Petri heil

oder wie Eva anmerkte, der Wobbler muss kleiner werden.
Wer unsicher ist, ob Haie im Mittelmeer leben, sollte wissen, es sind ca. 50 verschiedene Arten, davon 15, die mit Menschen etwas anfangen können. Aber der Reihe nach:
Hatten wir seit Beginn unserer Reise einen Schnitt von rund 600 sm pro Fisch, entwickelt sich die Anglerei diese Saison erfreulich positiv. Und umgerechnet in Kilo essbar pro sm schießen wir nun den Vogel ab. Der erste Biss kurz nach Verlassen von Sizilien Richtung Liparische Inseln war definitiv groß, die Leine ist sofort gerissen. Der erste Tuna wurde innerhalb einer Woche vom nächsten klar getoppt. Und gestern nach Verlassen von Carloforte rauscht die Trommel wieder wie blöd aus. Bevor ich überhaupt reagieren konnte, waren schon gut 300 m abgespult, ups! Während ich also kurbele und kurbele, zwischenzeitlich geht es 100 meterweise vor und zurück, wird der Zug doch reichlich kräftig. Echt erstaunlich, wie stark sich die Rute verbiegt ohne zu brechen, trotzdem bange ich um Stick und Leine, die Grenze liegt bei 80 kg.

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Als wir den Fang endlich am Boot hatten, war ich doch überrascht. Knapp 2 m Hai, ein ultimatives Kraftpaket. Eva bringt ihren Spruch von wegen der Wobbler (Köder) muss kleiner werden, ich hingegen überlege fieberhaft wie ich dieses Monstrum an Bord bekomme, töte und zerlege. Eine richtig zündende Idee fiel mir aber nicht ein, derweil der Knecht einfach keine Ruhe gibt, von wegen müde oder so, keine Spur.

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Schweren Herzens stimme ich zu, die Leine zu kappen, Eva nimmt die Schere und schwupps reisst die Leine. Adieu du guter Wobbler, nun schwimmt ein gepiercter Hai um Sardinien. Immerhin benutze ich nur Stahlhaken, die korrodieren relativ schnell weg im Salzwasser. Trotzdem schade um diesen erfolgsverwöhnten Köder.
Zwischenstopp in Bosa, nach wirklich nervenzermürbenden letzten 20 sm ohne Wind, aber mit viel Welle von achtern. Legen wir uns an die Stadtpier, Eva ist schon unterwegs in eine Bar, ich dusche nach dem Spülen im Cockpit und da macht sich eine junge Frau von der Guardia di Costiera bemerkbar. Splitterfasernackt und eingeschäumt bitte ich um 10 Minuten, bevor ich mit ihr zum Büro gehen muss. Von wegen Anlegen ohne vorherige Genehmigung ist nicht erlaubt, wir sollen ablegen. Sag ich, es ist dunkel, wohin denn überhaupt und außerdem habe ich 2 Bier getrunken, ich darf nicht mehr fahren. Der Chef der Truppe genehmigt dann generös eine Nacht, mehr wollte ich eh‘ nicht, alles gut.
Heute das gleiche Spiel in Alghero, längs an die Stadtpier, allerdings mit Genehmigung von der Port Control. Da müffeln zwar die Betreiber der Marina ums Eck, haben sie doch diese Plätze mit Leinen ausgestattet und kassieren von großen Booten gerne mal 2 K€ pro Nacht, aber diese Plätze sind für den Transit vorgesehen, fragt halt nicht jeder und zahlt dann eben. Für uns übrigens 80 € pro Tag, nun aber 5 Tage frei, ohne Strom und Wasser zwar, aber davon haben wir genug.

 

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