Eingeweht

Der Wind bläst wohl im ganzen Mittelmeer recht heftig. Wir haben daher nach Alghero verlegt und liegen jetzt unmittelbar hinter der Altstadt im Hafen. Die Stadt war in früherer Zeit heiß umkämpft. Oben auf der Stadtmauer gibt es altes Kriegsgerät, das erinnert an die üblen Auseinandersetzungen: riesige Steinschleudern, Kananonenrohre, Vorrichtungen zum Übergießen der Gegner mit Pech und heißem Öl. Es schaudert einen, wenn man daran denkt. Heute fallen keine Besatzer ein, sondern Touristen. Die Stadt ist international. In der Altstadt reiht sich Shop an Shop, Restaurant an Restaurant und es gibt alle 10 Meter eine Eisdiele. Natürlich Trinken wir einen Capuccino am Morgen und als ich mittags die Altstadt durchstreife, gönne ich mir ein Eis, oh wie lecker.

HEUTE vor 70 Tagen sind wir auf unser Boot gezogen! Ein Grund zu feiern und heute Abend die Bordküche geschlossen zu halten. Früh am Morgen hatte uns Regen geweckt. Der Himmel grau, das Meer stürmt. Der Wind soll auf Süd drehen und wieder Sonne bringen. Wir nutzen den bedeckten Vormittag zum einkaufen und auf der Suche nach einem Supermarkt entdecken wir eine Markthalle mit einheimischen Produkten. Ob Brot, Fleisch, Fisch, Käse und Obst und Gemüse, alles wird sehr ansprechend präsentiert. Ich ergänze meine Grünen Vorräte und kaufe dunkles Brot, was hier nur sehr schwer zu besorgen ist und zudem horrend teuer. Eine gute und ausgewogene Ernährung ist uns wichtig, da ist dann auch fast nichts zu teuer. Den sardischen Wein haben wir ebenfalls bereits gekostet und für lecker und süffig empfunden. Auch hier würden die Vorräte aufgefüllt. Wir wissen nicht wie lange wir hier bleiben, es wird sehr viel Wind geben, so dass eine Fahrt durch die Straße von Bonifatio, sprich Richtung Korsika entfällt. Wir werden wohl hier in der Bucht von Alghero das schlimmste abwetternd auf moderate Winde warten. Keine Lust, die Sturmsegel auszuprobieren. So bleibt dann Zeit, einen Kuchen zu backen. Wieder im Omnia auf dem Gasherd. Heute wurde es ein Rührteig mit Apfeldecke. Leider schon wieder zu heiß gebacken. Der nächste wird besser! Was mich erstaunt, hier gibt es nirgends gemahlene Mandeln oder Haselnüsse, und wenn, dann zu horrenden Preisen. Vielleicht kann meine Schwägerin jeweils ein Päckchen mitbringen? Ich gebe keine 7,50 € für 250g Mandeln aus! Backin habe ich ebenfalls noch nicht entdeckt. Über Weihnachten, wenn wir in Deutschland sind, werde ich die Vorräte auffüllen.

Gestern habe ich endlich auch einen Waschsalon entdeckt und 1 Stunde mit Waschen und Trocknen verbracht. Dank Mandelmond, ein Buch das ich gerade am Lesen bin, wurde die Wartezeit überbrückt.

Jetzt wird es Zeit zu duschen und mich ausgeh fein zu richten. Ciao und bis bald!

