Schräglage

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Da isser nun, der Mast. Schepp wie Harry, obwohl er gerade steht. Böse Zungen behaupten man sollte ein wenig umstauen im Schiff. Ich behaupte das ist der Mistral, der heute bläst und am Samstag/Sonntag noch mal richtig zulegen wird.

Montag gehen wir mal probeweise raus auf’s Meer mit unserem leicht überladenen Dickschiff, Typ schwangere Auster. Vielleicht liegt die Schräglage auch an der Tatsache, dass unser Boot restlos überladen ist: war gestern in Port St. Louis auf dem Wochenmarkt und habe Obst und Gemüse gebunkert. Dazu kommen die ganzen sonstigen Lebensmittel. Was fiel schwerer wiegt, sind die Ersatzteile und Must have von Frank, grins. An meinen Bikinis kann es nämlich nicht liegen, dass das Schiff Schräglage hat.

 

Leben an Bord

Nach wenigen Nächten läuft bereits vieles routiniert ab. Mehrmals am Tag prüfe ich, ob wir Landstrom haben, Warum: ganz einfach, bereits mehrfach ist der Strom ausgefallen, weshalb, wissen wir noch nicht. Gestern hat Frank die Kabeltrommel geprüft: funktioniert. Also beobachten, damit die Batterien nicht leer gefahren werden. Wir können Kaffee und Tee sowohl mit Wasserkocher bereiten als auch mit Wasserkessel auf dem Gasofen. Der Verbrauch an Gas muss hoch gehalten werden, damit wir die an Bord vorhandene Flasche leeren, bevor wir hier endgültig ablegen. Eine zweite neue Gasflasche ist noch im Auto.

Das Kochen mit Gas bereitet mir viel Freude. Es ist zwar keine neue Erfahrung, ich bin jedoch immer wieder fasziniert, wie schnell Gas ist. Auch die Pizza war lecker, wenn wir auch den Fehler gemacht haben, die Pizza mit Oberhitze zu garen, anstatt mit Unterhitze. Das war dem Umluftofen zu Hause geschuldet. Denn im trauten Heim habe ich meistens mit Umluft gebacken.

Einkaufen gestaltet sich etwas schwierig, weil ohne Auto oder Fahrrad ist der Weg lang und beschwerlich. Daher genieße ich es, mich einfach in das noch vorhandene Gefährt von Frank zu setzen und nach Port St. Louis zu fahren. Es gibt 3 Supermärkte, mein Favorit ist der Intermarche. Bis auf frischen Fisch ist dort alles erhältlich. Insbesondere Obst und Gemüse haben es mir angetan.

Man stellt riesige Unterschiede zwischen den Produkten zu Hause und den örtlichen fest. Alles reif geerntet und daher von einer anderen Qualität. Die Honigmelonen schmecken herrlich, sind saftig und süß: einfach sensationell. Ich will jedoch nicht, dass Euch das Wasser im Mund zusammenläuft, obwohl, sie schmecken echt gut.

Die Arbeiten an Bord gehen voran. Heute haben wir schon den Spibaum am Mast befestigt. Diverse Schoten gereinigt, per Handwäsche, also etwas aufwendiger, als einfach in die Maschine zu werfen. Ein Fall muss gekürzt werden, dies erledigt gerade Frank, während ich im Restaurant einen Café au lait trinke und diesen Bericht schreibe.

Die Arbeit ruft, daher à bientôt.

Mittlerweile ist auch der Grossbaum mit Rodkicker und Grossschot montiert, fehlen nur noch der Feintrimm des Mastes und die Segel. Gewichtstrimm nicht zu vergessen, EIRA tunkt ihre Nase recht tief in die Hafenbrühe.

Wozu braucht man das ganze Getüdel da? Echt verwirrend.

 

Leben an Bord

Alltag an Bord

Nun sind wir schon 6 Tage an Bord und der Hafen ist bereits vertraut, wenn wir auch noch lange nicht alles gesehen und entdeckt haben. Dafür sind wir noch immer zu sehr mit uns und dem Boot beschäftigt.  Genial ist, wenn man etwas sucht und es auf Anhieb findet ( leider nicht immer der Fall). Einiges wird als nicht brauchbar befunden und weggeworfen, dafür kommt anderes, wie frische Lebensmittel, hinzu. Die Verpflegung ist ohne Auto mühsam, Gott sei Dank haben wir noch Frankˋs altes Auto hier, so dass ich immer mal schnell nach Port Saint Louis fahren kann, um Lebensmittel und Getränke einzukaufen. Im Hafen selbst, gibt es nur Baguette oder Croisant zu kaufen.

Von Langeweile kann keine Rede sein. Gestern Abend ging ich um 21 Uhr duschen, denn zuerst duschen und dann kochen, macht bei 35 ° Außentemperatur nicht wirklich Sinn.

Wir hatten ein echt saarländisches Abendessen mit Bratkartoffeln und Salat, zuvor gab es eine Honigmelone mit Schinken und der Geschmack von Obst und Gemüse ist einfach fantastisch. Kein Vergleich zu in Deutschland gekauften Melonen. Im Hafenrestaurant gab es Musik und so hatten wir ein tolles Essen mit unglaublich guter Musikbegleitung.

Fortschritt

Es geht voran, wenngleich das Auto immer noch nicht leer ist. So langsam haben wir uns eingerichtet und Montag soll aus EIRA wieder ein richtiges Segelboot werden, so mit Mast und Segeln und was sonst noch dazugehört. Gestern war mal nichts zu reparieren, nachdem am Dienstag die Pumpe für den Grauwassertank nur im Kreis gepumpt hat. Wird schon alles werden, die Zuversicht ist noch immer da.

Eva und Frank

Was für ein geiles Bobbycar!

Tierarzt Geog 022a hätte seine wahre Freude daran gehabt. Die Knutschkugel hat es geschafft und uns wohlbehalten zu EIRA gebracht. Nun ist der Weg frei, in die ewigen Jagdgründe aufzusteigen.
3/4 des Inventars ist zwar noch drin, da bedarf es noch einiger Umstrukturierungen bootsintern, aber alles da, alles wohlauf, alles bestens.
Übrigens, das WC funktioniert wieder, der Motor hing fest. Die Schweinerei der Demontage ist weggepützt, den Rest könnt ihr euch denken.
Kurzer Lagebericht von Eva und Frank

Und sie schwimmt doch!

Stand lange genug im Garten, nun schwimmt sie wieder. Bischen kopflastig zur Zeit, aber der Mast steht noch nicht und das ganze zugehörige Geraffel liegt auf dem Vorschiff. In zwei Wochen weiß ich es genau.
Morgen geht’s nach Hause, die letzten Zelte abbrechen und Anfang Juli an die noch offenen Baustellen (Klo funzt nicht und keine Ahnung warum, hatte aber heute wenig Zeit diesen Umstand zu überprüfen).
Egal, sie schwimmt wieder und freut sich mindestens so sehr wie ich.
Gruß aus Port Napoléon, diesmal nur von Frank.

EIRA verladen

IMG-20170620-WA0000Nun aber doch. EIRA macht sich heute Nacht auf den Weg nach Port Napoleon.

Ist ja immer so ein kribbeliger Moment diese Verladerei, hat aber funktioniert.

War kuschelig warm in der prallen Sonne, gutes Training für Juli. Nun fällt die Anspannung ab und der Puls ist wieder im grünen Bereich. Fehlt noch das Verlassen des Wohngebietes, aber mit Polizeibegleitung sollte auch das machbar sein.

Erstmal einen großen Schritt nach vorne gemacht!