Was in der Zwischenzeit geschah, oder Halbjahresrückblick 2021

Vulcano, Ankerbucht im August

Es ist August, wir haben gerade 1500 Tage an Bord gefeiert und wir sind noch immer auf den liparischen Inseln. Es ist heiß, tagsüber und auch nachts. Das bedeutet, dass wir oft sehr früh wach sind, uns ins Cockpit setzen, Kaffee trinken, schwimmen. Am 10.8. sieht Frank morgens um 5 Uhr ein Dinghi vorbeitreiben und sichert es an unserem Boot. Später an Land auf Vulcano können wir den glücklichen Besitzer auftreiben und das Dinghi übergeben. Und es wird voll auf den liparischen Inseln, alles, was ein Boot hat, ist gefühlt hier auf den Inseln, Ferragosta steht bevor, die Tage zwischen dem 13.8. und 15.8. Diese Tage hat einst Mussolini dem Volk als Feiertage geschenkt, was bedeutet, dass alle, wirklich alle unterwegs sind. Wir flüchten nach Salina und können unmittelbar vor dem Hafen an einer Boje festmachen, die Frank per Zufall entdeckt, als er unseren Anker abtaucht. Der Mooringblock ist ganz neu, mit Sicherheitsleine, an der wir uns nach einer Stunde Arbeit festmachen. Nun liegen wir sicher, aber rund um uns werfen immer mehr Boote ihren Anker aus. Wir fahren am Morgen des 14.8. an Land, bzw. wir pullen, der Motor streikt mal wieder. Wir entsorgen unseren Müll und versorgen uns mit allem, was wir benötigen, damit wir die nächsten Tage nicht an Land müssen. Während ich schwimme, schnorchele und relaxe, versucht Frank, den Außenborder in Gang zu bringen. In der Zwischenzeit kommen immer mehr Boote an, mit Segelromantik hat das nichts mehr zu tun! Wir beschließen, die Inseln zu verlassen und Richtung Sizilien aufzubrechen. So bereite ich uns eine große Portion Gazpacho zu und am 16.8. verlassen wir morgens um 6 Uhr die Ankerbucht. Der frühe Segler sieht einen grandiosen Sonnenaufgang, der uns für das sehr frühe Aufstehen entschädigt. die See ist spiegelglatt, mit der Unterstützung des Großsegels motoren wir die 65 SM nach Termini Imerese. Besonderes Vorkommnis: die 2. LIMA verabschiedet sich endgültig, wird glühend heiß, zum Glück war Frank im Motorraum und hat das Glühen rechtzeitig bemerkt. Der Anker fällt um 19:30 h. Wir essen kalten Thunfisch mit Reissalat und fallen müde in die Koje.

Am nächsten Morgen stürzt sich Frank in die Reparatur des Dinghimotors, während ich das Boot aufklare. Da der Arbeitseinsatz erfolgreich ist, geht es mittags an Land. Wir treffen auf Ronny, einen Freund von Lupita und Martin, versorgen uns bestens im nahen Eurospin mit allem, was wir benötigen und verbringen ein paar entspannte Tage vor Anker. Meist liegen wir alleine in der Bucht, welch eine Ruhe nach den turbulenten Tagen auf den liparischen Inseln. Den letzten Abend verbringen wir gemeinsam mit Ronny in einem ausgezeichneten Restaurant namens le Officine, essen Fleisch, das es in einer ausgezeichneten Qualität gibt, und fallen nach Mitternacht in einen Tiefschlaf.

das Steak war sehr lecker

Wir gehen um 10 Uhr ankerauf. Die Genua zieht uns Richtung Palermo, runden das Cap Zaffarello, ankern nach 15 SM in glasklarem Wasser vor Asra. Gegen Abend wird unser Liegeplatz immer ungemütlicher, Schwell läuft ein und wir beschließen, es gegenüber, oberhalb von Palermo zu versuchen. Mit den letzten Sonnenstrahlen fällt der Anker vor Aranella. Hier bleiben wir 2 Nächte, genießen den Vollmond und die Gitarrenklänge mit Gesang, die von einem italienischen Boot rüberwehen.

