Sardinien von Süd nach West

Heiß ist es geworden auf dieser traumhaften Insel. Wir sind bereits seit Dienstag vor einer Woche hier und haben traumhafte Strände mit kristallklarem Wasser vorgefunden.

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Als am Freitag der Wind auf West drehte, sind wir um das Kap und zwischen den Inselchen durchgefahren, gerade einmal 5 SM, und haben uns in eine nach Westen geschützte Bucht gelegt. Der Wind war so stark, dass es viele Schwimmtierchen fortgeblasen hat. Unsere Freundin Claudia Blume hat ein besonders prächtiges Exemplar mit ihrem Paddelbord gerettet. Die Kinder waren natürlich begeistert und sehr dankbar. Am nächsten Morgen ging es wieder zurück nach Villasimius. Nochmal frisches Obst und Gemüse kaufen und am Sonntag ankerauf, wieder Richtung Westen. Am Nachmittag warfen wir in Montalfano, einer Bucht mitten im Süden, den Anker.

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Zuerst ins Wasser und dann Mandelkuchen essen, den ich tags zuvor gebacken hatte. Abends gab es die letzte Portion Thunfisch, diesmal mit einer Sesamkruste und Sojasoße mit Wasabi.

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Die nächste Ankerbucht lag vor der Düne von Porto Pino, kein Hafen, hier heißt jede Bucht einfach Porto. Ursprünglich wollten wir hier nur eine Nacht bleiben, jedoch hat uns das glasklare Wasser,

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mit Blick auf die Düne und abendlichen Besuch von 2 Delphinen mit Baby dazu verführt, länger zu bleiben.

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So feierten wir  vor diesem Bilderbuchstrand unsere 2 Jahre an Bord, mit 5200 SM und den Start in das 3. Jahr Bootsleben. Claudia bereitete uns ein geniales Abendessen, lange noch saßen wir auf ihrem Katamaran Spirit of the Wind.

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Nach über einem Jahr, backte ich in dieser sagenhaften Bucht Brot. Das erste Dinkelvollkornbrot seit langer Zeit. Danke an die Firma Juchem GmbH in Eppelborn, für die tolle Brotbackmischung.

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Schweren Herzens, gefangen in der Ruhe der Bucht, machten wir uns gestern Morgen auf, steuerten die Insel San Pietro, im Südwesten vor Sardinien gelegen, an. Hohe Welle mit fast keinem Wind strapazierten unsere Nerven stark. Erst auf den letzten SM frischte der Wind auf, so das wir die Genua lüften  konnten. Doch welch Schreck, just vor der Hafeneinfahrt streikte der Motor. Von Fähren umringt sprintet Frank in den Engineroom und startet von dort die Maschine. Uff  das war knapp. Nun liegen wir bereits den 2. Tag in Carloforte. Die Schapps sind gefüllt, die Wäsche ist gewaschen und es ist megaheiß.

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Heute habe ich das muntere Städtchen besichtigt, 8 km bin ich durch die Hitze gelaufen. Die Salinen mit den im Wasser watenden Flamingos, waren es wert. Heute Abend werden wir uns ein Stück Fleisch gönnen, nach all dem Fisch, ein Festessen. Gestern wollten wir alle mal Pizza haben, meine Carloforte war mit Thunfisch, denn wir sind hier in einer Gegend, in der Thunfischfang uralte Tradition ist, wovon heute noch aufgegebene Fabriken zeugen.

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Bald heißt es Abschied nehmen, von Claudia, Soeren und den Kindern und von Italien, das wird schwer, doch auf zu neuen Ufern heißt Adieu zu sagen. Noch sind wir ein paar Tage an der Westküste unterwegs, einige SM liegen bis Alghero noch vor uns.

Meiner Tante Christel wünsche ich gute Besserung. Wir hoffen, dass das Bein schnell heilt, freue ich mich doch schon riesig, mit ihr den 70. Geburtstag im August zu feiern.

Allen anderen ein schönes Wochenende, bis demnächst, eure Mittelmeersegler

Go west!

Zeitig in der Frühe gehen wir Ankerauf, hatten wir doch am Samstag die Marina verlassen und vor der Tür am Strand das Eisen versenkt.Mit Groß und Trecker schießt Eva plötzlich los wie ein Korken aus der Prosecco-Flasche. Das kann ja heiter werden. Den neuen Segeln sei Dank, EIRA rennt wie Schmitz Katze, das pure Vergnügen. Halber Wind, wenig Welle und mindestens 6,5 kts auf der Uhr (in der Spitze fast 8), das sind wir nicht gewohnt. Ein herrlicher Segeltag, auch in der Nacht, quasi die ganzen 170 sm durchgesegelt.

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Dienstag Morgen (0700 LT) durfte ich wieder angeln, das Verbot galt nur für den Montag, und 20 min später surrt die Leine wie wild von der Trommel.

