Go west!

Zeitig in der Frühe gehen wir Ankerauf, hatten wir doch am Samstag die Marina verlassen und vor der Tür am Strand das Eisen versenkt.Mit Groß und Trecker schießt Eva plötzlich los wie ein Korken aus der Prosecco-Flasche. Das kann ja heiter werden. Den neuen Segeln sei Dank, EIRA rennt wie Schmitz Katze, das pure Vergnügen. Halber Wind, wenig Welle und mindestens 6,5 kts auf der Uhr (in der Spitze fast 8), das sind wir nicht gewohnt. Ein herrlicher Segeltag, auch in der Nacht, quasi die ganzen 170 sm durchgesegelt.

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Dienstag Morgen (0700 LT) durfte ich wieder angeln, das Verbot galt nur für den Montag, und 20 min später surrt die Leine wie wild von der Trommel.

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Am Ende hatte sich schon wieder ein Thunfisch über unseren Wobbler hergemacht und die Gier am Ende mit seinem Leben bezahlt. Solch ein muskulöser Brocken Fisch lässt sich aber nicht gerne an Bord hieven und so hatte ich eine gute Stunde zu tun und da die Bremse an der Multirolle noch offen war, hat es mich beim Einholen des Fisches fast noch eine Fingerkuppe gekostet. Ich Dirmel wollte den Knecht mit der Hand um die Schnur festhalten. So habe ich letzendlich mit dem Fang um die Wette geblutet, entkommen ist er mir nicht.

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Gott sei Dank waren wir mit Claudia und Sören (Nachbarlieger im Winter 2017/2018 in Licata) verabredet und so wurde ein Teil abends in Form von Tartar, Sushi und gebratenen Filets direkt verspeist, quasi als Gastgeschenk.

E2BD1CF7-E0F4-4B2F-937B-1509A2998BDB Der Rest schlummert nun in ihrem Gefrierschrank. Jahrzehnte lang schleife ich die Köder durch das Wasser und dann fange ich gleich 2 Thuna innerhalb einer Woche (so einen Brocken hatte ich noch nie), kurios. Frage mich nun, wie bekomme ich wieder einen Schwertfisch oder einen Mahi Mahi, etwas Abwechslung wäre nicht schlecht.

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Egal, nun sind wir also auf Sardinien, in einer wunderschönen Bucht bei Villasimius, ankern in glasklarem Wasser auf 6,5 m Sandgrund und planen gemütlich die weitere Vorgehensweise.

2D9DB525-050C-49FB-9387-C1E9FB1BF399Bis Ende Juli wollen wir unsere liebgewonnenen Freunde noch begleiten, dann steht der nächste Sprung Richtung Balearen vor der Tür.
Klingt doch wie ein guter Plan.

Heute stand Proviantierung auf dem Plan, also fuhr Frank uns mit dem Dinghi in die Marina. Claudia und ich stärkten uns mit einem Cappuccino und fuhren mit einem eisgekühlten Taxi in die Stadt Villasimius. Properes Städtchen, mit allem was Bootsfrau so braucht: Weinladen, diverse Boutiquen und Schuhläden, an denen Claudia und ich brav vorbeigingen, bis zu einem tollen Supermarkt mit Bierpreisen unter 1,-€ je 0,33 l Dose. Unsere Rucksäcke und Taschen waren prall gefüllt. Mit dem Taxi, eisgekühlt, zurück zur Marina. Das Wassertaxi Frank benötigte allerdings etwas länger, weil der Motor zum ersten Mal seit Alcudia 2017 Mucken machte.

Die frischen Lebensmittel wurden gleich verstaut und teilweise verarbeitet. Nun habe ich grünen Smoothie für eine Woche und marokkanisches Zitrone in der Kühlung. Es gab leckeren Endiviensalat mit Radieschen, Tomaten, Riesenbasilikum, sizilianischen Salzkapern und sizilianischen roten Zwiebeln,  dazu kalten gegrillten Thunfisch.

