Weg von der Insel

Am Montag den 30.04.2018 wollten wir spätestens um 12 Uhr Ragusa verlassen. der Landstrom war schon gekappt, als ein Herr am Steg fragte, ob wir kurz Zeit für ihn hätten. klar, haben wir. Es stellte sich dann schnell heraus, dass die Guardia di Finanza uns überprüfen will. und von wegen dauert nicht lange. 90 min hat die Fragerunde in Anspruch genommen. Die Mitarbreiter der Guardia haben sich immer wieder entschuldigt und wir haben ihnen zum Abschluss bestätigt, dass sie sehr nett und freundlich waren. Als Frank mit Ihnen im Office der Marina war, um den Ausdruck der Befragung entgegen zu nehmen, kam Beppo mit der Aufnahmevorrichtung für die Gangway. diese hatte er vergessen und verlangte dann auch noch 200,- €. wir sagten zu Elia, dass es nicht mehr als 150 gibt und aus 9 Uhr Lieferzeitpunkt wurde dann 13:30. Danach waren wir startklar, mussten aber noch auf den Marinero warten, der mit uns gemeinsam die enge Fahrterinne aus dem Hafen fuhr. Ist etwas tricki zu finden, da komplett versandet. Draußen erwartete uns die alte Dünung, Welle, die von dem Starkwind übrig geblieben ist. Es schaukelt heftig, da in Strandnähe das Wasser sehr niedrig ist. Je weiter wir uns auf das offene Meer begeben, desto flacher wird die Welle. Mit Großsegel und Genua haben wir einige Stunden gemütliches Segeln in Richtung Roccella Ionoca. Die Sonne geht spektakulär unter, ein glutroter Vollmond geht auf. Das sollte schon eine Warnung sein. wir laufen ein in die Straße von Messina. Eine vielbefahrene Großschifffahrtsroute. Meine Wache beginnt, Schiffe um mich herum erfordern meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Zum Lesen bleibt keine Zeit. Das Geschaukel wird durch Kreuzseen, Wellen, die aus allen Richtungen kommen, immer schlimmer. Dann kommt auch noch Wind hinzu. Voll auf das lange Nase von Eira. Frank steht auf, weil er nicht schlafen kann, unter Deck ist es zu unruhig. Wir ändern den Kurs um fast 20 °, damit das Boot überhaupt noch Fahrt macht. Die Nacht ist unruhig und ohne Schlaf, entsprechend ist die Stimmung an Bord. Nachdem die Sonne aufgegangen ist, wird der Wind immer weniger, die Welle auch. Und dann ist das Meer glatt wie ein Babypopo. Unglaublich! Nun sind wir auch schon an der Sohle nItaliens angekommen und bis nachmittags erreichen wir die Marina Roccella di Grazie. Der Marinero hilft beim Anlegen. Der Skipper wird mit Handschlag begrüßt und ich mit Handkuß! Alle Bedenken der Nacht treten in den Hintergrund, wenn man dermaßen zuvorkommend begrüßt wird. Die Formalitäten werden erst am nächsten Morgen erledigt. Wir schauen uns die Duschen an, mit Waschmaschinen, den Code zum Betreten,sowie die Wlan Kennung, hatten wir vom Charmbolzen, wie Frank den Marinero nannte, zuvor erhalten. Am Abend, nach ausgiebiger Dusche, lassen wir uns Pizza, Spagetti de Vongole und den Rotwein munden. Am nächstren Morgen, nachdem wir uns in der Marina angemeldet haben, erkunden wir das Dörfchen, finden Bäcker, Frutteria und Supermarkt und decken uns mit frischen Lebensmitteln ein. Nachmittags bekommen wir unerwartetetn Besuch von Chris, Eigner von Cousin Jack, ein Bekannter von Claudia und Soeren, mit denen wir den Winter in Licata verbracht haben. Donnerstags tobt den ganzen Tag Sturm, wie gut, dass wir im Hafen liegen, zwar nicht ruhig, aber sicher! Die Marineros kontrollieren unsere Leinen und machen Vorschläge zur weiteren Sicherung, denn die Fingerstege sind für unser Boot etwas kurz geraten. Abends trinken wir ein Bier mit Chris und seiner Frau Debby. Freitag beschließen wir, ebenfalls in der Marina zu bleiben, weil die Welle draußen sehr hoch ist. Stehe um 6:45 h auf und gehe zur Waschmaschine, denn wenn schon so nah eine zu finden ist, so muss das auch genützt werden. Nach dem Frühstück gehe ich ins Dorf, lerne unterwegs Renate kennen. Schwerbeladen mit Lebensmitteln gehe ich an der Strandpromenade entlang, als der junge Marinero vorbeifährt, anhält und mich mit in die Marina nimmt und zwar direkt ans Boot. Service pur. Wieder findet sich Besuch an Bord, zuerst Renate, die unser Osmosewasser testet und später, als eine Yacht nach der anderen einläuft, Michael aus Deutschland. Außerdem bereitem ich chinesischen Nudelsalat zu, Proviant für die Überfahrt nach Griechenland.
