Dauermistral und endlich wieder ein ausgewachsener Basteltag

Seit Eva in Deutschland ist, fegt hier mindestens ein Mistral pro Woche durch. A weng nervig und immer wieder die Frage wo verstecken. Irgendwie habe ich zur Zeit nicht das richtige Händchen für die Situation und mache mich immer einen Ticken zu spät vom Acker. Es fehlt wohl Eva’s Gespür für Wind und Welle, teilweise sind aber auch die feuchtfröhlichen Abende mit der DOLCE VITA, INFINITY,TB (bitte kein Vorwurf) und mein Hang bis zum bitteren Ende dabeizusein, Schuld.

Höhenströmung aus Süd bringt echtes Kuriosum mitten im Sommer

Sei es drum ich motore und segele nach Süden ums Eck und erwarte den aufkommenden Wind. Gute Wassertiefe von 5 m und bester Ankergrund lässt mich 3 Tage verharren in Böen bis 35 Knoten und konstanten 20-25.

Letzter friedlicher Abend

Kein echtes Vergnügen aber alles hält, nix fliegt weg, lediglich Plastikspielzeug fegt übers Meer, jedoch keine Chance das Zeug einzusammeln, so schnell kann ich nicht schwimmen und laufe dabei Gefahr nicht mehr an Bord zurückzukommen.

Irgendwann ist die Puste aus und ich segele zurück nach Arranci, Müll entsorgen, Wäsche waschen und einkaufen. Unterwegs läuft wie gewohnt der Wassermacher bis er sich irgendwie gequält anhört. Die Drehzahl des Antriebsmotors der Hochdruckpumpe geht in die Knie und ich lasse ihn erst mal ausruhen. Ein erneuter Versuch anderntags nach den häuslichen Tätigkeiten endet mit dem gleichen Ergebnis. Vorfilter reinigen und eine neue Filterpatrone helfen nicht wirklich und so tausche ich alle 6 Ventile. Hört sich jetzt ruhiger an, die Drehzahl jedoch bleibt bescheiden. Also Antriebsmotor demontieren und zerlegen ist die nächste Option. Es sind die 2 unteren Kohlen, die festhängen, Ausdehnung derselben, so die Aussage meines Lieferanten, und dann geht nix mehr. An dieser Stelle ein Hoch auf Herrn Matz, der mir in diesen Situationen immer prompt mit Rat zur Seite steht.

Das ist der Motor

Einer der zugehörigen Übeltäter

Abschleifen und wieder montieren ist noch vergleichsweise harmlos, der Zusammenbau der Teile ist eine echte Challenge. Die ultrafetten Magneten leisten estaunlichen Widerstand. Nachdem ich die Kohlen mit Kabelbindern zurückgebunden hatte und mitels eines Seilchens die Ankerstangen fixiert hatte, halfen noch 2 Schraubzwingen und das Ganze flutscht zusammen. Die anschließende Montage und der Probelauf gegen 1900 verlaufen erfolgreich und so gönne ich mir das erste Bier des Tages. Ungewöhnlich spät, aber nebenbei renne ich regelmäßig zur Toilette, verdorbene Chalotten am Vorabend putzen mit Gewalt mein Gedärms.

Heute am Samstag steht wieder Einkauf an, ich will Sonntag Mittag nach Osten weit raus und fischen, perspektivisch aber nach Süden, 2 mal Mistral in der kommenden Woche will ich mir hier nicht antun und so bleibt nur die Flucht nach Mitte Sardinien an die Ostküste.

Kurzer Lagebericht und bis die Tage,

Frank

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