Heimathafen

Im Hochsommer mache ich für 14 Tage Heimaturlaub. Die Ursache ist der 70. Geburtstag meiner Tante Christine, der jüngsten Schwester meines Papas. Mein Bruder Markus holt mich mitten in der Nacht bei heftigen Gewittern in Hahn vom Flughafen ab. Eine herzliche Umarmung und 90 Minuten später kommen wir in Eppelborn an. Will nur noch schlafen, doch als ich in unser Schlafzimmer gehen will, bleibe ich davor sehr gerührt stehen, hängt doch neben der Tür ein hölzernes Schild: Heimathafen.

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Da fließen glatt ein paar Tränchen. Am nächsten Morgen begrüße ich meine Schwägerin, die mir ein deutsches Frühstück serviert. Besuche meine Mama im Pflegeheim und schon geht meine Reise via Auto zum Bahnhof und mit Zug und U- Bahn zu meiner Tante nach Neckarrems.

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Um 17 Uhr stehe ich endlich vor ihr und kann zum runden Geburtstag gratulieren.

Die Feierlichkeiten dauern 3 Tage und finden ihren Abschluss in Bürg auf einer alten Burg. Hier versammelt sich die ganze Familie zu einem tollen Fest.

 

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Zurück im Saarland treffe ich meine Schwiegermama Lydia, die mir freundlicherweise immer ihr Auto zur Verfügung stellt. So bin ich mobil, ohne mir jedes Mal ein Auto leihen zu müssen. Später besuche ich meine Schwägerin Birgit und meinen Schwager Olaf zum ersten Mal seit über 6 Monaten. Es tut so gut, sie alle wiederzusehen. Natürlich sind die Tage in Eppelborn gefüllt mit Treffen von Freundinnen, Arztterminen und allem, was Frau sonst noch so beim Bootsleben vermisst, wie Kosmetikerin, Friseur und Fußpflege. Meine Freundin Ute widmet mir die meiste Zeit, wir kochen zusammen, wandern und quatschen, was das Zeug hält.

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Während dessen, ist Frank alleine auf Mallorca und hütet das Boot. In der Hauptsaison sind Hafenplätze rar und exorbitant teuer, so dass er vorzieht, in der Sonne auf meine Rückkehr zu warten. Er hat einige Bekannte in der Bucht von Santa Ponza, so dass er viele Einladungen zum Essen erhält und auch für ihn die Zeit rasend schnell vergeht. Nach einer Woche kommt mit Georg sein bester Freund aus Deutschland zu Besuch und die Beiden chillen und genießen die fraulose Zeit. Mit Christian Baltes ist ein Mandant mit Freund Bernd in Santa Ponza und alle 4 verleben bei einigen Treffen eine schaukelige Zeit an Bord, geschuldet der Tatsache, dass die Bucht mit Booten gefüllt ist und ein Kommen und Gehen vorherrscht.

Ja, Heimaturlaub ist auf der einen Seite anstrengend, weil man in die kurze Zeit versucht, so viel wie möglich zu erledigen, doch auf der anderen Seite all das nachzuholen, was man an Bord vermisst: Bruder Markus, der uns leckere Burger auf dem Grill bereitet, Freundinnen und Freunde, Bekannte und Verwandte zu treffen. Kaum Möglichkeit einfach mal die Ruhe des Heimathafens zu genießen: still zu sitzen, den Vögeln am offenen Fenster zuzuhören und Seele baumeln lassen, denn an Bord sind wir zu 99% immer zusammen. Und, Deutschland verändert sich, und auch ich bin eine Andere geworden. Ein Leben mit den Jahreszeiten und abhängig zu sein von Wetter, Wind und Welle macht dich sensibler. Sensibler und dankbarer: für schöne gemeinsame Stunden, für Zeitopfer, gute Gespräche und liebe Menschen und Familie.

Mit meiner Freundin Deana frühstücke ich bei Martin, bis wir beide fast platzen, die von ihm liebevoll angerichtete Mahlzeit ist jedoch jede Sünde wert.

Ein letztes Treffen mit Frank’s Familie bei einem gemeinsamen Abendessen, zubereitet vom Neffen Tilman, der gerade aus Mexiko zurück gekehrt ist, rundet den Besuch ab. Leider hat ein Zusammenkommen mit Anika nicht geklappt, sie sitzt in Berlin und wartet hochschwanger auf die Geburt ihres ersten Sohnes. Ich übergebe Lydia das Auto und sage ihr, dass etwas mit der Bremse nicht stimmt. In der Werkstatt stellt sich heraus, dass ein Marder die Bremsleitungen durchgebissen hat. Da hatte ich echt Glück, dass ich nicht weit gefahren bin und nicht mehr so rasant fahre wie früher.

Auf dem Herzweg in Tholey mache ich eine letzte Wanderung mit Ute. Ich stärke mich mit einer Currywurst, oh, so lecker!