Zwischen den Inseln

Am Samstag war der Sohn unseres Freundes Markus Schütz, Jonas mit Janine und Jan an Bord. 2 Nichtsegler wollten das Feeling Segeln erfahren. Gerne haben wir Ihnen die Bucht von Pollenca gezeigt und einen kleinen Segeltörn unternommen. Als Nichtsegler bei heftig Wind und Welle, wird dir irgendwann schlecht. Damit es nicht zu schlimm  wurde, haben wir einen Badestop eingelegt, den alle genossen  haben. Die Zeit verging wie im Flug und es hieß Abschied nehmen. Von unseren Gästen, von der Bahia Pollenca und von Mallorca. Am Sonntag morgen sind wir aufgebrochen Richtung Menorca. Alte Dünung stand an. Die Welle hoch und quer zu unserer Fahrtrichtung, hinzu kam, kein Wind und Geschaukel von Backbord nach Steuerbord und wieder zurück. Da hilft nur eins: Essen! Da ich immer vorsorge, hatte ich am Samstag noch chinesischen Nudelsalat  vorbereitet. Der hält sich lange frisch, da mit Soja Soße zubereitet. Das Wetter war klar und wir hatten sowohl Sicht auf Mallorca, als auch auf Menorca. Wir segelten die ganze Südküste von Menorca entlang, auf der Suche nach der geeigneten Ankerbucht. Da der Wind aus Süd kam, war die ganze Südküste ungeeignet. Auch die letzte Ankerbucht hielt nicht, was wir uns erhofft hatten: eine ruhige Nacht. Also weiter,so werden aus 50 SM schnell mehr. Frank kam auf den  verwegenen Gedanken, an der Isla Air zu Ankern. Da ich gelesen hatte, dass dies nur ein Tagesankerplatz ist, kam der Ort für mich nicht in Frage. Weiter Richtung Mahon. Nun gab es keine Alternative mehr, wir mussten  in die riesige Bucht von Mahon einlaufen. In der einzigen ausgewiesenen Ankerbucht lassen wir am letzten Ankerplatz beim dunkel werden den Anker in glasklares Wasser fallen.

Sofort beginne ich unser Abendessen zuzubereiten. Es muss schnell gehen, daher koche ich Basmatireis mit roten Linsen und Kokosflocken mit einer Sobrasado Soße. 20 Minuten später Essen wir im Dunkeln.

Zu erwähnen bleibt, dass wir im Kanal de Menorca einen weißen Delfin gesehen haben und zuerst dachten, es wäre ein Grindwal.

