Zicke

Nein, nicht Eva. Es ist mal wieder der Außenborder, der zwar anspringt, leider aber recht zügig wieder abstirbt. 3 Vergaserreinigungen später rennt er wieder, weiß der Geier, warum der zu Beginn der Saison immer zickt. Eva vergibt den Namen Mary, ich in Gedanken dazu die Zicke.
Testlauf war auf Gozo, Dwejra bay. Kreisrunde Bucht mit Steilwänden drumherum, erster Anlaufpunkt nach Licata, Winterlager ade. Abschied ist immer schwierig, und so verlassen wir den Winterhafen Licata erst spät. Frank hatte viele Baustellen auf anderen Booten zu bearbeiten, so daß unsere Eira erst spät fertig wurde und der Außenborder, siehe oben nicht gecheckt war.

Wir verlassen Licata mit dem Morgenrot, Angel raus und SM schrubben. Keine besonderen Vorkommnisse. Glücksmomente, als eine Delfinschule neben uns auftaucht und wir diese herrlichen Fotos ablichten können.

Unterwegs Richtung Malta

Dwejra bay

Mittlerweile liegen wir in Valetta und warten auf die Lieferung des Diesels, biofrei und für 1,18 €/ltr.
1030 Liter und 2 Waschmaschinen später verlegen wir nach Sliema an die Bojen der Ausflugsschiffe im Winter, eine vorne, eine hinten mit je zwei unterarmdicken Leinen, die mit einer dünnen Tripleine verbunden sind. Dummerweise vergesse ich den Rückwärtsgang herauszunehmen und prompt wickele ich eben jene dünne Leine um den Propellerschaft. Bingo!

Ein etwa halbstündiger Taucheinsatz befreit uns wieder davon und so bekommt der Tauchkompressor am Folgetag eine weitere Betriebsstunde aufgebrummt. Übrigens nicht unsere Flasche, sondern die von Michael (Restdruck von 30 bar hat genügt) kombiniert mit einem Atemluftschlauch von Gorden (10 m lang, da konnte die Flasche an Bord bleiben), deren Buddeln habe ich gefüllt. Praktische Sache mit dem langen Schlauch, muss man nicht für jede Kleinigkeit die Tarierweste benutzen.

Valetta ist immer eine Besichtigung wert. Es gibt vieles zu entdecken. dieses Jahr haben wir uns das erste Krankenhaus auf Malta angesehen. Betrieben wurde es von dem Malteser Orden. Schon im 16. Jhd haben sie den grauen Star operiert und Blasensteine entfernt.

Die Waffenkammer mit Raritäten ausvergangenen Zeiten und diverse Kirchen durften genauso wenig fehlen, wie gutes Essen mit Freunden aus Licata.


Dienstags haben wir dann verlegt um Lupita und Martin von der Futuro Dos zu treffen, Technikgespräche und Klönschnack, das übliche.


Leider wimmelt es dieses Jahr nur so von Quallen und prompt sauge ich so’n Scheißdingens beim Wassermachen in den Grobfilter. Um ein Haar hätte ich mir die Hochdruckpumpe versemmelt, hat schon hörbar gequietscht und gehustet. Der Glibber hat alles in Sekundenschnelle verstopft und müffelt wie Bolle, unabhängig davon, das die Nesseln auch noch böse Aua machen.

Grobfilter mit Inhalt

Inhalt


Zurück zu Martin noch schnell die Rollanlage der Genua reparieren und heute Abend hören wir, dass die gestrigen Nachbarlieger (Schweizer) erst 70 m Ankerkette versenken und dann auch noch in Hafen geschleppt werden mussten, da der Motor streikt, was für ein Tag.
Morgen bereiten wir langsam unsere Rückfahrt nach Sizilien vor, wohl doch wieder über die Ostküste Richtung Sardinien, der Nordwestwind ist sehr hartnäckig. Immerhin segeln wir dann wieder in der Zugstrasse der Thun- und Schwertfische, wird auch langsam Zeit meine neue Gaff zum Einsatz zu bringen.
Kein Segeln, kein Fisch, nix. Ereignislose Überfahrt und Ankunft in Siracusa im Dunkeln.

In der Bucht von Siracusa haben sich einige Boote aus Licata wiedergetroffen. Neben der Merlin, lag auch die Vega hier. Kurzes Hallo und eine kleine Feier anlässlich meines 2. Geburtstages in einem tollen Restaurant auf den Clippen. Im Il Farao ließen wir es uns so irchtig gut gehn und haben irgendwie die Zeit vergessen. Auf der feuchten Rückfahrt im Dinghi wurde unsere gute Laune etwas gedämpft, der schöne Abend, war es wert.


Ein paar Tage später wollen wir weiter Richtung Augusta und kaum sind wir aus der Bucht heraus, reisst der Gaszug. Ups!

An der Steuersäule

Also wieder zurück, das Ding ausgebaut und los geht es mit der Beschaffung zusammen mit Gorden von der GLEC, die uns freundlicherweise zur Seite standen, waren wir doch ein wenig manöverierbeschränkt. Kein leichtes Unterfangen aber im vierten Laden außerhalb von Ortigia werden wir fündig. Gleich mal zwei gekauft, der Bub lernt ja dazu. Passt auch für die Schaltung, der Zug ist ja wahrscheinlich genauso alt. Kurzerhand (war ein Scherz, dauert immer alles länger) eingebaut und Tags darauf dann doch nach Augusta und vor Anker an die 30 Knoten Wind abreiten. Kein Problem für unseren CQR, dem viele nachsagen der taugt nichts mit Verweis auf die neuen Konstruktionen, die alle viel besser seien. Kann ich nicht bestätigen, eher ist die Art und Weise wie man ankert und wieviel Kette gesteckt wird entscheidend.
Nun liegen wir gemütlich vor Anker warten auf ein akzeptables Wetterfenster um durch die Straße von Messina zu segeln. Vollmond zur Zeit, heißt dann auch Springtide und sorgfältiges timing ist angesagt. Die Strömung erreicht über 5 Knoten und gegenan hieße stehen auf der Stelle.
Die Crew der GLEC macht sich derweil auf nach Catania, deren Trinkwassersystem ist kontaminiert und selbst Zitronensäure hilft da nicht mehr weiter, es muss geballte Chemie auf Chlorbasis ran und anschließend sorgfältiges Spülen, da stößt ihre Umkehrosmose (30 ltr./h) an ihre Grenzen.

Am Samstag, den 11.6. waren wir abends in Augusta lecker essen. Küche wie bei Mama wurde uns versprochen und gehalten. Die Feier für 1800 Tage an Bord haben wir um 1 Tag vorverlegt. Gestern gab es lediglich einen Aperol Sprizz und ein gegrilltes Hähnchen, das ich morgens im MD bereits gegrillt erstanden habe. Am 2.7. sind wir dann 5 Jahre an Bord, spätestens dann, gibt es Neues zu lesen, wir hoffen, auf Sardinien zu sein. Bleibt uns treu, wenn wir auch selten schreiben. Und vor allem, bleibt gesund und munter…..