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Sorry, wenn ich nicht jeden erwähnt habe, mit dem ich zusammengetroffen bin. Ihr seid mir alle wichtig und es war schön, euch zu sehen.
Schnell sind meine Siebensachen gepackt, dank des Heimathafens im Haus meines Bruders, kann ich immer mit kleinem Gepäck reisen. Schon heißt es Abschiednehmen. Ein letzter Besuch bei Mama und im Büro und schon sitze ich wieder im Flieger.

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Spät am Abend treffe ich im Flughafen Palma noch mit Georg zusammen, der mit meiner Maschine zurück nach Deutschland fliegt. Frank begrüßt mich stürmisch am Hafen von Palma. Ach, endlich wieder Meerluft schnuppern und zurück auf dem Boot zu sein. So schön die Heimat auch ist, so schön ist auch das Ankommen an Bord. Natürlich habe ich die Zeit in Deutschland genossen, den Luxus eine Dusche ohne Schwanken zu nehmen, den Platz in der Wohnung, das breite Bett.

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Wir verbringen einen weiteren Tag in Palma. Proviant muss beigeschafft werden, eine letzte Wäsche gewaschen und dann heißt es Leinen los. Unser Ziel ist der türkisfarbene Strand von Es Trenc.

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Ein Apfelkuchen ist gebacken, gleich gibt es ein Stück mit Sahne.

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Genießt die Zeit, wo auch immer ihr gerade seid. Wir kommen am 14. Dezember ins Saarland, gemeinsam, und freuen uns jetzt schon auf euch alle. Schönes Wochenende …

Wenig Wind, viel Sonne, rumdümpeln

Sorry, dass solange von mir nichts zu hören war. Wir haben erst seit gestern eine neue Datenkarte für Spanien. Zuvor war das Hochladen von Bildern nicht möglich und ja, es ist heiß und ich fühle mich leicht ausgebremst.

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Was in der Zwischenzeit geschah: wir sind mit Spirit of the wind von Alghero nach Porto Conte gesegelt. Eine schön geschützte Bucht in einem Naturschutzpark gelegen. Wir hatten zuvor bei der Guardia Costiera angefragt, ankern möglich, jedoch nur auf Sand. Wie gut, dass fast überall Sandboden ist. Frank und ich erkundeten die Gegend, fanden einen kleinen Laden, indem man sich gut versorgen kann und eine Pizzeria. Pizzen sind für Alea und Kai, die beiden Kinder an Bord von Spirit of the Wind (SpotW) ganz wichtig, am liebsten mit Würstel drauf. Also abends wieder zum Hafen mit dem Dingi und leckere Pizzen gegessen. ansonsten war nur schwimmen und schnorcheln angesagt, denn das glasklare Wasser war einfach phantastisch. Montags sind wir, weil Mistral mit sehr viel Wind angesagt war, nach Fertilia in den Hafen. Der Hafen liegt an einer Flussmündung, nichts spektakuläres, aber er bietet uns Schutz und das ist die Hauptsache. Das Dörfchen ist sehr retro. Erbaut in den 1930 er Jahren, somit in der Ära Mussolinis, hat es eine lange Aufmarschstrasse, die auf einem riesigen Platz hoch über dem Hafen endet. Darauf ein Löwenstandbild zu Ehren des Faschismus.

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Aber, selbst hier in dem verschlafenen Nest, findet sich eine alte Römerbrücke, die vergleichbar ist mit derjenigen in Avignon. Leider stehen nur noch 13 Pfeiler, sodass unmittelbar daneben eine neue Brücke erbaut wurde.

Trotz viel Wind ging es am nächsten Tag zurück nach Porto Conte, denn in den Häfen ist es einfach im Sommer zu heiß. Leider wurde der Wind unterwegs immer stärker und dann auch noch voll auf die Nase. Am Abend ist der ganze Spuk vorbei und wir können ins Wasser springen. Ein paar Tage verbringen wir hier mit SpotW und dann heißt es Abschied nehmen.

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Das tut weh, alle stehen wir auf den Booten, selbst Teddy, ihr Hund steht am Bug. Sie gehen nach Norden, verkaufen das Boot, die Kinder starten die Schule und Kindergarten. Unser Horn tönt zum Abschied laut durch die Bucht, in der so erstaunlich wenig los ist. Verlassene Strände und ein unglaublich toller Naturpark direkt hinter dem Hafen.

 

Zwei Tage später verlassen auch wir die Idylle und machen uns auf den Weg nach Menorca. Angesagt sind 3-4 Beaufort von hinten, eigentlich ideale Bedingungen. Aber, was soll ich sagen: kein Wind und alte Welle gleich aus Norden und Süden. Das bedeutet, dass wir die ganze Strecke motoren müssen, ab und an mal ein Segel raus, mehr nicht und leider hin- und hergeschaukel. Das lässt uns leiden, alle Wetterfrösche verdammen und wir sind froh, genug Essen vorbereitet in der Kühlung zu haben, denn Kochen macht bei Geschaukel natürlich auch wenig Freude. Einzig die Nacht mit dem phantastischen Sternenhimmel und dem noch hellen Mond entschädigt für die Kreuzsee. Meine Nachtwache ist unspäktakulär und um 01:30 falle ich müde ins Bett.