Am Montag morgen gehen wir um 8:15 ankerauf. Wir haben circa 200 SM bis Sardinien vor uns. Just, als wir die Bucht Mahon  verlassen, läuft ein Kreuzfahrtschiff von TUI ein. Da heißt es schnell Platz machen, denn die Berufsschifffahrt hat immer Vorfahrt. Lange noch sehen wir die Ostküste von Menorca. Plötzlich landet ein kleines Vögelchen an Bord: ein blinder Passagier erobert unser Deck und erkundet vorsichtig Zentimeter für Zentimeter. Es gilt ein paar Krümel zu picken und sich dann von uns zu verabschieden. Große Schiffe kreuzen unseren Weg und Dank AIS werden wir rechtzeitig informiert. Den Kurs müssen wir nicht ändern, da uns angezeigt wird, in welchem Abstand das Bigship uns passiert. Um 14 Uhr bekommen wir heftigen Gegenwind. Die Gischt  spritzt immer höher, die Wellen werden immer höher und wir müssen den Kurs ändern und laufen nach Südost anstatt Nordost. Es ist lediglich eine lokale Störung, trotzdem unangenehm und kostet uns Kurs und Zeit, da wir durch den Gegenwind langsamer werden. Nach 2 Stunden ist der Spuck vorbei. Kursänderung und weiter geht es Richtung Sardinien. Langsam dämmert es, Wachwechsel  wird vollzogen, Essen gekocht: Boullion Kartoffel mit Möhren. Da die See ruhig ist,  kein Problem. Der Mond ist fast rund, die Nacht ist hell. Ein Schiff kreuzt meinen Kurs und läuft an Steuerbord vorbei. Die Sonne geht  so rot auf, wie sie untergegangen ist. Eine glatte See bereitet uns einen ruhigen Tag. Wir füllen unsere Wasservorräte auf, duschen und sehen plötzlich die sardische Westküste vor uns auftauchen. Nun ist es Gewissheit. Wir werden noch heute Sardinien erreichen. Die Küste ist so nah, doch der Weg zieht sich. Der Wind frischt auf, der Autopilot steigt aus und die letzten 5 SM müssen von Hand gesteuert werden. Ein Kap ist zu umrunden und bei Dunkelheit steuern wir unseren Ankerplatz im Naturpark an. Erst am nächsten Morgen werden wir die Idylle sehen: glasklares Wasser im Naturpark PORTO Conte. Neben uns liegt ein deutsches Segelboot, an Steuerbord liegen Franzosen. All das haben wir in der Dunkelheit nicht erkannt. Wir schlafen lange und lassen den Tag gemütlich angehen. Als ich morgens ins glasklare Wasser springe, bleibt mit fast der Atem weg. Das Wasser ist klarer als auf Mallorca und Menorca, aber auch deutlich kühler. Kurz nach 12 Uhr verlassen wir die Bucht und verlegen in den Hafen von Fertilia. Ein kleines Dörfchen in der Bucht von Alghero mit dem Charme der 60 ziger Jahre. Doch es gibt ALLES, was Segler brauchen: einen Laden für Lebensmittel, mehrere Restaurants, italienische Bars, la Dolce Vita. Das genießen wir am Abend nach 6 Wochen ohne Hafen doch sehr. Wir werden nach Alghero verlegen, weil es hier keine Waschmaschine gibt. Doch das 4 Gang Menü heute Abend war es wert hierher zu kommen. Vielleicht sehen wir morgen in der Bucht wieder Delfine. Heute kam die Meldung über Funk,dass in der Bucht Delfine schwimmen und kurze Zeit später, haben sie unseren Weg gekreuzt. Es bleibt spannend und wir freuen uns nun auf ein komplett neues Segelrevier. Bella Italia!

 

 

 

 

Dinghi und der Krampf mit dem Motor

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Mal will er, dann wieder nicht. Zündkerze erneuert, 3 Tage Ruhe und dann wieder Generalstreik. Also Vergaser demontiert und Schwimmerkammer nebst Hauptdüse gereinigt, jetzt läuft er wieder, mal sehen wie lange.

Irgendwann Dienstag Nacht weckt mich der Windgenerator mit irrer Rotation, freue mich gerade, dass Input in die Batterien kommt, Stelle bei einem Rundumblick eine unangenehme Nähe zu unserem Nachbarn fest (Gaffelgetakelter Stahlschoner), unser Anker hält aber. Dafür pflügt ein Schwede durchs Ankerfeld, der mit gemeinsamen Anstrengungen der umliegenden Yachten geweckt wird, bevor er im Industriehafen die Steinmole küsst. Hat geklappt und die Situation entspannte sich zusehends, bis kurz vor Sonnenaufgang der Spuk vorbei war.

Nachdem alles an Bord klar war: Batterien erneuert und alte entsorgt, Dinghi Motor repariert, eingekauft, Boot Ankie die persönlichen Sachen abgeräumt, haben wir am Mittwoch nach Porto Pollenca in die Bucht verlegt. War auch notwendig, weil wir Wasser machen mußten. Das Wasser vor Alcudia ist oft versandet, weil so viele Fähren einlaufen.

Mittwoch Nacht hat es geregnet und ich habe es nicht gemerkt, so war morgens ein kleiner nasser Fleck im Bett, so what, bei den Temperaturen trocknet es recht schnell. Nachts war es Sahara Regen, das ganze Boot war braun. Später am Nachmittag kamen Gewitter und Regen aus Nordost und haben alles sauber gewaschen. Tagsüber das ganze Boot innen geputzt und alle Gegenstände von Ankie verstaut. Dann kamen die Gewitter. Wir haben alle Telefone, Tablett, Handfunke etc. im Backofen verstaut, Schlechtweterklamotten bereitgelegt, falls wir den Ankerplatz verlassen müssten. Alles lief glatt und abends gab es ein neues Rezept zu probieren: Zucchini Rösti. Ich man nur sagen: sehr lecker.