Um kurz nach 5 werde ich wach, stehe auf und um 5:45h lege ich ab in der Marina Ragusa. Eine ganze Armada legt mit uns ab. Draußen setzen wir alle das Großsegel, gleich die Genua hinterher, um sie nach kurzer Zeit wieder einzuholen. Kein Wind. Die anderen Boote laufen Richtung Norden, wir gegen Osten nach Griechenland. den aufkommenden Wind nutzen wir zum Segeln. Zu Mittag wird Nudelsalat aufgetischt und als Abendessen bereite ich eine scharfe Kürbissuppe zu. Einige Großschiffe sind um uns herum, also während der Nacht scharf beoachten, was um uns geschieht. Da irgendwann der Wind einschläft, hole ich die Genua mittels Winsch ein, denn den riesigen Lappen Segeltuch schaffe ich von Hand nicht. Wachablösung, müde falle ich ins Bett. Draußen wird es immer unruhiger. Die Wellen klatschen ans Schiff. Kurz nach halb vier, nach 2,5 Std Schlaf stehe ich auf, lege mich in die Pantry. Hier bin ich über der Wasserlinie und kann nochmals 2 Std schlafen. Dann ist es mit der Ruhe vorbei. Der Wind frischt immer mehr auf, die Wellen werden immer höher. Das Wetter war natürlich so nicht vorhergesagt. Eine Seglerin aus Licata schrieb mir; oh, dann hattet ihr einen schönen ruhigen Törn. Nein, das kann man so nicht sagen. Das Geschüttel ist gar grausam, da die Welle von der Seite kam, auch noch eine feuchte Angelegenheit dazu. Mittags laufen wir kurz nach 13 Uhr eine Bucht auf der kleinen Insel Othonoi, Griechenland an. Ankerraus auf 2,90 m, glasklares Wasser, kein Mensch. Zuerst mal Zähne putzen und Gesicht waschen. Dann bereite ich eine Tortilla zu, danach wird außen geduscht, ehrlich gesagt, war es mir etwas zu kalt dazu, aber ich brauchte Wasser. Um 19 Uhr liegen Frank und ich im Bett und schlafen 12 Stunden tief und fest. So fest, dass wir nicht hören, dass nachts noch 3 Schiffe in die Bucht einlaufen.
Morgens gehen wir ankerauf, da viel Wind ansteht, etwas schwierig, aber dann sind wir auf dem Weg nach Korfu. Ein gemütlicher Segeltag entlang den nördlichen ionischen Inseln, später auf Steuerbord Korfu. Richtaus Albanien. Unser gemütliches dahindümpeln wird von Gewitterwolken unterbrochen, wir werfen den Motor an und mit voller Kraft voraus laufen wir die Marina Gouvia an. Etwas teuer, dafür können wir hier einklarieren und das Depka beantragen. Dank Natalie aus Eppelborn bekomme ich die Kontaktdaten ihres Vaters, der eine Bäckerei in Gouvia betreibt. Ich besuche ihn, kaufe Proviant und kurz vor 12 Uhr legen wir ab Richtung Paxos. Leider reicht die Zeit nicht mehr, sich mit meiner Großcousine Inge zu treffen, die gerade ein paar Tage Urlaub auf Korfu verbringt, wir waren uns jedoch ganz nah, 3 Kreuzfahrtschiffe, die in Korfu Stadt lagen, haben uns den Aufenthalt dort vermiest. Während ich diese Zeilen schreibe, passieren wir die Südspitze von Korfu, sehen Paxos vor uns und wollen in der Bucht von Lakka ankern.
Diesen Tipp hat uns gestern Love aus Schweden gegeben, dessen Frau mir gestern Abend am Steg quasi in die Arme lief. Die Segelwelt ist klein.
Wir segeln wieder zwischen den Inseln
Jussu, was tschüß heißt.

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