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Am Ende hatte sich schon wieder ein Thunfisch über unseren Wobbler hergemacht und die Gier am Ende mit seinem Leben bezahlt. Solch ein muskulöser Brocken Fisch lässt sich aber nicht gerne an Bord hieven und so hatte ich eine gute Stunde zu tun und da die Bremse an der Multirolle noch offen war, hat es mich beim Einholen des Fisches fast noch eine Fingerkuppe gekostet. Ich Dirmel wollte den Knecht mit der Hand um die Schnur festhalten. So habe ich letzendlich mit dem Fang um die Wette geblutet, entkommen ist er mir nicht.

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Gott sei Dank waren wir mit Claudia und Sören (Nachbarlieger im Winter 2017/2018 in Licata) verabredet und so wurde ein Teil abends in Form von Tartar, Sushi und gebratenen Filets direkt verspeist, quasi als Gastgeschenk.

E2BD1CF7-E0F4-4B2F-937B-1509A2998BDB Der Rest schlummert nun in ihrem Gefrierschrank. Jahrzehnte lang schleife ich die Köder durch das Wasser und dann fange ich gleich 2 Thuna innerhalb einer Woche (so einen Brocken hatte ich noch nie), kurios. Frage mich nun, wie bekomme ich wieder einen Schwertfisch oder einen Mahi Mahi, etwas Abwechslung wäre nicht schlecht.

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Egal, nun sind wir also auf Sardinien, in einer wunderschönen Bucht bei Villasimius, ankern in glasklarem Wasser auf 6,5 m Sandgrund und planen gemütlich die weitere Vorgehensweise.

2D9DB525-050C-49FB-9387-C1E9FB1BF399Bis Ende Juli wollen wir unsere liebgewonnenen Freunde noch begleiten, dann steht der nächste Sprung Richtung Balearen vor der Tür.
Klingt doch wie ein guter Plan.

Heute stand Proviantierung auf dem Plan, also fuhr Frank uns mit dem Dinghi in die Marina. Claudia und ich stärkten uns mit einem Cappuccino und fuhren mit einem eisgekühlten Taxi in die Stadt Villasimius. Properes Städtchen, mit allem was Bootsfrau so braucht: Weinladen, diverse Boutiquen und Schuhläden, an denen Claudia und ich brav vorbeigingen, bis zu einem tollen Supermarkt mit Bierpreisen unter 1,-€ je 0,33 l Dose. Unsere Rucksäcke und Taschen waren prall gefüllt. Mit dem Taxi, eisgekühlt, zurück zur Marina. Das Wassertaxi Frank benötigte allerdings etwas länger, weil der Motor zum ersten Mal seit Alcudia 2017 Mucken machte.

Die frischen Lebensmittel wurden gleich verstaut und teilweise verarbeitet. Nun habe ich grünen Smoothie für eine Woche und marokkanisches Zitrone in der Kühlung. Es gab leckeren Endiviensalat mit Radieschen, Tomaten, Riesenbasilikum, sizilianischen Salzkapern und sizilianischen roten Zwiebeln,  dazu kalten gegrillten Thunfisch.

Am Nachmittag sind wir in der Bucht geschnorchelt, in dem glasklaren Wasser eine wahre Freude, zumal es hier Fische ohne Ende gibt. Beim Schwimmen hast du Hunderte der Buchtfische um dich herum.

Schönen Abend Euch und happy birthday Andrea heute und Pascale morgen  wir trinken ein Glas auf Euch, bleibt gesund.

Rund um Sizilien und Planänderungen

Mit wenig Wind ging es von Salina nach Filicudi.

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2 Tage abhängen in der Bucht, Schwimmen, Kuchen backen, am Abend den Vollmond genießen.

 

Dann ging es um 5 Uhr früh los Richtung Ustica. Die Segel wurden gesetzt, Delphine schauten vorbei, als wir um die Ostküste von Alicudi segelten. 30 Menschen leben auf dem kleinen vulkanischen Inselchen.

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Trawler mit Bonitofarmen im Schlepp kreuzen unseren Weg. Totale Ruhe. Vor uns ein Stellnetz, das ist verboten. Daneben eine Schildkröte. Hoffentlich nicht im Netz. Wir sollten noch 2 weitere Caretta Caretta sehen, am Boot entlang schwimmend. Die Angel ist draußen, seit Stunden. Plötzlich rauscht die Leine aus und nach einer Stunde ist der Thunfisch an Bord.

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Es war harte Arbeit, den schätzungsweise 10 Kg  Fisch an Deck zu bekommen.

