Blutmond und Kykladen

Den Blutmond haben wir in der Bucht vor Poros mit unseren irischen Freunden Denise und Charles erlebt.  Die Beiden hatten wir per Zufall hier nochmals getroffen, nachdem wir auf Aigin in der Bucht von Klima

am Abend zuvor ein Gewitter erlebt hatten und im Boot nebenan unseren Nachbarn von Licata Bonni Ellen erkannten. Ok, etwas abgeschweift, zwei Abende verbrachten wir mit den Iren, immer wieder schön, dass wir soviele gemeinsame Gespräche haben.

Da wir nun schon recht lange um Poros, Aigina und Epidauros rumgedümpelt waren, nahmen wir letzten Sonntag ein neues Ziel in Angriff: zuerst wollten wir an die Südspitze von Attika.  Kurz bevor wir das Ziel erreichten zogen  mega schwarze Wolken auf, zuerst sah es noch aus, als würde das Gewitter an uns vorbeiziehen, doch dann wurde es noch schwärzer, Blitz und Donner um uns herum und dann zeigte uns der Himmel, dass er auch anders als azurblau kann.

Keine CHANCE das Festland zu erreichen, ablaufen mit dem Sturm. Frank stand im strömenden Regen draußen, während ich versuchte, die Lücken irgendwie dicht zu kriegen. Bis auf die Badluke war alles geschlossen und im Bad selbst war es echt nass. Wir hatten unsere Navigationslichter an, was man von uns entgegenkommenden Motorbootfahrern nicht behaupten kann. Plötzlich war einer direkt neben uns, dank der blitzschnellen Reaktion von Frank ist nichts passiert. Diese Aktion hat unsere Stimmung den Mobofahrern gegenüber nicht gerade verbessert. Am Abend erreichten wir unsere erste Kykladeninsel Kea. Leider stand die ganze Nacht Schwell in die Bucht, das Geschaukel war entsprechend heftig. So sind wir am nächsten Morgen Ankerauf gegangen und direkt zur nächsten Insel weitergesegelt. Frank hatte sich bereits schlau gemacht , wo es hingehen sollte und dann hatten wir auch noch den Tipp von Joe the Sailor, so liefen wir auf Kythnos die Sandy Beach an. Eine traumhafte Bucht mit karibischem Flair, machte die Mühen des Tags zuvor und der verschaukelten Nacht wett.

 

So beschlossen wir, hier ein paar Tage zu bleiben. Das Restaurant von Maria hat uns gleich zwei mal gesehen, den gegrillten Oktopus kann ich wärmstens empfehlen.

Ansonsten kann man sich in dieser Bucht nicht versorgen und da wir einen neuen, nicht willkommenen Mitbewohner in Form einer Kakerlake hatten, nahmen wir das Taxiboot nach Merichas, dem nächsten Hafen. Die Überfahrt ging zügig vonstatten, wir besorgten ein Insektenspray und ein Brot wurde auch gefunden. Eine Stunde später waren wir schon wieder an Bord.

Die Bucht erkundeten wir mit Spaziergängen, schwammen im glasklaren Wasser und bekamen am Mittwoch Abend dann auch noch Besuch: Joe the Sailor war in der Nachbarbucht  und kam auf ein Glas Wein vorbei. Zuvor hatten wir schon ein Treffen in Athen angepeilt, was durch die fixe Reparatur unseres Segels vereitelt wurde.

Am nächsten Morgen ging es früh für uns los, denn der Meltemi hat sich angekündigt und bei bis zu 8 Windstärken wollten wir nicht hier bleiben. So gingen wir schon um 7 Uhr Anker auf und segelten mal ohne, mal mit Reff 1 vom feinsten. Delphine verschönerten uns den Tag, es immer wieder berauschend die lieblichen Schwimmer um uns herum zu haben. Frank hat 2 tolle Videos gedreht. Am Nachmittag liefen wir in die Bucht von Poros ein, 49 SM später. Zum Verpflegen ist Poros einfach genial und nach einem leckeren Essen ging es gestern Anker auf Richtung Epidauros, was wir aber nicht erreicht haben. Dort wollten wir uns im kleinen Theater eine Aufführung ansehen. Schon im Kanal Poros raus stand ein Fünfer Wind gegen uns an. Gleich beschlossen wir, das Gegen an Knüppeln sein zu lassen, wendeten und fuhren in die Ormos Nidi. Schöne Landschaft um uns, nicht die Masse an Booten wie in Poros, sauberes Wasser zum Schwimmen und Neuplanen.  Heute sind wir nochmals in die Bucht von Poros  zum Proviantieren, doch die nächsten Tage werde wir diese Gegend verlassen.