kurz vor Sonnenuntergang laufen wir frohen Mutes eine Bucht auf der Nordseite des Golfes von Patras an und wollen ankern. Natürlich liegt genau an der günstigsten Stelle wieder so ein Motorboot und wir leiern das Eisen zwischen 15-20 m Tiefe runter. Die Fallböen legen EIRA, ohne jeden Lappen natürlich, auf die Seite, zerren unseren Anker ins tiefe Wasser und da hängen plötzlich 40 m kurzstag. Super, also wieder rauf mit dem Ding, ein zweiter Versuch verlief ähnlich schlecht und aus der Traum mit zack, bumm, fertig.
Entnervt verziehen wir uns in die dunkle Nacht und motorsegeln nach Itea. Nie fertiggestellte Marina, große Bucht und moderate Wassertiefen versprechen mehr Erfolg beim ZBF. Gegen 3 Uhr endlich inmitten Unmengen von Lichtern, ohne Molenfeuer (Leuchtfeuer werden ganz allgemein völlig überbewertet) endlich die Einfahrt zur klassisch griechischen Bauruine. Eva funzelt am Bug rum, da sieht sie eine Lücke zwischen all den Längsliegern und ich denk nur noch au weia, wir kurz ist das denn. Vielleicht 1,5 m vor und hinter uns, auflandiger Wind immer noch sehr böig, also nur ein Versuch oder Bruch und Dallas. Mit viel Schwung hau ich das Ding an die Pier, mit Volldampf rückwärts aufgestoppt, zack, bumm, fertig und denke heute demütig daran, dass Glück im Leben auch dazugehört. Nun lauschen wir einer Liveband mit griechischen Volksweisen zu und sind gerichtet für eine Busfahrt morgen zum Orakel von Delphi, hab‘ da noch ein paar Fragen auf dem Schirm. Bilder zum Kanal und dem Orakel natürlich demnächst von Eva, bin ja nur der LI.

Kalinichta von Frank

Unterwasser

EIRA von unten

Heute vormittag haben wir mit Denise, Charles und einer Cousine nebst Sohnemann einen Ausflug in die angrenzende Bucht unternommen. Dort liegt auf bequemer Schnorcheltiefe das versunkene Epidauros (früher Klimawandel oder so).

Neben dem großen Theater, dem kleinen Theater nun der Rest dieser Gegend. Bei der Gelegenheit kam dann die seit ewigen Zeiten mitgeschleppte GoPro zum Einsatz. Vorgestern hatte ich schon ein Video vom Segeln gedreht, aber das muss ich bei Gelegenheit erst noch auf youtube hochladen, ansonsten wird die Ladezeit unserer Seite doch etwas heftig.

 

Brunnen oder sowas

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Keine Ahnung oder sowas

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Morgen geht es nun endgültig in Richtung Kanal von Korinth (3 sm lang und 24 m breit) und über den Golf von Patras wieder zurück in das ionische Meer.

Lange nichts vom Gebrauch der Werkzeuge an der Technikfront gehört? Nun, erstaunlicherweise funzt alles soweit (gute Pflege Herr Doktor!), bis auf Popelkram kein echter Systemausfall mehr. Die noch abzuschließenden Baustellen habe ich einfach in die kühlere Jahreszeit verlegt. Zur Zeit gerät jedwede Aktion zur schweißtreibenden Angelegenheit, da vergeht dem LI sofort die Lust am Basteln.