Angekommen

In Licata und was für ein Empfang.

Nach der Cala Teulada fuhren wir für einen Tag nach Mahon, einkaufen, Fleisch! essen, bunkern. Am nächsten Morgen brachen wir in Richtung Sardinien auf, leider hoch am Wind und mit einer ganz fiesen Welle genau auf die 12, nicht so schön. Das dauerte den ganzen Tag, der Anker wurde mehrmals gebadet, EIRA tauchte öfter mal die Nase in die See, kein Vergnügen, 110° waren angesagt, 080° waren mit ach und Krach möglich.

Im Laufe der Nacht dann konnten wir den Motor abschalten, Kurs ändern Richtung Carloforte und schlicht segeln, welch eine Entspannung.

Kommt irgendwann ein Thunfisch angeschwommen und beißt in unseren Köder, dumm gelaufen für ihn, Schlachtfest für uns.

Mein bisher dickster Brocken, Yellow fin Tuna

Ist leider immer eine Riesensauerei mit diesen Fischen, aber die Kühlbox war auf einen Schlag voll.

Als wir am übernächsten Morgen kurz vor Carloforte wieder Empfang hatten, entschlossen wir uns kurzfristig einfach weiterzusegeln, das Wetter war zu verlockend. Achterliche Winde, einfach nur mit der Genua, die Routine an Bord beibehalten und laufen lassen.

Wiederum 2 Tage später ist Sizilien voraus, zuerst die ägadischen Inseln und im Hintergrund schon Sicilia.

Das war der letzte für die Saison

Schnell noch ein Fischchen rausgeholt und dann muss ich auch schon von downwind zu upwind umrüsten. Genua rein, Grosssegel und Trekker raus. Da der Wind immer stärker aus Südost bläst machen wir noch ein paar Kreuzschläge, müssen aber einsehen, das wird nichts mit Licata und fahren notgedrungen in den Hafen von Mazara del Vallo. Obwohl ich mit der Hafenverwaltung vorab telefoniert hatte, schicken sie uns wieder weg, weil wir einen Tag vorher eine Gesundheitserklärung hätten mailen sollen, was in Unkenntnis der Wetterbedingungen und mangels Internetzugang auf hoher See nicht möglich war. Da wiehert der italienische Amtsschimmel fast noch lauter als der deutsche. Der uns zugewiesene Ankerplatz vor der Hafenmole war mir wegen aufziehender Gewitter und Sturmwarnung nicht geheuer und so schickte ich an Hafenverwaltung und Gesundheitsbehörde diese ominöse Erklärung und sollte bei letzterer nachfragen, ob wir eine Ausnahmegenehmigung bekommen können. Leider hatte die Behörde nachmittags geschlossen und der Skipper bekommt langsam einen ziemlich dicken Hals. Daraufhin habe ich den Harbourmaster zusammengefaltet und wollte von ihm wissen, ob das die neue Art italienischer Seemannschaft ist. Letztendlich durften wir dann doch in den Hafen, mussten aber an Bord bleiben.

Was für eine Ausgeburt an Schwachsinn! Niemand kontrolliert unsere freiwillige Selbstauskunft, aber ohne die paar Seiten Papier geht nichts. Idiotischer kann man mit dieser Pandemie kaum noch umgehen.

Nach 2 Tagen legt sich der Wind und wir nehmen die letzte Etappe nach Licata in Angriff, wiederum über Nacht, da ich nicht ständig mit den Behörden konferieren möchte, nicht das mir doch mal der Kragen platzt.

Anderntags am frühen Morgen ist dann endlich Schluss mit lustig, der Hafen ist erreicht und kaum haben wir angelegt kommen auch schon Angela, Klaus und Syd zur Begrüßung und offerieren trotz früher Stunde ein Anlegerbier.

Die Crew von EIRA

Jetzt werden noch ein paar Partys gefeiert, das Schiff in den Winterschlaf versetzt und am 15.11. geht es zurück in die Kälte.

Aber wir werden zurückkommen, da bin ich mir ganz sicher!

Frank aus dem unverschämt sonnigen Sizilien