Aranella

Ohne Frühstück geht es am 22.8. morgens vorbei an Mondello um das erste Cap, genannt Gallo, Wind frischt auf, Genua raus und entlang der Nordküste Siziliens erforschen wir diverse Ankerplätze. Doch so richtig gefällt uns hier nichts, alles ohne wirklichen Schutz vor dem erwarteten auffrischenden Nordostwind. Und der frischt am Mittag so richtig auf, wir verkleinern die Genua und rauschen mit 6,2 kn nach San Vito lo Capo, sehen den Schwell, der in die Bucht läuft und Frank bucht gleich einen Platz in der Marina bei Guiseppe.

San Vito lo Capo
friedlich und ruhig
Couscous im Il Faro

Hier werden wir schließlich 14 Tage auf beständigen Wind warten, um auf die agadischen Inseln zu segeln. Wir treffen hier auf Freunde von Cartagena, Debra und Trev, Suella mit Familie, Freunde aus Licata, Claire und Simon, sowie auf James, den wir auf Vulcano kennen gelernt haben.

Claire und ich mit einem Limoncello
Debra und Trev

von Blitzen umgeben, heftige Stunden mit viel Wind

Aber, wir warten vergebens auf besseren Wind. Im Gegenteil, Gewitter kündigen sich an, ziehen über uns hinweg und blasen mit 53 kn Windgeschwindigkeit durch die Bucht. Auf der Insel Ustica wird in diesem Gewittersturm eine Segelyacht im Hafen sinken. Die Bilder, die wir sehen, zeigen uns, wie nah wir der Katastrophe waren. Wir verbringen den Tag damit, alles zu trocknen, was beim Gewittersturm nass wurde, Bettzeug, Handtücher, mit denen wir das Schiff innen trocken legten. Da sowohl Moskitonetze, als auch Sonnenschutz auf den Luken waren, trat erheblich Wasser ein und wir mussten einen von drei Stürmen abwarten, bis wir raus konnten, um Sonnenschutz und Moskitonetze zu entfernen. Also erneut zur Wäscherei laufen, es gibt ja sonst nichts zu tun. Am Abend beschliessen wir alle bei einer Pizza, dass wir das nächste Wetterfenster nutzen wollen, um diesen windigen Ort zu erlassen.

Morgens, nach dem Wetterscheck, geht es los. Wir planen gemeinsam mit Debra und Trev bis Mazara del Vallo zu segeln. Umrunden das Kap unter Motor, immer noch vorsichtig, da weitere Gewitter angesagt sind. Das Segel kommt raus und auf Höhe Trapani frischt der Wind auf 22 kn auf. Rauschefahrt unter Segeln. Immer wieder sehen wir uns die Wetterentwicklung an und beschließen, direkt nach Licata zu gehen. Die nächsten Tage verheißen sehr viel Wind und so komme ich zu meiner ersten Nachtfahrt 2021.

Sonnenuntergang bei Mazara del Vallo
gegen Morgen, es läuft

2 Stunden haben wir stürmische See und qualvolles Segeln, aber mit der beginnenden Dämmerung wird es erträglich. Während Debra und Trev am Plan festhalten und vor dem Hafen von Mazala ankern, geht es für uns weiter ein toller Sonnenuntergang zeigt sich uns. Gegen 2 Uhr am Morgen schläft der Wind ein, Frank startet die Maschine, Segel rein und rollen durch die Nacht, da die Welle nicht gerade klein ist. Glücklicherweise können wir um 4:30h wieder die Genua ausrollen, die wir mit Sonnenaufgang sogar verkleinern müssen. Die Rauschefahrt entlang der Südküste von Sizilien geht weiter.

kurz vor Licata

Um 10 Uhr laufen wir in den sicheren Hafen von Licata ein, ich gebe zu, ich freue mich riesig, diesen lieb gewonnenen Platz zu erreichen. Mein Herz hüpft heftig bei der Einfahrt, wir liegen an unserem alten Liegeplatz Nr. 6 an L1. Nach dem Frühstück gönne ich mir eine Dusche und dann geht es ab ins Bett, die 120SM mit Fahrt durch die Nacht haben mich ganz schön geschlaucht. Gewitter wecken mich auf, zum Glück sind wir durchgesegelt. So können wir später beim warmen Pfirsichsalat die tollen Wolkenformationen genießen.