Über einen halben Liter Rum hat es uns gekostet und das Boot musste gereinigt werden. Die Filets liegen in der Kühlung und 500 g Tartar auch. Wir erreichen Ustica mit der letzten Fähre, schnell überholt uns noch ein Motorboot. Im Hafen ist kein Platz, so machen wir mit Anker und Leinen am Fähranleger fest. Der Mobofahrer, übergibt mit seinem Dinghi die Leine und erhält als Belohnung 2 Thunafilets mit ca 3-4 Kg Gewicht. Ruhige Nacht. Gut geschlafen. Am nächsten Morgen geht es in den Hafen, wieder rückwärts mit Anker, tolles Manöver von meinem Kapitän. Der Hafen liegt ruhig da,ich gehe ins Dörfchen über Treppen schraube ich mich ins Zentrum. Was für ein schönes, blitzblankes Örtchen.

Die Häuser sind entweder mit bunten Fliesen dekoriert oder bemalt. Das Museum hat leider geschlossen, so kaufe ich einige Lebensmittel ein und mache mich auf den Weg zum Castello di Santa Maria.

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Von hier oben hat man einen tollen Blick über die Insel, auf der angeblich 1300 Menschen leben.

Zurück im Hafen hat schon Ostwind eingesetzt. Wir schaukeln hoch und runter. Es wird immer schlimmer. An Schlaf ist nicht zu denken. Der Morgen graut, der Skipper ist seit 3 Uhr auf. Es war alles vorbereitet für eine Überfahrt nach Sardinien. So müde, wie wir sind, lassen wir es, kommen eh nicht Weg, weil uns die einzige Mooring im Hafen, die unseres Steuerbord Nachbarn im Weg ist. 2 Stunden später ist der Nachbar wach, wirft die Mooring und wir die Leinen auf nach Sizilien.

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Mit tollem Segelwind können wir endlich die beiden neuen Segel einem Test unterwerfen.  Der Wind frischt auf und plötzlich laufen wir 7,3 kn.

Der Druck ist für den Autopiloten zu hoch, erst reffen wir das Groß, dann auch noch den Trekker und laufen immer noch mehr als 6 kn. Der Wind wird schwächer, dreht, frischt wieder auf. Wir kreuzen am 21. Juni 2019 unseren Kurs vom 26.10. 2017, nun sind wir einmal rund Sizilien gesegelt. Mit viel Seitenwind legen wir in San Vito lo Capo an. Das war Schwerstarbeit. Wir belohnen uns mit einem Essen in der sehr touristischen  Stadt, vergleichbar mit Saint Tropez, nur nicht so exklusiv. Um 5 Uhr weckt uns das Schaukeln des Bootes, nicht schon wieder! Das Rollen dauert bis 11 Uhr, in der Zwischenzeit Frühstücken wir, ein frischer grüner Smoothie wird bereitet. Dann ziehe ich los in die Stadt. Proviant wird gefunden, eine Wäscherei auch. Zurück an Bord wird die Wäsche gepackt und wieder in die Stadt, sag mir einer, ich hätte nicht genug Bewegung. Am Ende war ich 7 KM bei über 40 * unterwegs. Morgen soll es nach Sardinien gehen, also bereite ich einen Möhrensalat zu, in der Zwischenzeit trocknet die Wäsche im heißen Scirocco Wind, ein Wind, der direkt aus der Sahara kommt und sich wie ein Heißluftföhn anfühlt. Scharfe Kürbissuppe wird gekocht. Im Boot sind es trotz Beschattung 40 Grad, uff.

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Am Abend gibt es den letzten Thunfisch, diesmal mariniert mit Zitronensaft und gebratenem Kürbis. Früh am Morgen, wollen wir nach Sardinien. Eine open air Disco beschallt uns die ganze Nacht. Um 3 Uhr kehrt endlich Ruhe ein. Gegen 5:30 h werde ich sanft von meinem Skipper zum Aufstehen überredet. Schnell sind wir bereit zum Ablegen, und dann ziehen Gewitter auf. Blitzortung an, Auslaufen macht keinen Sinn. Motor aus, Treppchen wieder raus. Wettercheck. Morgen wird es besser sein, dann wird sich der Nordostwind gegen den Scirocco durch gesetzt haben. Also heute ein Tag zum Ausruhen. Morgen stehen wir eine Stunde früher auf um die 170 SM nach Sardinien in Angriff zu nehmen.

Ein Plan, der nicht geändert werden kann, ist ein schlechter Plan.

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Euch einen schönen Sonntag, wo auch immer ihr gerade seid.

 

 

Rolle, Rolle und ganz viel Aua

Nein, wir sind nicht bei der Augsburger Puppenkiste gelandet, sondern im wahren Seglerleben. Doch der Reihe nach.

