Bilder von Ercolano, Pompeii und Amalfiküste

Wir waren noch Bilder der Ausgrabungen schuldig, hiermit erledigt.

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In der Zwischenzeit, haben wir Capri passiert, nicht im Dunkeln und nicht als die Sonne rot im Meer versank, sondern bei helllichten Tag. Am Sonntagmorgen mit ganz viel Fährverkehr und einem Kreuzfahrtschiff, das bei Sorrento lag, kein Vergnügen. Nach der Kabbelsee zwischen Festland und Capri war es ein Vergnügen, die Amalfiküste entlang zu motoren. Kein Wind ließ uns ganz nah an die Küste kommen, so dass wir die lieblichen Orte wie Positano, ich denke dann sofort an Stefan Andres und Goethe, sowie Amalfi passieren konnten. Wir wollten ein Stück weiter kommen, haben Salerno angefragt und sind in Cetera gelandet. Ein kleines Fischerdörfchen,  kurz vor Salerno, gefiel uns so gut, dass wir dort übernachtet haben. Der freundliche Marinero hilft beim Anlegen und fragt uns, wie lange wir bleiben wollen. Ich sofort: eine Nacht, denn hier kann man auch für ein, zwei Stunden bleiben, den Ort besichtigen, etwas essen und trinken und dann wieder ablegen. Der liebliche Ort hat es uns angetan! Die Einheimischen verbringen den Sonntagabend auf den Plätzen und Bänken und unterhalten sich. Kein Fernsehn kann so interessant sein, wie das persönliche Gespräch und das Treffen mit Freunden. Eine Gruppe Männer spielt Karten, Töchter gehen  mit ihren Müttern spazieren. Man trifft sich auf ein Eis, ein Glas Wein und unterhält sich. Ich kenne dies noch aus meiner Kindheit, als ich bei meiner Urgroßmutter und Oma war. In Deutschland Geschichte, schade!

Am Morgen bezahle ich den Hafen und bin freudig überrascht. Der Marinero will lediglich 20€ von mir. Schöne Überraschung zum 100. Tag auf See.

Wir verlassen Cetera und erleben ein weiteres Highlight: Delfine sind in der Bucht von Salerno zu Hauf unterwegs, spielen mit uns und verschönern uns die Fahrt nach Agropoli. Hier wurde die Marina aufgeteilt in Stege und jeder Steg hat einen anderen Besitzer. Wir bekommen zwar einen Platz, fühlen uns im Vergleich zu Cetera abgezockt. Der Marinero will 70,- € die Nacht und wir wollen 2 Nächte bleiben, können ihn auf 60,-€ runterhandeln. Da wir uns Paestum ansehen wollen, bleibt uns keine Wahl, wir bleiben und zahlen den Hochsaisonpreis. Beim Erkunden des alten Dörfchens entdecken wir die Zugverbindung nach Paestum, eigentlich wollten wir mit dem Bus fahren, eher per Zufall. Gleich sind die Karten am Automaten gekauft, eher einfacher, als in Deutschland, und zurück ist der Weg auch schneller gefunden, als der Hinweg. Durch den historischen Dorfkern gelangen wir schnell wieder zum Hafen.

Heute morgen sind wir dann mit dem Zug 6 Minuten gefahren um unmittelbar vom Bahnhof von Paestum in die griechisch, römische Antike einzusteigen. Eine 15 m hohe Stadtmauer umgibt die Anlage, die teilweise 5-7 m dick ist und von einem Wassergraben umgeben. Mit Audioguide ausgestattet, besichtigen wir Tempel, Wohnhäuser, Amphitheater und Forum.  Die Gebäude entstanden teilweise 600 v. Chr, wurden von den Griechen errichtet. Die Stadt hieß damals Poseidon, nach dem Gott des Meeres. Die Tempelanlagen sind extrem gut erhalten und erlauben einen Einblick in die Lebensweise vor 2600 Jahren. Unglaublich, wie gut die Haushaltsgegenstände erhalten und beschrieben sind. Wir sind schon gespannt, was uns in Sizilien an weiteren griechischen Tempeln erwartet.

