Eintauchen in die Geschichte

Kalamata ist unser Ausgangspunkt um ein weiteres Mal in die griechische Geschichte einzutauchen. Nachdem ein Auto gemietet ist, starten wir am Samstag Morgen Richtung Sparta.

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Es steht uns eine unbeschreibliche Fahrt über 2 Gebirgszüge bevor. Zuerst schrauben wir uns zum Einfahren ein paar leichte Kurven hoch und sehen von oben schon, was uns bei der Abfahrt erwartet. Einen alten Säumerweg hat man hier zwischen den Gebirgen ausgebaut, vorbei an hohen Felsblöcken, liegen immer wieder Steine auf der Fahrbahn, dies bedeutet Steinschlag. Endlich sind wir am Pass auf 1524m Höhe angekommen, nun steht uns die Durchfahrung der Langadaschlucht bevor.

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Frank ist ein sicherer Autofahrer, er meistert die Strecke zu meiner Zufriedenheit, wenn ich auch immer wieder die Luft anhalte, wenn die Straße so eng wird, dass nur ein Auto durchkommt, oder wir uns durch Felsüberhänge schlängeln müssen. Unten im Tal angekommen, haben wir schon fast Sparta erreicht. Hinter uns türmt sich der höchste Berg des Peloponnes auf, der Taygetos trennt Messenien von Lakonien. Nun liegt Sparta vor uns, wir müssen uns konzentrieren, um die historischen Orte zu finden. Mehr als enttäuscht stehen wir vor dem Artemis Heiligtum, es liegen lediglich ein paar Steine herum. Zurück zum Auto, ans Stadion, dort ragt ein spartanischer Krieger seine Waffe.

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Sparta war früher ein männlich – militärisch geprägter Staat, die Jünglinge wurden hier unter harten Lebens- und Ausbildungsbedingungen zu Kriegern ausgebildet. Die sprichwörtlich spartanische Lebensweise umfasste eine harte körperlische Erziehung unter äußerst kargen Bedingungen.

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Wir umrunden den Akropolishügel, sehen ein- zwei Kirchenruinen, das einzige, was auch ohne viel Phantasie zu erkennen ist, ist das Theater. Und dafür sind wir One Way 150 Haarnadelkurven gefahren? Das kann nicht sein. Wir haben keine Lust auf ein weiteres archäologisches Museum und machen uns auf in das 7 km entfernte Mystra, umfassendstes Zeugnis der spätbyzantinischen Zeit in Griechenland. Die einstige Hauptstadt des Despotats Morea zieht westlich von Sparta über dem Eurotas Tal an einem Hang des Taygetos Gebirges hinauf, genau, hinauf, das bedeutet in sengender Hitze Hunderte von Stufen zu erklimmen, von Kirche zu Kirche.

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Es gibt eine Unterstadt, in der wir einsteigen und eine Oberstadt, mit einer fränkischen Gipfelburg. Diese Burg wurde bald der Mittelpunkt des höfischen Glanzes in Mystra, das man bald als das Florenz des Ostens bezeichnete. Auch dieser Teil Griechenlands war heiß umkämpft, Ausdruck sind die verschiedenen Herren und Herrscherhäuser.

Wir besichtigen zuerst die Metropolis, die Bischofskirche des hl. Demtrios, mit Kuppel und Frauenempore und Fresken aus dem 13. und 14. Jh von unterschiedlichen Künstlern geschaffen. Vorbei an unzähligen Kirchen geht es in die Oberstadt durch das Monemvasia Tor gelangten wir zum Despotenpalast, die Palastkirchen Agia Sofia über der Palastterasse wurde um 1360 erbaut. Leider mussten wir den ganzen Weg beschwerlich wieder absteigen, ins heiße Auto einsteigen und mindestens 160 Haarnadelkurven zurückfahren. Kurzer Zwischenstop zum Einkaufen. Kaum am Schiff, als gerade alle Lebensmittel ins Boot gebracht worden sind, prasselt hier ein heftiger Regenschauer nieder. Zum Glück kühlt er die Luft etwas ab.

Unser Ausflug am Sonntag bringt uns nach Messene, umgeben von einer 9 km langen und 3 m dicken Festungsmauer ist dies eine gut erhaltene antike Stadt, die 396 v. Chr. von Epameinondas gegründet wurde.

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Das riesige Gymnasium mit eigenem Stadion erzählt von einstiger Pracht und Wissensdurst der Jünglinge, die hier auch körperlich ertüchtigt wurden.

2 Theater sind gut erhalten

und die riesige Agora, die von 4 Säulenhallen umgeben war, war Standort eines Zeustempels und Asklipon, ein dorischer Tempel für den Heilgott Äskulap.

Das gut erhaltene Stadion mit 18 steinernen Sitzreihen und bis zu 110 m langen Säulenhallen, spendete den Besuchern in früherer Zeit Schatten.

Die Göttin der Jagd, Herkules und eine Sonnenuhr

An dem hat es uns heute eindeutig gemangelt, daher machen wir im Ort kurze Rast und trinken einen Espresso freddo media, der uns nur dürftig erfrischt. Auf geht´s, weiter in die Höhe und über eine weitere abenteuerliche Straße zurück Richtung Kalamata. Ein kurzes Stück Autobahn erstaunt uns extrem, ist diese Wegstrecke doch sehr gut ausgebaut und in einem Zustand, von dem wir in Deutschland nur träumen. Dank Frank haben wir auch diese Fahrt ins Hinterland gut überstanden, vorbei an Millionen und Abermillionen von Olivenbäumen, ein tiefes grün umgibt uns hier. Ein Gewitter braut sich zusammen und entlädt sich über uns.

Nun sitzen wir im Yachtclub von Kalamata Marina und hoffen, wenigstens eine Halbzeit des Spiels Deutschland : Mexiko zu sehen. Lasst uns gemeinsam die Daumen drücken.

 

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