Morgen bekommen wir Besuch aus dem Saarland und am Sonntag werden wir Mallorca verlassen. Via Menorca wird es nach Sardinien gehen.

Bis bald Ihr Lieben!

 

 

 

 

Technik

Nachdem wir uns jetzt seit 8 Wochen mit dem schlechten Zustand der Batterien beschäftigen, gab es heute 4 neue Batterien. Nur gut, dass ein LI an Bord ist, der seit einiger Zeit hierzu recherchiert hat. Heute morgen wurden die Batterien bestellt, um 15 Uhr hatten wir mit dem Lieferanten einen Termin an der Tankstelle um die neuen Teile in Empfang zu nehmen. Sowohl der Anleger, als auch die Entgegennahme haben super funktioniert. Gleich noch etwas Sprit für Dinghi gekauft und wieder zurück zum bisherigen Ankerplatz. Der Skip baut die ollen Batterien aus, die neuen ein. Um 17:30 h meldet ein pitschnass geschwitzter Frank Vollzug. Nun sind wir gespannt, wie der Ladezustand morgen früh ist. Und ja: heiß war es den ganzen Tag. Wenn sich selbst die Mallorquiner beschweren, dann ist es tatsächlich kaum noch zum aushalten. Im Schiff haben wir ca  40 Grad, daher wird heute Abend auch nicht gekocht, sondern an der Hafenpromenade eine Paella gegessen. Bon provecho.

Anmerkung des LI: Die Batterien sind eine notwendige Zwischenlösung bis zu den Lithium-Eisen-Phosphat, quasi die Endlösung der Probleme. War jetzt leider der falsche Ort zur ungünstigen Zeit. Die Planung unserer Winterzeit schreitet voran und dann wird wohl wieder getauscht. Sizilien ist im Gespräch, die Entscheidung steht noch aus. Almerimar ist spottbillig, aber was wollen wir in Südspanien? On verra.

Heiß 3

Die Hitze laugt uns aus. Wenn ich am Ruder stehe, was fast immer der Fall ist, weil ich den Umgang mit dem Boot lernen will, bin ich den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt. Irgendwann am Nachmittag habe ich das Gefühl, dass mein Blut in mir kocht. Kurse am Wind bringen etwas Erfrischung, Kurse mit achterlichem Wind, dann kommt der Wind von hinten, sowie gestern Mittag, bringen nur warme Luft. Dem Wassermacher sei Dank, haben wir genügend Trinkwasser. 6-8 Liter Trinken wir beide zusammen täglich, d.h. der Wassermacher läuft alle 3 Tage. Das selbst hergestellte Wasser schmeckt erstaunlich gut, manchmal peppen ich es mit Creme de Mente oder gebe einen Beutel Eistee in die Flasche. Kurz in die Kühlung: einfach erfrischend.

Gestern hat auch das nichts mehr genützt, also habe ich mir ein Fleckchen Schatten gesucht und einen Coldpack auf den Kopf gelegt. Als wir um 18 Uhr dann endlich vor Anker lagen, bin ich zuerst mal ins Wasser gesprungen. Vorher hatte ich in der Bahia Alcudia schön mal geduscht und mich dann nass in den Schatten gesetzt.

Weil es so heiß war, wurde gestern die Küche unbenutzt gelassen und wir haben uns ein Essen an der Hafenpromenade gegönnt. Im Dunkeln sind wir zurück mit dem Dinghi: die erste Nachtfahrt.

HEUTE ist Großwaschtag. Die Betten wurden schön früh abgezogen und mit den Handtüchern der letzten 11 Tage zu Eco Wash  gebracht. Davor wurde schon früh gesaugt und der Boden ausgewaschen. Später am Tag ist es dafür zu heiß.