Am Abend habe ich uns einen Kuchen und ein Brot gebacken und morgen geht es weiter Richtung Süden. Bona notte.

von Ercolano nach Pompej oder wow

Gestern sind wir in die Vergangenheit eingetaucht. Mit dem Zug, der in einer unglaublichen Geschwindigkeit an der Küste entlang gebraust ist, haben wir zuerst Ercolano Scavi erreicht. Ursprünglich wollten wir den Vesuv besteigen, da der Vulkan aber den ganzen Tag in Wolken gehüllt war, haben wir das Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt. Dafür hatten wir den ganzen Tag zur Verfügung um die Altertümer zu besuchen. Auf Ercolano ist Frank gekommen. Es handelt sich dabei um eine kleinere Anlage als Pompej, dafür übersichtlich und sehr informativ. Mit einem Audioguide ausgestattet, sind wir die Anlage abgeschritten. Man erreicht die Ausgrabungen durch einen Tunnel, der in die Lava gebohrt wurde. Die ersten Gebäude sind am früheren Strand gelegen. Leider wird das gefundene Ruderboot gerade restauriert. In diverse Häuser kann man hineingehen, sieht Küchen mit Aborten direkt neben der Kochstelle, Handwerkerhäuser, Tempel, Thermen. Unglaublich, wie fortschrittlich schon vor Christi Geburt gelebt wurde. Morgens frühstückte man nicht viel, zu Mittag ging man in eine der zahlreichen Tavernen, wo das Angebot an Speisen und Getränken vielfältig war, und alles wurde in Tonkrügen aufbewahrt. Hier traf man sich zu Gesprächen und zum Verweilen. Teilweise sind Fresken gut erhalten, man sieht verkohlte Balken, denn auch hier hat der Vesuv die Stadt eingeäschert. Beeindruckend auch die Thermen. Angegliedert Sporträume, die zuerst aufgesucht wurden um sich dann später in der Anlage zu reinigen und zu relaxen. Natürlich streng getrennt nach Männern und Frauen. Das Wasser wurde durch Bleirohre geleitet. Brunnen standen quasi an jedem Straßenzug. Sportstätten und Theater waren ebenfalls vorhanden.

Von Ercolano sind wir wieder mit dem rasenden Zug, der zudem voll besetzt war, zurück nach Pompej gefahren. Diese Ausgrabung ist viel weitläufiger, als die zuvor besuchte und natürlich stärker frequentiert. Hier die Übersicht zu behalten gestaltetete sich sehr schwierig, trotz Plan hat auch der Navigator nicht immer gewußt, wo wir uns gerade befinden. Da Pompej größer als Ercolano war, sind die Straßen breiter. Damit man diese besser überqueren konnte, wurden Trittsteine über den Weg verlegt. Auch heute noch sehr praktisch zum Seitenwechsel. Auch hier eine Anzahl von Tavernen, Bäckereien, selbst Ärzte und Apotheken gab es schon. Natürlich dürfen auch Tempel nicht fehlen. Es gab mehrere Theater, ein kleineres sogar überdacht. Schockierend waren für mich die gefundenen Menschen, die vom Ausbruch überrascht wurden und versteinert ausgegraben wurden. In der Ausstellung zur Ausgrabung sieht man sehr gut erhaltene Gefäße, die kunstreich verziert wurden.

Im Zug zurück nach Castelammare di Stabia, waren wir dann auch erschlagen von dem gerade gesehenen. Da wir noch nicht genug gelaufen sind an diesem Freitag, machen wir noch eine Orientierungstour durch die Stadt, weil wir uns noch versorgen müssen und auch eine Wäsche wäre wieder fällig. Wir finden alles mögliche, aber keine Wäscherei mit Selfservice. Lavanderia ist hier auch gleichzeitig eine Reinigung. Also fragen wir den Marinero, der nach einiger Zeit uns eine brauchbare Wegbeschreibung geben kann.

Am heutigen Morgen war der Vesuv ganz ohne Wolken zu sehen. Da wir Waschtag haben, bleibt keine Zeit nochmals die ganze Strecke mit dem Zug in Richtung Vesuv anzutreten. Bleibt mir nur, heute diverse Bilder vom klar sichtbaren Vulkan zu schießen. Man kann nicht alles haben. Das Schiff wird aufgeklart, die Kleiderschränke aufgeräumt, denn die Hochsommerkleidung wird nicht mehr benötigt. Der gemeine Italiener trägt jetzt schon  Winterkleidung. Der Wind war heute recht stark, weswegen wir auch entschieden haben, noch einen Tag in der nicht gar so schönen Marina zu bleiben. In der Stadt sind Frank und ich mit unseren Kurzarmshirts und Shorts doch etwas merkwürdig beäugt worden. Das Schiff ist gesäubert, die Schaps sind gefüllt. Morgen machen wir uns auf in Richtung Amalfiküste, denn wir wollen uns noch die Liparischen Inseln ansehen und die Tage werden immer kürzer. Ciao!

Überraschung

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Finde den Fehler!