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Am Morgen Angel raus und wieder ein Biss, zum Glück kein Hai, sondern Thuna.

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Und dann endlich sehen wir vor uns, zwar noch Stunden entfernt, Menorca. Ein Kreuzfahrer zieht nördlich vorbei. 3 Meilen vor Mahon bläst direkt neben uns ein Wal, taucht unter dem Boot durch, bläst nochmals und zieht von dannen. Das berührt uns sehr, hatten wir doch bereits 2 Jahre zuvor, ebenfalls während der Ansteuerung Mahons einen Wal gesehen. Aus dieser Glückseligkeit werden wir herauskatapultiert: der Motor stottert, ruckelt, geht aus. Mist, wir sind nun doch sehr nah an der Einfahrt in den riesigen Naturhafen. Frank rennt in den Motorraum und unser Jockel lässt sich direkt am Motor starten. Uff, was war das? Keine Ahnung, wahrscheinlich war es der Maschine bei dem 39 Stunden Tripp doch zu heiß geworden.  Wir biegen in die Cala Taulada ein, finden einen tollen Ankergrund, klaren das Schiff für die Nacht auf: Trekkerbaum an die Rehling binden, Dingi hochziehen, damit wir Frischluft im Boot haben und danach ins klare Wasser springen und abkühlen! Nicht nur der Motor lief heiß, auch wir glühen. Danach gibt es leckeren gegrillten Thuna und dann fallen wir in tiefen Schlaf.

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24 Stunden wird nur gefaulenzt, doch am Dienstag lassen wir das Dingi ins Wasser und fahren 2 SM nach Mahon. Ein bisschen im Städtchen bummeln, in einer alten Markthalle Obst und Gemüse erstehn, den ersten Cafe con leche trinken. Zurück an Isla del Rey vorbei, danach die Lazarettinsel und schließlich wieder bei Eira anlanden. Abends zuvor hatten wir ein Lifekonzert auf einer kleinen Motoryacht mit James Kirby, toller Sänger, der uns mit Gitarrenmusik einen unvergesslichen Abend bereitet hat.

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Wir liegen unmittelbar vor einer alten Festungsanalge von Isabella der 2. in den 1850 er Jahren erbaut. Der Skipper beschließt, eine Wanderung zur historischen Stätte anzutreten. Also rein ins Dingi, an der Halbinsel anlanden und in sengender Hitze 1 KM zum Fort gehen. Unser Weg ist gesäumt mit wildem Knoblauch, Frank will es nicht glauben, eine Riechprobe bestätigt mich.

Die Schutzanlage, die wir nun vor uns haben ist riesig, 3 KM laufen wir vorbei an Außenschutzmauern mit Kanonen,

Kasematten, Innengebäude, Latrinen und und und. Alles erbaut zur Abschreckung. Niemals benutzt.

Damals trieben sich in der Gegend viele Franzosen und Engländer rum. Isabella wollte zeigen, was sie kann. 1872 fertiggestellt, später als Gefängnis genutzt um letztendlich für einige Jahre der Ausbildung von Rekruten zu dienen. Wenn sie zu Übungszwecken die riesigen Kanonen abfeuerten, nach 3 Schuss war Schluss, mussten die Bewohner von Mahon die Fenster öffnen, denn soviele Glaser gab es nicht, wie Fenster zersplitterten. Derjenige Rekrut, der die Kanone putzen musste, hatte anschließend 3 Tage frei.

Das Fort liegt wunderschön und wir genießen den 360° Blick, sehen Eira unter uns im Wasser schaukeln und machen uns auf den heißen Rückweg.

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Donnerstags geht es noch einmal nach Mahon, denn am Abend zuvor hatte sich der Schwimmerschalter der Sumpfpumpe verabschiedet. Solche Basicteile haben wir natürlich an Bord, Frank tauscht das defekte Teil. Er will sicherheitshalber wieder einen Schwimmer auf Vorrat kaufen. Also wieder mit dem Dingi nach Mahon, Ersatzteil gekauft und lecker Essen gegangen. Schiff aufklaren und am nächsten Morgen geht es mit Wind, später viel Wind nach Mallorca. Kurzweilig, weil wir immer wieder etwas an den Segeln verändern müssen, der Autopilot aussteigt und ich für 2 Stunden am Ruder stehe. Anker fällt in Porto Pollenca. Nun steht meiner Heimreise nach Deutschland nichts mehr im Wege. Doch bis dahin ist es noch etwas hin und die Tage sind echt nicht langweilig.

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Am Samstag helfen wir einem Pärchen mit Motorschaden und lernen so Weltumsegler kennen, die sich mit ihrem Buch über diese Zeit bedanken.

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Sonntags geht es auf den Markt nach Pollenca, wo wir mallorquinischen Käse, Sobrasada, Schinken vom schwarzen Schwein und ganz viel Obst und Gemüse erstehen. Am Montag verproviantieren, es gibt in Porto Pollenca einen Laden mit Balsamicoessigen, Salzen und Brotaufstrichen, wo ich ganz schön zulange.