Frank ist nach Alcudia Dorf zur Post gelaufen, um die Thermoelemente für den Herd abzuholen. Nach einiger Aufregung ist die Sendung nun doch hier gelandet, postlagernd. Nun hoffe ich, dass der Backofen repariert und dann endlich richtig heiß wird.

Nächstes Thema ist unser Stromverbrauch: jeden Morgen sind die Batterien leer, obwohl wir alle Verbraucher bis auf den Kühlschrank ausschalten! Da stimmt was nicht! Jeden Tag läuft zusätzlich der Generator und oder die Maschine. Das ist nervtötend. Heute werden nun die Batterien getestet und wahrscheinlich müssen alle raus. Das war so nicht geplant, ist aber nicht zu ändern. Die Batterien wollten wir über Winter angehen, wie auch das Bimini und Solarpaneele. Das Leben ist kein Wunschkonzert, also Augen zu und durch.

 

 

Rund um die Insel

Nach 9 Tagen sind wir zum Ausgangspunkt zurückgekehrt. Wir haben viel erlebt, geschwitzt und Sonne abbekommen. Heute war ganz schlimm, davon später mehr.  Am ersten Tag gleich eine Enttäuschung: Cala Figuera am Cap Formentor überfüllt, also zurück zum Cap  und ablaufen nach Pollenca. Hier haben wir die SY AMICA getroffen und das Ersatzteil abgeliefert, das wir seit Port Gruissan mit uns führen. Schwimmen in der Bucht statt in der Cala. Das hat uns 2 Stunden gekostet und am nächsten Morgen gleich wieder. FRÜH aufstehen ist angesagt, denn wir wollen und müssen Porto Soller erreichen. Nachdem wir so vor uns hingedümpelt sind, bekommen wir auf einmal heftig Wind und rauschen Porto Soller  entgegen. Welch ein Entsetzen beim einlaufen in die Bucht: Boote, soweit das Auge reicht. High  Season, alle Boote sind unterwegs. Das haben wir so noch nie hier erlebt. Am Abend laufen dann viele riesige Motorboote ein. Die ganze Tankstelle ist belegt mit diesen Booten. Irgend jemand feiert hier Geburtstag mit Liveband, Kinderkarusell und allem, was eine Party mit vielen Leuten ausmacht.

Am nächsten Morgen geht es früh weiter, denn wir wollen Santa Ponsa erreichen. Ohne Wind geht dies nur mit Motor.  Wir machen Wasser, übrigens tolle Qualität, waschen Wäsche, Essen, Trinken und es ist ganz schön heiß. Ich sehe riesige Quallen und bin froh, nicht im Wasser zu sein.  Auf Höhe Dragonera  bekommen wir Wind, leider von vorne. Erst kurz vor Santa Ponsa können wir Segeln. Warum der Druck fragt Ihr Euch? Ganz einfach: CHRISTIAN Baltes  und zwei seiner Freunde sind in der Bucht in Urlaub und wir wollen uns treffen! Und dann funktioniert das Dinghi nicht. Welche Katastrophe. Da ist der LI gefragt und ich sage Euch, er gibt ALLES! Letztendlich funktioniert der Motor und wir treffen CHRISTIAN, Bernd und Carsten an deren Appartement. Und auch hier scheitert zuerst das Anlanden, aber der LI weiß Abhilfe. Ein netter Frühabend im Kreise von Saarländern. Ein Stück Heimat in Spanien.

Wir verabreden uns für den nächsten Tag zum Segeln und trotz viel angekündigtem Wind wird es ein schöner Nachmittag. Der Abend wird gekrönt von einem gegrillten Lyoner. WELCH EIN FESTESSEN!

Sonntags bin ich dann echt schräg gelaunt, die Saarländer fahren nach Hause und ich verspüre so etwas wie Heimweh. Backe einen Kuchen, mache Pizza. Therapiekochen.