Neugierig wie LI’s nun mal sind, will der bordeigene die von der Hauptmaschine mittels Keilriemen angetriebene Bilgenpumpe testen. Nach dem Einkuppeln sehe ich anstelle Wasser nur weißen Rauch. Da wir aber keinen Pabst gewählt haben, bleibt nur der Griff zu Werkzeug- und Ersatzteilkiste, abtauchen in den Motorraum und wechseln des recht flügellahmen Impellers. Der stand wahrscheinlich jahrelang in derselben Stellung und das mag der gemeine Impeller überhaupt nicht.

 

Das ist die Burg, praktischerweise mit Aufzug im Inneren,  spart nicht nur Zeit!20171004_142611

Blick immer vom Boot natürlich, sieht man an der Angel!

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Zwischen den Inseln 3

Nachdem wir Nettuno am Sonntagmorgen schon kurz nach 7 Uhr verlassen haben, befinden wir uns wieder zwischen Inseln. Dieses Mal steuern wir die Pontinischen Inseln an, die zur Region Latium gehören. Das Archipel mit mehreren Inseln, wovon einige unter Naturschutz stehen, ist wenig touristisch, Dank seiner geographischen Lage. Außerdem sind die Inseln nur auf dem Wasserweg erreichbar. Die Inseln Ponsa und Ventotene werden mit Fähren versorgt. Da es keinen Massentourismus gibt, sind die Strände naturbelassen und wenig frequentiert, sie sind fast alle nur auf dem Wasserwege oder über haarsträubend steile Sträßchen erreichbar. In der Cala di Feola, auf der Westseite von Ponsa, lagen wir mit 2 weiteren Segelbooten alleine, dort hatten wir einen phantastischen Blick auf Palmarola, zerklüftet, wild, ein Naturreservat. Über den stolzen Skipper mit seinem Bonito haben wir bereits das letzte Mal berichtet. Am Montag wollten wir uns Ponza ansehen. Gegen eine Mordswelle und 3 Beaufort sind wir um das Cap herumgekommen, die Ansteuerung Ponza  war entsprechend schwierig. Glücklich im Hafenbecken angekommen, sagt uns der Marinero, dass die Plätze erst abends ab 19 Uhr vergeben werden und wir morgens bis 8 Uhr den Hafen verlassen müssten! Das geht gar nicht, vor allem nicht bei der Welle, die ins Hafenbecken steht. Auf der kompletten Ostseite kein Schutz. Sofort greift Plan B: auf der Fahrt zur Ostküste haben wir im Süden eine traumhafte Bucht passiert. WENDE AUF ENGSTEM RAUM und ab zur Südküste. Hier verbringen wir einen ruhigen Tag mit schwimmen und relaxen und einer kurzen Erkundung des Strandes per Dinghi. Die Höhle, die wir durchqueren ist schmodderich  und macht keine Lust auf mehr. Wir genießen einen weiteren genialen Sonnenuntergang und planen den nächsten Tag, an dem erneut Ostwind vorherschen soll.

Den Deutschen Tag der Einheit feiern wir mit einem selbstgebackenem Kokoskuchen und, weil wir schon seit Freitag kein Brot mehr kaufen konnten, mit einem selbst gebackenem Dinkelvollkornbrot im Omnia auf dem Gasherd. Wer wie wir seit über 90 Tagen unterwegs ist und kein dunkles Vollkornbrot mehr gegessen hat, kann sich nicht vorstellen, wie einem beim Geruch des warmen Brotes das Wasser im Mund zusammenläuft. Wir dösen und schwimmen und warten die 4. Stunde am Nachmittag ab, um die Insel zu verlassen. Wir steuern Eira in die Nacht, meine Wache ist die Erste. Diesmal gehen wir keine lange Strecke, es liegen etwas über 50 SM vor uns, doch das Revier ist anspruchsvoll, da ein einsamer Fels mitten im Weg liegt, dann Ventotene, die letzte der Pontinischen Inseln umfahren werden muss und einiges an Fähren und Kreuzfahrern, Seglern und Mobos unterwegs ist. Frank hat in seiner Koje keine Ruhe und ist nach 1 Std und 30 Minuten wieder an Deck. Leuchttürme rund um uns blinken uns an. Ein fast voller Mond wirft seinen Schein auf’s Wasser. Was waren die anderen Nachtfahrten doch so ruhig und einfach zu steuern! Gemeinsam meistern wir die helle Nacht. Gegen 6 Uhr ist der Anker bereits zum 2. Mal im Wasser, spektakulär unterhalb der Burg von Ischia. Ich lege mich kurz auf’s Ohr, während Frank seinen Adrenalinspiegel noch mit Kaffee puscht.