Am Nachmittag sind wir in der Bucht geschnorchelt, in dem glasklaren Wasser eine wahre Freude, zumal es hier Fische ohne Ende gibt. Beim Schwimmen hast du Hunderte der Buchtfische um dich herum.

Schönen Abend Euch und happy birthday Andrea heute und Pascale morgen  wir trinken ein Glas auf Euch, bleibt gesund.

Rund um Sizilien und Planänderungen

Mit wenig Wind ging es von Salina nach Filicudi.

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2 Tage abhängen in der Bucht, Schwimmen, Kuchen backen, am Abend den Vollmond genießen.

 

Dann ging es um 5 Uhr früh los Richtung Ustica. Die Segel wurden gesetzt, Delphine schauten vorbei, als wir um die Ostküste von Alicudi segelten. 30 Menschen leben auf dem kleinen vulkanischen Inselchen.

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Trawler mit Bonitofarmen im Schlepp kreuzen unseren Weg. Totale Ruhe. Vor uns ein Stellnetz, das ist verboten. Daneben eine Schildkröte. Hoffentlich nicht im Netz. Wir sollten noch 2 weitere Caretta Caretta sehen, am Boot entlang schwimmend. Die Angel ist draußen, seit Stunden. Plötzlich rauscht die Leine aus und nach einer Stunde ist der Thunfisch an Bord.

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Es war harte Arbeit, den schätzungsweise 10 Kg  Fisch an Deck zu bekommen.

Über einen halben Liter Rum hat es uns gekostet und das Boot musste gereinigt werden. Die Filets liegen in der Kühlung und 500 g Tartar auch. Wir erreichen Ustica mit der letzten Fähre, schnell überholt uns noch ein Motorboot. Im Hafen ist kein Platz, so machen wir mit Anker und Leinen am Fähranleger fest. Der Mobofahrer, übergibt mit seinem Dinghi die Leine und erhält als Belohnung 2 Thunafilets mit ca 3-4 Kg Gewicht. Ruhige Nacht. Gut geschlafen. Am nächsten Morgen geht es in den Hafen, wieder rückwärts mit Anker, tolles Manöver von meinem Kapitän. Der Hafen liegt ruhig da,ich gehe ins Dörfchen über Treppen schraube ich mich ins Zentrum. Was für ein schönes, blitzblankes Örtchen.

Die Häuser sind entweder mit bunten Fliesen dekoriert oder bemalt. Das Museum hat leider geschlossen, so kaufe ich einige Lebensmittel ein und mache mich auf den Weg zum Castello di Santa Maria.

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Von hier oben hat man einen tollen Blick über die Insel, auf der angeblich 1300 Menschen leben.

Zurück im Hafen hat schon Ostwind eingesetzt. Wir schaukeln hoch und runter. Es wird immer schlimmer. An Schlaf ist nicht zu denken. Der Morgen graut, der Skipper ist seit 3 Uhr auf. Es war alles vorbereitet für eine Überfahrt nach Sardinien. So müde, wie wir sind, lassen wir es, kommen eh nicht Weg, weil uns die einzige Mooring im Hafen, die unseres Steuerbord Nachbarn im Weg ist. 2 Stunden später ist der Nachbar wach, wirft die Mooring und wir die Leinen auf nach Sizilien.

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Mit tollem Segelwind können wir endlich die beiden neuen Segel einem Test unterwerfen.  Der Wind frischt auf und plötzlich laufen wir 7,3 kn.