Mit Sonnenaufgang geht es am nächsten Morgen ankerauf, denn es wird wieder viel Wind kommen und wir sind das Geschaukel hier, verursacht durch rücksichtslose Motorbootfahrer echt leid. Weiter nach Porto Soller, verlieren wir kurz hinter dem Kap Formentor einen Wobbler, diesmal ist es ein Motorbootfahrer, der über die Angel fährt und das Teil abreisst. Dieses Jahr ist der Schwund an Ködern groß!

Die Bucht von Soller ist proppevoll, doch wir finden einen akzeptablen Ankerplatz. Als vor uns ein Boot die Bucht verlässt, will Frank den Motor starten um neu zu ankern. Nichts passiert. Keine Zündung, kein Mucks. Motor tot! Oh nein!  Frank verschwindet in den superheißen Motorraum und kann nichts finden. Was tun, sprach Zeus, äh, nein Frank. Er findet eine Möglichkeit, das Startrelais von Hand zu bedienen. Das kann natürlich keine Dauerlösung sein. Auch ein Telefonat mit dem Vorbesitzer bringt keine Lösung. In der Nacht windet es heftig, Frank ist draußen und beobachtet die driftenden Boote. Unser Anker hält! Morgens bestimmt der Skipper, mich von Bord zu verbannen, damit er auf Fehlersuche gehen kann. Mit dem Dingi an Land und mit dem Bus nach Palma. Kulturschock; all die vielen Menschen, Geschäfte, Klamotten und Schuhe! Bin total überfordert. Gönne mir in einem koreanischen Restaurant eine kurze Auszeit und mache mich auf den Rückweg. Ich bin natürlich total gespannt, was Frank herausgefunden hat. Was soll ich sagen: Frank hat morgens den Motor gestartet und er sprang direkt an! Unglaublich.

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Am nächsten Tag wasche ich Wäsche und wir gehen abends lecker in das Restaurant Nautilus essen. Normalerweise hat man von hier einen Blick auf einen phantastischen Sonnenuntergang, damit ist heute leider nix. Das hätte uns eine Warnung sein sollen. Ursprünglich wollten wir freitags nach Port Andraitz. Am Morgen verlassen die Yachten die Bucht, wir sehen draußen heftige Wellen und spritzende Gischt und 95% der Boote kehren zurück. Dieser Wind war nirgendwo vorhergesagt! Liebe Wetterforscher, ihr müsst bitte etwas präziser arbeiten. Wir beschließen hier zu bleiben. Am Nachmittag kommt es zu der Rettungsaktion, die Frank gestern beschrieben hat. Samstags sind wir ohne Wind über Port Andraitx und Peguera nach Santa Ponca motort. Der Anker fällt hinter einer weiteren Reinke KIKA vom Deutschen Manfred. Der liegt schon länger hier und gibt viele wertvolle Tipps: Supermarkt, anlanden etc. Am Montag kamen Freunde aus Licata vorbei mit ihrer Yacht Catweezle und wir verbrachten einen schönen Abend zusammen. Gestern war grillen mit Manfred angesagt. Nun ist mein kleiner Rucksack gepackt. In 8 Std geht mein Flieger nach Frankfurt. Hei, ich komme für 14 Tage nach Eppelborn und freue mich riesig auf Euch.

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Frank hütet das Boot und erholt sich von mir. Heiße Grüße aus Santa Ponca von der Eira Crew!

Ankern

Eisen versenken, Kette hinterherwerfen, feddich. Und wir machen uns immer einen Kopp wie tief, wieviel Kette, woher kommt der Wind, wird er drehen über Nacht, Grundbeschaffenheit und und und.
Der gemeine Segler referiert auch immer gerne, warum ausgerechnet sein Anker der beste ist. Unzählige Varianten sind erhältlich und wie immer, das neueste Modell ist das Nonplusultra. Wir fahren zur Zeit einen echten old style CQR, ultimativ retro.
Auf Sand hält alles, im Schlick sowieso, auf Stein keiner und im Seegras die wenigsten, CQR zum Beispiel, ätsch.
Da kann man stundenlang kreiseln und ein Fleckchen Sand suchen, vorausgesetzt die Brühe ist nicht trüb oder das Ankerfeld schon so voll, dass nur da geankert werden kann, wo überhaupt noch Platz ist.
So gelangt man irgendwann in der Hochsaison nach Port de Soller auf Mallorca und alle Theorie ist für die Katz. Kaum Raum zum schwojen, der Wind dreht garantiert über Nacht, ist mitunter recht frisch oder einfach weg.
Eine echte Herausforderung, die den einen oder anderen Skipper hier überfordert.
Was ich dann vermisse ist der Test, ob der Anker überhaupt hält. Also Eisen runter, 3 mal Wassertiefe Kette hinterher und langsam Fahrt achteraus bis die Kette steif kommt. Halten und langsam den Hebel aufs Pult, pedal to the metal sozusagen. Wenn er bei Vollast hält, dann je nach verfügbaren Platz wieder hinterher mit der Kette, je mehr, desto sicher, Ankerkralle dran und kühles Bier öffnen. Feddich.
Hier wird gerne nur der Anker geworfen, Beiboot runter und ab ins Dorf, hoch die Kolben. Dafür wird dann mitten in der Nacht festgestellt der Anker hält nicht, Platz suboptimal, da die Felsen oder die Nachbarn nahen und das Spiel geht von vorne los, wohlgemerkt ein Test wird nach wie vor ignoriert, überbewerteter Quatsch.
So durfte ich heute Mittag mit 2 weiteren Mitstreitern ein driftendes Schiff vor der großen Katastrophe bewahren. Lag schon quer auf dem Nachbarn, Ruderblatt in dessen Kette und eine ordentliche Mütze Wind um die Ohren. Der Hammer dann am Abend, Nachbar kommt, erkundigt und bedankt sich, der gedriftete ankert neu, schnorchelt diesmal(!) wo das Ding liegt und das wars.