Nachdem das Boot aufgeklart ist, wagen wir den Landfall, zuvor wurde der Ankerplatz verlegt. Mit dem Dinghi steuern wir Porto Ischia  an.  Welch nette Überraschung: italienischer Flair, wohin man schaut. Wir gönnen uns einen Cappucino unmittelbar unterhalb der Burg. Die Aragoner haben diese Festung hinterlassen, nachdem die ersten Gebäude bereits 474 v. Christus von den Tyrannen griechischer Herkunft aus Syrakus errichtet wurden.  Wir wandern durch die Anlage hoch über dem Meer und genießen eine phantastischen Blick im 360 Grad Panorama. Wir haben gut und gerne 28 Grad und Sonnenschein pur, also genau den richtigen Tag erwischt, um alte Steine zu besichtigen. Mir haben es auch die Blüten, Bäume, Palmen und Kakteen angetan. Der Landfall wird gekrönt von Spaghetti von Cozze ( darunter versteht der Italiener Muscheln). Den heißen Nachmittag verbringen wir an Bord. Morgen wollen wir wieder das Festland anpeilen, in der Bucht von Neapel gibt es viel zu erkunden. Arrividerci!

Isola di Ponza

Kaum durfte heute Morgen mein geliebter Gummiköder baden, beißt ihn ein Bonito. Der liegt nun filettiert im Kühlschrank.

20171001_09565120171001_095737Kein ausgesprochener Riese, aber ausreichend für eine Mahlzeit. Werde mir einen Seewasseranschluß ans Heck basteln müssen, die Pützerei des blutigen Schlachtfeldes raubt zuviel des guten Trinkwassers.

Die Grobreinigung des Hecks, das natürlich ebenfalls blutüberströmt ist, habe ich gleich nach dem Schwimmen im glasklaren Wasser erledigt.

Nun sind wir also wieder zwischen den Inseln, diesmal den Pontinischen. Die äußerste des Archipels ist eine unbewohnte Naturschutzinsel mit einem Felsendom und einen tiefen Schlucht. Wir haben uns die Hauptinsel Ponsa ausgesucht und liegen vor Anker in einer kleinen Bucht. Morgen geht es hoffentlich zur Ostseite nach Ponsa, denn diese Insel will ich unbedingt betreten. Der Hahn im Dorf kräht schon, ich hoffe, es bleibt noch etwas Tageslicht zum rumträumen und genießen, denn danach muß ich als Smutje in die Kombüse und den Bonito zubereiten. Ich freue mich schon auf den fangfrischen Fisch. Bona Sera ihr Lieben.

Mein Held, oder der Mann und das Meer

Ich sage es fast jeden Tag zu Frank, daher nun einen Beitrag über meinen Helden Frank! Es ist kaum zu glauben, was dieser Typ, der ja zufällig mein Mann wurde, alles kann. Angefangen bei der Ausrüstung des Bootes, Reparaturen an Bord, Segelsetzen, einreffen, Navigation, Fischen, mich beruhigen, mich mitziehen, er hat das alles drauf. Das bestätigte sich mal wieder bei der letzten Überfahrt. Im Hafen sieht es einfach aus. Wir machen einen Plan, nachdem wir über mehrere Tage das Wetter beobachtet haben, denn ich bin was Nachtfahrten anbelangt, total unerfahren. Gerade einmal 3 Nächte auf See lagen hinter mir, als wir am Mittwoch morgen den wunderschönen Hafen von Porto Vecchio verlassen haben. Die Mindestwegstrecke, die vor uns liegt, beträgt 135 SM. Also mindestens eine weitere Nachtfahrt! Schön in der Bucht hat sich gezeigt, dass es zuerst viel Wind und Welle aus Nordost geben wird. Wegen der einlaufenden Fähre könnten wir Groß- und Trekkersegel erst außerhalb der Bucht setzen. Dafür in den Wind zu gehen, bedeutet für mich am Ruder stehen, während Frank nach vorne zum Mast und Trekker muß, um die Segel hochzuziehen. Da wir vorsichtig sind, natürlich mit Rettungsweste und Lifebelt. Bei dem Seegang ist das so etwas wie meine Lebensversicherung. Wir reffen das Groß und auch den Trekker. Sofort liegt das Schiff stabiler und pflügt nun durch die hohe Welle. Schräglage enorm, da Kurs hoch am Wind anliegt. Nach Stunden nimmt der Wind ab, die See wird ruhiger, angenehmer, doch den von uns geplanten Kurs Rom könnten wir zwischenzeitlich nicht halten, abfallen Richtung Anzio, eine Zeitlang sogar Richtung Pontinische Inseln. Wir reffen aus, Segelfläche wird größer, der Wind dreht Richtung Nord und Anzio wird wieder möglich, sind halt 30 SM mehr. Frank hat natürlich die Angel draußen. Gegen 15:30 h beißt ein Fisch an. Die Leine rauscht aus! Ich nehme Geschwindigkeit aus dem Boot und Frank holt den Fisch ein. Es handelt sich um einen kapitalen Schwertfisch.