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Nach der Vulkanbesteigung trafen montags unsere Freunde aus Licata, Birgit und Syd  mit Serafina ein. Welch eine Freude, uns nach fast 2 Monaten wieder zu sehen. Nach einem Begrüßungsdrink wurde beschlossen, dass die Frauen am Nachmittag ins Schlammbad gehen. Die Schwefelquelle wird von einem Verein betrieben und entspannt die müden Muskeln und kranken Gelenke, aber, sie stinkt. Das bedeutet, du stinkst, der Bikini hat nie mehr einen anderen Geruch angenommen, selbst nach tagelangem Waschen nicht, gestern wurde er entsorgt. Abends wurde bei Maurizio toll gespeist.

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Was machen Saarländer gerne: richtig, grillen und so wurde Eira am nächsten Tag zur Grillstation. Beste Rindersteaks kamen, natürlich eingelegt, auf den Lotusgrill, mangels Schwenker. Der Wein floss gekühlt durch unsere Kehlen und der selbst produzierte Liomoncello getestet. Am nächsten Morgen gingen wir Ankerauf, denn mit dem einsetzenden Ostwind wurde es ungemütlich in der nach Osten offenen Bucht.

Die von uns angesteuerte Bucht liegt auf der Westseite von Vulcano, also gerade ums Eck. Anker im Sand versenkt, Badeleiter raus und zuerst mal geschwommen. Glasklares Wasser und eine himmlische Ruhe, nur die Möwen pfiffen ihr Lied zur traumhaft untergehenden Sonne. Das ist so ein Abend, der dich für vieles entschädigt.

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Leider setzte am nächsten Morgen Westwind ein und  Birgit  und Syd gingen eine Bucht zurück. Wir harrten aus und warteten auf Second Life. Ihnen haben wir die traumhaften Bilder zu verdanken.

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Wegen des Windes und dem schlechten Anlanden, ihr Hund Nuchi braucht Auslauf, war unser Liegeplatz keine Option. So verbrachten wir die erste Nacht alleine in einer Bucht, diesmal ohne Rolle, Rolle, erst am frühen Morgen setzte der Westwind ein und wir verließen den schönen und ruhigen Platz. Wir statteten Second Life einen Besuch ab und brachten den selbstgebackenen Mamorkuchen vorbei. Ein Plausch von Boot zu Boot und ab ging es nach Salina. Der Hafenplatz war gebucht und das wunderschöne Dörfchen gleich besichtigt. In der kleinen Kirche am Meer fand eine Hochzeit statt, die Kirche war außerordentlich geschmückt.

Abends gab es oberhalb der Marina ein gemütliches Abendessen mit Birgit und Syd.

Am Sonntag, unserem letzten gemeinsamen Tag, wanderten wir nach Lingua.

Brütende Hitze machte den Weg schweißtreibend vorbei an Schluchten, die sich vom Krater ins Meer schlängeln. Ein letzter Drink auf Serafina und dann hieß es arrividerci nach 2 gemeinsam verbrachten Wintern in Licata. Niedergeschlagen bleibe ich zurück. Ein erneutes Verpflegen im Dorf und zurück nach Vulcano. Unsere Lieblingsbucht war zu schwellig, Rolle, Rolle, daher nach Ponente. Schwimmen und den heißen Tag im Wasser verbringen.

Am Mittwoch ging es nach Lipari, der Anker fiel am Capo Rosso, glasklares Wasser,

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erkauft mit rolle, rolle. Kein Schlaf, am nächsten Morgen zurück nach Vulcano und abends eine Pizza am Strand. Schlechter Schlaf erzeugt schlechte Stimmung. Wir wollten hier jedoch auf Dagmar und Bernd aus dem Saarland warten, also weiter Rolle, rolle. Hier trafen wir auf die SY Bacchus mit Angelika und Johannes, viel zu schnell ging der Abend zu Ende.

 

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Dann war die Bucht spiegelglatt und der geeignete Zeitpunkt endlich das neue SUP ins Rennen zu werfen. Der Skipper pumpt, also darf er zuerst. Er stellt fest, dass es eine sehr wackelige Angelegenheit ist, steht aber und paddelt.

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Da bin ich schon etwas neidig. Allerdings gestaltet sich der Abgang etwas schwierig, anstatt sich hinzu knien, fällt er ins Wasser und verdreht sich das Knie, aua. Ich bin nun sehr vorsichtig und mache mich kniend auf den Weg, erstaunlich. Das Paddelboard ist Yoga tauglich, also gleich eine Yogaeinheit hinterher. Geht toll. Aber bitte immer schön in das Board drücken.

Das Knie vom Skipper ist dick, Notfallmedizin in Form von Johanniskrautöl und Kühlung, inklusive Arnikaglobuli und Voltaren. Er kann gehen, doch das Ganze ist schmerzvoll. Mein Erwachen in der Nacht auch: Schmerzen im Oberarm, Muskelkater, doch viel schlimmer ist der unglaubliche Muskelkater in den Oberschenkeln. Jeder Schritt schmerzt, aua.