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Kein Ton, nix, niente. Doof, hatte eine Streicheleinheit für mein Pfadfinderego erwartet, vielleicht sogar eine Flasche Wein.
Okay, seis drum. Heute Morgen schwimmt dafür beim Frühstück ein Hai um unser Boot, kein sone Trümmer wie bei Steven Spielberg, aber eindeutig ein kleiner Bruder, vielleicht anderthalb Meter. Krass und ich segele schon jahrelang in dieser Gegend. Und Feuerquallen, portugiesische Galeeren (noch um einen ganzen Tacken schlimmer als die schnöden Feuerquallen, die auch schon böse aua machen), all so Gelump. Was ist denn hier passiert?
Vor ein paar Tagen hören wir in der Baja de Pollenca über Funk, dass ein Segelboot Maschinenausfall hat, gerade noch so den Anker raushaut und nun viel zu dicht an einem Motorboot liegt. Rüber mit dem Beiboot, Lage gepeilt und weil Wind angesagt war, ankerauf und in freies Wasser geschleppt. Die haben sich mehrfach bedankt und uns später das Buch über ihre Weltumsegelung anno 1984 geschenkt. Toll, das war zu der Zeit noch eine echte Herausforderung, zumal mit 2 kleinen Töchtern.

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Langweilig ist nicht, immer gut zu tun und so langsam nähere ich mich meinem Urlaub (Eva fliegt für 2 Wochen nach Deutschland und ein lieber Freund von uns kommt zu Besuch), bleibt also spannend.

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oder wie Eva anmerkte, der Wobbler muss kleiner werden.
Wer unsicher ist, ob Haie im Mittelmeer leben, sollte wissen, es sind ca. 50 verschiedene Arten, davon 15, die mit Menschen etwas anfangen können. Aber der Reihe nach:
Hatten wir seit Beginn unserer Reise einen Schnitt von rund 600 sm pro Fisch, entwickelt sich die Anglerei diese Saison erfreulich positiv. Und umgerechnet in Kilo essbar pro sm schießen wir nun den Vogel ab. Der erste Biss kurz nach Verlassen von Sizilien Richtung Liparische Inseln war definitiv groß, die Leine ist sofort gerissen. Der erste Tuna wurde innerhalb einer Woche vom nächsten klar getoppt. Und gestern nach Verlassen von Carloforte rauscht die Trommel wieder wie blöd aus. Bevor ich überhaupt reagieren konnte, waren schon gut 300 m abgespult, ups! Während ich also kurbele und kurbele, zwischenzeitlich geht es 100 meterweise vor und zurück, wird der Zug doch reichlich kräftig. Echt erstaunlich, wie stark sich die Rute verbiegt ohne zu brechen, trotzdem bange ich um Stick und Leine, die Grenze liegt bei 80 kg.

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Als wir den Fang endlich am Boot hatten, war ich doch überrascht. Knapp 2 m Hai, ein ultimatives Kraftpaket. Eva bringt ihren Spruch von wegen der Wobbler (Köder) muss kleiner werden, ich hingegen überlege fieberhaft wie ich dieses Monstrum an Bord bekomme, töte und zerlege. Eine richtig zündende Idee fiel mir aber nicht ein, derweil der Knecht einfach keine Ruhe gibt, von wegen müde oder so, keine Spur.