Nach dem Gewitter

Wir werden von Maria im Office aufˋs herzlichste begrüßt, machen einen Spaziergang durch die Marina und Licata und schon wieder ziehen Gewitter über uns hinweg. Den Abend verbringen wir mit vielen Seglerfreunden vor der Blue Sky Bar.

warmer Pfirsich Salat

Auf dem Weg zum Friseur treffe ich am nächsten Tag auf Ruth, einer lieb gewonnen Schweizerin, die mit ihrem Mann Ueli seit annähernd 25 Jahren in der Nähe von Licata lebt. Ein gemeinsamer Kaffee muss sein, die Wiedersehensfreude ist riesig. Die Tage in Licata vergehen wie im Fluge, Frank wir unruhig, die Saison soll für uns noch nicht zu Ende sein und so beschließen wir, nach Malta zu segeln. So geht es am 15.9. wieder raus aus dem Hafen und auf nach Gozo, begleitet von einem herrlichen Sonnenaufgang. Angel raus und nach diversen Bissen kleiner Fische, denen wir sofort die Freiheit zurückgeben, beißt dann doch noch ein Bonito an, sehr zur Freude von Frank, da lacht das Anglerherz.

Licata Hafenausfahrt
wieder ein Bonito

Den Sonnenuntergang genießen wir schwimmend in der Nähe von Marsafarn an der Nordküste von Gozo. Am nächsten Morgen segeln wir weiter nach Malta, welch ein Fehler. Melliaha Bay ist voll von Bojen, Fischfarmen und total anders, als wir es kannten. Es ist schwierig, einen vernünftigen Ankerplatz zu finden. Zudem erfahren wir von Vic, einem maltesischen Segler, den wir von Licata kennen, dass nächste Woche ein Feiertag, Unabhängigkeitstag von England ist, und es dann überall brechend voll sein wird. So ein Mist, diesen Nationalfeiertag hatten wir nicht auf dem Schirm und die Buchten sind jetzt schon voll. Da ist guter Rat teuer, zumal recht viel Wind in der nächsten Woche vorhergesagt ist. Wir beschließen, uns am nächsten Tag einen anderen Liegeplatz zu suchen. Gesagt, getan, ankerauf am nächsten Morgen rund ums Kap. In der wunderschönen Bucht liegt mitten drin ein riesiges Motorboot, so ein Pech, also Segel raus und weiter, zurück nach Gozo. Wir entscheiden uns für die gleiche Bucht, die wir einen Tag zuvor verlassen haben, begehen aber den Fehler, uns mittenrein zu legen. Somit haben wir uns für den windigsten Patz überhaupt entschieden. Was tagsüber noch ganz nett ist, mutiert am Abend zum Windkanal, eine Böe nach der anderen fegt über uns hinweg. Keine Ruhe, heftiger Streit, dadurch kein Schlaf. Um 4:40 h kochen wir Kaffee und warten, dass es hell wird. Wir wollen zurück nach Licata, müssen aber das Tageslicht abwarten, da hier überall Fischer ihre Netze ausbringen und es daher zu gefährlich ist , durch die Nacht zu segeln. Mit 5 Beaufort bläst es uns schließlich aus der Bucht, allein ein kleines Stück Genua macht das Rollen etwas erträglicher. Dicke, kurze Wellen schieben uns mit 6 kn Richtung Sizilien. Als der Wind einschläft, wird es nervig, ohne Segel, ist das hin und her Gerolle fast unerträglich und die letzten 4 Stunden verlangen uns alles ab. Es ist total diesig, fast wie Nebel.

Licata sehen wir erst kurz vor dem Hafen. Die Marineros nehmen uns bereits an der Hafeneinfahrt in Empfang, toller Anleger vom Skipper, duschen und zur Blue Sky Bar zum Bier und zur wohlverdienten Pizza.