Der Druck ist für den Autopiloten zu hoch, erst reffen wir das Groß, dann auch noch den Trekker und laufen immer noch mehr als 6 kn. Der Wind wird schwächer, dreht, frischt wieder auf. Wir kreuzen am 21. Juni 2019 unseren Kurs vom 26.10. 2017, nun sind wir einmal rund Sizilien gesegelt. Mit viel Seitenwind legen wir in San Vito lo Capo an. Das war Schwerstarbeit. Wir belohnen uns mit einem Essen in der sehr touristischen  Stadt, vergleichbar mit Saint Tropez, nur nicht so exklusiv. Um 5 Uhr weckt uns das Schaukeln des Bootes, nicht schon wieder! Das Rollen dauert bis 11 Uhr, in der Zwischenzeit Frühstücken wir, ein frischer grüner Smoothie wird bereitet. Dann ziehe ich los in die Stadt. Proviant wird gefunden, eine Wäscherei auch. Zurück an Bord wird die Wäsche gepackt und wieder in die Stadt, sag mir einer, ich hätte nicht genug Bewegung. Am Ende war ich 7 KM bei über 40 * unterwegs. Morgen soll es nach Sardinien gehen, also bereite ich einen Möhrensalat zu, in der Zwischenzeit trocknet die Wäsche im heißen Scirocco Wind, ein Wind, der direkt aus der Sahara kommt und sich wie ein Heißluftföhn anfühlt. Scharfe Kürbissuppe wird gekocht. Im Boot sind es trotz Beschattung 40 Grad, uff.

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Am Abend gibt es den letzten Thunfisch, diesmal mariniert mit Zitronensaft und gebratenem Kürbis. Früh am Morgen, wollen wir nach Sardinien. Eine open air Disco beschallt uns die ganze Nacht. Um 3 Uhr kehrt endlich Ruhe ein. Gegen 5:30 h werde ich sanft von meinem Skipper zum Aufstehen überredet. Schnell sind wir bereit zum Ablegen, und dann ziehen Gewitter auf. Blitzortung an, Auslaufen macht keinen Sinn. Motor aus, Treppchen wieder raus. Wettercheck. Morgen wird es besser sein, dann wird sich der Nordostwind gegen den Scirocco durch gesetzt haben. Also heute ein Tag zum Ausruhen. Morgen stehen wir eine Stunde früher auf um die 170 SM nach Sardinien in Angriff zu nehmen.

Ein Plan, der nicht geändert werden kann, ist ein schlechter Plan.

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Euch einen schönen Sonntag, wo auch immer ihr gerade seid.

 

 

Rolle, Rolle und ganz viel Aua

Nein, wir sind nicht bei der Augsburger Puppenkiste gelandet, sondern im wahren Seglerleben. Doch der Reihe nach.

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Nach der Vulkanbesteigung trafen montags unsere Freunde aus Licata, Birgit und Syd  mit Serafina ein. Welch eine Freude, uns nach fast 2 Monaten wieder zu sehen. Nach einem Begrüßungsdrink wurde beschlossen, dass die Frauen am Nachmittag ins Schlammbad gehen. Die Schwefelquelle wird von einem Verein betrieben und entspannt die müden Muskeln und kranken Gelenke, aber, sie stinkt. Das bedeutet, du stinkst, der Bikini hat nie mehr einen anderen Geruch angenommen, selbst nach tagelangem Waschen nicht, gestern wurde er entsorgt. Abends wurde bei Maurizio toll gespeist.

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Was machen Saarländer gerne: richtig, grillen und so wurde Eira am nächsten Tag zur Grillstation. Beste Rindersteaks kamen, natürlich eingelegt, auf den Lotusgrill, mangels Schwenker. Der Wein floss gekühlt durch unsere Kehlen und der selbst produzierte Liomoncello getestet. Am nächsten Morgen gingen wir Ankerauf, denn mit dem einsetzenden Ostwind wurde es ungemütlich in der nach Osten offenen Bucht.

Die von uns angesteuerte Bucht liegt auf der Westseite von Vulcano, also gerade ums Eck. Anker im Sand versenkt, Badeleiter raus und zuerst mal geschwommen. Glasklares Wasser und eine himmlische Ruhe, nur die Möwen pfiffen ihr Lied zur traumhaft untergehenden Sonne. Das ist so ein Abend, der dich für vieles entschädigt.