Heute, am Sonntag, ist es besser geworden, aber 2 Tage hatten Frank und ich: Aua. Wass soll’s, wir werden halt nicht jünger.  Nun liegen wir  wieder in Salina, nach einer Nacht mit ganz viel Rolle, Rolle.

Ab morgen geht es westwärts, endlich!

Schönen Sonntag euch ohne Rolle, Rolle und ohne Aua.

 

 

 

 

Der Müffi

Damit ist natürlich nicht der LI gemeint, sondern Vulcano, eine der eolischen Inseln.

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Tagsüber geht es noch, aber in der Nacht

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stinkt der Knecht schon gewaltig. Davon wußte der Skipper am Morgen zu berichten. Er war auch nicht wirklich begeistert, den Vulkan zu besteigen.  Nach dem Wettercheck war klar, heute oder gar nicht. So machte ich mich bereit, der Skipper ließ sich nicht lumpen, aber wie an Land kommen und Schuhe ohne Sand anziehen? Selbst dieses Problem konnte dank Lappen gelöst  werden und so wurde das Dinghi zu Wasser gelassen und  das Abenteuer begann. Alle klappte perfekt. Strümpfe und Schuhe anziehen, perfekt. Einstieg zum Krater, gefunden! Stöcke in Gebrauch genommen und den steilen Anstieg entlang des atemberaubend duftenden Ginsters gefunden. Allein dieser Duft und die Erinnerung an frühere Blumenbilder zu Fronleichnam wecken Kindheitserinnerungen.

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Wir hören die Geißen bimmelnd ihren Weg finden und werden eins mit dem Pfad. Immer dem Gestank entgegen, immer bergan. Die Sonne scheint, der Staub des Vulkans schwärzt uns. Bergan. Dieses Mal, ist der Weg auf unserer Seite, mühelos geht selbst der Kapitän aufwärts.

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Plötzlich stehen wir oben am Kraterrand: Farbenspiele im Gestein, der Schwefel zeigt, wie vielfältig er im Leuchten ist.

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Dämpfe treten aus  Bergspalten, Schwefelaroma hüllt uns ein. Wir entschließen uns, den Weg gegen die Windrichtung anzutreten, rund um den Krater, wissend, dass irgendwann die Dämpfe uns einlullen werden. Da nützt kein  Buff und kein Tuch vor dem Gesicht. Der Gestank, am höchsten Punkt verschlägt uns den Atem.

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Wir gehen den gleichen Weg zurück, den wir gekommen sind.

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Der Skipper tänzelnd den Weg bergab und ich weiß, er ist froh, mit mir aufgestiegen zu sein. Wir sitzen an Bord, hatten Couscous mit Gemüsesugo und der Berg übergießt uns mit seinem Gestank. Die Ankerbucht ist jedoch so traumhaft, dass wir noch ein paar Tage hier bleiben werden. Freunde haben sich angekündigt. Das ist immer ein Grund zu bleiben. Außerdem waren wir noch nicht im Schwefelbad. Die alten Knochen warten darauf.

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Europa und noch mehr

Gestern war Europawahl und das Ergebnis macht mir Angst. All die Rechtspopulisten, die gewonnen haben.  Wo wollt ihr hin? In die Nationalstaaten zurück? Keine Reisefreiheit, weil kein Schengenraum, keinen Euro und wieder alle Nationalwährungen? Das kann doch nicht euer Ernst sein. Wir verlieren einen großen Wirtschaftsraum und jeder kocht wieder sein eigenes Süppchen? Das wird nicht funktionieren sage ich euch. Ich will Reisefreiheit und den Euro. Ich lebe mitten in Europa und die meisten Amerikaner beneiden uns für die EU und unsere Entwicklung.  Sie müssen alle 180 Tage für 90 Tage als Personen raus aus der EU. Jeder, der wie wir auf dem Boot lebt oder gerne länger reist, genießt diese Freizügigkeit. Glückwünsche an alle, die ein politisches Mandat errungen haben, die in meinem Bekannten-und Freundeskreis wissen, wer gemeint ist. Strengt euch an, sprecht die Menschen an und holt alle mit ins Boot, dann werdet ihr Erfolg haben. Macht keine Politik für wenige, sondern  für alle: für die Menschen, für die Natur und Umwelt, für eine bessere Zukunft.

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Doch genug politisiert! Erlebt haben wir die letzten Tage auch vieles. Am letzten Mittwoch sind wir von Catania nach Naxos gesegelt, ehrlicher wäre, motort. Dort haben uns die Freunde Chris und Clint mit Zena erwartet. Eine unruhige Nacht mit ganz viel Geschaukel hat die Freude über das Wiedersehen etwas getrübt.