IMG_7252 Mit der Gaff wird unser Abendessen getötet, dazu ein Schnaps in die Kiemen. Dann beginnt das filetieren. Und dann beginnt mein Part: was machen wir daraus? Zuerst mache ich aus den kleinen Filets Tatar und die großen Filets werden gebraten und mit Reis und Zitrone gegessen. Die Stücke, die wir nicht schaffen kommen mit dem Tatar in die Kühlung. Das Ganze hat uns 3 Stunden beschäftigt. Der Fischgeruch war heftig kann ich euch sagen. Geschirspülen im Schiff ging bei mir dann auch nicht.

Ziehe mich warm an für meine Nachtwache, während Frank das Schiff aufklart und sich schlafen legt. Wir haben Halbmond und der Sternenhimmel ist grandios. Der Mond geht schon früh zur Ruhe, feuerrot versinkt er im Meer. In der Zwischenzeit läuft ein Kreuzfahrtschiff in sicherem Abstand an uns vorbei. Ich lese zwischen meinen Inseln, welch passende Lektüre in diesen Tagen, beobachte die Segelstellung, hole Trekker und Groß etwas dichter, trinke heißen Tee und werde immer müder. Um 00:30 H wecke ich Frank. Wachwechsel, für mich heißt es, irgendwie in den Schlaf finden. Der ist nicht tief, mit einem Ohr bin ich immer am Boot. Als Frank um 6 Uhr Kaffee kocht, stehe ich auf. Wachwechsel.

IMG_7273 Mein Held erzählt von den zahlreichen Schiffen, die unseren Weg durch’s Wasser gekreuzt haben, teilweise ganz schön nahe. 100 SM haben wir irgendwann hinter uns. Schon wieder kommt die Angel raus, ich protestiere, da die Kühlung voll mit Fisch ist. Mittags gibt es Tatar auf spanischen Tapasbrot. Lecker und erfrischend. Wir fiebern der Küste entgegen, immer noch kein Land in Sicht, obwohl wir nur noch 15 SM vor uns haben. Die Küste ist hier ganz flach, nicht so bergig wie die Ansteuerung Mallorca oder Sardinien. Der Wind frischt auf, drückt uns nun von hinten quasi Rom entgegen, denn dieser Kurs wurde dann doch irgendwann morgens wieder möglich. Wir sehen dann doch die Küste, steuern quasi direkt auf die Hafeneinfahrt zu. Daneben ergießt sich der Tiber ins Meer.  Das Wasser des Flusses stinkt und wir sind froh, uns für den Hafen Rom entschieden zu haben und nicht für die Häfen, die in der Tibermündung liegen. Die Marineros weisen uns eine Mooring zu. Wir liegen an Pier N 545. Ich melde das Boot an, wir bekommen einen elektronischen Schlüssel für den Pier und die Duschen. Was soll ich sagen, es war eine tolle Überfahrt, mit allem was man sich an Winden so vorstellen kann. Die Welle war zu Beginn hoch, dann immer flacher um zum Schluß wieder höher zu werden. Als Abendessen gab es natürlich: Fisch. Fischcurry an Kokossoße mit Aubergine und Banane, Reis nicht zu vergessen. Vorweg haben wir das restliche Tatar verspeist.

Geschlafen habe ich dann wie eine Tote. Eventuell war dies dem Rotwein geschuldet, egal, Hauptsache geschlafen. Nach dem Frühstück haben wir den riesigen Hafen erkundet und dann eine Einkaufsmöglichkeit gesucht. In dem riesigen Areal keine Versorgung! Dafür habe ich in Ostia eine Markthalle gefunden und mich dort mit frischen Produkten aus dem Umland versorgt. Smoothie ist schon zubereitet, wie auch Bohnensalat für die Fahrt morgen nach Anzio. Frank, mein Held schraubt am Boot, während ich unsere Verpflegung sicher Stelle und Blog schreibe. Nun genieße ich die strahlende Sonne noch etwas. Arrividerci, tutto bene.

Mein erster Fisch

Jahrelang zerre ich Unmengen von Ködern durch das Mittelmeer, immer in Küstennahe. Kann man sich schenken. Bei der Überfahrt Menorca-Sardinien hatte ich den ersten Biss, da fault direkt am Boot so ein Sch… Wirbel (französischer!). Wieder nix. Gestern zwischen Korsika und dem Schienbein vom Stiefel (italienischer) wieder ein Biss und siehe da, ein Schwertfisch (war noch jung der Bub oder das Mädel). Kein Monsterkaliber, hätte ich eh nicht in das Cockpit hieven können, eher Richtung Nachwuchs, blöd genug meinen Gummitintenfisch essen zu wollen. Was für ein Festessen gestern unterwegs und heute im Hafen bei Rom. Hatte auch heute Angelverbot, schnief! Jetzt isser wech, übermorgen darf ich wieder, Petri Heil.

