Rund um Sizilien und Planänderungen

Mit wenig Wind ging es von Salina nach Filicudi.

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2 Tage abhängen in der Bucht, Schwimmen, Kuchen backen, am Abend den Vollmond genießen.

 

Dann ging es um 5 Uhr früh los Richtung Ustica. Die Segel wurden gesetzt, Delphine schauten vorbei, als wir um die Ostküste von Alicudi segelten. 30 Menschen leben auf dem kleinen vulkanischen Inselchen.

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Trawler mit Bonitofarmen im Schlepp kreuzen unseren Weg. Totale Ruhe. Vor uns ein Stellnetz, das ist verboten. Daneben eine Schildkröte. Hoffentlich nicht im Netz. Wir sollten noch 2 weitere Caretta Caretta sehen, am Boot entlang schwimmend. Die Angel ist draußen, seit Stunden. Plötzlich rauscht die Leine aus und nach einer Stunde ist der Thunfisch an Bord.

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Es war harte Arbeit, den schätzungsweise 10 Kg  Fisch an Deck zu bekommen.

Über einen halben Liter Rum hat es uns gekostet und das Boot musste gereinigt werden. Die Filets liegen in der Kühlung und 500 g Tartar auch. Wir erreichen Ustica mit der letzten Fähre, schnell überholt uns noch ein Motorboot. Im Hafen ist kein Platz, so machen wir mit Anker und Leinen am Fähranleger fest. Der Mobofahrer, übergibt mit seinem Dinghi die Leine und erhält als Belohnung 2 Thunafilets mit ca 3-4 Kg Gewicht. Ruhige Nacht. Gut geschlafen. Am nächsten Morgen geht es in den Hafen, wieder rückwärts mit Anker, tolles Manöver von meinem Kapitän. Der Hafen liegt ruhig da,ich gehe ins Dörfchen über Treppen schraube ich mich ins Zentrum. Was für ein schönes, blitzblankes Örtchen.

Die Häuser sind entweder mit bunten Fliesen dekoriert oder bemalt. Das Museum hat leider geschlossen, so kaufe ich einige Lebensmittel ein und mache mich auf den Weg zum Castello di Santa Maria.

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Von hier oben hat man einen tollen Blick über die Insel, auf der angeblich 1300 Menschen leben.

Zurück im Hafen hat schon Ostwind eingesetzt. Wir schaukeln hoch und runter. Es wird immer schlimmer. An Schlaf ist nicht zu denken. Der Morgen graut, der Skipper ist seit 3 Uhr auf. Es war alles vorbereitet für eine Überfahrt nach Sardinien. So müde, wie wir sind, lassen wir es, kommen eh nicht Weg, weil uns die einzige Mooring im Hafen, die unseres Steuerbord Nachbarn im Weg ist. 2 Stunden später ist der Nachbar wach, wirft die Mooring und wir die Leinen auf nach Sizilien.

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Mit tollem Segelwind können wir endlich die beiden neuen Segel einem Test unterwerfen.  Der Wind frischt auf und plötzlich laufen wir 7,3 kn.

Der Druck ist für den Autopiloten zu hoch, erst reffen wir das Groß, dann auch noch den Trekker und laufen immer noch mehr als 6 kn. Der Wind wird schwächer, dreht, frischt wieder auf. Wir kreuzen am 21. Juni 2019 unseren Kurs vom 26.10. 2017, nun sind wir einmal rund Sizilien gesegelt. Mit viel Seitenwind legen wir in San Vito lo Capo an. Das war Schwerstarbeit. Wir belohnen uns mit einem Essen in der sehr touristischen  Stadt, vergleichbar mit Saint Tropez, nur nicht so exklusiv. Um 5 Uhr weckt uns das Schaukeln des Bootes, nicht schon wieder! Das Rollen dauert bis 11 Uhr, in der Zwischenzeit Frühstücken wir, ein frischer grüner Smoothie wird bereitet. Dann ziehe ich los in die Stadt. Proviant wird gefunden, eine Wäscherei auch. Zurück an Bord wird die Wäsche gepackt und wieder in die Stadt, sag mir einer, ich hätte nicht genug Bewegung. Am Ende war ich 7 KM bei über 40 * unterwegs. Morgen soll es nach Sardinien gehen, also bereite ich einen Möhrensalat zu, in der Zwischenzeit trocknet die Wäsche im heißen Scirocco Wind, ein Wind, der direkt aus der Sahara kommt und sich wie ein Heißluftföhn anfühlt. Scharfe Kürbissuppe wird gekocht. Im Boot sind es trotz Beschattung 40 Grad, uff.

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Am Abend gibt es den letzten Thunfisch, diesmal mariniert mit Zitronensaft und gebratenem Kürbis. Früh am Morgen, wollen wir nach Sardinien. Eine open air Disco beschallt uns die ganze Nacht. Um 3 Uhr kehrt endlich Ruhe ein. Gegen 5:30 h werde ich sanft von meinem Skipper zum Aufstehen überredet. Schnell sind wir bereit zum Ablegen, und dann ziehen Gewitter auf. Blitzortung an, Auslaufen macht keinen Sinn. Motor aus, Treppchen wieder raus. Wettercheck. Morgen wird es besser sein, dann wird sich der Nordostwind gegen den Scirocco durch gesetzt haben. Also heute ein Tag zum Ausruhen. Morgen stehen wir eine Stunde früher auf um die 170 SM nach Sardinien in Angriff zu nehmen.

Ein Plan, der nicht geändert werden kann, ist ein schlechter Plan.

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Euch einen schönen Sonntag, wo auch immer ihr gerade seid.

 

 

2 Kommentare zu „Rund um Sizilien und Planänderungen“

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