Nun wird das Boot auf den Kopf gestellt, alles muss aus den Schapps raus, sortiert, entsorgt oder wieder eingeräumt werden. Insbesondere der Medikamentenschrank bedarf meiner Aufmerksamkeit. Es ist schon unglaublich, was wir so alles mit uns rumschleppen!

Jeden Tag treffen nun in der Marina alte Bekannte und neue Gesichter ein. Ilona und Andreas kommen mit ihrer Yoko aus Griechenland zurück, welch eine Freude, die beiden gesund wieder zusehen. Am Wahlabend sitzen wir zusammen am BBQ Platz und verfolgen die Hochrechnungen. Schade Annalena, es hat zur Sensation nicht gereicht!

Erster Zwetschenkuchen an Bord

Die Pflaumensaison nutze ich, um Zwetschenkuchen zu backen, wir leben hier in einem absoluten El Dorado was Obst und Gemüse anbelangt. Das Leben generell ist hier so total anders als in Deutschland, weil man sich immer draußen aufhält. Damit wir noch mehr von unserem Boot haben, beschließen wir, uns für das Vorschiff einen größeren Sonnenschutz zuzulegen und das Cockpit bekommt eine Kuchenbude. Emanuele kommt zum Maß nehmen, neue Moskitonetze brauchen wir auch noch. Bei Andreas und Ilona sehen wir uns die neuen Polster an, die ebenfalls von Emanuele gefertigt wurden. Da werden neue Wünsche geweckt.

Granita und Cappuccino

Am 1. Oktober kommen Angela und Jost mit SY Infinity in der Marina an, wir verstehen uns auf Anhieb sehr gut und werden über Winter viel Zeit mit beiden verbringen. Syd und Birgit treffen aus USA ein. Regelmäßiges Sportprogramm steht wieder an Nummer 1, meine Physiotermine bei Carmelo nehme ich wieder auf und die Zeit rast dahin.

wieder vereint

Stadtspaziergang mit Angelo und Marilia, Altstadt Quartier Marina
Wandmalereien
lange nicht gesehen! Im Haus von Marilia
Die Rose, die aus Dornen wächst

Das gute Wetter nutzen Birgit und ich zum Schwimmen im Meer, Strandliegen und Sonnenschirme mieten wir uns bei Felix an der Strandbar. Während dessen, arbeitet Frank an Bord von SY Imara, dem Boot, welches Rettungseinsätze im südlichen Mittelmeer fährt. Frank ist von diesen Einsätzen begeistert und wird schließlich Crewmitglied im November zusammen mit Sampo, Wolfang, Wolfgang, Mirko und Thomi. Hierüber hat er bereits berichtet.

Am 7. Otober machen wir mit einem Kleinbus einen Ausflug aufˋs Weingut von Quigniones, kosten die Weine und Produkte und wandern zusammen durch die Weinreben.

In Licata finden Oktoberfeste statt, die wir alle mitfeiern. Martin und Lupita besuchen uns in Licata, bevor sie zurück in die Schweiz reisen, um dort mit ihren Kindern und Enkelkindern den Winter zu verbringen.

Bei Ruth und Ueli findet die Olivenernte statt, die Oliven werden in der Ölmühle gepresst und wir erhalten das neue Olivenöl, das vorzüglich schmeckt. Leben, wie Gott auf Sizilien. Der italienisch Kurs mit Cettina beginnt Ende Oktober, nun sind die Freitage reserviert für Sprachübungen. Das Wetter zeigt sich von seiner unschönen Seite: Starkregen, Gewitter wechseln sich mit Sonnenschein ab, so unbeständig war es hier noch nie im September, Oktober, Klimawandel pur!

Cedri mit Buttara

An unserem Hochzeitstag, es ist der 19., gönnen wir uns ein Essen im La Lampara, und da es schon wieder regnet, kann Frank gleich seine neue Regenjacke einweihen. Die schönen Tage nutzen wir zu ausgiebigen Spaziergängen mit Syd, Birgit, Ruth und wechselnden Teilnehmern aus der Marina, kehren bei Felix an der Strandbar ein, man muss Sonnentage nutzen.