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Schweren Herzens stimme ich zu, die Leine zu kappen, Eva nimmt die Schere und schwupps reisst die Leine. Adieu du guter Wobbler, nun schwimmt ein gepiercter Hai um Sardinien. Immerhin benutze ich nur Stahlhaken, die korrodieren relativ schnell weg im Salzwasser. Trotzdem schade um diesen erfolgsverwöhnten Köder.
Zwischenstopp in Bosa, nach wirklich nervenzermürbenden letzten 20 sm ohne Wind, aber mit viel Welle von achtern. Legen wir uns an die Stadtpier, Eva ist schon unterwegs in eine Bar, ich dusche nach dem Spülen im Cockpit und da macht sich eine junge Frau von der Guardia di Costiera bemerkbar. Splitterfasernackt und eingeschäumt bitte ich um 10 Minuten, bevor ich mit ihr zum Büro gehen muss. Von wegen Anlegen ohne vorherige Genehmigung ist nicht erlaubt, wir sollen ablegen. Sag ich, es ist dunkel, wohin denn überhaupt und außerdem habe ich 2 Bier getrunken, ich darf nicht mehr fahren. Der Chef der Truppe genehmigt dann generös eine Nacht, mehr wollte ich eh‘ nicht, alles gut.
Heute das gleiche Spiel in Alghero, längs an die Stadtpier, allerdings mit Genehmigung von der Port Control. Da müffeln zwar die Betreiber der Marina ums Eck, haben sie doch diese Plätze mit Leinen ausgestattet und kassieren von großen Booten gerne mal 2 K€ pro Nacht, aber diese Plätze sind für den Transit vorgesehen, fragt halt nicht jeder und zahlt dann eben. Für uns übrigens 80 € pro Tag, nun aber 5 Tage frei, ohne Strom und Wasser zwar, aber davon haben wir genug.

 

Sardinien von Süd nach West

Heiß ist es geworden auf dieser traumhaften Insel. Wir sind bereits seit Dienstag vor einer Woche hier und haben traumhafte Strände mit kristallklarem Wasser vorgefunden.

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Als am Freitag der Wind auf West drehte, sind wir um das Kap und zwischen den Inselchen durchgefahren, gerade einmal 5 SM, und haben uns in eine nach Westen geschützte Bucht gelegt. Der Wind war so stark, dass es viele Schwimmtierchen fortgeblasen hat. Unsere Freundin Claudia Blume hat ein besonders prächtiges Exemplar mit ihrem Paddelbord gerettet. Die Kinder waren natürlich begeistert und sehr dankbar. Am nächsten Morgen ging es wieder zurück nach Villasimius. Nochmal frisches Obst und Gemüse kaufen und am Sonntag ankerauf, wieder Richtung Westen. Am Nachmittag warfen wir in Montalfano, einer Bucht mitten im Süden, den Anker.

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Zuerst ins Wasser und dann Mandelkuchen essen, den ich tags zuvor gebacken hatte. Abends gab es die letzte Portion Thunfisch, diesmal mit einer Sesamkruste und Sojasoße mit Wasabi.

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Die nächste Ankerbucht lag vor der Düne von Porto Pino, kein Hafen, hier heißt jede Bucht einfach Porto. Ursprünglich wollten wir hier nur eine Nacht bleiben, jedoch hat uns das glasklare Wasser,

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mit Blick auf die Düne und abendlichen Besuch von 2 Delphinen mit Baby dazu verführt, länger zu bleiben.

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So feierten wir  vor diesem Bilderbuchstrand unsere 2 Jahre an Bord, mit 5200 SM und den Start in das 3. Jahr Bootsleben. Claudia bereitete uns ein geniales Abendessen, lange noch saßen wir auf ihrem Katamaran Spirit of the Wind.

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Nach über einem Jahr, backte ich in dieser sagenhaften Bucht Brot. Das erste Dinkelvollkornbrot seit langer Zeit. Danke an die Firma Juchem GmbH in Eppelborn, für die tolle Brotbackmischung.

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Schweren Herzens, gefangen in der Ruhe der Bucht, machten wir uns gestern Morgen auf, steuerten die Insel San Pietro, im Südwesten vor Sardinien gelegen, an. Hohe Welle mit fast keinem Wind strapazierten unsere Nerven stark. Erst auf den letzten SM frischte der Wind auf, so das wir die Genua lüften  konnten. Doch welch Schreck, just vor der Hafeneinfahrt streikte der Motor. Von Fähren umringt sprintet Frank in den Engineroom und startet von dort die Maschine. Uff  das war knapp. Nun liegen wir bereits den 2. Tag in Carloforte. Die Schapps sind gefüllt, die Wäsche ist gewaschen und es ist megaheiß.

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Heute habe ich das muntere Städtchen besichtigt, 8 km bin ich durch die Hitze gelaufen. Die Salinen mit den im Wasser watenden Flamingos, waren es wert. Heute Abend werden wir uns ein Stück Fleisch gönnen, nach all dem Fisch, ein Festessen. Gestern wollten wir alle mal Pizza haben, meine Carloforte war mit Thunfisch, denn wir sind hier in einer Gegend, in der Thunfischfang uralte Tradition ist, wovon heute noch aufgegebene Fabriken zeugen.

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Bald heißt es Abschied nehmen, von Claudia, Soeren und den Kindern und von Italien, das wird schwer, doch auf zu neuen Ufern heißt Adieu zu sagen. Noch sind wir ein paar Tage an der Westküste unterwegs, einige SM liegen bis Alghero noch vor uns.

Meiner Tante Christel wünsche ich gute Besserung. Wir hoffen, dass das Bein schnell heilt, freue ich mich doch schon riesig, mit ihr den 70. Geburtstag im August zu feiern.

