Das Jahr der Netze

Elefanisos hat ja schon was, das letzte Bild vom vorherigen Beitrag ist nicht photoshoped, das ist echt. Einem weiteren Meltemi geschuldet wechseln wir auf die Westseite, nicht weniger schön, aber besser geschützt und lassen uns gute 30 kts um die Ohren wehen. Bei Angela und Jost feiern wir einen weiteren Sieg unserer Mannschaft (doch wieder nach Monemvasia?) und genießen die Tage bis ein Segler mit zerfetztem Groß auftaucht.

So sollte ein Groß nicht aussehen

Eine Crew aus Weißrussland kommt mit ihrer über 50 Fuß großen Yacht um das Kap Maleas und unterschätzte offensichtlich die Fallböen dort. Kaum geankert kommt ein quirliger Australier vorbei und gemeinsam mit Jost bergen wir die traurigen Reste des Segels, die Crew des betroffenen Bootes war immer noch „traumatisiert“. Dieses Kap wird leider oft unterschätzt, da geht man besser mit spitzen Fingern ran.

Zwischenzeitlich verabschieden sich ein oder zwei Wirbel von Eva’s Wirbelsäule aus ihrer Position, das verlangt noch professioneller Hilfe. Kalamata steht an, der nächst erreichbare Fughafen und so segeln wir nach Westen. Vollzeug Genua mit über 8 Knoten kommt der Skipper mit mulmigem Gefühl nach Porto Kagio. Da wollte ich nach der vorherigen Erfahrung nicht mehr hin und am nächsten Morgen wusste ich auch warum. Schwell steht in der Bucht und wir müssen weg. Soweit nichts ungewöhnliches und wir schaffen das auch, aber meine Zuversicht leidet. Bisher konnte mich nichts erschüttern, aber die Probleme mit unserer Ankerwisch (das werde ich bei Gelegenheit erörtern) bringen mich irgendwie von der Rolle.

Raus aus der Mausefalle (auflandiger, nicht unerheblicher Wind) und wir runden das Kap Richtung Norden. Zwei Stops unterwegs, ruhige Buchten und meistens alleine, machen wir im Stadthafen von Kalamata fest. Wäsche waschen, einkaufen und Eva fliegt nach D. Kurzfristig springt mein Freund Walter ein, damit der Bub nicht so einsam ist und so dödele ich ein wenig um die Gegend herum. Zeit erschlagen, da ich bald wieder in Kalamata sein will, eben Walter an Bord zu nehmen. SURI und KATMALU tauchen auf, Winterlieger von Licata, es wird nicht richtig langweilig. Ein Feuer ums Eck macht nervös, die Profis aus Griechenland haben das jedoch schnell im Griff.

Ein Helikopter und zusätzlich zwei Propellermaschinen, professionell gelöscht, ein rechtes Spektakel für uns.

Irgendwann Nachmittags schliert pötzlich mein Anker, das hat er noch nie gemacht und ich verhole nach Nord und ankere dort. Soweit alles gut aber schon wieder dieses Gefühl der mangelnden Zuversicht, das zermürbt. Irgendwie fehlt mir zur Zeit dieses unerschütterliche Vertrauen in meine Fähigkeiten, sonst immer die Ruhe selbst und nun nervös. Ein paar Tage und ein Sieg weiter dödele ich des morgens wieder ein wenig nach Nord, ankere dort, bin nicht zufrieden, Anker auf um kurz danach ein Netz zu fangen, Bingo. Anker wieder runter und tauchen. Die Fischer kommen vorbei, total entspannt und wollen, dass ich das Netz kappe. Kein Ding und einige Zeit später, das Gewusel muss natürlich auch weggeschnitten werden, fällt der Anker an der von mir gewünschten Position. Soweit alles gut aber ich frage mich ernsthaft wo mein normalerweise unerschütterliches Vertrauen in meine Fähigkeiten abgeblieben ist. Klar habe ich das noch alles im Griff, nur wo ist die Zuversicht?

EIRA schwimmt noch, so far so good

Bis die Tage

Frank