Die Tage an Bord ohne Frank, nutze ich zum Großreinemachen, so kann ich auch das eine oder andere verschwinden lassen, sprich wegwerfen, was defekt, kaputt oder nicht gebraucht wird, der Platz an Bord ist schließlich endlich. Die Tage sind angefüllt und rauschen nur so dahin. Während Frank in der Sonne segelt, zieht über Sizilien mal wieder eine Schlechtwetterfront. Dabei entwickelt sich direkt über dem Hafen eine Windhose, der erste Tornado, den ich erlebe, dabei habe ich das Gefühl, dass das Boot angehoben wird und sich auf die Seite legt. Noch 2 weitere Windhosen bilden sich vor dem Hafen, ziehen aber weiter, ohne Schäden anzurichten. So schnell wie der Tornado gekommen ist, ist er auch vorbei, viel Regen im Gepäck. Unmittelbar nach dem Tornado ruft Patricia an, ob bei mir alles ok sei, Jost kommt nachsehen, ob das Boot und ich wohlbehalten sind, da er von seinem Boot aus gesehen hat, daß die Windhose direkt vor unserem Boot durchgeweht ist. Gut, sich dermaßen behütet zu wissen, da unsere unmittelbaren Nachbarn alle nicht auf ihren Booten sind. Ich bin an diesem Abend bei meiner italienisch Lehrerin zum Essen eingeladen, bin zuerst unsicher, ob ich tatsächlich gehen soll, verbringe aber letztendlich einen schönen Abend im Strandhaus von Cettina bei einem sehr leckeren mehrgängigem sizilianischen Menü. Wir sehen während des Essens die hellen Blitze am Himmel leuchten. Was für ein widriges Wetter, und Frank bekommt von all dem nichts mit. Er ist ohne Netz, ich könnte ihn im Notfall über Satelitentelefon erreichen, doch mir und dem Boot geht es gut, Gott sei Dank! An Schlaf ist in der Nacht jedoch nicht zu denken, der Wind rüttelt am Schiff, die Blitze erleuchten die Nacht, so gratuliere ich um 6 Uhr Markus zum Geburtstag. Frank meldet sich um 8:30 h und teilt mir mit, dass es ihnen gut geht, sie südlich von Lampedusa sind und die Rückreise antreten werden, da das Wetter sich verschlechtern soll, irgendwie bin ich dann doch erleichtert. Schon am nächsten Morgen, ich bin gerade auf dem Markt mit Angela, Nafisa und Safi, ruft Frank an um mir mitzuteilen, dass sie gegen 13 Uhr ankommen werden. Ich spute mich, versorge die Einkäufe und mache mich mit einer Kühltasche voll Bier auf den Weg zu Imara, die mittlerweile schon fest an der Mooring an Pier P2 liegt. Wir fallen uns in die Arme, so schön, dass alle gesund und munter zurück sind und wieder festen Boden unter den Füßen haben. Während die Crew ein gemeinsames Essen im Il Mulino einnimmt, werde ich von Patricia und Gerhard an Bord von SY Arte kulinarisch verwöhnt, erst spät treffen Frank und ich am Hafen aufeinander. Beim Frühstück am nächsten Morgen bekomme ich die Tour mit all den technischen Problemen haarklein geschildert und ich bin froh, dass ich nicht dabei war! Bei einem gemeinsamen Essen mit Sampo und Wolfgang an Bord von SY Eira bekomme ich dann die letzten Berichte zu hören.

Pfeffersteak
Krabbencoctail
Geburtstagstorte von Birgit ins Del Duca gebracht

Wenige Tage später ist Frankˋs 59. Geburtstag, den wir alleine feiern, denn tags darauf wird Wolle 69 und beide laden in die BBQ Ärea ein zu Würstchen und Getränken. Bei bestem Wetter wird bis in die Nacht gefeiert, sind doch alle froh, dass die beiden Crewmitglieder der Imara wieder zurück sind.