Allen anderen ein schönes Wochenende, bis demnächst, eure Mittelmeersegler

Go west!

Zeitig in der Frühe gehen wir Ankerauf, hatten wir doch am Samstag die Marina verlassen und vor der Tür am Strand das Eisen versenkt.Mit Groß und Trecker schießt Eva plötzlich los wie ein Korken aus der Prosecco-Flasche. Das kann ja heiter werden. Den neuen Segeln sei Dank, EIRA rennt wie Schmitz Katze, das pure Vergnügen. Halber Wind, wenig Welle und mindestens 6,5 kts auf der Uhr (in der Spitze fast 8), das sind wir nicht gewohnt. Ein herrlicher Segeltag, auch in der Nacht, quasi die ganzen 170 sm durchgesegelt.

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Dienstag Morgen (0700 LT) durfte ich wieder angeln, das Verbot galt nur für den Montag, und 20 min später surrt die Leine wie wild von der Trommel.

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Am Ende hatte sich schon wieder ein Thunfisch über unseren Wobbler hergemacht und die Gier am Ende mit seinem Leben bezahlt. Solch ein muskulöser Brocken Fisch lässt sich aber nicht gerne an Bord hieven und so hatte ich eine gute Stunde zu tun und da die Bremse an der Multirolle noch offen war, hat es mich beim Einholen des Fisches fast noch eine Fingerkuppe gekostet. Ich Dirmel wollte den Knecht mit der Hand um die Schnur festhalten. So habe ich letzendlich mit dem Fang um die Wette geblutet, entkommen ist er mir nicht.

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Gott sei Dank waren wir mit Claudia und Sören (Nachbarlieger im Winter 2017/2018 in Licata) verabredet und so wurde ein Teil abends in Form von Tartar, Sushi und gebratenen Filets direkt verspeist, quasi als Gastgeschenk.

E2BD1CF7-E0F4-4B2F-937B-1509A2998BDB Der Rest schlummert nun in ihrem Gefrierschrank. Jahrzehnte lang schleife ich die Köder durch das Wasser und dann fange ich gleich 2 Thuna innerhalb einer Woche (so einen Brocken hatte ich noch nie), kurios. Frage mich nun, wie bekomme ich wieder einen Schwertfisch oder einen Mahi Mahi, etwas Abwechslung wäre nicht schlecht.

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Egal, nun sind wir also auf Sardinien, in einer wunderschönen Bucht bei Villasimius, ankern in glasklarem Wasser auf 6,5 m Sandgrund und planen gemütlich die weitere Vorgehensweise.

2D9DB525-050C-49FB-9387-C1E9FB1BF399Bis Ende Juli wollen wir unsere liebgewonnenen Freunde noch begleiten, dann steht der nächste Sprung Richtung Balearen vor der Tür.
Klingt doch wie ein guter Plan.

Heute stand Proviantierung auf dem Plan, also fuhr Frank uns mit dem Dinghi in die Marina. Claudia und ich stärkten uns mit einem Cappuccino und fuhren mit einem eisgekühlten Taxi in die Stadt Villasimius. Properes Städtchen, mit allem was Bootsfrau so braucht: Weinladen, diverse Boutiquen und Schuhläden, an denen Claudia und ich brav vorbeigingen, bis zu einem tollen Supermarkt mit Bierpreisen unter 1,-€ je 0,33 l Dose. Unsere Rucksäcke und Taschen waren prall gefüllt. Mit dem Taxi, eisgekühlt, zurück zur Marina. Das Wassertaxi Frank benötigte allerdings etwas länger, weil der Motor zum ersten Mal seit Alcudia 2017 Mucken machte.

Die frischen Lebensmittel wurden gleich verstaut und teilweise verarbeitet. Nun habe ich grünen Smoothie für eine Woche und marokkanisches Zitrone in der Kühlung. Es gab leckeren Endiviensalat mit Radieschen, Tomaten, Riesenbasilikum, sizilianischen Salzkapern und sizilianischen roten Zwiebeln,  dazu kalten gegrillten Thunfisch.

Am Nachmittag sind wir in der Bucht geschnorchelt, in dem glasklaren Wasser eine wahre Freude, zumal es hier Fische ohne Ende gibt. Beim Schwimmen hast du Hunderte der Buchtfische um dich herum.

Schönen Abend Euch und happy birthday Andrea heute und Pascale morgen  wir trinken ein Glas auf Euch, bleibt gesund.

Rund um Sizilien und Planänderungen

Mit wenig Wind ging es von Salina nach Filicudi.

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2 Tage abhängen in der Bucht, Schwimmen, Kuchen backen, am Abend den Vollmond genießen.

 

Dann ging es um 5 Uhr früh los Richtung Ustica. Die Segel wurden gesetzt, Delphine schauten vorbei, als wir um die Ostküste von Alicudi segelten. 30 Menschen leben auf dem kleinen vulkanischen Inselchen.