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Am nächsten Morgen stand Landgang an, mit Chris gemeinsam ging es ans Proviantieren.  Naxos ist ein kleines Dörfchen in der Nähe von Taormina und die ersten Strandtouristen haben sich eingefunden, es gibt schöne Strandabschnitte und einen archäologischen Garten, denn Naxos war die erste griechische Siedllung auf Sizilien.  Abends hatten wir Chris und Clint zu Gast an Bord, bei griechischem Käsesalat und Penne mit Salsicce ließen wir es uns gut gehen. Zena verließ am nächsten Morgen die Bucht und wir machten uns mit dem Bus auf nach Taormina, hoch oben am Berg gelegen. Da Castelmola noch höher gelegen ist und über eine normannische Burg verfügt, stiegen wir in Taormina direkt in den nächsten Bus und ließen uns über abenteuerlich enge Sträßchen in die Höhe fahren. Wieder einmal gut, dass das Busfahren im Mittelmeer so genial einfach und preiswert ist. So hat dieser Tagesausflug schlappe 12 Euro für 2 Personen gekostet. Castelmola ist weniger touristisch als Taormina, hat eine wunderschöne Kirche mit vielen Heiligen und einen spektakulären Blick auf den Ätna und die Bucht von Naxos.

So hatten wir unsere Eira meist im Blick und genossen die frische Luft und die Sonne oben am Berg, verweilten zum Cappuccino in einem ruhigen Cafe.

Und dann kam der Schock als wir zurück nach Taormina kamen. Menschenmassen schlängelten sich durch die Gassen, ein Souvenirshop am anderen, eine Edelboutique reiht sich an die nächste. So schwenkten wir ein nach links um das griechische Amphitheater zu besichtigen. Wieder wurden wir durch spektakuläre Ausblicke belohnt, wenn auch das Theater nicht mit dem in Epidauros zu vergleichen ist.

Auf dem Rückweg wurde noch etwas Brot und Salat eingekauft und dann ging es zurück an Bord.

 

Die Abreise stand bevor und bei langen Schlägen habe ich gerne Essen vorbereitet, so wurden Möhren geraspelt und Möhrensalat zubereitet, ein Liter grünen Smoothie gemixt und das Abendessen bestehend aus Maultaschen als Vorspeise und Schweinerückensteak mit grünem Salat als Hauptgericht gekocht. Früh ging es ins Bett, denn am Samstag sollte um 4:15h der Wecker klingeln. Die Nacht war kurz, ein Tiefschlaf wollte sich nicht einstellen. So gingen wir um 5:15h bereits aus der Bucht Richtung Straße von Messina.

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Die Wetterprognose für Sonntag war alles andere als rosig und wir wußten, unser Weg würde ein weiter sein, wollten wir eine sichere Marina erreichen.

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Die Straße von Messina ist alles andere als ein einfaches Segelrevier. Hier herrscht reger Fährverkehr zwischen dem italienischen Festland und Sizilien, außerdem ein Verkehrstrennungsgebiet, das bedeutet, man kann nicht segeln wie man will, sondern nach Verkehrsregeln. Es war kaum Wind zu spüren, so setzten wir das Groß als Unterstützung, es klapperte unentwegt, so wurde die Segelfläche zuerst verkleinert und letztlich doch das ganze Segel einzuholen. Später wurde die Genua gelüftet, mit teilweisem Erfolg, Kaum gesetzt, schlief der Wind ein, also Genua wieder rein. Man muss sich ja irgendwie beschäftigen. Eine weitere Schwierigkeit in dieser Straße ist der Strom und die Strudel. Diese beiden Phänomeme haben schon Odysseus zu schaffen gemacht. Unsere Fahrt verlangsame sich zusehends, obwohl wir mit ablaufendem Wasser segelten. Dann passierten wir Messina und hatten schließlich die Meerenge direkt vor uns. Es begann zu regnen, darauf hätten wir an diesem Tag nun wirklich verzichten können. Doch dann sahen wir Schwertfischjäger, mit ihren sehr außergewöhnlichen Booten. In einem sehr hohen Mast sitzen ein bis zwei Personen, die nach Schwertfischen Ausschau halten, sehen sie einen oder mehrere, versuchen andere mit der Harpune die Fische zu erlegen. Sehr speziell und schön, mal wieder ein solches Boot gesehen zu haben.

Das Kap wurde umrundet und nun lag die Nordseite von Sizilien vor uns. Die Genua wurde wieder gelüftet, wir machten Strecke und segelten an Milazzo vorbei. Auch hier wieder reges Treiben auf dem Wasser, verursacht durch die vielen Fähren, die die liparischen oder äolischen Inseln ansteuern. Also hieß es aufpassen. Während ich im Ausguck war, bereitete Frank die erste heiße Außendusche vor. Welch ein Luxus, unterwegs eine warme Außendusche zu genießen, denn der Himmel war bedeckt bis schwarz, immer wieder ging ein Regenschauer nieder und die Sonne ließ sich nur manchmal erahnen. Mittlerweile hatten wir uns entschieden, nicht das nähere Portorosa anzulaufen, sondern mit Capo dˋOrlando nochmals 17 SM weiter zu segeln. Das bedeutete, es würde nach 22 Uhr werden, bis wir ankamen. Da es noch Reste von Donnerstag gab, wurden die Penne mit Salsicce gewärmt, etwas aufgepeppt und verspeist.