Happy Birthday Frank

Happy Birthday Wolle
Kuchenparade

Während wir auf Sizilien eine unbeschwerte Zeit verbringen, erreichen die Covid 19 Zahlen in Deutschland Höchststände, wir sind besorgt um unsere Lieben dort und werden von Tag zu Tag unsicherer, ob es vor diesem Hintergrund Sinn macht, Weihnachten in Deutschland zu verbringen. Frank entschließt sich, nicht zu fliegen, während ich eigentlich reisen will. Wollen wir doch unsere Wohnung in Dillingen übernehmen, renovieren und beziehen! Aber wenn es erneut zum Lockdown kommt, dann erreichen wir nichts. So siegt die Vernunft, wir bleiben auf Sizilien und verbringen hier in der Sonne ein unbeschwertes Weihnachten, ohne Stress, bei gutem Essen, Weihnachtslieder singend im Sonnenschein mit dem Rest der Community. Im 5. Jahr unserer Reise Weihnachten im Süden. Das Wetter entschädigt uns, verbringen wir ein BBQ am 26.12. bei strahlendem Sonnenschein, unglaublich.

Die Zeit vor Weihnachten nutzen wir, um uns boostern zu lassen, so werden wir am 9.12. in Licata zum wiederholten Mal geimpft, ohne Impftermin, einfach beim Roten Kreuz in die Schlange stellen und den Arm hinhalten. Da kann man sich schon fragen, wieso es gerade in Italien und insbesondere auf Sizilien dermaßen unbürokratisch möglich ist? Alle sind hilfsbereit, niemand meckert oder demonstriert.

Mit einem Adventsschmuck meiner Freundin Ruth hübschen wir das Boot weihnachtlich auf, stellen ein paar Kerzen zu unseren Weihnachtskugeln mit Segelbooten. Dazu werden ein paar Sterne dekoriert, natürlich kein Vergleich zu unseren früheren Deko in Deutschland, aber genug, um das Boot heimelig zu machen und uns auf Weihnachten einzustimmen. Auch Licata schmückt sich festlich, Musikgruppen ziehen abends durch die Altstadt und spielen an jeder Krippe, die außen an den Hauswänden hinter Glasvitrinen dekoriert sind.

Schon steht der Jahrewechsel ins Haus, der bei einem festlichen Menü im Del Duca gebührend gewürdigt wird. Später ziehen wir um in die Blue Sky Bar, wo wir bis in die frühen Morgenstunden bei Gaspare und Daniela feiern und tanzen. Ohne Kater gehtˋs am nächsten Tag an den Strand, wer mag, beteiligt sich am Neujahrsschwimmen, wer mag schaut von Felix Strandbar zu. Wir bevorzugegen das letztere, im Kreis von lieben Freunden.

Zeit, ein Fazit zu ziehen! Das Jahr hat sich so ganz anders gestaltet als erwartet. Viel positives hat sich ereignet, was am 1. Januar 2021 nicht vorhersehbar war:

meinen 60. Geburtstag in Licata gefeiert, Heureka, zurück auf dem Boot

einen tollen Physiotherapeuten in Licta gefunden, danke Carmelo

wiedervereint mit lieben Seglern und Freunden, neue kennen und schätzen gelernt

in Licata geimpft und später geboostert

945 SM gesegelt, davon 120 SM in einer Nachtfahrt von San Vito lo Capo bis Licata

80 KG Thunfisch gefangen, was war der lecker!

Danke liebe Familie und Freunde in Deutschland, daß ihr mich habt ziehen lassen

Danke Frank, daß du dein Ego immer wieder zurück genommen hast und soviel Rücksicht auf mich und meine Ängste und Beeinträchtigungen genommen hast und mir einen unbeschwerten Segelsommer beschert hast

und danke an Euch, wo immer ihr seid, die an mich geglaubt habt und mich unterstützt habt

danke Leben, das du so lebenswert geblieben bist!

Mit ganz viel Zuversicht und Hoffnung gehe ich mit Euch ins neue Jahr! Bleibt gesund, oder werdet es wieder. Sören, unsere Gedanken sind bei Dir! Du schaffst es!

Tschüß bis bald

Ein Gedanke zu „Was in der Zwischenzeit geschah, oder Halbjahresrückblick 2021“

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