Zwischen den Inseln 2

Nachtrag zur Marina Porto Torres: die Marina ist insolvent, aber es liegen noch Boote dort. Einige Dauerlieger bleiben dort, weil es nichts kostet, bis das Insolvenzverfahren abgeschlossen ist. Ich finde dies zwar bedenklich, weil niemand die Moorings prüft. An diesen Teilen werden nämlich die Boote festgemacht. Das kann schon mal übel enden. Daher haben wir uns mit mehreren Landleinen längsseits der Pier festgemacht. War auch nur für eine Nacht, also kein Problem.

Das Maddalena Architekt ist eine Inselgruppe, Nordsardinien vorgelagert. Wunderschöne Landschaft, die Naturpark ist. Dies bedeutet, dass man nicht einfach irgendwo Ankern darf, sondern nur an Plätzen die entsprechend ausgewiesen sind. Damit soll das Seegras geschützt werden. Das Wasser ist glasklar, türkisfarben ( Calzedon deep Blue mäßig). Wir haben die Zeit hier genützt und sind viel im Wasser gewesen. Die Buchtfische sind mit uns um die Wette geschwommen und die Möwen , die frechen, haben um Futter gebettelt. Nix gab’s. Gestern morgen haben wir die grandiose Landschaft verlassen. Schade, doch wir haben noch eine lange Wegstrecke vor uns und den Naturpark muss man im Vorhinein buchen. Boje frei geworfen und auf nach Korsika. Mit wenig Wind und kaum Welle sind wir mit Trekker und Großsegel nach Norden gesegelt. Wir hatten uns vor Beginn für den Hafen Porto Vecchio an der Südostküste entschieden, einfach so, weil es eine Tankstelle gibt, Waschmaschinen und der Hafen in einer langen gut geschützten Bucht liegt. Die Ansteuerung erfolgt durch ein Verkehrstrennungsgebiet. Da darf man nicht einfach fahren, wo man will. Porto Vecchio wird von Fähren angelaufenen die Bucht ist recht schmal. Ich habe es gut hinbekommen. Es war meine erste Ansteuerung in dieser Art. Zuerst sind wir an die Tankstelle gefahren und haben Diesel gebunkert. 905 l gingen in den Tank. Da wir mit Diesel heizen, haben wir hier in Frankreich nochmals zugeschlagen. Wir haben insgesamt ca 1300l an Bord. Das wird hoffentlich reichen. Anleger war easy. Als wir an Land gehen wollen, kommen uns Nicky Müller und Ihr Freund Jochen entgegen. Große Freude, Umarmung und natürlich ein Bierchen gemeinsam auf deren Boot Jojo  getrunken und gleich die ganze Crew kennengelernt. Ich sage ja, die Welt ist klein. Die Essensempfehlung von Jochen war genial, mein Menü lecker. In der Nacht hat uns leider ein Gewitter überrascht und den Vormittag hat ein Regenschauer den nächsten gejagt. Dann kam die Sonne und hat uns entschädigt. Mein Besuch in der Altstadt, oben auf dem Hügel, hat mir die Schönheit der Bucht gezeigt. Auch hier gibt es eine Saline, was leider auch für Stechmücken sorgt. In der Altstadt, mit ihren engen verwinkelten Gässchen gibt es Designerklamotten, Schuhe, Taschen und viel Schmuck und auch Touristenläden. Ein Restaurant grenzt an das nächste. Die Besucher kommen aus allen Herrenländern um sich die Historie anzusehen. Natürlich war auch Korsika heftig umkämpft, daher hat fast jede Stadt ihre Citadelle. Frank hat heute einen neuen Schwimmerschalter besorgt und gerade eingebaut, außerdem hat er Nachschub an Angelköder und Haken besorgt. Bisher war die Fischerei leider erfolglos. Fische gibt es aber noch, denn auf unseren Törns sehen wir immer wieder Fischschwärme und Bonitos auf der Jagd, diese hüpfen aus dem Wasser und versuchen aus dem Schwarm heraus was zu fressen. Es sieht aus, als würde das Wasser kochen.

Genug geschrieben und getan. Wir haben Hunger. Heute gibt es Quiche Lorraine und Salat. Bon appetit, ihr Lieben.