Am nächsten Morgen ist ein Tankstop angesagt. Habe noch nie soviel Geld für Sprit ausgegeben. Der Tank ist nicht voll, aber ich bin um 500,- € ärmer. Am Abend ankern wir in der traumhaften Bucht von Es Trenc in calzedon deep blue klarem Wasser. Karibik feeling. Wir bleiben 2 Tage und genießen die Bucht, kaufen in Colonia San Jordy  ein, in dem Ort, wo ich vor 15 Jahren meinen ersten Mallorca Urlaub verbracht habe!

Der Rest ist unspektakulär: kein Platz in der Marina Porto Colon, beste Pizza der Insel, wir gehen weiter nach Carla Millor und ankern dort alleine mit einem nacktsegelnden Holländer, 33 SM  später und nach viel Wind fällt unser Anker in der Bucht von Alcudia. Buenos Noche.

Heute waren wir mal essen, das erste mal seit Port Gruissan, einen Hafen haben wir seitdem auch nicht gesehen, alles überfüllt und sauteuer. Muss man ca. 5 Tage im Voraus buchen, geht nicht, da ich keine Termine mache. Völlig bescheuert im offenen Meer irgendetwas zu planen. Da lassen wir uns lieber treiben und werfen abends das Eisen an der Kette in den Sand, heute ins Seegras, aber egal, passt schoo. Dafür gibt es heute nach dem Essen einen Cafe solo nebst Carlos Primero (Brandy für Nichtwissende), und wie schon erwähnt, passt schoo.

 

Heiß 2

HEUTE morgen sind wir um halb 7 aufgestanden. Wir wollten die verlorenen Meilen von gestern einholen. Keine CHANCE! Es war 9 :15 h als wir die Position von gestern Mittag erreicht hatten. Und dann kam Wind. Zuerst ganz moderat und dann immer heftiger. Als ich Frank sage, man könnte die Segelfläche verkleinern ist es dafür einfach schon zu spät, die Reffleine der Genua rauscht durch seine Finger und verbrennt die Hand. Auch heiß, aber sehr SCHMERZVOLL! Wenn du über ein Reff nachdenkst, ist es quasi zu spät. Später haben wir das Reff nach und nach herausgenommen. Bilder folgen eventuell. Vielleicht wird die Nacht kühler, jetzt wird gleich mal gekocht. Heute gibt es Bohnensalat mit Bratkartoffeln: auch das wird heiß auf dem Boot.

Heiss

Einfach nur heiss! Wir sind in der völlig überfüllten Bucht von Port de Soller und schwitzen so vor uns hin. Angenehm raumer Wind auf dem Weg hierher, so 20-25 Knoten, nur mit der Genua gut 6 Knoten Speed. Aber heiss ist es, wie Wutz. Und Hochbetrieb in der Hochsaison. Kann man zu Fuß durch die Ankerbucht, Dinghi überflüssig. Da bei uns nach wie vor 2 Winterreifen am Heck hängen, halten die hochglanzpolierten Schüsseln freiwillig Abstand, gut so. Morgen geht es nach Santa Ponca, mein neues Streichelhandy abholen, bringt ein Bekannter von Eva mit, bin kommunikativ etwas abgeschnitten zur Zeit. Hasta luego.

Gesundheit 2

Habe ich gestern ganz vergessen: an Bord gibt es eine homöopathische Hausapotheke, die mir Andrea Stromereder geschenkt hat, inklusive Onlineberatung. Ihr Mann Dieter hat die schwarze Mappe liebevoll beschriftet, für was der Inhalt alles gut ist. GENIAL. Hafenmanöver, Meereslust, Wetterfrust, etc.

Es bleibt mir an dieser Stelle erwähnenswert, dass wir viele tolle Geschenke von Euch zu Hause erhalten haben, die uns an Euch erinnern. DANKE DAFÜR!