Es wurde Nacht und noch mehr Regen fiel. Unser Ziel vor Augen, bereiteten wir das Boot für den Hafen vor, Leinen anbringen und Fender aufhängen. Dabei sahen wir eine riesige Schar Delphine um uns herum, sie sehen unsere Eira als Spielkamerad und unser Bugspriet inspiriert sie immer wieder unter dem Boot durchzutauchen und auf der anderen Seite ihre Schönheit zu präsentieren. Ich kann mich daran einfach nicht satt sehen, habe ihnen Namen gegeben und mit ihnen gesprochen. Erst kurz vor der Hafeneinfahrt verabschiedeten sie sich. Müde folgten wir den Marineros in den Hafen, machten das Boot fest und erkundeten die 5 Sterne Marina. Welch ein Luxus: Bäder vom Feinsten, total sauber und sehr gepflegt begrüßte uns die Marina Capo dˋOrlando. Nach einem Anlegerbier, Zeit ins Bett zu gehen.

 

Der Sonntag diente dem Ausruhen mit Wäschewaschen und mit der Heimat telefonieren und schließlich die Wahlen in Deutschland und Europa zu verfolgen.  Während in unserer Heimatgemeinde gut gewählt wurde, war die Europawahl doch sehr enttäuschend.

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Heute haben wir einen Spaziergang nach Capo d’Orlando unternommen, um einzukaufen, aber auch, um uns die Gegend anzusehen. Die Sonne scheint, Wind kommt auf und vertreibt die dunklen Wolken. Morgen geht es weiter auf die äolischen Inseln, die sich uns heute auf dem Weg präsentiert haben. Im Blickfeld liegt Vulcano, das wir noch nicht kennen. Also auf zu neuen Ufern und auf zu einem nächsten aktiven Vulkan.

 

Macht es gut, wo auch immer ihr gerade seid.

Ätna, oder ich will hoch

Nach den hektischen Tagen auf Malta, angefangen mit dem Sturz von Frank und dem Verlust des Tabletts und dem Abrauchen des Inverters, musste etwas Ruhe einkehren. Daher lagen wir 3 Tage in Mellieha mit viel Wind vor Anker. Danach ging es für einen weiteren hektischen Tag zurück nach Msida Creek. Inverter abholen, Wäsche waschen, Einkaufen. Frank hatte den schlechteren Part. Alter Inverter raus, was sich als sehr schwierig erwiesen hat, denn der Vorbesitzer hatte den Mastervolt mit 10er Schrauben (Schlüsselweite 17!)  befestigt. Kaum zu lösen. Das Gestöhne im Motorraum hat mich mehr als irritiert, Kraftausdrücke in der Vielzahl bin ich von Frank normalerweise nicht gewohnt. Endlich, nach Stunden, war das alte Teil raus.

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Nun musste eine Vorrichtung für den neuen Victron gebastelt werden. Mit einem gefundenen Stück verleimtem Sperrholz, das nur noch in die rechte Form gebracht werden musste, ging der Einbau etwas schneller von statten. Dann das ganze Gerödel wieder eingebaut, was zuvor ausgebaut worden war, geduscht, gegessen und nach einer kurzen Nacht, morgens um 6.30 h raus aus der Marina. Kein Mensch konnte ahnen, was uns auf der Überfahrt nach Sizilien erwartete. Sehr hohe Welle, leider von der Seite, halber Wind, mehr als genug, machte das Ansteuern von Sizilien sehr sportlich. Mit ganz viel Wind in die Marina von Marzamemi reingerauscht und erst mal Wunden geleckt. Nach mehr als 13 Stunden waren wir echt fertig, zumal das letzte Wegstück rund um das Kap uns alles abverlangt hat.

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Von dem Starkregen in der Nacht und dem heftigen Gewitter haben wir nichts mitbekommen. Um kurz vor halb 10 am Morgen habe ich zum ersten Mal versucht ein Auge zu öffnen und es gleich wieder geschlossen. Die Strapaze des letzten Tages haben wir uns versüßt mit einem Tag Auszeit in Marzamemi. Alle Hardware upgedatet und die Crew gestärkt an Leib und Seele, waren wir nach der nächtlichen Ruhe bereit, einen Spaziergang in die alte Thunfischstadt zu unternehmen. Dabei sahen wir, was der Regen der Nacht angerichtet hatte: alle Straßen überflutet, ein Weg musste erkundet und gefunden werden.