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Leider setzte am nächsten Morgen Westwind ein und  Birgit  und Syd gingen eine Bucht zurück. Wir harrten aus und warteten auf Second Life. Ihnen haben wir die traumhaften Bilder zu verdanken.

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Wegen des Windes und dem schlechten Anlanden, ihr Hund Nuchi braucht Auslauf, war unser Liegeplatz keine Option. So verbrachten wir die erste Nacht alleine in einer Bucht, diesmal ohne Rolle, Rolle, erst am frühen Morgen setzte der Westwind ein und wir verließen den schönen und ruhigen Platz. Wir statteten Second Life einen Besuch ab und brachten den selbstgebackenen Mamorkuchen vorbei. Ein Plausch von Boot zu Boot und ab ging es nach Salina. Der Hafenplatz war gebucht und das wunderschöne Dörfchen gleich besichtigt. In der kleinen Kirche am Meer fand eine Hochzeit statt, die Kirche war außerordentlich geschmückt.

Abends gab es oberhalb der Marina ein gemütliches Abendessen mit Birgit und Syd.

Am Sonntag, unserem letzten gemeinsamen Tag, wanderten wir nach Lingua.

Brütende Hitze machte den Weg schweißtreibend vorbei an Schluchten, die sich vom Krater ins Meer schlängeln. Ein letzter Drink auf Serafina und dann hieß es arrividerci nach 2 gemeinsam verbrachten Wintern in Licata. Niedergeschlagen bleibe ich zurück. Ein erneutes Verpflegen im Dorf und zurück nach Vulcano. Unsere Lieblingsbucht war zu schwellig, Rolle, Rolle, daher nach Ponente. Schwimmen und den heißen Tag im Wasser verbringen.

Am Mittwoch ging es nach Lipari, der Anker fiel am Capo Rosso, glasklares Wasser,

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erkauft mit rolle, rolle. Kein Schlaf, am nächsten Morgen zurück nach Vulcano und abends eine Pizza am Strand. Schlechter Schlaf erzeugt schlechte Stimmung. Wir wollten hier jedoch auf Dagmar und Bernd aus dem Saarland warten, also weiter Rolle, rolle. Hier trafen wir auf die SY Bacchus mit Angelika und Johannes, viel zu schnell ging der Abend zu Ende.

 

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Dann war die Bucht spiegelglatt und der geeignete Zeitpunkt endlich das neue SUP ins Rennen zu werfen. Der Skipper pumpt, also darf er zuerst. Er stellt fest, dass es eine sehr wackelige Angelegenheit ist, steht aber und paddelt.

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Da bin ich schon etwas neidig. Allerdings gestaltet sich der Abgang etwas schwierig, anstatt sich hinzu knien, fällt er ins Wasser und verdreht sich das Knie, aua. Ich bin nun sehr vorsichtig und mache mich kniend auf den Weg, erstaunlich. Das Paddelboard ist Yoga tauglich, also gleich eine Yogaeinheit hinterher. Geht toll. Aber bitte immer schön in das Board drücken.

Das Knie vom Skipper ist dick, Notfallmedizin in Form von Johanniskrautöl und Kühlung, inklusive Arnikaglobuli und Voltaren. Er kann gehen, doch das Ganze ist schmerzvoll. Mein Erwachen in der Nacht auch: Schmerzen im Oberarm, Muskelkater, doch viel schlimmer ist der unglaubliche Muskelkater in den Oberschenkeln. Jeder Schritt schmerzt, aua.

Heute, am Sonntag, ist es besser geworden, aber 2 Tage hatten Frank und ich: Aua. Wass soll’s, wir werden halt nicht jünger.  Nun liegen wir  wieder in Salina, nach einer Nacht mit ganz viel Rolle, Rolle.

Ab morgen geht es westwärts, endlich!

Schönen Sonntag euch ohne Rolle, Rolle und ohne Aua.