Nachtrag des LI: Der Schwimmerschalter des Grauwassertanks beschäftigt mich schon seit geraumer Weile. Heute war jetzt endgültig Schluss mit lustig! Neuen eingebaut und alles funzt wieder. Den Diesel habe ich noch mit Grotamar geimpft, hoffentlich bekommen wir nicht die Dieselpest an Bord, wir Segeln ja auch nicht nach Madagascar. Die Planung Richtung Festland oder direkt auf die Pontinischen Inseln wird konkreter, werde mich nach dem Essen wieder mal den Wettervorhersagen widmen und später noch mit meiner Schwester telefonieren, drückt Olaf ganz fest die Daumen, er hat es nötig und erst recht verdient.

Zwischen den Inseln

Leider ist der letzt Blogeintrag verschwunden, bzw. nie auf unserer Seite gelandet. So begine ich nun wieder bei der Isla Asinara. Die Naturschutzinsel war nachhaltig schön, zumal wir am letzten Abend die einzigen in der riesigen Bucht waren, nachdem die Fähre die Insel wieder verlassen hatte.

Samstags sind wir mit Wind durch die Bucht gesegelt, unser Ziel war Porto Torres. Wir wollten den Hafen testen um dort eventuell meine Schwägerin Birgit und deren Mann Olaf an Bord zu nehmen. Schon beim einkaufen ist uns der morbide Charme aufgefallen. Niemand meldet sich auf unseren Funkspruch, also legen wir einfach mal an, nehmen pflichtbewußt unsere Papiere und suchen den Marinero. Gebäude verlassen und verdreckt. Auf dem Rückweg werden wir von einem Schweizer Ehepaar aufgeklärt. Die Marina ist seit letztem Jahr insolvent, kostet daher nix, aber Strom und Wasser sind nicht verfügbar. Außerdem erhalten wir Infos über Einkaufsmöglichkeiten, Waschsalon etc. Wir suchen den Supermarkt, kaufen ein, denn wir haben vor fast einer Woche in Alghero das letzte Mal gebunkert.

Sonntagsmorgens legen wir ab. Unser Ziel ist heute Castelsardo. Unterwegs legen Wind und Welle immer mehr zu. Das Geschaukel beim Segeln ist riesig, die Welle wird fast nicht mehr steuerbar. Da sehen wir auch schon die Mole. Nur, wie jetzt in den Hafen reinkommen bei der Welle. Der Wind weht heftig und treibt uns quasi in den Hafen rein. Ein Marinero steht schon bereit und weist uns einen Liegeplatz zu. Trotz des Windes legen wir souverän an. Die Marina ist gut aufgesteĺlt mit Supermarkt, Angelzubehör, Schiffsbedarf und Tankstelle, Waschsalon und 2 Restaurants. Dann erleben wir eine Überraschung. Meine Facebook Freundin Nicky Müller ist mit Ihrem Freund Jochen, einem Skipper in der Nähe und spontan verabreden wir uns zu einem Kennenlerntreffen. Schnell duschen, eine Wäsche in die Maschine und dann sind die Beiden auch schon da. Wie toll, dass wir uns nun auch persönlich kennenlernen. Wir verstehen uns auf Anhieb, Jochen ist Skipper und fährt mit seinen Gästen rund um Sardinien und Korsika. Da gehen uns die Gesprächsthemen natürlich nicht aus. Viel zu schnell ist der Nachmittag vergangen und die Beiden fahren zurück zu ihrem Boot. Am nächsten Tag erkunden Frank und ich das uralte Städtchen Castelsardo, mit seinen engen Gassen hoch über der Bucht gelegen echt sehenswert. Später erkunden wir die Einkaufsmöglichkeiten, die hier fantastisch sind. Abends Braut sich ein Gewitter zusammen, daher verstauen wir die Elektronik im Backofen. Daher bekommen wir auch nicht mit, dass Frank’s Schwester versucht, uns zu erreichen. Der geplante Urlaub bei uns an  Bord muß abgesagt werden, da Olaf schwer erkrankt ist. Welch ein Schock mitten in der Nacht. Wir sind beunruhigt und finden keinen Schlaf mehr. Schade, wir hatten uns auf die Beiden so gefreut. Die nächsten Tage bringen keine Entwarnung, was den Gesundheitszustand von Olaf betrifft. Nach 2 Tagen Sturm, den wir im Hafen abwettwern verlegen wir in die Cala Marmorata, dafür , müssen wir durch die Straße von Bonifacio Segeln. Oft entsteht hier eine erhebliche Düse, doch heute ist alles ruhig. Die Bucht ist traumhaft und erinnert mit dem kristallklaren Wasser und den Steinen an die Seychellen. Wir genießen die Nacht, Schwimmen und genießen die Einsamkeit. Morgens legen wir ab Richtung Maddalena Archipel. Es ist so unglaublich schön hier, leider herrscht hier viel Segelbetrieb. Ich bekomme fast die Panik. Zumal wir eigentlich nach Cannigione wollen und gegen an kreuzen müssen. Nach 2 Stunden brechen wir ab und steuern La Maddalena direkt an. Cala Galleta wird uns über Nacht aufnehmen. Wir liegen mitten in der Stadt, gehen abends Essen und staunen über die vielen Menschen. Auf dem Nachbarboot sind Deutsche, die zum wiederholten Male hier sind und uns Tipps geben. Wir erstehen eine Naturparkvignette und ab geht es ins innere des Archipels. Die erste Nacht verbringen wir in der Cala Palma auf Cabrera und haben Mühe, die Boje zu erwischen. Schwimmend kann Frank alles richten. Morgens, nach einem Bad in der Bucht, machen wir uns Richtung Maddalena Ostküste auf. Hier hilft uns der Marinero beim Bojenandocken und wir basteln mal wieder den ganzen Nachmittag am Schwimmerschalter vom Grauwassertank. Gleich gibt’s mehr von den Inseln.