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Trawler mit Bonitofarmen im Schlepp kreuzen unseren Weg. Totale Ruhe. Vor uns ein Stellnetz, das ist verboten. Daneben eine Schildkröte. Hoffentlich nicht im Netz. Wir sollten noch 2 weitere Caretta Caretta sehen, am Boot entlang schwimmend. Die Angel ist draußen, seit Stunden. Plötzlich rauscht die Leine aus und nach einer Stunde ist der Thunfisch an Bord.

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Es war harte Arbeit, den schätzungsweise 10 Kg  Fisch an Deck zu bekommen.

Über einen halben Liter Rum hat es uns gekostet und das Boot musste gereinigt werden. Die Filets liegen in der Kühlung und 500 g Tartar auch. Wir erreichen Ustica mit der letzten Fähre, schnell überholt uns noch ein Motorboot. Im Hafen ist kein Platz, so machen wir mit Anker und Leinen am Fähranleger fest. Der Mobofahrer, übergibt mit seinem Dinghi die Leine und erhält als Belohnung 2 Thunafilets mit ca 3-4 Kg Gewicht. Ruhige Nacht. Gut geschlafen. Am nächsten Morgen geht es in den Hafen, wieder rückwärts mit Anker, tolles Manöver von meinem Kapitän. Der Hafen liegt ruhig da,ich gehe ins Dörfchen über Treppen schraube ich mich ins Zentrum. Was für ein schönes, blitzblankes Örtchen.

Die Häuser sind entweder mit bunten Fliesen dekoriert oder bemalt. Das Museum hat leider geschlossen, so kaufe ich einige Lebensmittel ein und mache mich auf den Weg zum Castello di Santa Maria.

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Von hier oben hat man einen tollen Blick über die Insel, auf der angeblich 1300 Menschen leben.

Zurück im Hafen hat schon Ostwind eingesetzt. Wir schaukeln hoch und runter. Es wird immer schlimmer. An Schlaf ist nicht zu denken. Der Morgen graut, der Skipper ist seit 3 Uhr auf. Es war alles vorbereitet für eine Überfahrt nach Sardinien. So müde, wie wir sind, lassen wir es, kommen eh nicht Weg, weil uns die einzige Mooring im Hafen, die unseres Steuerbord Nachbarn im Weg ist. 2 Stunden später ist der Nachbar wach, wirft die Mooring und wir die Leinen auf nach Sizilien.

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Mit tollem Segelwind können wir endlich die beiden neuen Segel einem Test unterwerfen.  Der Wind frischt auf und plötzlich laufen wir 7,3 kn.

Der Druck ist für den Autopiloten zu hoch, erst reffen wir das Groß, dann auch noch den Trekker und laufen immer noch mehr als 6 kn. Der Wind wird schwächer, dreht, frischt wieder auf. Wir kreuzen am 21. Juni 2019 unseren Kurs vom 26.10. 2017, nun sind wir einmal rund Sizilien gesegelt. Mit viel Seitenwind legen wir in San Vito lo Capo an. Das war Schwerstarbeit. Wir belohnen uns mit einem Essen in der sehr touristischen  Stadt, vergleichbar mit Saint Tropez, nur nicht so exklusiv. Um 5 Uhr weckt uns das Schaukeln des Bootes, nicht schon wieder! Das Rollen dauert bis 11 Uhr, in der Zwischenzeit Frühstücken wir, ein frischer grüner Smoothie wird bereitet. Dann ziehe ich los in die Stadt. Proviant wird gefunden, eine Wäscherei auch. Zurück an Bord wird die Wäsche gepackt und wieder in die Stadt, sag mir einer, ich hätte nicht genug Bewegung. Am Ende war ich 7 KM bei über 40 * unterwegs. Morgen soll es nach Sardinien gehen, also bereite ich einen Möhrensalat zu, in der Zwischenzeit trocknet die Wäsche im heißen Scirocco Wind, ein Wind, der direkt aus der Sahara kommt und sich wie ein Heißluftföhn anfühlt. Scharfe Kürbissuppe wird gekocht. Im Boot sind es trotz Beschattung 40 Grad, uff.

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Am Abend gibt es den letzten Thunfisch, diesmal mariniert mit Zitronensaft und gebratenem Kürbis. Früh am Morgen, wollen wir nach Sardinien. Eine open air Disco beschallt uns die ganze Nacht. Um 3 Uhr kehrt endlich Ruhe ein. Gegen 5:30 h werde ich sanft von meinem Skipper zum Aufstehen überredet. Schnell sind wir bereit zum Ablegen, und dann ziehen Gewitter auf. Blitzortung an, Auslaufen macht keinen Sinn. Motor aus, Treppchen wieder raus. Wettercheck. Morgen wird es besser sein, dann wird sich der Nordostwind gegen den Scirocco durch gesetzt haben. Also heute ein Tag zum Ausruhen. Morgen stehen wir eine Stunde früher auf um die 170 SM nach Sardinien in Angriff zu nehmen.

Ein Plan, der nicht geändert werden kann, ist ein schlechter Plan.

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Euch einen schönen Sonntag, wo auch immer ihr gerade seid.