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Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Siracusa, wir wußten, dass uns dort viele liebe Freunde aus Licata erwarteten.

Mit Segeln wurde es nichts, da wir nach ca 3 SM eine kleine Segelyacht in Seenot retteten: ohne Wind und mit nicht zu reparierenden Motor trieben sie im Meer.

So nahmen wir ihre Leine und schleppten sie nach Siracusa. Als Belohnung sollten wir später am Tag 2 Flaschen sehr guten sizilianischen Weines erhalten. Der Skipper war leicht angeschlagen, irgend etwas, womöglich ein Stück Käse hat ihm den Magen verdorben. Nach ein paar Stunden Ruhe war er soweit hergestellt, dass er den Abend gemeinsam mit mir, Jil und Rein von Hoppetossa verbringen konnte.

Am Morgen machte ich einen Einkaufsbummel über den Markt von Siracusa, verpflegte die Crew aufˋs Beste

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und dann kam das Geschaukel: ohne Wind stand Welle in die Bucht und wir haben ganz heftig Bewegung im Schiff und Magen verspürt. Gott sei Dank musste ich abends nicht kochen. Wir waren Gäste der Zena und wurden mit portugiesisch zubereitetem Fisch verwöhnt. Da am Sonntag etwas Wind einsetzte, war der Schwell plötzlich weg und die Crew verbrachte den Sonntag Vormittag in der Altstadt. Mittags wurde ein Mandelkuchen gebacken, am Abend der Thunfisch, der morgens fangfrisch auf dem Markt gekauft worden war, zubereitet.

Nach dem Wettercheck am Morgen steuerten wir mit Groß und Genua Richtung Catania. Es bleibt zu sagen, dass das neue Segel echt Spitze ist, wobei die Fock bisher noch nicht zum Einsatz kam. Unterwegs las ich, dass unsere Freunde Lupita und Martin Hofman von der Futuro Dos ebenfalls auf Sizilien sind. Nach einigem hin- und hergeschreibe verabredeten wir uns für den Abend zum Essen in Catania. Welch eine Freude, die Beiden nach fast einem Jahr wieder zu treffen. Auch sie wollten zum Ätna und boten uns an, uns im Auto mitzunehmen. Welch ein Luxus! Anstatt früh am Morgen den Bus zu nehmen, wurden wir von ihnen in der Marina abgeholt.

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Nach einem gemeinsamen Frühstück an Bord von EIRA ging es los. Martin schraubte uns mit dem nagelneuen Leihwagen den Berg hinauf. An der Talstation, auf 1900 m wurden die Tickets gelöst und die Gondel brachte uns ein gutes Stück höher. Dort standen Allradfahrzeuge bereit, die uns durch die Lava- und Schneemassen fuhren.

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Mit einem Guide haben wir dann die letzten Höhenmeter überwunden um auf 2920 m den besten Blick auf die beiden Vulkankegel zu haben, den südöstlichen und den südwestlichen, die beide im Dezember 2018 zum letzten Mal zum Ausbruch kamen.

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Tagtäglich raucht der Vulkan still vor sich hin, beeindruckend auf dem höchsten aktiven Vulkan Italiens zu stehen, und das bei bestem Wetter.

Endlich ging dieser große Traum von mir in Erfüllung und ich konnte mich gar nicht satt sehen an den Schloten, die rings um uns herum zu sehen waren. Warm eingepackt, war die Kälte zu ertragen, denn bei der Bergstation waren es lediglich 2°.  Die Bergstiefel fühlten sich im Schnee sicher an, die Füße steckten zudem in Merinosocken. Zwei Lagen Jacken wärmten den Körper. Gefühlt und in Realität sicher besser als die Shorts und Schühchen, die wir an einigen anderen Ätnabesuchern sahen.

 

 

Nun sitzen wir in der Marina in Catania, voll neuer Eindrücke und Erlebnisse und werden morgen ein neues Ziel ansteuern.

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Vielleicht fragt ihr euch, was aus unserem Wunsch Linosa, Lampedusa und Pantelleria anzusteuern wurde: nichts, kann ich euch sagen. Die starken nordwestlichen Winde haben uns davon abgehalten, diese Ziele anzusteuern, da ohne sicheren Hafen die Überfahrt keinen Sinn machte. So sind wir gerne zurück auf Sizilien, genießen die Tage hier, fröhnen dem guten sizilianischen Essen und Wein und zumindest ich bin glücklich und dankbar noch einige Tage auf meiner Lieblingsinsel zu verbringen.

Genießt auch ihr die Tage, der Sommer wird kommen und damit hoffentlich auch angenehmere Temperaturen, denn diese lassen zumindest hier im Süden, noch immer auf sich warten.

Ciao, Eva und Frank