 

 

Gut gegen Nordwind

Er bläst noch immer, nun schon den 5. Tag in Folge. Zeit, sich die Stadt Alghero mit Ihrer langen Geschichte anzusehen. Schon im 8. Jahrhundert vor Christus wurde die Insel besetzt, d.h. dass immer wieder Fremdherrschaft die Insel einnahm. Phönizier,  Karthager, die Republik Genua und auch die Katalanen befreiten die Insel von Piraten und Eroberen. Das Katalanische ist hier verhaftet, sowohl in der Sprache, als auch in der Lebensweise. Während in Spanien die Katalanen unabhängig werden wollen, ist man auf Sardinien stolz auf die katalanischen Ursprünge. Die Altstadt mit den mittelalterlichen Festungen, Türmen und Gässchen lädt zum Verweilen ein. Shopping Freunde aus aller Herren Länder treffen sich hier. Die Sprache ist international. So kann Frau sich die Zeit bei Nordwind vertreiben. Der LI hat andere Interessen: er verfolgt diverse lange aufgeschobene Arbeiten, baut das AIS um, das neue GPS ein und stellt das ganze Schiff auf den Kopf. Leider muss nach Nordwind immer das ganze Boot geputzt werden, denn überall dringt Staub ein. Gesäubert wurde am Montag, da war es nicht nur windig, sondern auch recht frisch. Nach mehreren Tagen im Hafen gibt es leicht einen Koller, daher haben wir gestern in die Badebucht am Cap Cacchia verlegt. Viel Welle stand in der Bucht an, das Auf und Ab entsprechend heftig. Wir haben die Zeit genutzt, um Trinkwasser zu bereiten. Kurz vorm Ansteuern der Bucht hat ein Delfin fast unseren Bug gerammt. Die Fischer sind auch wieder ausgelaufen, ein eindeutiges Signal: der Wind lässt nach. Mich macht zu viel Wind agressiv. Das konnte ich schon in Südfrankreich beobachten und hier haben wir es nach wie vor mit Mistral zu tun. Nun liegen wir in der Cala  Tramariglio und lassen uns den Wind um die Bootsnase wehen. Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne brennt. Das Wasser ist durch den Nordwind erheblich abgekühlt. Ich hatte gestern fast Herzstillstand, nachdem ich ins Wasser sprang!  Nur ganz kurzer Aufenthalt, nachhaltig erfrischend. Am Abend wurde in der einsamen Bucht gekocht: Vitello mit Pilzen und Pfefferrahm, dazu Rigatoni und Tomaten mit Mozarella. Als Dessert gab es Süßigkeiten, die wir noch in Alghero eingekauft hatten.

Morgen geht es mit hoffentlich abgeschwächten Wind in den Norden. Die Fornelli Passage soll durchquert werden. Da die Hauptsaison eindeutig vorbei ist, hoffen wir, in einer Ankerbucht übernachten zu können.

Die Quintessenz von Nordwind ist: du brauchst Zeit zum Abwarten. Zeit zur Körperpflege, Zeit zum Knoddeln, wie der Saarländer zu sagen pflegt und Zeit zum Lesen. Gerade lese ich: solange es Schmetterlinge gibt, davor Mandelmond und Lindenmond. Danach werde ich den 3. Band der Warringham Saga lesen. Ich schicke Euch ein paar wärmende Sonnenstrahlen nach Deutschland. Bleibt gesund.