Stolz wie Bolle

wir sind doch noch weiter nach Norden gesegelt und haben in der one tree bay, wieso heisst eine Bucht so, wenn es dort hunderte von Bäumen gibt? Richard und Evelyn besucht, sind an einem menschenleeren Strand den ganzen Tag in glasklarem Wasser geschwommen und abends gemütlich zusammengesessen. Am nächsten Morgen ging es zwecks Verpflegung nochmals nach Nidri. Dort waren es gefühlt 40°, kurzer Stop, Dinghy ins Wasser, an Land, verpflegt und weiter in die Campingplatz Bucht. Glasklares Wasser, abgekühlt und rumgehängt. Dann ging es am nächsten Morgen entdlich weiter nach Südost zur Insel Kastos. Kleines Inselchen nah am Festland, mit einem Dörfchen, in dem es noch 15 bewohnte Häuser gibt. Aber das Ankern war ein echtes Problem: 1. Anker in der Bucht nahe dem Hafen, hält nicht. 2. Anker im Hafen: hält nicht. 3. Anker hält zwar, nun muss noch die Landleine ausgebrcht werden. Frank stürzt sich mit der Leine ins Wasser, mit Schuhen natürlich, weil Frank von der SY Soley uns sagte, dass es am Strand Seeigel gibt. Nun wollen wir die ganze Chose richten und haben ein Dinghy Brett verloren, wahrscheinlich eher beim Ablegen heute morgen in der Campingplatz Bucht, als hier, denn Frank schnorchelt den Anker ab, fährt mit dem Dinghy weit hinaus, nichts zu sehen. Wir sind nicht so richtig fest. Ein netter Engländer kommt mit seinem Dinghy und hilft uns mit der Leine. Dafür müssen ca 75 m Landleine von der Trommel abgewickelt werden, die Leine ist 110 m lang, wir gehen Ankerauf, ja, es ist nun das 4. Ankermanöver, sind nach einiger Zeit wirklich fest und sind stolz wie Bolle, dass wir das so hinbekommen haben. Hinzukommt, dass es mir rein magentechnisch echt schlecht geht und meine Toilettenbesuche doch sehr häufig sind. Wir beschließen mindestens 2 Tage hier zu bleiben, damit der ganze Aufwand sich auch gelohnt hat. Frank und ich düsen mit dem Dinghy an Land und machen einen kleinen Rundgang, trinken etwas in einer netten Bar und es geht zurück an Bord. Wir können beobachten, dass es mit dem Ankern hier tatsächlich nicht so einfach ist. Am nächsten Morgen starten wir einen Rundgang über die Insel und suchen uns ein Lokal, in dem wir abends essen können. Obwohl es mir noch immer nicht so gut geht, esse ich eine Kleinigkeit, da die Aussicht einfach mehr als genial ist.

Schon wieder heißt es Abschied nehmen, wir wollen die ionischen Inseln verlassen und uns das Festland ansehen. Nächster Stop ist Astakos, wir legen am Stadtpier an und es klappt ganz gut, daher wieder stolz wie Bolle. Der Ort ist unspektakulär mit einer lebhaften Strandpromendade. Da es hier viel zu heiß ist, verpflegen wir uns nur und nachdem am nächsten Morgen Brot gekauft ist, geht der Anker hoch und wir von Astakos weg in eine kleine sehr geschützte Bucht, nur 13 SM entfernt. Der Anker fällt auf 4,5 m im Schlick.

Der Wind frischt auf und aus unserem Badestop wird ein Schaukelstop, denn Stunde um Stunde wird der Wind heftiger, die Böen fallen in die Bucht und wir schaukeln im Wasser hin und her. Immer mehr Boote suchen Schutz vor Wind und Welle und so verbringen wir eine etwas unruhige Nacht in Gesellschaft mehrerer Boote.

Früh am Morgen graben wir den Anker aus dem Mud, Frank gibt dem guten Stück eine Salzwasserdusche, denn die Kette ist nett verschlammt. Die Salzwasserdusche am Ankerkasten ist zum ersten Mal im Einsatz und der Skipper glücklich, dass ein weiterer Plan aufgegangen ist. Unser Ziel am Montag war Kyllini, welches um kurz nach 12 angesteuert wird. Auf einmal mache ich den verwegenen Vorschlag, weiter nach Katakolon zu gehen, da zu früh um in den Hafen zu gehen. Der Skipper zögert kurz und dann beschließen wir, es zu wagen. Nun liegen allerdings nochmals 30 SM vor uns. Die Küste ist liebreizend, viele Liegestühle am Strand, doch keine Menschen, die drauf liegen. Während sich auf Malle die Touristen stapeln können, ist hier alles menschenleer.  Der Wind frischt auf, wir machen Wasser, waschen Wäsche und planen den nächsten Tag, Olympia zu besuchen.

Mit viel Wind geht es in den Hafen von Katakolon und ich böses etwas, schlage vor, an den Stadtpier zu gehen. Ok, der Skipper ist nicht gerade begeistert, schon wieder rückwärts mit Buganker festzumachen, doch ich bitte lieb und nachdem ich das Manöver fast versaut hätte, liegen wir mit Unterstützung unseres polnischen Nachbars wenig später fest am Pier. Stolz wie Bolle 3.

Das Örtchen gibt wenig her, mit Ausnahme der Tatsache, dass hier Kreuzfahrtschiffe anlegen, die Touristen mit Bussen nach Olympia gekarrt werden und einige Stunden später zum nächsten Ziel aufbrechen. Wir nehmen den Zug um uns die historische Stätte anzusehen. Vorbei geht es an Millionen von Olivenbäumen ins Landesinnere zum Berg Kronos.

Bahnhof von Olympia

Eva am Ziel ihrer Stadionrunde

Die Gegend ist geschichtsträchtig. Bereits ab dem 11. Jhd. vor Chr. wird die Gegend als Kultstätte der Gottheit Zeus genutzt und später immer mehr ausgebaut.

Die ersten olympischen Spiele wurden 776 v. Chr. ausgetragen, zuerst nur mit Stadionlauf, Doppellauf und Ringkämpfen, später kamen immer mehr Sportarten hinzu. Wer sich regelwidrig verhielt, dessen Namen wurde auf einem Stein auf dem Weg zum Stadioneingang gemeißelt und er so als unsportlich gebrandmarkt. Es kamen in dieser Zeit immer mehr Kultstätten hinzu. Übrigens wird noch heute vor dem Tempel der Hera alle 2 Jahre die Flamme für die olympischen Spiele angezündet. (Es gibt Sommer- und Winterspiele, daher alle 2 Jahre). Wir verbringen den heißen Vormittag an der Kultstätte und besuchen natürlich auch das archäologische Museum.

Ausgehungert essen wir in Olympia, nachdem ich einen Weitwurf und einen Stadionlauf erfolgreich absolviert habe, das beste griechische Gyros! Der tiefgekühlte Zug bringt uns zurück in die Gegenwart. Im Hafen liegt ein Kreuzfahrer, wie gut, dass wir am Vormittag nach Olympia aufgebrochen sind. Wenig später macht einige Boote neben uns die Futuro Dos fest, die Crew haben wir unterwegs gekreuzt und Kontakt über unsere Homepage bekommen. Schön, dass wir uns nun auch persönlich kennenlernen. Wir verbringen den Nachmittag kurzweilig gemeinsam auf unserer Eira.

Nun ist das Wetter gescheckt und da es gravierende Wetteränderungen geben wird, werden wir morgen zu einer erneut langen Tour nach Pylos aufbrechen. Kalispera und bleibt gesund.

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